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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2020

Eine tolle Handlung mit einem humorvollen Protagonisten

Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer (Rick Riordan Presents: abenteuerliche Götter-Fantasy ab 12 Jahre)
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Inhalt: Zane Obispo lebt mit seiner Mutter, seinem Onkel und zwei schrulligen Nachbarn in einer kleinen Siedlung in der Nähe eines Vulkans inmitten der Wüste von New Mexico. Da er wegen seiner ungleich ...

Inhalt: Zane Obispo lebt mit seiner Mutter, seinem Onkel und zwei schrulligen Nachbarn in einer kleinen Siedlung in der Nähe eines Vulkans inmitten der Wüste von New Mexico. Da er wegen seiner ungleich langen Beine in der Schule gemobbt wurde, unterrichtet ihn seine Mutter von zu Hause aus. Dies soll sich allerdings jetzt ändern, da eine renommierte Schule ihm ein Stipendium gewährt hat. Dort spricht ihn die mysteriöse Brooks an, die nicht in den Unterlagen der Schule auftaucht, was für Zane der Beginn einer abenteuerlichen Reise in die Götterwelt der Maya ist.

Persönliche Meinung: Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive Zanes erzählt, der die Geschichte komisch, selbstironisch und flapsig erzählt. Die Erzählweise ist dadruch flüssig und erfrischend, gewürzt mit der richtigen Prise Humor. Auch Nebencharaktere - wie die beiden Nachbar Mr Ortiz und Miss Cab oder der Zanes Onkel Hondo - sind schön skurril dargestellt und tragen mit ihren Dialogen lockeren Atmosphäre der Handlung bei. Der Plot "Außenseiter reist in die Welt der Götter und erkennt seine wahre Herkunft" ist bewusst an das Percy Jackson-Universum von Rick Riordan angelehnt, was sehr gut gelungen ist. Dabei geht J.C. Cervantes aber auch eigene Wege: Die Götter sind sowohl Schöpfer, als auch Weltenzerstörer; die "aktuelle" Welt interessiert sie daher nur bedingt. Schön war auch der kleine Plottwist am Ende, wodurch man die Handlung anders beurteilt hat. Die Erzählsituation ist auch eine besondere: Zane schreibt seine Geschichte für die Götter auf (warum, möchte ich nicht spoilern), weshalb immer wieder direkt an die Götter gerichtete Kommentare eingestreut werden. Insgesamt ist "Zane gegen die Götter - Sturmläufer" eine tolle Hommage an Percy Jackson, die es aber dennoch schafft, eigene Wege zu gehen.

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Veröffentlicht am 02.12.2019

Ein Thriller zum Miträtseln

Rapunzel, mein (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 2)
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"Rapunzel, mein" ist der zweite Band um das Profilerduo Jan Grall und Rabea Wyler. Nach den Ereignissen von "Der Alphabetmörder" gehen die beiden allerdings zunächst getrennte Wege. Im Zentrum des Thrillers ...

"Rapunzel, mein" ist der zweite Band um das Profilerduo Jan Grall und Rabea Wyler. Nach den Ereignissen von "Der Alphabetmörder" gehen die beiden allerdings zunächst getrennte Wege. Im Zentrum des Thrillers findet sich ein makabrer Mord: Nahe eines Märchenparks wird eine junge Frau ohne Hände gefunden, die mit ihrem eigenen Haaren erdrosselt worden ist. Rabea fühlt sich an das Schicksal ihrer blondhaarigen Schwester erinnert, die vor zwanzig Jahren spurlos verschwunden ist und von der man nur eine abgetrennte Hand gefunden hatte, und beginnt eigenständig mit der Ermittlung. Hierbei involviert sie auch ihren ehemaligen Kollegen Jan. Beide treffen in ihren Ermittlungen aus dubiose Gestalten und menschliche Abgründe. Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Wer ist der mysteriöse Nimrod, der Morde voraussehen kann? Was hat es mit dem scheinbar alles und jeden beobachtenden "Turm des Schweigens" zu tun?

Der Schreib- und Erzählstil ist sehr angenehm und alltagsnah. Er trägt dazu bei, dass der Thriller ein wahrer Pageturner ist!

Den ersten Band der Reihe hatte ich nicht gelesen (werde ich aber schnellstens nachholen!). Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, mir würden Informationen fehlen. Die Anspielungen auf den "Alphabetmörder" sind genau richtig ausgewählt: Die Ausgangslage der Protagonisten wird verständlich, ohne dass die Lust vergeht, den "Alphabetmörder" "nachzulesen". Weiterhin lädt der Roman zum Miträtseln ein und streut seine Brotkrumen, hält aber dennoch einige Überraschungen bereit. Kleinere Kritikpunkte, auf die ich zwecks Vermeidung von Spoilern nicht eingehen kann, fallen vor dem Hintergrund des "Gesamtkunstwerks" für mich zurück, sodass ich dieses Buch jedem Thriller-/Krimi-Fan ans Herz legen kann!

Veröffentlicht am 19.06.2026

Ein schöner Einblick in das Werk Mörikes

Ein Frühlingstag mit Eduard Mörike
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“Ein Frühlingstag mit Eduard Mörike” ist eine Anthologie mit Frühlingstexten von Eduard Mörike. Unterteilt ist das Büchlein in vier Kapitel. Den Auftakt macht “Die Natur erwacht!”, in dem sich Naturgedichte ...

“Ein Frühlingstag mit Eduard Mörike” ist eine Anthologie mit Frühlingstexten von Eduard Mörike. Unterteilt ist das Büchlein in vier Kapitel. Den Auftakt macht “Die Natur erwacht!”, in dem sich Naturgedichte finden. Um ein paar Beispiele zu nennen: Wir begeben uns in “Fußreise” auf eine assoziative Wanderung, in “Mein Fluss” lauschen wir den sehnsuchtsvollen Klängen eines lyrischen Ichs und in “Waldplage” wird humorvoll eine Schnarkenjagd beschrieben. Im zweiten Kapitel “Zarte Knospen der Liebe” stehen Texte im Vordergrund, die sich um Liebe drehen. So ein Auszug aus Mörikes einzigem Roman “Maler Nolten”, in dem sich der Protagonist in einer Dreiecksbeziehung wiederfindet, das Gedicht “Nur zu!”, in dem Liebe als Wagnis analogisiert wird, oder ein Auszug aus der Novelle “Mozart auf der Reise nach Prag”, in dem die spielerischen Annäherungsversuche der in Neapel lebenden Menschen dargestellt werden. Im dritten Kapitel “Der Winter vergeht, Neues beginnt…” finden sich ebenfalls Gedichte und Auszüge aus Prosatexten wie z. B. das Gedicht “Zitronenfalter im April”, ein weiterer Auszug aus “Maler Nolten”, in dem dieser, erquickt vom Frühling, einen Neuanfang wagt, und ein Auszug aus der Erzählung “Das Stuttgarter Hutzelmännlein”, in dem eine Begegnung mit der Wasserfrau aus dem Blautopf behandelt wird. Den Abschluss bildet das Kapitel “Frühlingsschauer”. Neben der atmosphärischen Elegie “Am Grab von Schillers Mutter” sind hier ein Auszug aus “Das Stuttgarter Hutzelmännlein”, in dem der Protagonist Seppe meint, seine Braut gefunden zu haben, sowie das melodische Gedicht “An eine Äolsharfe” abgedruckt. Mörikes Texte - gerade die Gedichte - zeichnen sich durch eine sprachliche Komplexität aus. Außerdem findet sich häufig ein religiöser Bezug. Insgesamt ist “Ein Frühlingstag mit Eduard Mörike” eine abwechslungsreiche Sammlung eher wehmütiger Texte, die einen schönen Einblick in das Werk Mörikes geben.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Ein einfühlsamer und eindrücklich erzählter Roman

Laute Nächte
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Inhalt: Für die Zeit nach dem Abitur haben sich Kenni und seine Freundin fest vorgenommen, einen Roadtrip mit dem Camper zu machen. Doch kurz bevor die Reise losgehen soll, stirbt Kennis Freundin unerwartet ...

Inhalt: Für die Zeit nach dem Abitur haben sich Kenni und seine Freundin fest vorgenommen, einen Roadtrip mit dem Camper zu machen. Doch kurz bevor die Reise losgehen soll, stirbt Kennis Freundin unerwartet - wodurch auch ein Teil von Kenni verloren geht. Nach einem Jahr des Trauerns wagt er einen Tapetenwechsel und zieht von München nach Wien, in eine WG. Auch dort droht ihn der Verlust immer wieder zu überwältigen, wären da nicht die anderen WG-Mitglieder…

Persönliche Meinung: “Laute Nächte” ist ein Roman von Anne Freytag. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von Kenni, einem Zwanzigjährigen, der zu Beginn des Romans gerade nach Wien gezogen ist. Die Handlung erstreckt sich über etwas mehr als zwanzig Jahre, wobei wir Kenni zu unterschiedlichen Zeiten seines Lebens kennenlernen: Orientierungs- und haltlos nach dem Tod seiner Freundin (2002), neun Jahre später während seiner ersten (unsicheren) Schritte als Maler sowie in der Gegenwart als renommierter Künstlers. Insbesondere hat mir dabei der erste Teil - die WG-Zeit - gefallen. Die WG ist ein bunter Haufen, der sich mehr und mehr von einer Wohngemeinschaft zu einer Freundesgruppe entwickelt, wobei sich hier gekonnt Augenblicke voller Leichtigkeit mit trübsinnigen Momenten abwechseln. Im Fortgang des Romans wechselt die Handlung von einer Freundes-/Coming of Age-Geschichte hin zu einer Liebesgeschichte, die Tragik und Hoffnung in sich vereint. Besonders stark werden im Roman die Gefühle Kennis dargestellt: die tiefe Trauer um die Freundin, mit der er sich alleine fühlt; die Enttäuschung über die Abkehr alter Freunde, die ihr Leben weiterleben, als wäre nicht passiert; die Unsicherheit, ob er sich “einfach so” neu verlieben darf, und - sehr eindrücklich - die Schuldgefühle, die er verspürt, wenn er an die negativen Seiten der Beziehung mit der verstorbenen Freundin denkt. Der Schreibstil von Anne Freytag ist anschaulich und flüssig zu lesen, sodass man nur so durch Kennis Leben fliegt. Insgesamt ist “Laute Nächte” ein einfühlsamer und abwechslungsreicher Roman, der große Gefühle eindrücklich erzählt.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Eine frühlingshafte Einführung in das Werk Fontanes

Ein Frühlingstag mit Theodor Fontane
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“Ein Frühlingstag mit Theodor Fontane” ist eine Anthologie von Frühlingstexten (hauptsächlich Gedichte und Auszüge aus Prosawerken) von Theodor Fontane. Den Auftakt macht das Kapitel “Der Frühling eines ...

“Ein Frühlingstag mit Theodor Fontane” ist eine Anthologie von Frühlingstexten (hauptsächlich Gedichte und Auszüge aus Prosawerken) von Theodor Fontane. Den Auftakt macht das Kapitel “Der Frühling eines Lebens”, in dem sich Auszüge aus Fontanes autobiografischen Roman “Meine Kinderjahre” finden. So wird hier u.a. von der Geschäftigkeit auf der Swine, Abenteuern mit Spielgefährten sowie Erfahrungen mit einem beliebten Lehrer erzählt. Im nächsten Kapitel “Zeit der Hoffnung” finden sich vermehrt Gedichte wie “Glück”, in dem eine idyllische Landschaft beschrieben wird, oder “Frühlingslieder”, in dem das Aufblühen der Natur mit einer politischen Erneuerung einhergeht. Außerdem ist hier ein Auszug aus dem Roman “Quitt”, in dem die Hoffnung auf Liebe behandelt wird. Im dritten Kapitel “Ein Fest der Liebe” finden sich drei Auszüge aus Prosawerken: Die Bienenepisode aus “Der Stechlin”, das Maifest aus “Grete Minde” sowie eine Episode aus den “Wanderungen durch die Mark Brandenburg”, in der ein Zwist zwischen Adligen einen Schatten auf den Rheinsberger Hof wirft. “Trost des Frühlings”, das vierte Kapitel, ist zugleich auch das kürzeste: Abgedruckt ist hier lediglich ein namenloses Gedicht, das appelliert, bei Enttäuschungen nicht die Flinte ins Korn zu werfen. Im letzten Kapitel “Ein letztes Aufblühen” steht das vergangene Leben der Protagonisten im Mittelpunkt: Effi Briest schaukelt ein letztes Mal an ihrem Kindheitsort, Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III besuchen kurz vor Luises das Dorf Paretz und Dubslav von Stechlin sinniert mit seinem Diener über Wörter, die nicht mehr benutzt werden. Insgesamt ist ”Ein Frühlingstag mit Theodor Fontane” eine abwechslungsreiche Frühlingsantholgie, die gerade durch die Auszüge aus den Prosatexten Fontanes eine schöne Einführung in sein Werk ist.

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