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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2019

Der Krieg macht auch vor Kindern nicht halt…

Der Kinderzug
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Inmitten des Zweiten Weltkrieges wird der jungen Lehrerin Barbara die Aufgabe übertragen eine Gruppe Mädchen aus dem zerbombten Ruhrgebiet auf der Kinderlandverschickung zu begleiten. Welche Verzweiflung ...

Inmitten des Zweiten Weltkrieges wird der jungen Lehrerin Barbara die Aufgabe übertragen eine Gruppe Mädchen aus dem zerbombten Ruhrgebiet auf der Kinderlandverschickung zu begleiten. Welche Verzweiflung die Eltern treibt, ihre Kinder aus dem Gefahrengebiet zu bringen, wird sehr deutlich. Was für viele als Abenteuer mit der Fahrt nach Usedom beginnt, wird mit fortschreitendem Kriegsverlauf eine Irrfahrt durch die Nation, welche neben ideologischen Konflikten auch zu einem Kampf Barbaras für die Mädchen und ums Überleben wird. Die Situation spitzt sich noch mehr zu, als ein Mädchen verschwindet, und ein polnischer Zwangsarbeiter dafür verantwortlich gemacht wird.
Bücher, die Zeitgeschichte thematisieren, finde ich sehr interessant. Deshalb war ich auf dieses Buch sehr neugierig.
Dass das Thema „Kinderlandverschickung“ u.a. negativ behaftet ist, war mir bisher noch nicht so bewusst. Ich muss gesehen, das ich bisher dem Irrglauben unterlag, dass es den Kindern gut ging. Umso erschreckender war dieses Buch, mit dem schon gezielten heranziehen einer neuen linientreuen Generation. Das Kinder bereits in diesen jungen Jahren schon so überzeugt und glühende Verfechter sind, kann ich fast nicht glauben!
Ein sehr berührendes Buch, welches ich gern weiterempfehle!

Veröffentlicht am 14.11.2019

Noch nie habe ich mich so über „Nichts!“ gefreut

Nichts
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So wie das Buch keine Worte braucht, möchte ich mit nur wenigen Worten sagen – dieses Buch ist einfach klasse!
Endlich kann man den „Nichts-Wünschern“ das Gewünschte in die Hand drücken. Etwas womit sie ...

So wie das Buch keine Worte braucht, möchte ich mit nur wenigen Worten sagen – dieses Buch ist einfach klasse!
Endlich kann man den „Nichts-Wünschern“ das Gewünschte in die Hand drücken. Etwas womit sie garantiert nicht rechn(et)en. Neben diesem Schmunzel-Effekt gibt es jedoch noch den tieferen Sinn, die leeren Seiten mit eigenen Gedanken und Eindrücken zu füllen. Wann nimmt man sich schon die Zeit, sich auch an kleinen Dingen zu erfreuen? Aufgeschrieben kann man sich jedoch immer wieder daran erinnern.
Eine eigentlich schlichte Idee – die so viel mehr gibt, als „Nichts“! Gern empfehle ich deshalb dieses Buch weiter.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Auf der Suche nach dem Warum – mehr als eine Familiengeschichte!

Die Schwarze Rosa
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Mit diesem Buch setzt sich Birgit Rabisch in einer fiktiven Story mit der Geschichte ihrer Großmutter, die als „Schwarze Rosa“ während der Zeit der Weimarer Republik mit dem Organisator der Schwarzen Reichswehr ...

Mit diesem Buch setzt sich Birgit Rabisch in einer fiktiven Story mit der Geschichte ihrer Großmutter, die als „Schwarze Rosa“ während der Zeit der Weimarer Republik mit dem Organisator der Schwarzen Reichswehr Paul Schulz verlobt war, auseinander.
Gegliedert in einzelne Lebensabschnitte Rosa’s wird versucht rekapitulieren, wie die gesellschaftlichen Umstände sowie Erleben aus dem kleinen „Röschen“ eine so glühende Anhängerin machen konnten.
Interessiert und weltoffen, wie Rosa ist, lässt sich offensichtlich recht schnell von Männern beeindrucken – kann mit und durch sie jedoch auch eine Menge lernen. Aber leider sind die ersten Erfahrungen, die sie mit einem Mann machen muss, absolut negativ. Es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass sie dies auf die politische Gruppe, aus der Martin stammt, verallgemeinert und sich dem Gegenteil zuwendet.
Rosa ist dabei in ihren politischen Ansichten sehr formbar, passt sich der jeweiligen Richtung rasch an und findet darin auch ihre Erfüllung. Somit ist es für Paul ein Leichtes: Als männlicher, selbstbewusster und zuvorkommender Mann weiß er genau, wie er sie beeindrucken kann. Wie Paul wirklich ist muss Rosa letztendlich schmerzlich selbst erfahren und ich staune, dass sie aus der erfahrenen Demütigung so viel Kraft schöpft, konsequent, planvoll und berechnend in ihrer neuen Lebenssituation aufzugehen.
Das Leben ist nicht gradlinig und hält viele (falsche Wege) bereit. Aber Rosa hat daraus gelernt und kann dies ihrer Enkelin somit auf den Weg geben.
Dafür auf der falschen Seite zu stehen gibt es viele Gründe – neben der Überzeugung kann dies auch Unwissen, „Augen verschließen“ bzw. Mitläufertum sein. Es ist relativ einfach im Nachgang zu verurteilen, aber ich bin der Meinung, dass man die Beweggründe der betroffenen Personen hören sollte, bevor man sich ein endgültiges Urteil bildet. Dies sollte nicht eine pauschale Entschuldigung sein, aber mir ist es immer wichtig, nachvollziehen zu können, wie jemand handelt(e) – dies nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. Und dies ist m.E. der Autorin mit diesem Buch recht gut gelungen.
Birgit Rabisch erlebte Rosa als liebevolle Oma und muss erschüttert gewesen sein, bruchstückhaft die „andere“ kennenzulernen. Anstatt sie nun zu strikt zu verurteilen, sucht sie in der Lebensgeschichte Rosa’s nach Hinweisen und Erklärungen. Dies ist meiner Meinung nach eine mutige Entscheidung. Und es ist daraus ein sehr lesenswertes Buch entstanden, das ich gern weiterempfehle.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht!

Endlich wieder durchschlafen!
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Da wir auch so einen kleinen „Nervzwerg“ haben hat mich das Buch sofort angesprochen. Ich war überrascht, dass es so dünn war – aber trotzdem ist es der Autorin hervorragend gelungen, alles Wissenswerte ...

Da wir auch so einen kleinen „Nervzwerg“ haben hat mich das Buch sofort angesprochen. Ich war überrascht, dass es so dünn war – aber trotzdem ist es der Autorin hervorragend gelungen, alles Wissenswerte kurz und knapp zusammenzustellen. Und genau das muss ein Ratgeber für mich sein, kein ausschweifendes Drumherumreden - sondern das Wichtigste auf den Punkt gebracht!
Mir haben vor allem die Erläuterungen zu den Gründen für das Verhalten sehr geholfen, meine Katze(n) besser zu verstehen. Das ihr Lebensrhythmus von unserem abweicht und es "nur" deshalb zu Konflikten kommen kann, war mir bisher noch nicht so deutlich bewusst. Beachtet man diese Hinweise beim Zusammenleben, wird vieles bereits fast von allein besser.
Mit vier Strategien gibt Tatjana Mennig Tipps, wie man seinem Stubentiger die unerwünschte Verhaltensweise abgewöhnen kann. Mitunter braucht es dabei etwas Durchhaltevermögen und Geduld, aber es lohnt sich.
Wirklich mal ein Ratgeber, der Rat gibt und hilft. Ich empfehle das Buch gern weiter!

Veröffentlicht am 09.11.2019

Gelungene Fortsetzung um starke Frauen...

Die Ärztin: Die Wege der Liebe
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Da der Inhalt allgemein zugänglich ist, möchte ich den Schwerpunkt auf die Schilderung meines Eindrucks legen. Beurteilt wird das Hörbuch.
Beim Hören dieser Geschichte hatte ich gleich den Eindruck, als ...

Da der Inhalt allgemein zugänglich ist, möchte ich den Schwerpunkt auf die Schilderung meines Eindrucks legen. Beurteilt wird das Hörbuch.
Beim Hören dieser Geschichte hatte ich gleich den Eindruck, als träfe man auf "alte Bekannte" - sofort war ich im Geschehen. Allerdings ermöglichen kurze Rückblenden bzw. Erläuterungen auch Lesern/Hörern
die die Vorgängerteile nicht kennen, diese Geschichte aufzunehmen.
Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik und den goldenen 20igern müssen Ricarda und ihre Familie viele Schwierigkeiten überwinden. Die Kinder gehen ihre eigenen Wege - und nicht immer läuft dies so, wie von Ricarda gewünscht. Thematisiert werden u.a. das Geschehen des Krieges, Auswanderung, aber auch die Feminisierung der Frauen aber auch für die damalige Zeit sehr schwierige Themen wie Homosexualität oder Trennung der Ehepartner. Manchmal überschlagen sich die Ereignisse so dass man das vorangehende Geschehen noch gar nicht richtig verarbeitet hat. Dadurch sowie mit Schilderungen die Entwicklung der einzelnen Protagonisten betreffend als auch gut eingeflochtene Informationen zum Zeitgeschehen ist das Hörbuch absolut fesselnd - die Handlung wird nie langweilig und man möchte einfach immer wissen wie es weitergeht. Sehr gut gefällt mir auch, das fiktive mit realen Personen in der Geschichte verwoben werden.
Gelungen ist auch die Auswahl der Sprecherin. Beate Rysopp höre ich sehr gerne. Ihre Stimme ist warm und sehr angenehm und es gelingt ihr wunderbar, Gefühle und Emotionen wiederzugeben.

Ich kann diesen Teil der "Ärztin" als auch die Vorgängerbände nur empfehlen.