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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2016

„Gefühlte Wahrheiten“

Österreich in leiwanden Grafiken
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Woran denkt man, wenn man an Linz denkt? Was sind die größten Ängste der Österreicher? Was mag „Rest-Österreich“ nicht an Wien?
Die „gefühlten“ Antworten auf diese und eine Reihe weiterer Fragen werden ...

Woran denkt man, wenn man an Linz denkt? Was sind die größten Ängste der Österreicher? Was mag „Rest-Österreich“ nicht an Wien?
Die „gefühlten“ Antworten auf diese und eine Reihe weiterer Fragen werden hier in amüsanten Grafiken präsentiert.
Zwar haben nicht alle Themen unmittelbar mit Österreich zu tun („Wo der Brei nach dem Füttern ist“ oder was „die Bestandteile einer Katze“ sind, beschäftigt sicher Eltern bzw Katzenbesitzer auf der ganzen Welt), und man könnte bezüglich mancher Antworten andere Meinungen/ Erfahrungen haben.
Die Lektüre gestaltet sich aber jedenfalls sehr unterhaltsam und das Büchlein eignet sich auch gut als kleines Mitbringsel.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Einblicke ins österreichische Schulwesen

Best of Schule
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Niki Glattauer, Journalist, Autor und spätberufener Lehrer, hat in den letzten Jahren seine diversen Erfahrungen mit und Meinungen zu dem österreichischen Schulsystem auf vielfältige Weise mit der Öffentlichkeit ...

Niki Glattauer, Journalist, Autor und spätberufener Lehrer, hat in den letzten Jahren seine diversen Erfahrungen mit und Meinungen zu dem österreichischen Schulsystem auf vielfältige Weise mit der Öffentlichkeit geteilt. Insbesondere auch in einer, inzwischen leider eingestellten, wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung „Kurier“, die immer wieder sowohl amüsant war als auch zum Nachdenken anregen konnte.
Wer die bisherigen Veröffentlichungen des Autors kennt, wird hier also wenig Neues erfahren. Aber es soll schließlich ein „Best of“ sein, bei dem es sich außerdem um einen Schlusspunkt handelt, kündigt er doch gleich im Vorwort an, dass dies sein letztes Buch über die Schule sei.

Der Inhalt streift diverse Aspekte des Schulwesens: Alltag der Lehrerinnen inklusive der Macht des Schulwarts, Elternsprechtage, Schüler mit Migrationshintergrund versus solche mit Immatrikulationshintergrund, Religionsunterricht, Zentralmatura, Pisa-Studie usw. Dazwischen werden immer wieder kurze Szenen und Dialoge aus Österreichs Klassenzimmern eingeflochten.
Glattauer scheut dabei nicht davor zurück, seine oftmals pointierten Meinungen zu diversen Themen kundzutun, insbesondere der Wunsch nach einer echten Gesamtschule gehört zu seinen Prioritäten, und schließt mit zehn Forderungen an die Politik.

So zeichnet dieses Buch ein interessantes Portrait des Ist-Zustandes von Österreichs Schulen und zeigt eine Reihe von Problembereichen und Fehlentwicklungen auf. Wirkliche, konkrete Lösungsmodelle sind zwar auch hier Mangelware, die Lektüre gestaltet sich aber jedenfalls unterhaltsam und ermöglicht es, einige Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Weltpolitik aus US-Sicht

Entscheidungen
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Hillary Clinton hat in den letzten Jahrzehnten diverse wichtige Rollen in der amerikanischen Politik eingenommen. In diesem Buch schreibt sie nun über die vier Jahre (von Jänner 2009 bis Februar 2013), ...

Hillary Clinton hat in den letzten Jahrzehnten diverse wichtige Rollen in der amerikanischen Politik eingenommen. In diesem Buch schreibt sie nun über die vier Jahre (von Jänner 2009 bis Februar 2013), in denen sie als Außenministerin tätig war. Sie nimmt sich ein Land bzw ein Konfliktthema nach dem anderen vor, erzählt von den Reisen, die sie rund um den Globus führten, von Treffen mit Politikern wie auch einfachen Bürgern, von Verhandlungen, die geführt, und Abkommen, die geschlossen wurden – und betont immer wieder, wie sehr die US-Regierung doch bemüht sei, Frieden und Menschenrechte in aller Welt zu verbreiten. Schade nur, dass manche die Art nicht zu schätzen wissen, auf welche ihnen die Segnungen der westlichen Lebensweise nahegebracht werden.

Dazwischen ist immer wieder von irgendwelchen Entscheidungen die Rede, den Titel, der im Original sogar „Hard Choices“ lautet, halte ich aber dennoch für verfehlt. Man hat selten das Gefühl, dass Ms Clinton oder ihre Mitarbeiter sich eine Entscheidung wirklich schwer gemacht haben, eher geht es darum, eine bereits gefasste Meinung durchzusetzen.

Bei all dem ist die Autorin natürlich, wohl vor allem in Hinblick auf ihre weitere politische Karriere, bestrebt, sich selbst in einem möglichst positiven Licht darzustellen. Kleine Anekdoten sowie immer wieder eingestreute Geschichten über ihre Familie sollen für einen menschlichen Anstrich sorgen, während Dinge, die Anlass zu Kritik geben könnten, heruntergespielt, bloß in einem Nebensatz angesprochen oder gleich gar nicht erwähnt werden.

Nun ist es sicher enttäuschend, dass hier keine tiefer gehenden Betrachtungen oder Analysen vorgenommen werden, und auf europäische Leser wirkt der hier zur Schau gestellte Chauvinismus eher abstoßend, diese sind aber auch nicht die primäre Zielgruppe. Man muss sich eben darüber im Klaren sein, dass es sich hierbei um ein Propagandawerk handelt.

Dennoch kann die Lektüre interessant sein, bietet sie doch einen guten Einblick darin, wie die Amerikaner die Weltpolitik und ihre Rolle darin sehen.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Gelungener Schweden-Krimi

Flammenkinder
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Joona Linna hat es diesmal mit zwei Morden in einem Heim für psychisch beeinträchtigte Jugendliche zu tun. Dringend tatverdächtig ist die 15jährige Vicky Bennet, doch es gibt einige Ungereimtheiten. Obwohl ...

Joona Linna hat es diesmal mit zwei Morden in einem Heim für psychisch beeinträchtigte Jugendliche zu tun. Dringend tatverdächtig ist die 15jährige Vicky Bennet, doch es gibt einige Ungereimtheiten. Obwohl Joona offiziell nur als Beobachter fungieren soll, lässt es sich nicht davon abhalten, bei den Ermittlungen seine ganz eigenen Wege zu gehen, und so gelingt es ihm schließlich, ein Verbrechen aufzuklären, das viel größere Ausmaße annimmt als zuerst gedacht.
Außerdem werden in diesem Roman auch die Hintergründe für das Verschwinden von Joonas Frau und Tochter angesprochen, die dann den Ausgangspunkt für den folgenden Band „Der Sandmann“ bilden.

Dies ist ein gut geschriebener und mitreißender Schweden-Krimi. Durch die relativ kurzen Kapiteln und den häufigen Wechsel der Erzählperspektive wird viel Spannung aufgebaut.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet, wobei ich von den Mädchen aus der Wohngruppe gerne noch etwas mehr gelesen hätte.

Joona löste den Fall mit solider Ermittlungsarbeit, viel Intuition und auch einem Quäntchen Glück, es wirkt nur manchmal etwas übertrieben, wie schnell er immer alles erkennt und die richtigen Zusammenhänge herstellt.
Auch hätten die Actionszenen gegen Ende etwas kürzer ausfallen können, aber ohne ein paar Schießereien und Verfolgungsjagden kommt ein Buch dieses Genres eben nicht aus.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Das Leben als Seifenoper

Soap
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Michael Meisheit – seines Zeichens seit über 15 Jahren Drehbuchautor bei der „Lindenstraße“ – weiß sicherlich, wovon er spricht, wenn er hier über die Abenteuer und vor allem die amourösen Verwicklungen ...

Michael Meisheit – seines Zeichens seit über 15 Jahren Drehbuchautor bei der „Lindenstraße“ – weiß sicherlich, wovon er spricht, wenn er hier über die Abenteuer und vor allem die amourösen Verwicklungen des Drehbuchautors Lukas Witek schreibt, dessen Leben, seitdem er bei der Soap „Schöneberg“ angeheuert hat, selbst immer seifenopernartigere Züge annimmt.

Es ist auf jeden Fall spannend, hier ein paar Blicke hinter die Kulissen einer Fernsehserienproduktion werfen zu können.
Die Lektüre ist großteils unterhaltsam, die Protagonisten sind interessant, wenn auch teilweise arg klischeehaft gezeichnet (es fehlt allerdings ein echter „Bösewicht“), und wie es sich für eine richtige Soap gehört, endet jedes Kapitel mit einem Cliffhanger.

Mit der Zeit werden das sich ständig zuspitzende Beziehungschaos und die immer neuen Dramen zwar etwas langweilig, insgesamt dennoch ein netter Lesespaß für zwischendurch.