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Veröffentlicht am 18.12.2019

The big women for the big occasion

Nellie Bly
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Inhalt:
„Die Biografie über Nellie Bly ist die unglaubliche Lebensgeschichte der ersten amerikanischen Undercover-Reporterin.

September 1887:
Eine junge Frau klopft an die Tür von John Cockerill, Direktor ...

Inhalt:
„Die Biografie über Nellie Bly ist die unglaubliche Lebensgeschichte der ersten amerikanischen Undercover-Reporterin.

September 1887:
Eine junge Frau klopft an die Tür von John Cockerill, Direktor von Pulitzers Zeitung »New York World«.
Sie verlangt, als Reporterin eingestellt zu werden.
Keine Frau hat sich bisher so weit vorgewagt. Ihr Name ist Elizabeth Cochran, sie ist 23-jährig, seit drei Jahren schreibt sie unter dem Pseudonym Nellie Bly für den »Pittsburgh Dispatch«.

Nellie Blys Idee, undercover in die psychiatrische Anstalt Blackwell‘s Island zu gehen und aus erster Hand über die dortigen Zustände zu berichten, überzeugt Cockerill.
Es entsteht eine Reportage, die in die Geschichte des Journalismus eingeht und weit über New York hinaus Schlagzeilen macht.
Doch das ist erst der Anfang einer beeindruckenden journalistischen Karriere. Sie reist allein und in Rekordgeschwindigkeit um die Welt, wird zum Albtraum korrupter Politiker und berichtet von Beginn weg als einzige Kriegsreporterin von der Ostfront des Ersten Weltkriegs, wo sie vier Jahre bleibt.

Die furchtlose Frau und Starreporterin, die ihr Leben in die eigenen Hände nimmt und mit spitzer Feder die Zustände ihrer Zeit hinterfragt, ist auch heute noch von größter Aktualität.“


Schreibstil/Art:
Nicola Attadio gibt den beeindruckenden Werdegang von Elizabeth Cochran alias Nellie Bly in einem angenehmen Fließtext wieder. Ein paar abschweifende Momente versetzen den Leser nicht nur in die Gegenwart von Nellie sondern auch in das revolutionäre Jahrzehnt und den ersten Weltkrieg. 

Einige Zitate sowie Ausschnitte aus Zeitungen verleihen dem Buch nochmal das gewisse Etwas.






Fazit:
Eine Biografie die man unbedingt gelesen haben muss! 
Ich bin zwar nicht mit jeder Handlung d’accord gewesen und doch ist diese furchtlose und mutige Frau weit gekommen und hat unglaublich viel bezweckt. Ihre Einsätze waren niemals sinnlos. Ich bewundere sie für ihre Arbeit und ihren Mut.

Mir hat der Schreibstil zwar nicht immer zugesagt allerdings wurde meine Bewunderung dadurch nicht weniger. 
Ich bin froh darüber, dass ich auf diese tolle Biografie gestoßen bin. 

Elizabeth wird mir im Gedächtnis bleiben.

Veröffentlicht am 29.05.2019

Ein Wechsel zwischen wahren Gegebenheiten und fiktiven Handlungen

Der Mann, der nicht mitspielt
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Inhalt: 
Der deutsche Privatdetektiv Hardy Engel wird von Pepper Murphy beauftragt, die Schauspielerin Virginia Rappe ausfindig zu machen. 
Leider stirbt sie unerklärlicherweise auf der Party von Roscoe ...

Inhalt: 
Der deutsche Privatdetektiv Hardy Engel wird von Pepper Murphy beauftragt, die Schauspielerin Virginia Rappe ausfindig zu machen. 
Leider stirbt sie unerklärlicherweise auf der Party von Roscoe „Fatty“ Arbuckle. Hardy setzt sein eigenes Leben aufs Spiel um zu beweisen, wer der wahre Täter ist. Dieser Fall hat sich zu einem der größten Skandale in der Stummfilmzeit entwickelt.

Schreibstil/Art: 
Der Schreibstil und die Sprache ist teilweise etwas anspruchsvoller aber dennoch angenehm und leicht zu lesen. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Hardy Engel, dem Protagonisten geschrieben.

Fazit: 
Ich bin der Meinung, dass dieser Kriminalroman definitiv etwas kürzer sein könnte. Ich denke nicht, dass es notwendig ist alles detailliert zu beschreiben, wenn es keinen Einfluss auf die Geschichte hat. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte und der Hintergrund, mit teilweise wahren Charakteren sehr gelungen.
Ich fühlte mich oftmals in die 1920er Jahre versetzt und spürte die Atmosphäre der Zeit. Spannend finde ich die Zusammensetzung zwischen der Wahrheit und den fiktiven Fakten. Lobenswert finde ich auch das ganze Detailwissen rund um die Entstehung von Hollywood und der Filmindustrie.

„Der Mann, der nicht mitspielt“ bildet den Auftakt der Hardy Engel Reihe.

Veröffentlicht am 06.04.2026

Wenn Geheimnisse live eskalieren

Guilty Pleasure
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Ein luxuriöses Inselresort, das damit wirbt, wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Was zunächst nach exklusiver Auszeit klingt, entpuppt sich schnell als gefährliches Spiel: Fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen ...

Ein luxuriöses Inselresort, das damit wirbt, wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Was zunächst nach exklusiver Auszeit klingt, entpuppt sich schnell als gefährliches Spiel: Fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Geheimnissen treffen aufeinander, ohne zu ahnen, dass ihr Aufenthalt Teil einer skrupellosen Reality-Show ist. Beobachtet von einem unsichtbaren Publikum geraten ihre Entscheidungen immer mehr außer Kontrolle ... bis die Situation schließlich eskaliert.

Das Hörbuch hat mich ziemlich schnell reingezogen. Die Grundidee ist stark: dieses isolierte Luxus-Setting gepaart mit dunklen Geheimnissen und der Reality-Show-Komponente sorgt direkt für Spannung und ein leicht unangenehmes, aber genau deshalb fesselndes Gefühl.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Umsetzung im Hörbuch: Die Sprecher*innen machen wirklich einen richtig guten Job. Die Charaktere lassen sich klar auseinanderhalten, was bei mehreren Perspektiven nicht selbstverständlich ist. Gerade die wechselnden Sichtweisen bringen Dynamik rein und sorgen dafür, dass man immer wieder neue Puzzleteile bekommt.

Die Story lebt stark von diesen Perspektivwechseln und den nach und nach aufgedeckten Hintergründen. Dadurch bleibt es lange interessant und man hat das Gefühl, ständig einen Schritt näher an die Wahrheit zu kommen. Gleichzeitig entwickelt sich die Handlung aber in eine Richtung, mit der ich so ehrlich gesagt nicht gerechnet habe. Ich hatte eine andere Erwartung, vielleicht etwas klassischer Thriller stattdessen geht es teilweise deutlich düsterer und überraschender weiter.

Sehr hängen geblieben ist mir auch eine Aussage der Autorin direkt zu Anfang: „Für alle Bookies, die wissen, wie es ausgeht, wetten, dass nicht?“ – eine starke, fast schon herausfordernde Zeile. Und ja, sie hat recht. Gerade weil man denkt, man durchschaut das Ganze, wird man doch immer wieder überrascht.

Das ist einerseits spannend, andererseits hat mich genau dieser Verlauf nicht komplett abgeholt. Es war nicht schlecht – im Gegenteil, oft sogar ziemlich packend – aber es war eben anders als gedacht.

Unterm Strich ist dieser Thriller ein intensives, gut gesprochenes Hörbuch mit einem ungewöhnlichen Ansatz und starken Perspektivwechseln. Kleine Abzüge gibt es für die Richtung, die nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen hat, insgesamt aber definitiv hörenswert.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Zwischen Bewusstsein und Stille

Voices. Ich kann euch hören
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Die Ausgangsidee dieses Thrillers ist sofort faszinierend: Eine Frau liegt im Koma, kann sich nicht bewegen oder sprechen, ist jedoch bei vollem Bewusstsein. Tamsin Shaw hört alles, nimmt ihre Umgebung ...

Die Ausgangsidee dieses Thrillers ist sofort faszinierend: Eine Frau liegt im Koma, kann sich nicht bewegen oder sprechen, ist jedoch bei vollem Bewusstsein. Tamsin Shaw hört alles, nimmt ihre Umgebung wahr, ist aber vollständig in ihrem eigenen Körper gefangen. Allein dieser Gedanke sorgt für eine beklemmende Atmosphäre, die sich durch große Teile der Geschichte zieht.

Der Einstieg fiel mir allerdings etwas schwer. Die Handlung entwickelt sich zunächst recht langsam, und ich hätte mir gerade am Anfang deutlich mehr Spannung gewünscht. Die Prämisse bietet so viel Potenzial, dass ich anfangs darauf gewartet habe, dass die Geschichte schneller Fahrt aufnimmt. Dadurch wirkte der Start für mich etwas zäh.

Im Verlauf entfaltet sich die Geschichte jedoch immer stärker. Besonders interessant ist die psychologische Komponente: Tamsin ist Psychiaterin und erkennt selbst, dass ihr Gedächtnisverlust kein Zufall sein könnte. Der Gedanke, dass das eigene Unterbewusstsein eine Erinnerung so sehr verdrängt, dass es den Körper praktisch abschaltet, ist gleichermaßen faszinierend wie unheimlich.

Auch die emotionale Ebene funktioniert gut. Die Sorge um ihre Tochter und die drohende Entscheidung ihres Mannes, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden, erzeugen spürbaren Druck. Dadurch entsteht ein Wettlauf gegen die Zeit, allerdings nicht in der Außenwelt, sondern in Tamsins Erinnerungen.

Besonders gelungen fand ich die beklemmende Perspektive: Die völlige Hilflosigkeit der Protagonistin wird sehr eindringlich vermittelt. Gleichzeitig baut sich nach und nach ein Spannungsbogen auf, der immer mehr Fragen aufwirft: Was ist wirklich passiert? Und warum scheint die Wahrheit so gefährlich zu sein?

Insgesamt ist es ein Thriller mit einer starken Idee, interessanten psychologischen Ansätzen und einer düsteren Grundstimmung. Der etwas schleppende Einstieg kostet zwar etwas Tempo, doch im weiteren Verlauf entwickelt sich eine fesselnde Geschichte, die zum Miträtseln einlädt.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Freundschaft als leiser Wendepunkt

Narbenmädchen
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Der Jugendroman erzählt eine intensive Geschichte über Selbstverletzung, Isolation und die vorsichtige Annäherung an Hoffnung. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Lara, die für vier Wochen in eine Kurklinik ...

Der Jugendroman erzählt eine intensive Geschichte über Selbstverletzung, Isolation und die vorsichtige Annäherung an Hoffnung. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Lara, die für vier Wochen in eine Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche muss. Schon zu Beginn wird klar: Lara begegnet der Therapie mit Sarkasmus, Widerstand und einer gehörigen Portion Trotz. Dass sie Rasierklingen in die Klinik schmuggelt, zeigt, wie tief sie in ihren eigenen Mustern gefangen ist.

Die Geschichte überzeugt vor allem durch seine direkte und unverstellte Perspektive. Lara wirkt glaubwürdig, widersprüchlich und verletzlich, manchmal hart, manchmal überraschend reflektiert. Gerade diese Mischung macht sie zu einer authentischen Figur. Ihre Gedanken sind oft zynisch, manchmal wütend, aber immer nachvollziehbar. Dadurch entsteht ein realistisches Bild einer Jugendlichen, die zwar Hilfe braucht, sie aber zunächst kaum annehmen kann.

Besonders interessant wird die Geschichte durch Laras Begegnungen mit Neo und Finn. Während die offiziellen Therapiegespräche sie eher frustrieren, entwickeln sich zwischen den Jugendlichen ehrliche Gespräche, in denen plötzlich Dinge ausgesprochen werden, die vorher keinen Platz hatten. Diese Dynamik wirkt natürlich und zeigt, wie wichtig Gleichaltrige und echte Verbindungen im Heilungsprozess sein können.

Das Buch behandelt ein sensibles Thema mit viel Ernsthaftigkeit. Die Darstellung der Selbstverletzung ist deutlich, ohne sensationsheischend zu sein. Statt dramatischer Zuspitzungen setzt die Geschichte eher auf kleine, glaubwürdige Schritte und leise Veränderungen. Genau das macht die Entwicklung der Figuren nachvollziehbar.

Manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe in einzelnen Nebenfiguren oder Therapiesituationen gewünscht. Einige Aspekte bleiben eher angerissen, obwohl sie viel Potenzial gehabt hätten. Trotzdem schafft es das Buch, emotional zu berühren und gleichzeitig eine gewisse Hoffnung zu vermitteln.

"Narbenmädchen" ist kein leichter Roman, aber ein ehrlicher. Er zeigt, dass Heilung selten geradlinig verläuft und dass manchmal gerade unerwartete Begegnungen etwas in Bewegung bringen können.

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