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Veröffentlicht am 25.01.2017

Fabian Risk - so langsam wird er Kult...

Minus 18 Grad
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Eine wilde Verfolgungsjagd durch Helsingborg endet damit dass der verfolgte BMW im Hafenbecken landet. Der Fahrer kann nur noch tot geborgen werden. Eine Obduktion ergibt, dass das Opfer Peter Brise, ...

Eine wilde Verfolgungsjagd durch Helsingborg endet damit dass der verfolgte BMW im Hafenbecken landet. Der Fahrer kann nur noch tot geborgen werden. Eine Obduktion ergibt, dass das Opfer Peter Brise, ein alleinstehender, reicher Mann, bereits vor zwei Monaten gestorben ist. Doch mehrere Zeugen wollen den Mann in dieser Zeit noch gesehen und gesprochen haben. Wie kann das sein?
Gleichzeitig ermittelt die strafversetzte Polizistin Dunja Hougaard auf der dänischen Seite in einer Serie von Happy Slapping. Hierbei handelt es sich um den körperlichen Angriff auf zufällig ausgewählte Personen. Das Ganze wird zudem gefilmt und verbreitet. In diesem speziellen Fall geht es um eine vierköpfige Bande, die maskiert mit Smiley-Sturmmasken brutal auf Obdachlose einschlagen zum Teil mit Todesfolge.

Es ist bereits der dritte Fall für Fabian Risk und gleichzeitig auch sein persönlichster. Der Fall lässt sich auch ohne Vorkenntnisse der beiden anderen Bücher lesen, da er in sich geschlossen ist. Es gibt jedoch viele Querverweise auf die Vorgänger, sodass das Lesen in chronologischer Reihenfolge empfehlenswert ist.

Fabian bekommt es nicht nur mit dem Opfer aus dem Hafenbecken zu tun, sondern schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine ganze Serie von Morden handelt. Der Fall fordert wirklich alles von Fabian Risk ab und dieser ist zudem noch mit privaten Problemen konfrontiert. Nicht nur dass er in einer Beziehungskrise mit seiner Frau Sonja steckt, auch sein Sohn Theodor scheint sich immer mehr von ihm zu entfernen. Dennoch ist die Handlung sehr spannend und temporeich erzählt. Die Perspektiven wechseln zwischen der schwedischen und dänischen Seite. Beide Ermittler sind mir sehr sympathisch und gerade Dunja, die noch immer gegen den fiesen Kim Sleizer ankämpfen muss, konnte mich voll überzeugen. Wie auch in den Vorgängern wird mit Toten nicht gespart, aber das ist man ja mittlerweile von Stefan Ahnhem gewohnt.

Die Kapitel sind angenehm kurz und viele von ihnen enden mit einem cliffhanger. Es gibt viele überraschende Wendungen, mit denen man absolut nicht rechnen konnte. Das Ende ist so ausgelegt, dass es wohl einen Folgeband geben wird.

Wie schon die beiden Vorgängerbände mit Fabian Risk konnte mich auch „Minus 18 Grad“ voll überzeugen. Ein spannendes, atemberaubendes Lesevergnügen, das ich sehr gerne weiterempfehle. Fabian Risk – so langsam wird er Kult…

Veröffentlicht am 28.11.2016

Der Realität gar nicht so fern...

HELIX - Sie werden uns ersetzen
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Nach "Blackout" und "Zero" legt der Journalist und Autor Marc Elsberg nun sein drittes Werk "Helix" vor. Und wieder hat er ein brisantes Thema gewählt. Wie schon der Titel erahnen lässt, geht es um das ...

Nach "Blackout" und "Zero" legt der Journalist und Autor Marc Elsberg nun sein drittes Werk "Helix" vor. Und wieder hat er ein brisantes Thema gewählt. Wie schon der Titel erahnen lässt, geht es um das hochspannende und sehr interessante Thema Gentechnik und seine Folgen. Doch es sind nicht nur gen-behandelte Pflanzen, die plötzlich in Tansania auftauchen und Resistenzen gegenüber Schädlingen und Dürre besitzen. Nein, es geht auch um Manipulationen am Menschen. Was wäre, wenn man sich sein Kind nach Wunsch zusammenstellen könnte, ähnlich einer Konfiguration beim Kauf eines Neuwagens? Superintelligent soll es sein, gesund, schön und natürlich auch sportlich. Man will doch nur das Beste für die Kleinen. Doch was letztendlich dabei herauskommt ist eine andere Geschichte. Welche unabsehbaren Folgen hätten solche Supermenschen für uns und andere? Hierzu inspiriert das Buch und gibt jede Menge Denkanstöße.

Marc Elsberg vermischt in seinem Roman Fiktion und Realität. Und während ich beim Lesen den einen oder anderen Sachverhalt nachschlagen musste, war ich doch ziemlich erschrocken darüber, was heute alles schon möglich ist. Mittels CRISPR/Cas9 ist es schon heute möglich bestimmte Bausteine der DNA zu beschneiden und neu einzusetzen. Nicht mehr lange und das Buch wird von der Realität eingeholt sein.

Dennoch handelt es sich um eine hochspannende Lektüre mit verschiedenen Handlungssträngen. Die Perspektiven wechseln ständig zwischen den verschiedenen Erzählsträngen, die nach und nach zusammenführen. Das Ende ist dann nochmal ein spannender Showdown, lässt aber auch einige Fragen offen. Hier sind dann der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Insgesamt ein spannendes und unterhaltsames Buch zu einem brisanten Thema. Es regt zum Nachdenken an und dies hallt auch noch lange nach.

Veröffentlicht am 21.11.2016

Catherine Shepherd in Höchstform

Mooresschwärze: Thriller
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Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird von Kriminalkommissar Florian Kessler zu einem Tatort im Moor gerufen. Eine junge Frau mit einer auffälligen Tätowierung am Unterbauch wurde ermordet. Das Opfer wurde ...

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird von Kriminalkommissar Florian Kessler zu einem Tatort im Moor gerufen. Eine junge Frau mit einer auffälligen Tätowierung am Unterbauch wurde ermordet. Das Opfer wurde auf einer Holzkonstruktion festgebunden und regelrecht in Szene gesetzt. Auf dem Weg in die Rechtsmedizin verschwindet die Leiche plötzlich. Julia kann es nicht fassen und macht sich auf die Suche nach dem toten Mädchen. Doch statt dem ersten Opfer findet sie eine weitere Tote, die ebenfalls die auffällige Tätowierung trägt…

Catherine Shepherd startet mit Julia Schwarz und Florian Kessler eine neue Reihe. Diese ist jedoch genauso spannend und rasant wie die Reihe der Zons-Thriller. Julia Schwarz ist eine megasympathische Protagonistin Die 31jährige hat jedoch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen. Während ihrer Jugend wurde ihr vier Jahre jüngerer Bruder Michael ermordet, der Fall aber nie geklärt. Gerade deswegen ist Julia in ihrem Beruf so erfolgreich. Mit ihrer Ausdauer und Hartnäckigkeit setzt sie alles daran, dass die Gewaltverbrechen geklärt werden können, auch wenn dies ihr den Ruf einer „Eislady“ eingebracht hat. Mit an ihrer Seite ist der ebenfalls sympathische Florian Kessler und zwischen den beiden knistert es ganz schön.

Gekonnt wechseln die Perspektiven zwischen den Ermittlern, Opfer und Täter. Das sorgt für unglaubliche Spannung, die sich durch das ganze Buch auf hohem Niveau hält. Es gibt falsche Verdächtige und man kann gut miträtseln wer hinter den Taten steckt. Zum Ende wird es noch mal richtig spannend und man erlebt ein schlüssiges Ende.

Der Schreibstil wie gewohnt hervorragend flüssig, man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Einfach nur klasse! Ich freue mich jetzt schon auf einen weiteren Fall mit Julia Schwarz und Florian Kessler.

Veröffentlicht am 14.11.2016

London underground

Wer Furcht sät
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Taxifahrers. Dem Mann wird vorgeworfen jahrelang Kinder missbraucht zu haben. Verantwortlich für das Video ist eine Art Bürgerwehr - der Club der Henker. Unter dem Hashtag „#führt sie wieder ein“ wird ...

Taxifahrers. Dem Mann wird vorgeworfen jahrelang Kinder missbraucht zu haben. Verantwortlich für das Video ist eine Art Bürgerwehr - der Club der Henker. Unter dem Hashtag „#führt sie wieder ein“ wird die Todesstrafe propagiert. Kurze Zeit darauf gibt es weitere Videos, die jedes Mal den Lynchmord an einem Opfer zeigen, dessen Strafe nach Ansicht des Clubs der Henker nicht ausreichend war. DC Max Wolfe hat es ganz klar mit Selbstjustiz zu tun und die Öffentlichkeit scheint hinter dem Club zu stehen. Kein leichter Fall für ihn…

Es ist bereits der dritte Fall für Max Wolfe, das Buch lässt sich jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen, da jeder Fall in sich geschlossen ist. Der Journalist und Autor Tony Parsons kommt schon im Prolog gleich zur Sache. Richtig spannend geht es los mit der Entführung des Taxifahrers und man erlebt dessen Hinrichtung – und ist zunächst schockiert. Als weitere Taten und weitere Videos vom Club der Henker ins Netz gestellt werden, gerät Max Wolfe richtig unter Druck. Die Ansatzpunkte für eine Ermittlung fehlen, denn es ist noch nicht mal erkennbar, wo sich der Ort befindet an dem die Hinrichtungen stattfinden. Erst über den geschichtlichen Hintergrund kommt die Polizei der Selbstjustizgruppe ein Stück näher.


Max Wolfe ist für mich ein megasympathischer Charakter. Er ist sehr direkt und kann auch mal außerhalb des Dienstweges aktiv werden, um Dinge richtig zu stellen. Richtig ans Herz gewachsen ist mir Max‘ Familie, die aus seiner Tochter Scout und Hund Stan besteht. Hier tut sich auch etwas im Privatleben von Max Wolfe. Scout wächst heran und wird immer selbstständiger, trotz der fehlenden Mutter. Und auch Hund Stan entwickelt sich weiter und macht erste Erfahrungen mit den Hundedamen. Max selbst verliebt sich. Ob es etwas wird, wird hier nicht verraten, da muss man schon selber lesen.

Das Buch ist unglaublich spannend und gleichzeitig ist man ist ein bisschen zwiegespalten beim Lesen. Denn in Max Wolfes Umfeld kommt es ebenfalls zu Vorfällen bei denen die Täter einer gerechten Strafe entgehen und teilweise sogar ganz davon kommen. Da stellt sich dann die Frage wie gerecht ein Rechtssystem überhaupt ist, wenn Taten ungesühnt bleiben.

Das Ende war für mich überraschend und das finde ich richtig gut. Eigentlich hat man es vor Augen und doch sieht man es nicht.
Ein sehr spannender Krimi, mit einem brisanten Thema. Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.10.2016

Ein Dorf schweigt

Im Wald
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Ein Wohnwagenbrand im Wald bei Ruppertshain im Taunus. Darin findet die Polizei eine verkohlte männliche Leiche. Kurz darauf wird die alte Rosie, die Besitzerin des Wohnwagens ermordet. Rosie lebte bereits ...

Ein Wohnwagenbrand im Wald bei Ruppertshain im Taunus. Darin findet die Polizei eine verkohlte männliche Leiche. Kurz darauf wird die alte Rosie, die Besitzerin des Wohnwagens ermordet. Rosie lebte bereits in einem Hospiz, doch irgendwem war der natürliche Tod wohl nicht schnell genug. Und dann gibt es noch einen weiteren Mord…
Oliver Bodenstein und Pia Sander übernehmen die Ermittlungen. Dabei führt eine Spur zurück in den Sommer 1972. Damals verschwand der zehnjährige Artur, ein Freund Olivers spurlos. Dieses Kindheitstrauma konnte Oliver nie ganz verwinden und fühlte sich seitdem schuldig. Bodenstein nimmt sich den alten Fall noch einmal vor und entdeckt Ermittlungsfehler und Ungereimtheiten. Und schnell wird klar: Wenn sie den Mörder finden wollen, müssen sie auch den Fall des verschwundenen Arturs lösen….

Es ist bereits der 8. Fall für das Ermittlerduo Bodenstein / Sander ehemals Kirchhoff und gleichzeitig der persönlichste Fall für Bodenstein. Obwohl ich die Serie um das Ermittlerteam kenne, hatte ich anfänglich Schwierigkeiten einen Überblick über die vielen Figuren zu behalten. Als hilfreich hat sich dabei das an den Anfang gestellte Namensregister erwiesen, obwohl die Verwandtschaftsverhältnisse der Charaktere untereinander schon ziemlich kompliziert waren. Doch spätestens ab der Mitte, wenn die Figuren gefestigt sind, ist der Lesespaß nicht mehr zu bremsen. Gekonnt versteht es die Autorin Spannung aufzubauen und das Niveau auch bis zum Schluss zu halten. Die Perspektiven wechseln häufig und so bekommt man als Leser eher einen Wissensvorsprung als die Ermittler selbst. Dennoch wird der Täter erst ganz zum Schluss entlarvt. Zuvor gibt es einige überraschende Wendungen und das Ende ist schlüssig und beantwortet alle offenen Fragen. Gut gezeichnet fand ich die gesamte Dorfgemeinschaft und ihr Schweigen über den 42 Jahre zurückliegenden Fall des verschwundenen Arturs. Wer wusste was und warum kam die Wahrheit nie ans Licht? Ein interessantes Thema und meisterlich umgesetzt.

Natürlich entwickeln sich die beiden Protagonisten auch privat weiter und man darf gespannt sein, ob Oliver auch beim nächsten Mal mit dabei sein wird.

Insgesamt ein spannender Krimi, der zwar anfänglich ein paar Längen hat, aber dennoch nur zu empfehlen ist.