Profilbild von evafl

evafl

Lesejury Star
online

evafl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit evafl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2016

"Hexentochter !"

Die Tochter der Hexe
0

Marthe-Marie erfährt als junges Mädchen, dass sie die Tocher einer Frau ist, die als Hexe galt und verurteilt wurde. Als ihre Ziehmutter stirbt, macht sie sich auf in die Stadt Freiburg, in der ihre Mutter ...

Marthe-Marie erfährt als junges Mädchen, dass sie die Tocher einer Frau ist, die als Hexe galt und verurteilt wurde. Als ihre Ziehmutter stirbt, macht sie sich auf in die Stadt Freiburg, in der ihre Mutter grausam als Hexe verurteilt sterben musste. Dort angekommen bleibt ihr jedoch nur die Flucht, da die Scheiterhaufen erneut lodern und auch sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter Agnes als Hexe verfolgt wird (da sie ja die Tochter einer vermeintlichen Hexe ist). Nun ist Marthe-Maries Instinkt jedoch erst so richtig geweckt, sie macht sich auf, um genaueres über ihre Eltern zu erforschen. Auf diesem nicht immer leichten Weg kommt sie zu einer Gruppe von Gauklern, denen sie sich anschließt, um nicht alleine reisen zu müssen bzw. nicht aufzufallen (als alleinreisende Frau mit Kind ist es nun damals wohl auffällig gewesen). Bald merkt Sie, dass ihre zwei Männer auf den Fersen sind, Gefahr droht, Hilfe ist jedoch auch da, und auch die Liebe ist im Spiel....

Wahre Begebenheit

Bei den Recherchen zu einem historischen Stadtführer ("Unbekanntes Freiburg") stieß sie auf die tragische Lebensgeschichte der Catharina Stadelmennin. - daraus entstand "Die Hexe von Freiburg", dies wurde ein Bestseller. (Die Fortführung mit diesem Buch "Die Tochter der Hexe" beruht MEINER ANSICHT NACH also auch auf diesen Tatsachen).

Fazit

Ja, ich würde dieses Buch wieder lesen. Anfang habe ich etwas gebraucht, bis ich mich so richtig reingelesen habe, das Buch war mir etwas zu lahm, zu ausschweifend, ich hatte Probleme mir alles zu merken. Aber mit der Zeit, als ich mich dann "etwas reingehängt" habe mit lesen, also wieder etwas regelmäßiger (jeden Tag bzw. jeden zweiten oder dritten Tag) gelesen habe, war die Sache dann auch leichter zu merken bzw. zu lesen.

Es ist ein sehr schön geschriebener historischer Roman, der sehr spannend, manchmal auch etwas brutal (so war die Zeit früher wohl einfach) ist, manchmal ein bisschen ausschweifend, aber nur soweit, dass man über alles informiert ist.

Da ich ein großer Fan von historischen Romanen und auch gerade dem Thema Hexen bzw. Hexenverfolgung bin, war dies bestimmt nicht mein letztes Buch in dieser Thematik. Es hat mich wieder irgendwie "fasziniert" bzw. wohl eher geschockt, wie schlimm es damals zu ging, was bei der Hexenführung die ich vor kurzem mitgemacht habe, auch öffentlich zu gegeben wurde, jedoch von der betroffenen Stadt, die Kirche macht hier keinerlei Angaben, Zugeständnisse, wie auch immer, was ich schon sehr schwach in dieser Hinsicht finde. (Es sollte doch jeder zu seiner Vergangenheit stehen.... - aber hinsichtlich "Der Päpstin", wo es ja auch wahre Erkenntnisse gibt, nimmt die Kirche ja auch keine richtige Stellung zu - was auch in einem interessanten Galileo-Spezial schon erläutert wurde.)

Die Kapitel im Buch sind auch recht gut eingeteilt, und wenn man eines mal nicht mehr zu Ende lesen mag, kann man ja einfach nach einem Absatz aufhören zu lesen. Von der Schrift her ist es nicht zu klein geschrieben, passt genau wie ich finde.

Dafür dass ich eine Eingewöhnungsphase für das Buch gebraucht habe, ziehe ich einen Stern ab, ich finde es jedoch sonst gut geschrieben, zwischendurch ist es auch mal ein bisschen lustig, denn Marthe-Marie zieht ja dann mit Gauklern umher.

4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 23.11.2016

Beine breit - wir sind im 14. Jahrhundert, da gehts hoch her...

Die Pilgerin
0

Tilla ist die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, des Herren Willinger. Als ihr Vater plötzlich stirbt verheiratet ihr Bruder Otfried sie kurzerhand gegen ihren Willen mit einem anderen, älteren Kaufmann ...

Tilla ist die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, des Herren Willinger. Als ihr Vater plötzlich stirbt verheiratet ihr Bruder Otfried sie kurzerhand gegen ihren Willen mit einem anderen, älteren Kaufmann (Veit Gürtler). Auch führt ihr Bruder den Wunsch des Vaters nicht aus, sein Herz solle in Santiago bestattet werden. Als Tilla plötzlich fliehen muss, befindet sie sich auf dem Weg nach Santiago de Compostela...

Ich war durchaus gespannt auf dieses Buch, früher habe ich ja öfter mal historische Romane, wozu ich auch "Die Pilgerin" zähle, gelesen, zuletzt eher weniger. Die Geschichte klang für mich recht spannend, wenn gleich mich das Buch nicht 100%ig in seinen Bann gezogen hat. Ich wollte durchaus immer wieder wissen, wie die Geschichte weiter geht, dass man jedoch vor Neugier alles stehen und liegen lassen möchte, um endlich weiterzulesen, das war hier nicht der Fall.

Der Schreibstil von Iny Lorentz gefällt mir gut, das Buch ist gut lesbar und auch gut verständlich, verschiedene spezielle Begriffe für die damalige Zeit sind ganz hinten im Buch im Glossar noch mal aufgeführt und auch erklärt, was ich gut finde. Die Sprache mag ich auch gerne, so dass die Wortwahl hier durchaus sehr bedacht und nicht einfach ist, es sind aber auch keine komplizierten Fremdwörter enthalten, auch arg verschachtelte Sätze, die man dreimal lesen muss, ehe man sie versteht (haha, das hier ist jetzt einer!) sind mir nicht in Erinnerung.

Die Geschichte ist recht gut überlegt, es hat alles Hand und Fuß, so dass es ja den Jakobsweg nach Santiago de Compostela wirklich gibt, wahrscheinlich auch die aufgeführten Orte und Stationen. (Ich habe das nicht wirklich überprüft.) Was zusätzlich noch ganz schön ist:
ganz vorn im Buch ist eine Karte abgedruckt, hier ist ein Überblick zu finden, wie damals welche Gebiete hießen (Spanien - Kastilien), bzw. man sieht wo die Eidgenossen ansässig waren. Habe ich, lustigerweise, irgendwie erst zum Schluss entdeckt. Nun ja... ;)

Grundsätzlich war das Buch spannend geschrieben, es hat mich schon gereizt, immer wieder zu wissen, wie das Buch weitergeht, ich habe auch mal locker 200 Seiten am Stück gelesen, eben: weil ich Zeit hatte und das Buch auslesen wollte. Aber einen so ganz argen "Suchtfaktor" hatte das Buch für mich nicht. Entsprechend ziehe ich hier gesamt einen Stern ab. Was ich auch etwas schwierig fand war die Anzahl der Personen im Buch. Da zeitweise den Überblick zu behalten, fand ich durchaus eine Herausforderung. (Ja, das Personenverzeichnis hinten im Buch - aber auch das habe ich nach dem Lesen erst gesehen - für mich gibts keinen Grund hinten im Buch zu lesen...)

Was ich ein wenig krass fand: gefühlt geht es mindestens alle 10-20 Seiten heiß her, d.h. die Söldner überfallen jemanden und vergewaltigen die Frauen, die Pilger bzw. die Bürger sind generell heiß aufeinander, nun ja... Natürlich ist das sicher auch Bestandteil der damaligen Zeit gewesen - aber ob man da wirklich so geil aufeinander war...?

Von mir gibts für dieses Buch durchaus eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.11.2016

Er liebt sie. Das braucht Zeit, und es braucht Raum.

Die Küche ist zum Tanzen da
0

Marie-Sabine Roger erzählt die verschiedensten Geschichten im Buch, d.h. es ist keine zusammenhängende Geschichte, sondern viele einzelne kleinere Erzählungen. Manche ziemlich kurios, andere einfach wunderbar ...

Marie-Sabine Roger erzählt die verschiedensten Geschichten im Buch, d.h. es ist keine zusammenhängende Geschichte, sondern viele einzelne kleinere Erzählungen. Manche ziemlich kurios, andere einfach wunderbar emotional, manches nicht nachvollziehbar, anderes so tief berührend wie nur sonst was.

Bislang hat mir der Schreibstil von Marie-Sabine Roger ja immer sehr gut gefallen. So auch in diesem Buch hier. Sie schreibt so wunderbar poetisch, immer wieder Sätze, in denen der Inhalt einfach so toll verpackt ist, die aber dennoch nicht großartig kompliziert sind. Für mich ist das typisch "französische Literatur", man geht mit Worten so wunderbar um, die Sprache wird wunderbar genutzt, es ist aber dennoch angenehm zu lesen und macht Spaß.

Hier waren es ja lauter kleine einzelne Erzählungen, die man im Buch vorfindet. Also diesmal keine große Geschichte, sondern viele kleine. Und was ich hier wirklich spannend fand, war die Tatsache, dass man erst im Laufe der Geschichte so wirklich wusste, um was es hier eigentlich genau jeweils geht - bzw. sich letztlich sogar erst im Schlußabsatz genau herausstellt, um wen und wie es genau geht. Ich fand das unfassbar spannend, denn so habe ich mir natürlich während des Lesens immer wieder Gedanken gemacht, wer da wie gemeint sein könnte, habe mich aber natürlich auch einfach überraschen lassen. Es waren Geschichten dabei, die waren so wunderbar schön geschrieben, einfach harmonisch - auch vom Inhalt her. Die ein oder andere Geschichte war ziemlich emotional, so auch die Berichtstitel-gebende, was mich durchaus zu Tränen gerührt hat, mir aber dennoch gut gefallen hat. Dann gab es noch die lustigen, kuriosen Geschichten, die so verdreht waren, dass sie schon wieder gut waren. Genau das mag ich auch am Stil von Marie-Sabine Roger so, sie bringt hier Sachen zusammen, an die man eigentlich nicht mal denkt. Es gab aber auch zwei, drei Geschichten, die mich gar nicht so überzeugt haben, leider. Vielleicht einfach deshalb, weil sie inhaltlich für mich einfach sehr krass waren. Das hat mich dann auch ein wenig enttäuscht, muss ich sagen. Bei diesen Geschichten habe ich dann wirklich drauf gewartet, mit welcher Erkenntnis ich nach dem Lesen "weiterlebe", leider blieb das jedoch für mich aus. Denn ansonsten hat mir das Buch ganz gut gefallen. Zumal man ja hier auch nicht alle Geschichten direkt am Stück lesen muss, was ich auch ganz praktisch finde.

Vielleicht hatte ich eine zu hohe Erwartungshaltung, die im großen und ganzen ja auch eingehalten wurde - aber eben nicht komplett. Ich habe mir hier noch mehr tolle Geschichten erwartet, wurde aber ein klein wenig enttäuscht. Wie gesagt, im wesentlichen hat mir das Buch wirklich gut gefallen, gut zu lesen, sehr angenehmer, durchaus teilweise poetischer Schreibstil, das mag ich gerne. Aber eben auch Geschichten, die nicht mein Fall waren.
Entsprechend vergebe ich hier 4 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 23.11.2016

Jedes Insekt hat einen anderen Lebenszyklus.

Die Chemie des Todes
0

David Hunter war der beste forensische Anthropolge, bis ihn ein tragischer Unfall von seinem Job Abstand halten lässt. Bei einem Neubeginn in einem kleinen, idyllischen Ort lernt er verschiedene Patienten ...

David Hunter war der beste forensische Anthropolge, bis ihn ein tragischer Unfall von seinem Job Abstand halten lässt. Bei einem Neubeginn in einem kleinen, idyllischen Ort lernt er verschiedene Patienten kennen. Eines Tages erschüttert ein Verbrechen den kleinen Ort...

Vielleicht erstmal zur Erklärung:
in der forensischen Anthropologie befasst man sich mit der "Menschenkunde", und zwar der, nach dem Tod des Menschen, d.h. man identifiziert z.B. einen Menschen anhand der DNA, kann anhand der an der Leiche ansässigen Maden und Fliegen einen Rückschluss darauf ziehen wie lange jemand tot ist, etc.
(Man möge mich korrigieren, falls ich etwas falsch ausgedrückt habe etc.)

Ja, ich war wirklich gespannt auf diesen Thriller. Schon öfter mal hatte ich von diesem Buch gehört bzw. vom Autor. Bislang aber noch nichts von ihm gelesen. Nun ja... Thriller habe ich ja nun schon die verschiedensten gelesen - und muss schon sagen, dass es mir da zuletzt Fitzek durchaus "angetan" hat. Seine Art und Weise zu Schreiben, einen in den Bann zu ziehen, ja, die gefällt mir gut.

Vielleicht hatte Beckett es deshalb schwer, aber auf den ersten 80 bis 100 Seiten hab ich mir irgendwie schwer getan. Ich kam nicht so in Lesefluss, das Buch hat mich nicht direkt gepackt, irgendwie war ich enttäuscht. Auch die Sprache des Autors gefiel mir nicht sofort, ich fand es oftmals etwas umständlich ge- bzw. beschrieben. (Später merkt man, dass er die Dinge sehr gut und ausführlich beschreibt, aber zu Beginn empfand ich das nicht so.)
Von der Sprache her bzw. den Fachbegriffen ist alles soweit verständlich, medizinische Fachbegriffe werden durchaus verständlich erläutert bzw. medizinische Kenntnisse werden nicht (!) vorausgesetzt.

Die Geschichte an sich ist durchaus sehr durchdacht und gut geschrieben, einfallsreich, nicht langweilig-werdend. Insofern ist das Buch wirklich spannend und hat mich dann echt gepackt, die "letzten" hundert Seiten habe ich direkt am Stück gelesen, denn ich wollte nun endlich wissen, wer dahinter steckt etc. ;) (Auch das empfinde ich als sehr gelungen, ich glaube, dass keiner darauf kommt, wer hier wie schuldig ist etc. ;) )

Grundsätzlich konnte ich erst mit David Hunter als Person im Buch nicht sooo viel anfangen, mit der Zeit entwickelte sich jedoch eine gewisse Sympathie, also wäre ich auch nicht unbedingt abgeneigt ein weiteres Werk dieser Reihe zu lesen. (Vielleicht auch um zu sehen wie es weiter geht, denn auch die persönlichen Entwicklungen des Protagonisten würden mich durchaus interessieren...)

Für mich ist hier für einen spannenden, unterhaltsamen Thriller alles gegeben. Mit der Zeit hab ich mich an den Schreibstil gewöhnt, die Geschichte ist nachvollziehbar und äußerst durchdacht aufgebaut, auch die Gefühle kommen nicht zu kurz. (Jeglicher Art... Ekel zählt da auch dazu...)

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 22.11.2016

Ein "Must read". Per Zufall.

Der Vorleser
0

Michael Berg, ein junger Teenager mit 15 Jahren lernt eines Tages eine Frau kennen. Hanna ist merklich älter als er, aber sie ist so reizbar, so rätselhaft, sie zieht ihn magisch an, zwischen den beiden ...

Michael Berg, ein junger Teenager mit 15 Jahren lernt eines Tages eine Frau kennen. Hanna ist merklich älter als er, aber sie ist so reizbar, so rätselhaft, sie zieht ihn magisch an, zwischen den beiden entwickelt sich eine gewisse Harmonie... Doch auf einmal ist sie plötzlich verschwunden, von einem auf den anderen Tag. Zuerst sucht er noch nach ihr, dann gibt er es auf. Ein paar Jahre später trifft Michael wieder auf sie - er als Jura-Student, sie als Angeklagte.

Eigentlich wusste ich nicht wirklich, was hier mit diesem Buch auf mich zukommt. Generell hatte ich schon mal vom Film gehört, mich aber nicht wirklich mit der Geschichte befasst. Anfangs hat mich das Buch wirklich sehr gepackt, es war sehr spannend, ich wollte immer wieder wissen wie die Geschichte um Michael und Hanna weitergeht. Geschildert ist die Geschichte meiner Ansicht nach sehr gut und auch nachvollziehbar, wenngleich sie nicht in der heutigen Zeit spielt.

Von der Sprache her finde ich, dass das Buch durchaus ein etwas gehobenes Niveau hat, die Sprache ist keinesfalls flapsig oder einfach, sondern sehr gewählt, gut gewählt, gelegentlich spezielle Begriffe, die man aber dennoch kennt.
Und auch der Verlauf der Geschichte ist sehr interessant, wie so manches eine Wende nimmt. Zuviel möchte ich hier auf keinen Fall verraten, denn man sollte das Buch durchaus lesen. Wenngleich ich der Meinung bin, dass es zum Schluss hin nicht mehr ganz so spannend ist wie am Anfang bzw. da war es für mich (!) einfach manchmal etwas zu langatmig bzw. zu umschrieben. (Die Gedanken die er sich macht etc.)

Dennoch ist das Buch ein "Must read", wie ich finde. Und es ist meiner Ansicht nach auch nicht so sagenumwoben wie manch andere vermeintliche "must-read" Bücher (wenn ich da nur an den "Hundertjährigen..." denke.). Sondern ein Buch, das dennoch auf dem Boden geblieben ist, wenn man das mal so sagen kann, und still begeistert.
Ich möchte nun baldmöglichst mal den Film sehen. :)

Von mir gibts hier eine Empfehlung und 4 von 5 Sternen aus den genannten Gründen.