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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2019

Bedächtige Schilderungen aus dem Alltagsleben

Das Leben ist gut
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Wer dieses Buch liest, ist vielleicht anschließend ebenso im Reinen mit sich selbst wie der Protagonist Max. Dieser ist ein Schriftsteller, der in seiner schweizerischen Heimatstadt, der er nie den Rücken ...

Wer dieses Buch liest, ist vielleicht anschließend ebenso im Reinen mit sich selbst wie der Protagonist Max. Dieser ist ein Schriftsteller, der in seiner schweizerischen Heimatstadt, der er nie den Rücken gekehrt hat, eine Bar betreibt. Als seine Frau beruflich unter der Woche für ein Jahr nach Paris geht, erzählt uns Max als Ich-Erzähler von seinem Leben in der ersten Woche. Dabei kommt er vom Hölzchen aufs Stöckchen. Er beschreibt die Stadt und ihre Einwohner, alltägliche Begebenheiten sowie die Besucher seiner Bar. Und immer wieder gehen seine Gedanken zu seiner Frau. Angereichert ist das Ganze mit viel Fantasie und Originalität. Alles klingt lebendig und authentisch und macht die Erzählweise so großartig.
Ein Buch, dass gerade in unserer hektischen Zeit wertvoll ist.

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Unterhaltsamer Fortsetzungsband

Verzogen
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Das vorliegende Buch ist der inzwischen 10. Band rund um Andrea Schmidt und ihre Familie. Es geht um einen neuen Abschnitt in ihrem Leben. Sie verlässt die Frankfurter Vorstadt, um mit ihrem Lebensgefährten ...

Das vorliegende Buch ist der inzwischen 10. Band rund um Andrea Schmidt und ihre Familie. Es geht um einen neuen Abschnitt in ihrem Leben. Sie verlässt die Frankfurter Vorstadt, um mit ihrem Lebensgefährten auf dem platten Land eine Arztpraxis zu übernehmen. Da sie als Stadtpflanze nur sehr widerwillig ihre neuen Lebensumstände annimmt, nehmen ihre abfälligen Ansichten über das Dorf und seine Bewohner viel Rau ein. Hier kommt es zu vielen lustigen Begebenheiten. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, macht Andrea einen Lernprozess zum Positiven durch. Viele Bekannte aus den Vorbänden tauchen natürlich auch auf und bringen Abwechslung. Sehr schön ist es, dass auch ernstere Umstände thematisiert werden, wie etwa die Demenz von Andreas Mutter. Mich hat das Buch wieder einmal gut unterhalten und ich freue mich auf weitere Fortsetzungen.

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Veröffentlicht am 10.12.2019

Gelungene Darstellung menschlicher Lebenswege

Der Sprung
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Angesiedelt ist die Geschichte in einer fiktiven Kleinstadt im Schwarzwald, und sie erstreckt sich über weniger als drei Tage. Es stellt eine kleine Sensation dar, als sich eine junge Frau offenbar in ...

Angesiedelt ist die Geschichte in einer fiktiven Kleinstadt im Schwarzwald, und sie erstreckt sich über weniger als drei Tage. Es stellt eine kleine Sensation dar, als sich eine junge Frau offenbar in Suizidabsicht von einem Dach stürzen will. Doch will sie das wirklich? Letztlich rückt nicht (ausschließlich) sie in den Fokus der Betrachtung, sondern eine Reihe von Menschen aus dem Ort, die entweder mit der Frau oder untereinander mehr oder weniger verbunden sind. Es sind durchschnittliche Menschen – eine Gaststätteninhaberin, das Betreiberehepaar eines Gemischtwarenladens, der Freund und die in der Lokalpolitik bekannte Schwester der Frau, ein Obdachloser, ein Polizist u.a.m. Aus ihrer Sicht, die alle ihr Päckchen im Leben zu tragen haben, sind abwechselnd die Kapitel erzählt und in ihnen ist so viel von ihren jeweiligen Schicksalen zu erfahren. Sie sind individuell, oftmals tragisch. Die Autorin hat ihre Mitmenschen gut studiert, ihre Darstellung wirkt sehr lebendig, manchmal sogar humorvoll.
Wirklich sehr lesenswert.


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Veröffentlicht am 01.12.2019

Tolle Backrezepte nicht nur zur Weihnachtszeit

Das Freulein backt! zur Weihnacht
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Das Buch bietet mehr, als sein Titel und Untertitel versprechen. So manches der vorgestellten Backrezepte lässt sich durchaus auch außerhalb der Weihnachtszeit nacharbeiten. Außerdem handelt es sich nicht ...

Das Buch bietet mehr, als sein Titel und Untertitel versprechen. So manches der vorgestellten Backrezepte lässt sich durchaus auch außerhalb der Weihnachtszeit nacharbeiten. Außerdem handelt es sich nicht um typisch hessische Rezepte, sondern eher um „gesamtdeutsche“. Auf 144 Seiten hat die durch ihren Blog „Das Freulein backt“ bekannte Autorin tolle weihnachtliche Rezepte gesammelt, von denen die meisten von Lesern bei einem Aufruf bekannter hessischer Tageszeitungen eingereicht wurden und einige wenige alte Familienrezepte der Familie der Autorin sind. Der Rezeptteil ist übersichtlich gegliedert in Keksiges, Fruchtiges, Cremiges, Kuchiges, Nussiges, Salziges und Schokoladiges. Man muss das Buch einfach einmal durchblättern und sich von den großformatigen Fotos inspirieren lassen. Finden lässt sich ganz sicher das eine oder andere Rezept zum Nachbacken. Keinesfalls darf man anschließend niedergeschlagen sein, wenn das eigene Werk nicht den sehr perfekten bildnerischen Darstellungen entspricht. Sie zeigen, dass neben dem Backen auch das Fotografieren eine große Leidenschaft der Autorin ist. Die Rezepte sind wie allgemein üblich in eine Zutatenliste und eine genaue Zubereitungsanleitung unterteilt. Die optische Gestaltung des Buches ist liebevoll und gelungen. Der robuste, feste Einband ohne Schutzumschlag ist küchengeeignet.

Ein schönes Buch für Hobbybäcker.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Ein amüsanter Beziehungsratgeber

Swinging Bells
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Aus der geplanten trauten Zweisamkeit am Weihnachtsabend wird für das Ehepaar Sandra und Thomas nichts. Denn die vermeintlichen Kaufinteressenten ihres Doppelbettes, Elisabeth und Leo, fallen bei ihnen ...

Aus der geplanten trauten Zweisamkeit am Weihnachtsabend wird für das Ehepaar Sandra und Thomas nichts. Denn die vermeintlichen Kaufinteressenten ihres Doppelbettes, Elisabeth und Leo, fallen bei ihnen ein. Außerdem verbirgt Sandra vor Leo ein Geheimnis, das sie erst nach Weihnachten beichten will, von dem er aber längst schon weiß. Als sich herausstellt, dass sich die Besucher im Haus geirrt haben und eigentlich ein ganz anderes Motiv verfolgen (welches, soll ebenso wenig wie Sandras Geheimnis verraten werden!), dürfen sie dennoch bleiben und alle vier spielen ein Kennenlernspiel, das vielleicht den gestörten (Weihnachts- und Beziehungs-)Frieden wieder herstellt?
Nicht unbedingt eine typische Weihnachtsgeschichte, aber recht passend zu Weihnachten gelegt, das doch eigentlich friedlich verlaufen soll, jedoch so manchen lang angestauten Frust ausbrechen lässt. So auch bei Sandra und Thomas, einem eher biederen Ehepaar, in deren 15jährige Beziehung längst der Alltagstrott eingekehrt ist und das so ganz im Gegensatz steht zu ihren Besuchern, die eine noch junge und eher freie Beziehung führen. Das ungeplante gemeinsame Begehen des Weihnachtsabends lässt endlich Sandra und Thomas über Wünsche, Vorstellungen und Fantasien sprechen, was ihrer Beziehung gut tun könnte. Und den Leser bringt es zum Nachdenken. Alles lebt von gelungener Situationskomik und dem zugrundeliegenden Missverständnis, das der Autor sehr humorvoll darstellt. Und niemand braucht Angst zu haben, dass es zu unschicklich/anstößig zugeht.

Das Buch erhält von mir eine volle Leseempfehlung.