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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2019

Erfrischende Liebesgeschichte mit schrägem Humor

Finde mich. Jetzt
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Zusammenfassung:
Für Tamsin ist eines klar. Sie braucht einen Neuanfang. Für ihr Literaturstudium zieht sie nach Pearley und beginnt dort ihr neues Leben als Studentin. Da sie in ihrer Vergangenheit bitter ...

Zusammenfassung:
Für Tamsin ist eines klar. Sie braucht einen Neuanfang. Für ihr Literaturstudium zieht sie nach Pearley und beginnt dort ihr neues Leben als Studentin. Da sie in ihrer Vergangenheit bitter von der Liebe enttäuscht wurde, schwört Tamsin sich selber, dass Männer während ihrer Studienzeit keinen Platz in ihrem Leben haben. Doch dann trifft sie auf Rhys, der Barista, welcher im Café gegenüber arbeitet. Rhys scheint ein faszinierender, außergewöhnlicher Charakter zu sein. Was Tamsin allerdings nicht weiß, ist, dass Rhys seine gesamte Jugend im Gefängnis verbracht hat. Für ihn steht nun die große Herausforderung der Resozialisierung an. Eigentlich schwierig genug, aber eine aufgeweckte junge Frau bringt sein Leben noch ein bisschen mehr durcheinander.

Meine Meinung:
Nun habe ich auch noch Kathinka Engel für mich entdeckt. Ihr Roman „Finde mich. Jetzt.“ hat mein Herz immer wieder erwärmt, aber dann nach paar Seiten wieder zum Weinen gebracht. Und genau so eine Eigenschaft liebe ich bei Liebesgeschichte. Das emotionale Hin und her, welches ein Leser erleiden sollte, gehört für mich einfach dazu.
Die Geschichte von Rhys und Tamsin hat mich anfangs gut abgeholt. Es war schön mit anzusehen, wie Tamsin den Schritt in ein eigenständiges Leben wagt. Das gleiche Phänomen bei Rhys, wobei ich seine Kapitel spannender fand, aufgrund seiner Resozialisierung. Hier möchte ich erwähnen, dass ich die Idee mit den regelmäßig abwechselnden Sichten wirklich toll finde. Somit haben beide gleich viel Anteile im Buch gehabt und der Leser hatte die Möglichkeit, beide Protagonisten einzeln sehr genau kennenzulernen. Der tolle Schreibstil von Kathinka Engel hat mir das Lesen sehr leicht gemacht. Die Seiten sind sehr schnell vor meinen Augen vorbei geflogen und es hat gar nicht lange gedauert, da war die Geschichte auch schon vorbei. Somit bringt dieses Werk einen großen Suchtanteil mit.
Trotz des tollen Schreibstils und der anfänglichen Sympathie, muss ich zugeben, dass die Sympathie im Laufe der Geschichte nachgelassen hat. Tamsin kam mir mit der Zeit ein bisschen zu albern und aufgesetzt vor. Immer gute Laune haben und denken, dass man der ganzen Welt helfen kann. Solche Charaktereigenschaften nerven mich mit der Zeit etwas. Ähnlich bei Rhys, welcher in Selbstmitleid versinkt und sich für einen ganz bösen Kerl hält. Da wurde dieser Roman etwas anstrengend. Dafür haben die Nebencharaktere einiges raus geholt. Sie haben die Geschichte um einiges bunter und lebhafter gemacht.

Fazit:
Trotz ein paar Sympathieschwierigkeiten mit den Protagonisten hat mir dieser Roman von Kathinka Engel sehr gefallen. Eine erfrischende Liebesgeschichte, welche mit Emotionen und etwas schrägem Humor überzeugen kann. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung „Halte mich. Hier.“!

Veröffentlicht am 01.08.2019

Nicht ausgeschöpftes Potenzial trotz unerwarteten Ereignissen und einem spannenden Ende.

Mein Herz so schwarz
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Zusammenfassung:
Für Richard Bradley wird der Tag seiner Hochzeit zum Schlimmsten seines Lebens. Am Abend springt seine frisch getraute Ehefrau Evie White von einer Klippe ins Meer, und damit in den Tod. ...

Zusammenfassung:
Für Richard Bradley wird der Tag seiner Hochzeit zum Schlimmsten seines Lebens. Am Abend springt seine frisch getraute Ehefrau Evie White von einer Klippe ins Meer, und damit in den Tod. Doch ihre Leiche wird nie gefunden. Ihre beste Freundin Rebecca unterstützt den trauernden Richard und gemeinsam versuchen sie das Rätsel von Evies seltsamen Suizid zu lösen. Dabei lernen sie die Person, die sie beide vor nicht allzu langer Zeit geliebt haben, von einer ganz anderen Seite kennen und fragen sich, wer Evie White wirklich war.

Meine Meinung:
Der Psychothriller „Mein Herz so schwarz“ war das erste Buch, welches ich von der Autorin Jenny Blackhurst gelesen habe. Der Thriller enthält eine packende Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Besonders anziehend empfinde ich das Cover, mit dem dazu gehörigen Blumenstrauß. Das einzig Farbige auf dem Buchcover und ein Hingucker mit Bedeutung. Denn in der Geschichte geht es um eine gefallene Braut.
Von Anfang an bin ich mit dem Schreibstil der Autorin gut klar gekommen, wodurch ich den Thriller flüssig lesen konnte, ohne Sätze ständig wiederholen zu müssen. Außerdem wird von unnötig langen Beschreibungen die Finger gelassen. Hinzu kommt eine angenehme Kapitellänge, nicht zu kurz und nicht zu lang, welche das Leseerlebnis zusätzlich positiv beeinflusst.
Eine Besonderheit des Buches sind die Perspektivwechsel. Der Leser springt zwischen Rebecca in der Gegenwart und Evie in der Vergangenheit hin und her. Dies erzeugt eine gewisse Spannung, da der Leser nun die Geschichte von Evie White hautnah miterleben kann. Spannungstechnisch fängt es anfangs stark an. Man wird in die Geschehnisse hinein geworfen und muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Es kommen mit der Zeit immer mehr kleine Details ans Licht, sodass man gut spekulieren und Vermutungen über Evies Tod aufstellen kann. Allerdings ziehen sich einige Szenen etwas, weshalb es mit der Zeit etwas langatmig wird und Spannung kurzzeitig verloren geht. Später erlangt die Autorin die Spannung wieder, da plötzliche viele unerwartete Wendungen auftreten. Obwohl es zum Ende hin spannender wird, lässt sich leider erahnen, wie die Geschichte endet.
Im Vordergrund steht die Dreiecksbeziehung zwischen Evie, ihrer besten Freundin Rebecca und ihrem Mann Richard. Als Leser erlebt man quasi Evies Lebensgeschichte, weshalb man sich ein gutes Bild von ihr machen kann. Durch die unterschiedlichen Szenarien wird sie mit der Zeit undurchschaubar. Es gibt viele Momente, in denen sie mir sympathisch war. Allerdings musste ich auch ebenso oft mit dem Kopf schütteln. Zum Ende hin muss ich sagen, dass ich Evie als Charakter nicht nachvollziehen kann und sie deshalb nicht als sonderlich sympathisch empfinde. Das gleiche Problem hatte ich mit Rebecca. Auch bei ihr gab es ein paar fragwürdige Momente. Sie wirkt auf mich unergründlich. Bei beiden Protagonistinnen bin ich mir nicht sicher, ob sie gut oder doch hinterlistig sind. Im Gegensatz zu Evie und Becky erfährt der Leser sehr wenig über Richard. Er wird als der trauernde Ehemann dargestellt, welcher nicht glauben kann, dass seine Frau gesprungen ist. Diese Darstellung erstreckt sich über den ganzen Thriller, was ich sehr schade finde. Eigentlich sollte Richard eine viel wichtigere Rolle spielen, aber er steht eher im Schatten von Evie und Becky.
Die Idee, welche hinter der Geschichte steckt, ist mir leider etwas zu originell. Ich hatte gehofft, dass eine riesige Bombe platzen würde, sodass das Buch eine einzigartige Geschichte erzählt. Leider blieb dieser Effekt aus.

Fazit:
Hinter dem Psychothriller „Mein Herz so schwarz“ verbirgt sich eine spannende Geschichte mit vielen plötzlichen Wendungen. Durch den ständigen Perspektivenwechsel und den tollen Schreibstil der Autorin, kann der Leser jederzeit Vermutungen aufstellen, wie es zu Evies Sprung gekommen sein könnte. Das ganze Potenzial wurde nicht ausgeschöpft, da es öfters an Spannung mangelt und die Charaktere schwankende Persönlichkeiten aufweisen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstl
  • Figuren
Veröffentlicht am 12.06.2019

Gewöhnliche Liebesgeschichte ohne Besonderheiten

Up All Night
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! Achtung Spoiler !

Zusammenfassung:
Taylor Jensen ist am Ende als sie an einem Tag ihren Job verliert, ihr Auto gestohlen wird und sie ihren Freund beim Fremdgehen erwischt. Glücklicherweise läuft sie ...

! Achtung Spoiler !

Zusammenfassung:
Taylor Jensen ist am Ende als sie an einem Tag ihren Job verliert, ihr Auto gestohlen wird und sie ihren Freund beim Fremdgehen erwischt. Glücklicherweise läuft sie ihrem früheren besten Freund in die Arme, welcher ihr ein Zimmer in seiner WG anbietet. Dieses nimmt Taylor allerdings nur an, weil Daniel schwul ist. Sie hat erst mal keine Lust auf Männer. Das anfängliche Prickeln zwischen Daniel und ihr bedeuten nichts, denn er ist schließlich schwul. Daran glaubt Taylor, trotz dessen, dass die Beiden sich mit der Zeit näher kommen.

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs richtig Lust auf das Buch. Ich habe eine spannende Liebesgeschichte erwartet mit einigen Plot-Twists und unerwarteten Wendungen. Leider hat mich das Buch von vorne bis hinten enttäuscht. Es fing schon in den ersten Kapiteln an. Taylor wurde von ihrem Freund Robb betrogen nach einer vier-jährigen Beziehung. Von Trauer war wenig zu merken, obwohl oft erwähnt wurde, dass sie weint und verzweifelt ist. Ihre Emotionen haben mich null erreicht und nach wenigen Tagen war Robb scheinbar vergessen, was ich mir sehr unrealistisch vorstelle bei einer Beziehung, die vier lange Jahre ging. Dann kam das erste Kapitel aus der Sicht von Daniel, wodurch von vornherein klar wurde, dass er nur so tut als wäre er schwul. Schade. Einfach schade. Wie spannend wäre es gewesen, wenn er wirklich schwul gewesen wäre und sich dann durch Taylor umorientiert oder gemerkt hätte, dass er bisexuell ist! Nein, Daniel tut einfach nur so. Es wäre an der Stelle vielleicht schöner gewesen, die Geschichte nur aus Taylors Sicht zu erzählen, damit der Leser nicht sofort weiß, dass die Homosexualität nur fake ist, um Taylor zu Daniel in die Wohnung zu bekommen. Nach diesem enttäuschendem Anfang hat sich alles wie eine gewöhnliche Liebesgeschichte entwickelt. Ich habe in den spannenden Situationen mitgefiebert und hätte Evie am liebsten von Daniel ferngehalten. Im Laufe der Geschichte kam der erste Kuss der Beiden erst sehr spät, was ich gar nicht so schlimm finde. Ich bin eher ein Fan davon, wenn die Charaktere erst eine emotionale Bindung zueinander aufbauen bevor es dann zum Körperlichen kommt. Das Ende und die Handlungen der Charaktere waren leider sehr vorhersehbar. Es war doch klar, dass Taylor eine riesengroße Nummer daraus macht, wenn Daniel ihr die Wahrheit über seine Sexualität erzählt. Dass sie dann aber nicht mal zuhört und sofort abhaut, hat mir den Rest gegeben. Von dem Moment an war sie mir unsympathisch. Sie hat ihm leider nicht die Chance geben sich zu erklären. Dass sie dann wieder zu ihm rennt, nachdem sie erfährt, dass er sich schon in der Juniorhigh in sie verliebt hat, war leider ebenfalls klar. So sehr wie ich Taylor anfangs mochte, hat sie mir das Ende der Geschichte echt versaut. Daniel hingegen ist mir zum Ende hin sympathischer geworden. Den Epilog fand ich leider ebenfalls schwach, da er nicht als Abschluss der Liebesgeschichte zwischen Taylor und Daniel funktioniert hat. Da hat mir ein sauberes Ende gefällt. Der Epilog war eher eine Überleitung zum nächsten Buch.
Was mir allerdings positiv aufgefallen ist, ist der Schreibstil der Autorin. Die Geschichte ist sehr flüssig zu lesen und man merkt gar nicht, wie die Zeit verstreicht. Ebenfalls hat mich der Humor der Charaktere angesprochen, sodass ich einige Male mit ihnen lachen musste. Es waren nicht zu viele Ortsbeschreibungen vorhanden, aber genau so viele, dass man sich die Umgebung gut vorstellen konnte.

Fazit:
April Dawson hat eine liebevolle Geschichte zwischen zwei jungen Menschen geschaffen, welche man gerne bei ihrer gemeinsamen Zeit begleitet hat. Leider ist es eine gewöhnliche Liebesgeschichte geworden, ohne eigene Besonderheiten, die dem Leser im Gedächtnis bleiben. Da mir der Schreibstil von Dawson gut gefällt, kann ich dieses Buch für zwischendurch gerne empfehlen. Aber als Leser sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch heran gehen.

Veröffentlicht am 09.05.2022

Mysteriöse Studentenverbindung in Oxford mit unauthentischen Protagonisten

Four Houses of Oxford, Band 1 - Brich die Regeln
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Gemeinsam mit Harper lernen wir die University of Oxford kennen, welche sich als wunderschönes Setting entpuppt. Alte Gebäude, ein großer Campus und natürlich auf Verbindungen. Die Vier Farben sind vier ...

Gemeinsam mit Harper lernen wir die University of Oxford kennen, welche sich als wunderschönes Setting entpuppt. Alte Gebäude, ein großer Campus und natürlich auf Verbindungen. Die Vier Farben sind vier unterschiedliche Studentenverbindungen, die alle ein gemeinsames großes Geheimnis hüten. Sie wohnen in einzelnen Wohnhäusern, weshalb Harper in das Haus der Diamonds zieht. Das Setting und die verschiedenen Orte haben mich fasziniert und ich wäre am liebsten selbst dort. Alles wirkt alt und magisch auf mich.
Die Vier Farben sind eine spannende Gemeinschaft, die für viele Gerüchte sorgen. Ich werde nicht im Genauen darauf eingehen, was genau das Geheimnis der Vier Farben ist. Trotzdem kann ich sagen, dass mir die Grundidee anfangs nicht ganz so gefallen hat. Ich dachte, dass es zu krass ist, was bei der Verbindung passiert. Doch im Laufe der Geschichte habe ich Gefallen daran gefunden. Je weiter das Spiel der Vier Farben voran ging, desto mehr habe ich die Grundidee und das Geheimnis geliebt. Auch wenn das Spiel teilweise sehr grotesk und moralisch nicht ganz vertretbar war, hat mir die Spannung, die dadurch ausgelöst wurde, sehr gefallen.
Was mir jedoch das Leseerlebnis etwas versaut hat, waren die Protagonisten. Harper hat zu Beginn der Geschichte einen sympathischen Eindruck gemacht. Zusammen mit ihrer besten Freundin Cece geht sie nach Oxford und möchte mehr über ihre Eltern herausfinden. Nachdem sie bei den Diamonds ankommt, wird Cece leider sehr vernachlässigt, denn Harper darf ihr nichts von den Geheimnissen der Vier Farben erzählen. Anstatt trotzdem Kontakt zu Cece zu halten und nicht auf das Thema einzugehen, wird Cece lieber ignoriert und der Kontakt bricht langsam ab. Das fand ich sehr schade. Dann ist da noch Finley. Ihn fand ich leider von Anfang an unsympathisch. Harper möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben, da er sie in ihrer Vergangenheit verletzt hat. Trotzdem läuft er ihr ständig hinterher, spricht sie an und lässt sie nicht in Ruhe. Leider hat er damit Erfolg. Sein Verhalten finde ich absolut ätzend. Leider wurde Harper dann mit der Zeit ebenfalls unsympathisch, da sie sich auf ihn einlässt. Es kommt zu einem ständigen Hin und Her zwischen den Beiden, was überflüssig war. Das Lesen wurde dadurch anstrengend. Wenn mir die Protagonisten zu nervtötend sind und das Lesen anstrengend wird, kann mich ein Buch leider nicht überzeugen. Jedoch mochte ich die Nebencharaktere wie Lexie und Cece sehr gern.
Was mich ebenfalls gestört hat, waren die sehr vielen offenen Fragen. Dass in einem Buch ein bis zwei Geheimnisse offenbleiben und man nicht weiß, was genau vor sich geht, ist normal. Jedoch war es in diesem Buch so, dass ich super viele Fragen, während dem Lesen hatte und diese immer noch habe. Vermutlich werden diese im zweiten Band beantwortet, aber mir waren es zu viele Geheimnisse auf einmal. Dazu zählt der plötzliche Cliffhanger, den ich gar nicht habe kommen sehen. Leider war der auch nicht gut verpackt, sondern einfach als ein weiteres Kapitel hinten angehängt.
Fazit:
Wenn ich „Four Houses of Oxford – Brich die Regeln“ Revue passieren lasse, muss ich leider sagen, dass mir die Protagonisten die Storyline ziemlich versaut haben. Die Idee hinter den Vier Farben und dem Spiel ist großartig und spannend. Außerdem hat mir das Setting gut gefallen, sowie die Nebencharaktere. Jedoch wurde dies von der Beziehung zwischen Harper und Finley etwas zerstört. Beide waren mir nicht sympathisch und ihre Handlungsweisen einfach nicht nachvollziehbar. Dennoch will ich Band 2 lesen, um zu erfahren, welche Geheimnisse die Vier Farben noch haben.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Magisches Fantasybuch für Teenager

Meeresglühen (Bd. 1)
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In „Meeresglühen – Geheimnis in der Tiefe“ von Anna Fleck taucht der Leser in eine atemberaubende Geschichte ein, die jedes Herz, welches für Fantasy schlägt, schneller schlagen lassen. Die Geschichte ...

In „Meeresglühen – Geheimnis in der Tiefe“ von Anna Fleck taucht der Leser in eine atemberaubende Geschichte ein, die jedes Herz, welches für Fantasy schlägt, schneller schlagen lassen. Die Geschichte beginnt relativ schnell und man wird sofort in das Geschehen hineingeworfen. Wir lernen Ella kurz kennen bevor sie Aris am Strand findet und ihm das Leben rettet. Dann nehmen die Geschehnisse ihren Lauf und Ella findet sich in einer mythischen Welt wieder, von der sie nie zu träumen gewagt hätte.
Der Schreibstil, der Aufbau der Geschichte und die Ausdrucksweise von Fleck zeigt relativ schnell, dass es sich um ein Jugendbuch hält. Die Geschichte ist relativ humorvoll und leicht geschrieben. Sie lässt sich leicht lesen und die Seiten fliegen nur so vorbei. Es gibt viele quirlige und aufgeweckte Charaktere, bei denen man schmunzeln muss. Ebenso gibt es die typischen, unsympathischen Charaktere, die man nicht mag. Hinzu kommt ein Mittel, welches mich leider von Anfang an gestört hat: Ellas innere Stimme. Der Leser sieht, wie Ella innerlich mit sich selbst diskutiert und sie hin und wieder innerlich impulsive Kommentare rauslässt. Die inneren Gespräche machen keinen reifen Eindruck und sind zwischendurch sehr nervig. Außerdem schweift Fleck in Beschreibungen oft sehr aus. Es nimmt dem Leser die komplette Vorstellungskraft, wenn Räume bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Außerdem ist es nicht sonderlich interessant. Mich interessiert nicht, was für eine Deko in dem Zimmer steht. Ich möchte die Handlungen verfolgen und nicht imaginäre Räume bewundern.
Was den Verlauf der Geschichte angeht, bin ich mittelmäßig begeistert. Viele Wendungen haben mir gut gefallen und haben Spannung gebracht. Aber einige Szenen hätte man sich echt sparen können. Es gibt eine Szene, die nichts zum Verlauf der Geschichte beigetragen hat und ein Triggerthema beinhaltet. Leider gibt es vorne in dem Buch keine Triggerwarnung. Diese wäre, meiner Meinung nach, notwendig gewesen! Außerdem sind einige Szenen etwas zu kurz gekommen oder zu langgezogen. Das hat der Spannung etwas geschadet. Spannende Szenen wurden sehr aneinander gereiht und es gab weniger Szenen, in denen man die Welt in Ruhe kennenlernen konnte. Diese wenigen Szenen waren dafür sehr magisch und man hatte das Gefühl in die Welt einzutauchen. Es war wunderschön.
Auch wenn die Welt, die Fleck geschaffen hat, und die Handlungen mich wirklich überzeugen konnten, habe ich für die Protagonistin nur halb so gute Worte übrig. Ella ist 17, verhält sich aber wie 13. Sie hinterfragt sehr wenig, entscheidet ohne nachzudenken und ist naiv. Sie denkt, dass alles wieder gut wird und denkt, dass sie etwas verändern kann. Hinzu kommen die jugendlichen Gedanken, die sie hat, und die Gespräche mit ihrer inneren Stimme. Manchmal ist sie wegen etwas sehr traurig und weiß nicht, wie es weiter gehen soll, bis sie eine Nacht geschlafen hat und alles wieder besser ist. Man muss ihr aber gutheißen, dass sie ihr Verhalten zu einem späteren Zeitpunkt hinterfragt und darüber nachdenkt. Trotzdem konnte ich mich gar nicht mit ihr identifizieren, was sich natürlich auf mein Leseerlebnis auswirkt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Ella geschrieben. Somit hatte ich nicht allzu viel Freude, weil ich die ganze Zeit in dem Kopf einer unreifen Jugendlichen war. Für mich sind die Charaktere das Wichtigste in einer Geschichte. Deshalb wirkt sich dies leider auf meine Bewertung aus.
Fazit:
Die Autorin hat eine wunderbare Welt erschaffen, die dem Leser ein paar magische Momente beschert und ihn aus dem Alltag rausholt. Leider konnte mich die Umsetzung nicht gänzlich überzeugen. Es gibt einige Faktoren, die das Buch für mich zu einem Buch für Teenager machen. Die Protagonistin, die innere Stimme und die ständigen Spannungssprünge konnten mich nicht überzeugen. Trotzdem ist es eine schöne Fantasygeschichte.

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