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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2018

Italienischer Urlaubsspaß

Nie wieder Amore!
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Das tolle Buchcover ist ein echter Eyecatcher und lässt uns eine unterhaltsame Urlaubslektüre erwarten. An einem Strand mit zahlreichen Badegäste sitzt ein betagtes Rentnerehepaar im flachen Wasser und ...

Das tolle Buchcover ist ein echter Eyecatcher und lässt uns eine unterhaltsame Urlaubslektüre erwarten. An einem Strand mit zahlreichen Badegäste sitzt ein betagtes Rentnerehepaar im flachen Wasser und blickt aufs Meer. Das Ruder ist schon griffbereit, aber erst wird mit dem Fernglas noch nach möglichen Gefahren ausgeschaut.
Das Cover passt übrigens gut zu den anderen Büchern von Tessa Hennig , wie z.B. „Mit Oma in Roma“

Und schon der erste Satz : „Wenn der Weg zum Discounter zum Highlight des Tages
wird, ist irgendetwas faul an deinem Leben.“ zeigt dass wir richtig liegen. Liegen ist ein gutes Stichwort: diesen tollen Ferienschmöker liest man natürlich am besten am Strand.
Und dieser erste Satz ist ein Beispiel für den netten Schreibstil.
Rentnerin Moni Renner hat jetzt viel Zeit zum Nachdenken. Und da fällt ihr Vincenzo wieder ein, einstmals ihre große Liebe, von dem sie glaubt, dass er tot sei. Umso überraschter ist sie, als sie die Nachricht erreicht, dass Vincenzo gar nicht tot ist, sondern lebt. Und dann ist sie verärgert und macht sich mit ihrem Enkel Jan nach Palermo auf, um den Mann zu suchen. Dabei gilt es allerhand Abenteuer zu bestehen.
Der Autorin gelingt es wie nebenbei, uns die Landschaft und die Menschen näher zu bringen und uns Lust auf Italien zu machen.
Dieser Roman ist einfach herrlich- beides. Er ist sehr amüsant und liest sich nur so weg.
Wie schon gesagt, ein toller Ferienschmöker.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Unerwartet

Mein Freund Rilke
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Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Ich bin ein Fan von Rainer Maria Rilke und war wirklich sehr gespannt , ihn in einer neuen, modernen Perspektive kennenzulernen. Ich hätte auch nicht erwartet , ...

Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Ich bin ein Fan von Rainer Maria Rilke und war wirklich sehr gespannt , ihn in einer neuen, modernen Perspektive kennenzulernen. Ich hätte auch nicht erwartet , dass man das mit einer Graphic Novel so gekonnt ermöglichen kann.
Die Journalistin Ellen soll einen Artikel über Rainer Maria Rilke schreiben, den sie zwar namentlich kennt , dessen Werk ihr aber völlig unbekannt ist. Und dann beginnt eine Liebesgeschichte zwischen ihr und dem berühmten Poeten über zwei zeitebenen hinweg.
Das ist schon ein ziemliches Experiment , an das sich die Autorin Melanie Garanin anlässlich Rilkes 150. Geburtstages heranwagt. Der Leser muss schon offen sein für diese Idee, sonst wird er keinen Gefallen an dem Buch finden. Einerseits weil die Geschichte zwischen zwei Welten spielt und andererseits weil der Leser sich schon ziemlich konzentrieren muss, um dieser Geschichte folgen zu können. Grafisch gibt es aber Hilfestellungen durch Darstellungen in bunt und sepia.
Melanie Garanin wagt es, die Genre Biografie, Fiktion und Comic miteinander zu verbinden.
Die Art der Zeichnungen , eher leicht dahingezauberte Skizzen, sprechen mich sehr an. Sie folgen in ihrer Farbigkeit dem Lauf der Beziehung zwischen den Beiden. Man erfährt Einiges über den Lebensweg und die Gedichte des berühmten Dichters. Nicht viel davon war neu für mich , die Art und Weise der Darstellung hat mich nach anfänglicher Überraschung sehr angesprochen. Hervorragend gelungen sind die Einschubpassagen und die unterschiedlichen Schriftarten.
Diese Art „Biographie“ wird dazu beitragen , den Poeten neu zu entdecken , vielleicht sogar eine neue Leserschaft anzusprechen und zu ermutigen , sich mit Klassikern zu beschäftigen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2019

Herrlich schrullig

Bülent Rambichler und der störrische Karpfen
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Hauptkommissar Bülent Rambichler hat eine 100% ige Aufklärungsquote .Bei einem Mordfall bisher, ist das keine Leistung , aber er glaubt , dass er sich auf dieser Quote ausruhen kann und will bequem am ...

Hauptkommissar Bülent Rambichler hat eine 100% ige Aufklärungsquote .Bei einem Mordfall bisher, ist das keine Leistung , aber er glaubt , dass er sich auf dieser Quote ausruhen kann und will bequem am Schreibtisch die restliche Zeit bis zur Pension absitzen. Irrtum; sein Chef macht ihn zum Leiter der neu gegründeten Spezialeinheit „Landfrieden“ . Nun hat er einen neuen Fall: Der zweite Bürgermeister von Strunzheim, der Bubbler Schorsch, wurde mausetot in einem Fischkasten am Weiher gefunden. Leider hatte der Bubbler Schorsch seinen letzten Streit mit Bülents Vater Erkan.
Tolles Buchcover ; der Karpfen mit dem Geweih fällt sofort ins Auge. Schon die Leseprobe war ein Schmankerl für die Freunde von Regionalkrimis. Die Autorin schreibt flüssig und total witzig . Anja Bogner hat wirklich ein starkes Talent, die Dinge direkt zu benennen und die Figuren stark überzeichnet, aber liebevoll darzustellen. Nett auch die „Hilfestellungen“ für Nicht-Franken. Der Krimi kommt sehr schrullig daher mit einer Menge an regionalen Redewendungen. Die
Gute Unterhaltung ist garantiert.
Der zweite Fall für Bülent Rambichler – aber hoffentlich nicht der letzte.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Empathisch und warmherzig

Mulans Töchter
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Mulan, in Europa bekannt als tugendhafte und mutige Heldin aus dem gleichnamigen Disney-Film , lebte im fünften Jahrhundert. Ihr Name bedeutet „Blüte des Mangolienbaumes“. Sie stammt aus einem kleinen ...

Mulan, in Europa bekannt als tugendhafte und mutige Heldin aus dem gleichnamigen Disney-Film , lebte im fünften Jahrhundert. Ihr Name bedeutet „Blüte des Mangolienbaumes“. Sie stammt aus einem kleinen Dorf im Norden Chinas. Im Kampf gegen die feindlichen Horden eines wilden Volkes zog sie getarnt als Mann an der Stelle ihres Vaters , der zu alt und zu krank dafür war, in den Krieg. Sie wurde Heerführerin . Für ihre Hingabe und ihren Mut wird sie bis heute von vielen Chinesen verehrt. Schön, dass die Ballade von Mulan in das Buch eingebunden wurde.
Das ist der Ausgangspunkt für die Reportage der niederländischen Autorin Bettine Vriesekoop über das weibliche China . Dieses Land und seine Leute faszinierten sie schon als erfolgreiche Tischtennisspielerin, später studierte Bettine Sinologie und arbeitete längere Zeit in Peking. Sie weiß also wovon sie schreibt und hat gut recherchiert

Wir wissen wenig über China und über die Frauen des Landes noch weniger. „Gebundene Füße“ kommen uns in den Sinn. Aber :Was zeichnet selbstbestimmte Frauen in China aus? Wie verändern sie das Gesicht Chinas?
Bei der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt die Autorin sich besonders mit Frauen der neuen Mittelklasse und interviewt unverheiratete Frauen zwischen zwanzig und fünfunddreißig Jahren und zwei Expertinnen für Frauenfragen .
Schwerpunkt ist für Vriesekoop die Verknüpfung der Selbstbestimmung der Frau mit der freien Auslebung ihrer Sexualität . Eine Thematik , die für diese Frauen das Problem darstellt , das wir aus vielen Kulturen kennen : die Orientierung an historischen Vorbildern auf der einen und der Wunsch nach Modernität auf der anderen Seite.
Durch die Gespräche wird uns klar, dass die Chinesinnen immer noch stark in alte Rollenmuster eingezwängt sind. Sie tragen die Folgen „Ein-Kind-Politk“, werden „Shengnü“- Essensrestchen genannt , wenn sie -gutausgebildet, unabhängig und erfolgreich- keinen Mann finden , weil die lieber nach „unten“ heiraten. Auch im heutigen China entscheiden Eltern häufig, wen ihre Tochter heiratet.

Veröffentlicht am 25.07.2018

Ins Dunkel –im doppelten Sinn

Ins Dunkel
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aron Falk, verantwortlich für Steuerfahndung bei der Federal Police in Melbourne in Australien, ermittelt diesmal Im feuchten Regenwald.
Bei ihrem Debütroman „Hitze“ schickte die Autorin Jane Harper ihn ...

aron Falk, verantwortlich für Steuerfahndung bei der Federal Police in Melbourne in Australien, ermittelt diesmal Im feuchten Regenwald.
Bei ihrem Debütroman „Hitze“ schickte die Autorin Jane Harper ihn noch ins trockene und staubige Outback Australiens geschickt.
Statt Hitze diesmal Wald wohin das Auge schaut: düster, kalt, feucht – irgendwie unheimlich – und ohne Mobilnetz.
Wie schon im letzten Buch, kann man bei Harper die natürliche Umgebung fast am eigenen Leib spüren.

Ausgangspunkt ist ein sogenanntes Teambuilding-Trainung einer Firma. Je eine Männer- und eine Frauengruppe haben die Aufgabe, nur mit Zelten, Karte und Kompass ausgerüstet, 3 Tage lang durch die Wildnis wandern. Am 4. Tag werden alle wieder wohlbehalten zurück erwartet. Doch von der Frauengruppe fehlt eine der 5 Frauen
Diese fehlende Frau , Alice, erweist sich als Schlüssel der Verbindung zu Falk und seiner Partnerin Carmen. Sie sollte ihm Informationen über eine mögliche Geldwäsche ihrer Firma vorkommen besorgen.
Die Geschichte wird abwechselnd in zwei Ebenen erzählt: die Ebene der Ermittlungen beginnt am 4. Tag mit dem Eintreffen von Falk, und die der Erzählung der Wanderung der Frauengruppe. Beide Ebenen wechseln sich ab , sodass die Spannung erhöht wird n, ohne dass ich von einem Thriller sprechen würde.
Die unterschiedlichen Charaktere, vor allem der Frauen sind psychologisch realistisch und nachvollziehbar dargestellt.
Das Cover ist passend gewählt, ebenso wie der Titel, denn Dunkel ist nicht nur der Wald und seine Geheimnisse, sondern auch der Steuerdschungel ,der vermutet wird.

Der Krimi beginnt spannend, lässt aber im Mittelteil deutlich nach, weil nicht viel passiert. Doch im letzten Drittel legt er wieder zu; deshalb gibt es noch 4 Sterne.