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Veröffentlicht am 07.02.2020

Mysteriöse Morde auf Rügen

MÖWEN, MEER UND TOD
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„Möwen, Meer und Tod“ von Emma Bieling habe ich als Taschenbuch mit 362 Seiten gelesen. Das Buch ist in 13 Kapitel eingeteilt, welche mit Ort, Datum und Zeit überschrieben sind. Es ist der zweite Fall ...

„Möwen, Meer und Tod“ von Emma Bieling habe ich als Taschenbuch mit 362 Seiten gelesen. Das Buch ist in 13 Kapitel eingeteilt, welche mit Ort, Datum und Zeit überschrieben sind. Es ist der zweite Fall mit Luna Maiwald. Ich hatte vorher noch den ersten Teil gelesen, was sich auf jeden Fall lohnt, aber keine Voraussetzung für dieses Buch ist.
Nach fast einem Jahr Zwangsurlaub freut sich Luna sehr auf ihre Rückkehr in die Dienststelle Bergen. Dort warten gleich drei mysteriöse Todesfällen von jungen Leuten und ein neuer Fall einer toten Reiterin auf sie. Obwohl vorerst als Unfall eingestuft, sagt Luna’s Bauchgefühl etwas anderes, da es sich um eine Kopfgeldjägerin und eine Profireiterin aus den USA handelte, die hier ihre Familie besucht. Also lässt sie ihren Kollegen keine Wahl und ermittelt. Gerade die Todesfälle bei den jungen Leuten stellen sich als Herausforderung dar, da es keinerlei Spuren eines Mordes gibt.

Luna ist eine sehr eigenwillige und schwierige Person, mit der ich nicht warm geworden bin. Ich empfinde sie als ziemlich egoistisch, ihr ist der Job wichtiger als die Familie oder die Belange ihrer Tochter. Ihre erst einjährige Ehe und das Familienleben stellt sie in Zweifel, weil sie gezwungen wird, Abstriche zu machen. Daher ist das Verhältnis zu ihrem Mann Fred auch immer etwas angespannt.
Sie ist sprunghaft in ihrem Verhalten. In ihrem Beruf ist sie allerdings sehr gut. Wenn ihr Baugefühl stimmt, verbeißt sie sich in Fälle, die für andere aussichtslos sind. Als Chefin ist sie auch ganz in Ordnung, verlangt ihren Kollegen viel ab, ist aber fair und nicht arrogant.
Ihr Kollege Schröder dagegen strahlt eine unerschütterliche Ruhe aus und hat endlos Geduld mit Luna. Zwischen ihnen gibt es sogar lustige Wortgefechte.
Luna liebt elegante Kleider und Hüte, so ungewöhnlich tritt sie auch an Tatorten auf.
Ihre Tochter Marcia mag ich. Sie ist ein selbstständiger, intelligenter Teenager, noch in der Selbstfindungsphase, aber sehr gut in allem, was sie tut. Auch wenn sie ihre Mutter doch manchmal ganz schön auflaufen lässt.

Einen gewissen Raum nehmen Luna‘s Albträume ein, die sich um den letzten Fall und Ingmar Wolf drehen. Ich kann zwar nachvollziehen, dass Luna Gewissensbisse wegen der Aufklärung damals hat, aber ihr jetziges Verhalten kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich denke, sie braucht dringend eine Therapie, ansonsten wird das noch böse enden.

Die Gegend, besonders auf Hiddensee, ist sehr gut und liebevoll beschrieben. Ihre Eltern leben dort, daher ist sie oft da und genießt die Zeit.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich Luna nicht so sehr mag. Die Handlung war spannend und rasant. Es kam bei mir nie Langeweile beim Lesen auf. Das Ende war für mich völlig überraschend.
Das Cover gefällt mir auch sehr. Es passt prima zur Gegend, lässt aber eher auf eine entspannte Sommergeschichte als auf einen Krimi schließen, wenn da nicht noch „Tod“ stünde.

Veröffentlicht am 14.11.2019

Unterhaltsamer Regionalkrimi

Böhme & Dost / Böhme & Dost / Nachts am Teufelsberg
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„Nachts am Teufelsberg“ von Maik Bischoff habe ich als ebook mit 172 Seiten, die in 13 Kapitel mit Überschriften versehen, gegliedert sind, gelesen. Es ist ein neuer Fall für Böhmer & Dost.
Das Buch ist ...

„Nachts am Teufelsberg“ von Maik Bischoff habe ich als ebook mit 172 Seiten, die in 13 Kapitel mit Überschriften versehen, gegliedert sind, gelesen. Es ist ein neuer Fall für Böhmer & Dost.
Das Buch ist in der Ich-Pespektive von Werner Böhme geschrieben. Dieser ist ein pensionierter LKA-Ermittler, der bereits durch Zufall einen Fall gelöst hat. Nun wird er von seiner Bekannten Rita gebeten, sich um die Entführung des Mannes ihrer Freundin Sabine Fuhrmann zu kümmern. Böhme arbeitet mit dem jüngeren Fabian Dost zusammen und auch Hauptkommissar Leo Willert gehört zum Freundeskreis. Dadurch sind immer alle gut informiert. Die beiden Hobbydetektive geraten gleich an zwei sehr gesprächige Nachbarn der Eheleute Fuhrmann und erfahren dass der Ehemann ein absolutes Ekel war und seine Frau froh sein kann, dass er weg ist. Ihre Aussage dagegen sieht etwas anders aus.
Werner soll das Lösegeld an der alten Abhörstation der NSA auf dem Teufelsberg übergeben. Zusammen mit Fabian macht er sich auf den Weg und es folgt eine kleine Schnitzeljagd ehe Fuhrmann dann gefunden wird.
Im Zuge ihrer Ermittlungen bekommen sie doch so einige wichtige Informationen, die sie zu mehreren Verdächtigen führen.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist eine ruhige, fast unblutige Geschichte, die hauptsächlich von den Ermittlungen geprägt ist. Dabei sind Böhme und Dost ein gutes Gespann. Böhme bringt einige Erfahrungen ein und Dost die Ungeduld der Jugend. Dabei ist er mit seiner flapsigen Art nicht immer sehr diplomatisch. Eine gewisse Portion Humor und Wortwitz sind auch enthalten. Und schön, dass Leo so ein guter Freund ist. Denn ansonsten lässt sich die Polizei bestimmt nicht gern von Privatermittlern ins Handwerk pfuschen.
Das Cover gefällt mir auch sehr gut. Es wirkt auf mich etwas gruselig mit dem dunklen Turm und den Bäumen davor, obwohl der Himmel relativ blau ist.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Im dunklen Wald

Totenstille
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„Totenstille“ von Will Dean habe ich als ebook mit 347 Seiten gelesen, die in 52 Kapitel eingeteilt sind. Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Tuva Moodyson geschrieben.
Diese ist wegen der Krankheit ...

„Totenstille“ von Will Dean habe ich als ebook mit 347 Seiten gelesen, die in 52 Kapitel eingeteilt sind. Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Tuva Moodyson geschrieben.
Diese ist wegen der Krankheit ihrer Mutter von London in das kleine schwedische Örtchen Gavrik gezogen und arbeitet in der dortigen Zeitungsredaktion. Als eine Leiche im Utgard-Wald bei Mossen gefunden wird, erhofft sie sich eine große Story als Sprungbrett ihrer Karriere. Es wird vermutet, dass der Medusa-Killer wieder zugeschlagen hat. Der hatte vor zwanzig Jahren bereits drei Menschen getötet und ihnen die Augen ausgestochen.
Schnell ist ein Verdächtiger gefunden, der auch schon bei den letzten Morden verdächtigt wurde. Dann wird eine zweite Leiche gefunden.
Wegen ihrer eigenen schlimmen Erfahrungen mit Presseberichten nach dem Tod ihres Vaters, versucht Tuva realistisch und wahrheitsgetreu zu berichten. Das kommt bei den Menschen dort nicht gut an. Sie wollen ihre Gegend nicht schlecht dargestellt sehen. Tuva bekommt Anfeindungen und Drohungen. Das hält sie aber nicht davon ab, die Leute zu befragen und dadurch auch selbst zu ermitteln. Sie lernt die wenigen Einwohner von Mossen kennen, die alle irgendwie schräg sind und skurrile Hobbys haben. Nur das Ehepaar Carlsson scheint normaler zu sein. Mit Frida freundet sie sich sogar an. Hannes dagegen ist ein arroganter und unsympathischer Mensch, der aber von allen geachtet wird, weil er auch großen Einfluss hat. In der Gegen sind irgendwie alle miteinander verwandt oder verschwägert.

Die Leichen wurden recht unspektakulär gefunden und von der Polizeiarbeit erfährt man fast gar nichts über die Ermittlungen. Aber es ist ja auch aus Tuva’s Sicht geschrieben und erzählt ihre Arbeit an den Fällen. Tuva selbst ist taub und muss immer auf ihre Hörgeräte achten, was sie gut im Griff hat. Nur vor dem Wald fürchtet sie sich sehr, stellt sich aber ihren Ängsten.
Wegen ihrer Arbeit musste sie immer wieder die geplanten Besuche bei ihrer Mutter absagen, was ihr ein schlechtes Gewissen bereitete, denn ihrer Mutter geht es sehr schlecht.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist kein blutiger oder hochspannender Thriller, aber ein Buch mit viel Handlung, die gut beschrieben wird, sodass nie Langeweile beim Lesen aufkommt. Die Beschreibungen der Menschen und der Gegend ist sehr bildhaft und man kann sich schon gruseln, wenn Tuva im Utgard-Wald ist. Die Charaktere waren sehr unterschiedlich. Tuva war mir sehr sympathisch, manchmal etwas naiv, wenn sie sich in eine Aktion stürzte, wo ich schon beim Lesen dacht, dass es gefährlich ist.
Frida war mir von Beginn an zu nett und zu freundlich, da werde ich immer misstrauisch. Aber Tuva hat sich gut mir ihr verstanden und als Freundin betrachtet.
Die Auflösung des Falles bzw. der Fälle war schlüssig und der Täter für mich überhaupt nicht zu erahnen.
Auch das Cover fand ich sehr schön, düster und passend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 09.09.2019

Das Ende für Harry?

Messer (Ein Harry-Hole-Krimi 12)
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„Messer“ von Jo Nesbo habe ich in der Print-Ausgabe gelesen. Es hat 575 Seiten. Die Geschichte ist in vier Teile mit 53 Kapiteln gegliedert.
Es ist der 12. Teil mit Harry Hole.

Harry hat alles verloren, ...

„Messer“ von Jo Nesbo habe ich in der Print-Ausgabe gelesen. Es hat 575 Seiten. Die Geschichte ist in vier Teile mit 53 Kapiteln gegliedert.
Es ist der 12. Teil mit Harry Hole.

Harry hat alles verloren, seine Frau Rakel und auch seinen Job an der Polizeihochschule. Er ist, wie so oft schon, in alte Strukturen zurückgefallen, trinkt bis zur Besinnungslosigkeit und kann sich eines Morgens nicht mehr daran erinnern, was am Abend vorher passiert ist. Unverständlicherweise arbeitet er wieder bei der Polizei, allerdings nur als einfacher Ermittler.
Als es neue Spuren zu dem brutalen Vergewaltiger Svein Finne gibt, verbeißt er sich darin und tut alles, um ihn erneut zu fassen. Bis er merkt, dass dieser für den neuen Mord nicht verantwortlich ist. Da es ein sehr persönlicher Fall ist, darf er selbst nicht ermitteln. Was ihn aber nicht davon abhält und er die Geduld und Hilfsbereitschaft seiner Freunde und Kollegen sehr beansprucht. Seine frühere Kollegin Kaja taucht wieder auf und ist ihm sehr behilflich. Auch Katrin Bratt, die das Dezernat jetzt leitet, und Björn Holm, ihr Mann, erweisen sich als gute Freunde. Dann gibt es noch Alexandra, die Neue im Labor. Natürlich hat Harry auch seine üblichen Frauengeschichten am Laufen. Er kommt damit klar, aber die Frauen sind untereinander ganz schön eifersüchtig.
Zuerst gerät Harry selbst in Verdacht und dann auch noch in Lebensgefahr, er rafft sich aber immer wieder auf und schmiedet geheime Pläne, seine Unschuld zu beweisen, was am Schluss wieder einmal aufgeht.

Es ist eine recht verzweigte und vielschichtige Handlung. Es gibt viele Nebenhandlungen von verschiedenen Personen, die bis zu Aktivitäten in Afghanistan zurückreichen. Diese empfand ich nicht oder nicht in dieser Ausführlichkeit relevant und haben meinen Lesefluss oft unterbrochen. Aber das ist Ansichtssache des Lesers.
Ansonsten ist Harry immer noch der Alte, ein Einzelgänger, der mit seinen eigenen Dämonen kämpft und seine Eskapaden vom kompletten Absturz und Frauen durchlebt.

Am Ende ist es eine sehr spannende, dramatische, traurige Geschichte, von der sich Harry, wenn überhaupt, wohl nicht so schnell erholen wird.

Viele Personen kennt man schon aus den Vorgängerbüchern. Es wird auch ein Geheimnis gelüftet, was aber nicht wirklich überraschend ist, aber letztendlich doch der Auslöser für alles war.
Der Schreibstil ist auch wie gewohnt sehr gut, einfach und man kann zügig lesen. Die Charaktere sind wieder gut beschrieben, viele mochte ich, einige auch nicht.
Das Cover gefällt mir ebenfalls, es ist einfach gehalten und sagt doch so viel aus.

Veröffentlicht am 13.08.2019

Eis heilt alle Wunden

Liebe, Eis und Himbeerstreusel
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„Liebe, Eis und Himbeerstreuse“ von Nadin Maari, hat 204 Seiten auf meinem Reader, die in 26 Kapitel eingeteilt sind. Diese sind mit Eissorten und kurzen Erklärungen überschrieben.
Es ist Teil 2 der Sweet ...

„Liebe, Eis und Himbeerstreuse“ von Nadin Maari, hat 204 Seiten auf meinem Reader, die in 26 Kapitel eingeteilt sind. Diese sind mit Eissorten und kurzen Erklärungen überschrieben.
Es ist Teil 2 der Sweet Romance-Reihe.
Am Ende des Buches finden sich noch einige leckere Rezepte.

Sunny kreiert Eis aus den unterschiedlichsten Zutaten. Zusammen mit feiner Sahne und so mancher ausgedachter Geschichte wird dieses an die Gäste im „Schneeflöckchen“ serviert.
Zufällig trifft sie auf ihren Ex-Freund Leo, den sie nicht verlassen, sondern nur frei gegeben hat, und seine Freundin Julia. Zum Glück hat sie Tom, ihren Geschäftsnachbarn, dabei, der gleich mal schnell zu ihrem Verlobten wird. Dummerweise kommt sie aus der Nummer nicht mehr heraus, als Leo als Hochzeitsgeschenk Julia’s Dienste anbietet, die Hochzeitsplanerin ist. Die Situation wird immer verzwickter und Sunny denkt selbst schon an eine Hochzeit mit Tom.
Zusätzlich hat sie noch Stress mit dem Restaurant-Nachbarn, der sie zu einem Vanilleeis-Wettbewerb herausfordert.
Außerdem versucht sie noch zusammen mit ihrer Cousine Alma, die auch in der Eisdiele arbeitet, ihre Mütter, die Zwillingsschwestern sind, zu versöhnen. Allerdings weiß keiner, warum sie zerstritten sind.
Eine Menge Herausforderungen für Sunny, die erst einmal in einem Desaster enden.

Im Laufe des Buches wird mir Sunny immer unsympathischer. Sie kann Realität und Fantasie nicht mehr trennen, verstrickt sich immer weiter in ihre Lügengeschichten, stößt ihre Freunde und Familie vor den Kopf und wundert sich, warum sie von allen ungerecht behandelt wird und keiner mehr Verständnis für sie hat.

Es ist eine wunderbar schnulzige, romantische, locker leichte Geschichte, die sich schnell lesen lässt, auch wenn Sunny trotzdem nicht mehr viele Pluspunkte bei mir gemacht hat. Man kann sich die Menschen und die Läden in dem Viertel lebhaft vorstellen, es ist eine eingeschworene Gemeinschaft und Jeder kennt Jeden.

Das Cover ist wunderschön, erinnert an Vanilleeis mit Himbeerstreusel.