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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2018

Romantasy in Cornwall

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
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Die Geschichte handelt von June, die ein Austauschjahr bei ihrem Onkel in Cornwall macht. Dabei entdeckt sie ihre magische Gabe und lernt die beiden sehr unterschiedlichen Brüder Blake und Preston kennen. ...

Die Geschichte handelt von June, die ein Austauschjahr bei ihrem Onkel in Cornwall macht. Dabei entdeckt sie ihre magische Gabe und lernt die beiden sehr unterschiedlichen Brüder Blake und Preston kennen. Diese sind ebenfalls in die mystischen Ereignisse involviert und lassen - um die Geschichte für June noch komplizierter zu machen - beide ihr Herz höher schlagen.

Mir gefällt die Geschichte gut. Es ist ein Jugendroman und auch für ein derartiges Publikum geschrieben.

I diesem ersten Band überwiegt definitiv die Romantik und die Mystik kommt für mich etwas kurz; das liegt sicher auch daran, dass June die Gabe erst im Verlauf des Buches überhaupt bemerkt. Das wird sich aber denke ich im nächsten Band ändern, wenn den Gaben weiter auf den Grund gegangen wird.
Die Charaktere sind gut beschrieben und besonders June ist mir sympatisch. Die beiden Jungs sind mit mal mehr, mal weniger sympatisch, das ist aber auch durch die Autorinnen beabsichtigt. Die Motive für das jeweilige Verhalten kann ich auf jeden Fall erahnen.

Die Geschichte ist eher seicht geschrieben und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Der Schreibstil ist angenehm, eher einfach und auf Jugendliche zugeschnitten (also keine komplexen Wörter oder hochtrabenden Formulierungen). Für meinen Geschmack hätte er aber ein klein wenig literarisch anspruchsvoller sein können. Es gibt viele "und" Sätze, die teilweise besser eigene Sätze hätten bleiben sollen und manches war an Beschreibungen doch recht platt und einfach . Zudem - und das nervt auf Dauer auch ein wenig - gibt es öfter Wiederholungen (die blauen Augen, die grünen Augen, die zersplitternden Diamanten). Eine Variation in der Beschreibung oder einfach weniger davon hätten meiner Ansicht nach das Buch noch etwas besser gemacht.
Nichtsdestotrotz habe ich beim Lesen darüber hinwegsehen können und es hat den Lesespaß nur wenig getrübt.

Fazit:
Wer tiefgreifende, komplexe Geschichte sucht mit einem sehr hohen literarischen Standart ist hier falsch.
Aber es ist ein netter Roman, der einen zum Schmunzeln bringt und für einen entspannten Lesegenuss nach Feierabend oder am Wochenende perfekt geeignet ist. Die beiden folgenden Bücher werde ich bestimmt auch lesen.

Veröffentlicht am 05.07.2018

Skurille, selbstironische Entdeckungsreise

Familie und andere Trostpreise
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Das Buch "Familie und andere Trostpreise" handelt von Sonny Anderson, der einen Haufen Geld erbt und daraufhin von Amerika nach Enland reist, um herauszufinden 1) was sein Vater tatsächlich für ein Mensch ...

Das Buch "Familie und andere Trostpreise" handelt von Sonny Anderson, der einen Haufen Geld erbt und daraufhin von Amerika nach Enland reist, um herauszufinden 1) was sein Vater tatsächlich für ein Mensch war 2) seine Mutter zu finden und 3) auf den Spuren von "Shaun of the Death", seinem Lieblingsfilm, zu wandeln.
Sonny ist ein 21 Jähriger (der aber jünger wirkt) mit Neurosen und einem Haufen irrationaler Ängste und Abneigungen. Über all diese informiert Sonny den Leser bereits auf den ersten Seiten. Und genau diese Ansammlung von skurillen Neurosen, die er herrlich selbstironisch beschreibt, und der sarkastische Blick aufs Leben machen dieses Buch zu einem ganz besonderen.

Beim Lesebeginn brauchte ich jedoch etwas, bis ich tatsächlich ins Buch gefunden habe. Das lag zum einen an dem Erzählstil, der anders ist als gewohnt, und an dem manchmal sprunghaften Denken von Sonny.
Das komplette Buch ist als Brief in der Ich-Form geschrieben. Das hat auch zur Folge, dass Sonny Dinge kommentiert, die geschehen oder die er in Briefen liest. Ich brauchte einen Moment um damit warm zu werden, aber dann hat das Konzept für mich wunderbar funktioniert.

Dies liegt sicher auch an der Sprache von Sonny, die der eines jungen Mannes entspricht und modern, wenn auch manchmal etwas überzogen, wirkt.
Es gibt häufige Anspielungen zu dem Film "Shaun of the Dead", die einen besonderen Reiz des Buches ausmachen. Auch wenn man den Film nicht gesehen hat kann man sicherlich dem Buch folgen. Manche Witze bleiben einem dann jedoch verschlossen.

Das Buch bietet durch Sonny einen Blick auf das New Age-Zeitalter und Gurus, der ironisch, jugendlich entdeckend und gleichzeitig in gewisser Weise traurig ist.

Während Sonny auf Spurensuche ist, verliert er sich manchmal ein wenig zu sehr in Details und beschreibt etwas zu langatmig das Vorgehen, aber weil dies auf die ureigene sympatische Art von ihm geschieht, liest man trotzdem aufmerkam weiter.

Mir hat das Buch, mit kleinen Abzügen, gut gefallen.
Es sticht aus dem typischen "So ist ein Buch aufgebaut" heraus, ist aber auch nicht unbedingt ein das-Buch-lese-ich-mal-schnell-durch Roman. Dazu ist es zu komplex und verschachtelt geschrieben.

Veröffentlicht am 05.07.2018

Tolle Reise ins England des frühen 20. Jahrhunderts

Das Erbe von Juniper House
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Das Buch handelt von Sara, einer jungen Frau aus Hamburg und ihrer Großmutter. Sara hat nur wenig Kontakt zu dieser. Als sie ihr Großmutter Emma aus Pflichtgefühl besucht (und um etwas Abstand ...

Das Buch handelt von Sara, einer jungen Frau aus Hamburg und ihrer Großmutter. Sara hat nur wenig Kontakt zu dieser. Als sie ihr Großmutter Emma aus Pflichtgefühl besucht (und um etwas Abstand von ihrem Freund zu bekommen), taucht sie ein, in das Leben ihrer Großmutter.
Diese erzählt wie, wie sie in den 1920 er Jahren nach Juniper House kam und wie es ihr danach erging.
Dabei kommt auch ein Familiengeheimnis ans Licht.


Die Geschichte wechselt zwischen Saras Sicht aus 2004, welche aus Erzählerperspektive geschrieben ist, und Emmas Sicht zu Beginn der 1920er Jahre. Diese Episoden sind in Ich-Perspektive geschrieben.
Man lernt hierbei also zwei ganz verschiedene Generationen kennen, die jeweils gänzlich unterschiedlich Sorgen und Nöte haben. Diese sind sehr einfühlsam geschrieben.
Besondern Emmas Geschichte lässt einen in die Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges in England eintauchen.
Geschickt werden die beiden Geschichten zum Ende des Buches hin verflochten.
Bei Emma wird ein Verlauf über Jahre geschildert, bei Sara findet auch Veränderung statt, aber kein langer Verlauf von Zeit.

Emma habe ich besonders ins Herz geschlossen. Sara ist mir, obwohl sie gut beschrieben ist, doch irgendwie zu flach geblieben. Vielleicht verblasst sie für mich auch nur etwas vor der spannenderen Emma (ich empfand auch ihre Geschichte spannender). Sara empfand ich - wenn man ihre "alltägliche Probleme"-Geschichte mit direkt mit der von ihrer Großmutter vergleicht auch etwas jammerig.

Der Schreibstil ist locker und leicht gehalten, dabei jedoch von guter Qualität und schön beschreibend und detailreich. Ich habe das Buch an zwei Abenden durchgehabt.


Das Buch kann ich guten Gewissens empfehlen. Es kommt keine Langeweile auf und die Geschichte hat verschiedene Wendungen, die nicht immer vorher zu sehen sind.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Ein ruhiger Cold Case Fall

Verborgen im Gletscher
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Im Zuge der Schmelze der Geltscher in Island wird eine Leiche freigelegt, die einen 30 Jahre alten Vermisstenfall wieder ins polizeiliche Interesse rückt.

Konrad ist ein pensionierter Polizist, der damals ...

Im Zuge der Schmelze der Geltscher in Island wird eine Leiche freigelegt, die einen 30 Jahre alten Vermisstenfall wieder ins polizeiliche Interesse rückt.

Konrad ist ein pensionierter Polizist, der damals in dem Fall ermittelt hat. Da ihn der Fall nie ganz losgelassen hat mischt er sich in die Ermittlungsarbeit ein und sucht nach neuen Informationen.
Die Person Konrad wird dabei gut dargestellt mit seinen verschiedenen Facetten und einer gewissen inneren Zerissenheit. Wer die Reihe um Erlendur des selben Autors kennt, wird aber merken, dass Konrad eine nicht ganz so düstere Sicht auf die Dinge hat, was sich auch in der Beschreibungen wieder spiegelt. Die meisten anderen Personen bleiben eher oberflächlich.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen.
Arnaldur Indriðason schreibt ruhig und realistischer im Bezug auf die Dauer polizeilicher Ermittlungen als manch anderer Autor - insbesondere in diesem Cold Case, in dem Kornad nicht offiziell ermittelt. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Krimi am Anfang zwar Spannung aufbaut, dieser aber wieder relativ rasch abfällt und erst im letzten Drittel des Buches wieder anzieht. Es gibt nicht wirklich einen kontinuierlichen Spannungsbogen.
Es gibt viele Personen, die nur einmal auftauchen, Sackgassen, die nicht weiter führen und Dinge, die einfach Zeit brauchen. Wirklich miträtseln, wer möglichweise der Täter war, ist hier nicht möglich.

Wem der Schreibstil von Indriðason gefällt und wem eine kontinuierliche Spannung nicht wichtig ist, der bekommt ein nettes Buch, das sich gut lesen lässt und auch für ein "mal kurz ein paar Kapitel lesen" geeignet ist. Es fällt einem doch relativ leicht das Buch aus der Hand zu legen.

Wer hingehen einen Krimi mit Spannung und Action sucht und einer eher klaren Linie ohne viele Abzweigungen, die nirgendwo hin führen, für den ist dieses Buch nicht das richtige!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Figuren
Veröffentlicht am 12.12.2018

Eine interessante Liebesgeschichte mit Luft nach Oben

Zwei wie du und ich
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Das Buch ist eine Liebesgeschichte zweier Frauen, die sich in ihren Chef verlieben. Das war es fast schon an Gemeinsamkeiten, welche die beiden haben. Ihre Charaktere sind völlig unterschiedlich. Kate ...

Das Buch ist eine Liebesgeschichte zweier Frauen, die sich in ihren Chef verlieben. Das war es fast schon an Gemeinsamkeiten, welche die beiden haben. Ihre Charaktere sind völlig unterschiedlich. Kate ist lebhaft und offen, hat aber guten Grund Hals über Kopf auf einen Pferdehof eines berühmten Springreiters zu flüchten. Annie ist eher schüchtern und zurückhaltend und von Selbstzweifeln und Ängsten geplagt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen geschrieben. Bei Annie und ihrem Chef Stephen entwickelt sich alles super schnell und plätschert dann erstmal vor sich hin. Mark hat eine deutlich härtere Schale gegenüber Kate, was die Geschichte interessanter macht. Zudem gibt es deutlich mehr Witz in Kates Abschnitten.

Kate fand ich sehr sympathisch, Anni jedoch leider deutlich weniger. Teilweise hatte ich das Bedürfnis in der Mitte des Buches Kapitel zu überfliegen, weil die Geschichte eher zu gut um wahr zu sein ist und länger vor sich hin plätschert.

Im letzten Drittel kommt dann jedoch nochmal Spannung auf, insbesondere in der Geschichte von Annie und die Fäden werden zusammengeführt, sodass man als Leser auf vieles plötzlich versteht, was vorher nicht offensichtlich war.
Die Wende ist tatsächlich eine der überraschendsten, die ich je in einem Buch gelesen habe.

Allerdings bin ich auch fast etwas enttäuscht von der Wende, weil ich sie, aus verschiedenen Gründen (u.a. den Charaktereigenschaften und Problemen) für eher unrealistisch halt.
Auch manche Erklärungen fand ich nicht schlüssig, weil sie einfach nicht ganz passten für mich und ein wenig zu konstruiert wirkten.

Das Ende wiederum ist mir dann zu wenig tatsächlicher Abschluss eines wesentlichen Punktes und gleichzeitig etwas zu übertrieben glücklich. Ich finde ein schönes Ende auch toll, aber mir gefallen dezente, realistische Ende besser, als solche Übertriebenen.

Das Buch gefällt mir nicht schlecht, ich würde es aber glaube ich nur bedingt empfehlen - Anni ist mir einfach zu unsympatisch bzw. ihre Geschichte über weite Teile des Buches einfach zu nervig .
Vielleicht hätte man das Ganze ein bisschen weniger dramatisch im Hinblick auf die Psyche gestalten sollen, dann wäre es vielleicht glaubhafter geworden und Anni nicht so fürchterlich naiv.

Da ich das Buch in Abschnitten gelesen habe, kann es aber auch möglich sein, dass jemand, der das Buch in einem Rutsch liest, das anders empfindet, da man dann schneller eine Entwicklung sieht bzw. kleine Andeutungen vielleicht nicht in der nächsten Woche wieder vergessen hat