Ein stellenweise etwas zu politischer Roman, der vor allem durch seine sympathische Protagonistin besticht.
Der FeuersteinDer Klappentext verrät es schon: Elisa ist keine gewöhnliche Helding. Sie ist dick. Und zudem auch noch die Zweitgeborene. Und dennoch wurde sie von Gott auserwählt, den Feuerstein zu tragen. Bei ihrer ...
Der Klappentext verrät es schon: Elisa ist keine gewöhnliche Helding. Sie ist dick. Und zudem auch noch die Zweitgeborene. Und dennoch wurde sie von Gott auserwählt, den Feuerstein zu tragen. Bei ihrer Taufe wurde ihr dieser durch einen wärmenden Lichtstrahl in den Bauchnabel gesetzt. Seitdem trägt sie ihn mit sich herum und weiß nicht so recht, ob es ein Segen oder ein Fluch ist. Denn jeder Träger des Feuersteins hat eine besondere Aufgabe zu erfüllen. So sagen es die Legenden. Doch was sie nicht verraten, ist, worin diese Aufgabe besteht. Sicher ist nur, dass die meisten Träger des Feuersteins bei der Erfüllung ihrer Aufgabe ums Leben kommen.
Elisa ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Sie ist nicht nur sehr natürlich und freundlich, sondern dazu auch noch unheimlich klug. Sie macht im Verlauf des Buches eine Entwicklung durch, die einfach nur toll und bewundernswert ist. Während sie auf den ersten Seiten noch sehr schüchtern und unsicher ist, muss sie innerhalb kürzester Zeit lernen, sich im Leben zurecht zu finden, Meinungen zu äußern, Entscheidungen zu treffen. Die längste Zeit stand sie im Schatten ihrer schönen und redegewandten Schwester. Nun muss sie selbst vor Leuten sprechen und Ansagen erteilen. Elisa wächst dem Leser schnell ans Herz und wird zu einer guten Freundin.
Die Handlung des Buches ist nicht nur fantastisch, sondern auch sehr politisch. Von Beginn an drehen sich Elisas Leben und ihr Schicksal um Krieg, politische Intrigen und Machtspielchen. Denn jeder möchte den Träger des Feuersteins an seiner Seite wissen, um den drohenden Krieg des Landes gegen die Invasoren zu gewinnen. Dabei ist Elisa von Menschen umgeben, von denen sich schlecht sagen lässt, ob sie Freund oder Feind sind. Und nicht jeder von ihnen spielt ein ehrliches Spiel. Stellenweise betont die Autorin politische Diskussionen oder Strategiebesprechungen zu sehr - hier lässt der Spannungsbogen ziemlich nach. Aber insgesamt ist die Handlung doch sehr ausgewogen. Es gibt viele spannende Szenen, die durch unvorhergesehene Entwicklungen entstehen. Aber es gibt zwischendurch auch immer wieder ruhigere Momente. Durch diesen Wechsel hat der Leser Zeit, sich an neue Situationen zu gewöhnen und wird nicht mit zu schnellen Entwicklungen überfordert. Gleichzeitig hat die Autorin dadurch die Möglichkeit, sich mehr Zeit für ihre Figuren und auch die Beschreibung der Handlungsumgebung zu nehmen.
Das Buch wird von einer Vielzahl an Charakteren bevölkert, die alle sehr anschaulich und bildhaft beschrieben sind. Manche von ihnen sind greifbarer als andere, abhängig davon, welche Rolle sie spielen. Aber insgesamt ist jeder Charakter doch mit seinen besonderen Eigenheiten versehen und gibt dem Buch dadurch das gewisse Etwas. Denn es lebt gerade von seinen Charakteren und der Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen.
Dadurch, dass das Buch in der Gegenwartsform und zusätzlich aus der Ich-Perspektive Elisas geschrieben ist, fühlt man sich als Leser direkt in die Handlung einbezogen. Dafür sorgt aber auch der sehr lebendige Schreibstil der Autorin, der vor dem geistigen Auge des Lesers einen Film ablaufen lässt.
Das Ende des Buches schließt den Roman in sich ab. Einige Fragen bleiben aber noch offen, sodass der zweite Teil dennoch mit Spannung zu erwarten bleibt.
Mein Fazit:
Ein stellenweise etwas zu politischer Roman, der vor allem durch seine sympathische Protagonistin besticht.