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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2019

Ein Thriller zum Miträtseln

Rapunzel, mein (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 2)
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"Rapunzel, mein" ist der zweite Band um das Profilerduo Jan Grall und Rabea Wyler. Nach den Ereignissen von "Der Alphabetmörder" gehen die beiden allerdings zunächst getrennte Wege. Im Zentrum des Thrillers ...

"Rapunzel, mein" ist der zweite Band um das Profilerduo Jan Grall und Rabea Wyler. Nach den Ereignissen von "Der Alphabetmörder" gehen die beiden allerdings zunächst getrennte Wege. Im Zentrum des Thrillers findet sich ein makabrer Mord: Nahe eines Märchenparks wird eine junge Frau ohne Hände gefunden, die mit ihrem eigenen Haaren erdrosselt worden ist. Rabea fühlt sich an das Schicksal ihrer blondhaarigen Schwester erinnert, die vor zwanzig Jahren spurlos verschwunden ist und von der man nur eine abgetrennte Hand gefunden hatte, und beginnt eigenständig mit der Ermittlung. Hierbei involviert sie auch ihren ehemaligen Kollegen Jan. Beide treffen in ihren Ermittlungen aus dubiose Gestalten und menschliche Abgründe. Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Wer ist der mysteriöse Nimrod, der Morde voraussehen kann? Was hat es mit dem scheinbar alles und jeden beobachtenden "Turm des Schweigens" zu tun?

Der Schreib- und Erzählstil ist sehr angenehm und alltagsnah. Er trägt dazu bei, dass der Thriller ein wahrer Pageturner ist!

Den ersten Band der Reihe hatte ich nicht gelesen (werde ich aber schnellstens nachholen!). Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, mir würden Informationen fehlen. Die Anspielungen auf den "Alphabetmörder" sind genau richtig ausgewählt: Die Ausgangslage der Protagonisten wird verständlich, ohne dass die Lust vergeht, den "Alphabetmörder" "nachzulesen". Weiterhin lädt der Roman zum Miträtseln ein und streut seine Brotkrumen, hält aber dennoch einige Überraschungen bereit. Kleinere Kritikpunkte, auf die ich zwecks Vermeidung von Spoilern nicht eingehen kann, fallen vor dem Hintergrund des "Gesamtkunstwerks" für mich zurück, sodass ich dieses Buch jedem Thriller-/Krimi-Fan ans Herz legen kann!

Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein spannender YA-Thriller

Liars all around me
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Inhalt: Avery, Musterschülerin und Tochter der Bürgermeisterin der Kleinstadt Harborview, hat ein Problem - eins, wofür sie am liebsten eine Pistole hätte. Also fragt sie kurzerhand den Außenseiter Ryle, ...

Inhalt: Avery, Musterschülerin und Tochter der Bürgermeisterin der Kleinstadt Harborview, hat ein Problem - eins, wofür sie am liebsten eine Pistole hätte. Also fragt sie kurzerhand den Außenseiter Ryle, ob dieser ihr eine besorgen könnte. Was eine Leichtigkeit für ihn sein sollte: Schließlich hat er, so erzählt man sich in Harborview, den Sommer im Jugendknast verbracht und ist schon in das ein oder andere Haus eingebrochen. Doch Ryle lässt Avery abblitzen. Als eine Woche später Averys größte Rivalin tot aufgefunden wird, ist Ryle sich sicher, dass Avery etwas damit zu tun hat, doch sie beteuert ihre Unschuld…

Persönliche Meinung: “Liars all around me” ist ein YA-Thriller von Clara Blais. Im Mittelpunkt des Thrillers stehen die beiden jugendlichen Protagonisten Ryle und Avery, aus deren Ich-Perspektive die Handlung erzählt wird. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie ist ehrgeizig, will den besten Abschluss bekommen, steht aber dadurch permanent unter Druck; er ist ein Außenseiter, von der Welt vergessen und maximal kritisch beäugt, der andere Probleme als Schule hat. Durch ihre individuellen Sorgen, Ängste aber auch Hoffnungen sind beide Figuren sehr lebendig. Die Handlung setzt sich aus zwei Elementen zusammen. Auf der einen Seite haben wir den Mordfall um die getötete Rivalin von Avery, den Avery und Ryle versuchen zu lösen (dabei kommt eine besondere Brisanz und Spannung dadurch auf, dass Ryle Avery trotz ihrer Beteuerungen permanent verdächtigt). Während der Ermittlungen der beiden wird offenbar, dass viele Menschen in ihrem Umfeld (kleinere und größere) Geheimnisse verbergen, sodass man als Lesender nie so ganz weiß, wem man vertrauen kann. Auf der anderen Seite beinhaltet “Liars all around me” auch eine Liebesgeschichte, die sich mit Höhen und Tiefen zart zwischen Ryle und Avery entwickelt. Die Handlung ist dementsprechend abwechslungs- und wendungsreich und endet mit einem überraschenden Twist. Der Schreibstil von Clara Blais ist sehr anschaulich und lebendig (wobei insbesondere die tollen Dialoge herausstechen). Insgesamt ist “Liars all around me” ein fesselnder und überraschender YA-Thriller mit lebendigen Protagonisten.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Eine religiöse Erzählung über eine innere Wandlung

Die Lichtflamme. Eine Ostergeschichte
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“Die Lichtflamme” ist eine religiöse Erzählung von Selma Lagerlöf. Sie handelt von Raniero, einem draufgängerischen, rücksichtslosen Mann, der sein Umfeld durch sein Verhalten tyrannisiert. Als seine Frau ...

“Die Lichtflamme” ist eine religiöse Erzählung von Selma Lagerlöf. Sie handelt von Raniero, einem draufgängerischen, rücksichtslosen Mann, der sein Umfeld durch sein Verhalten tyrannisiert. Als seine Frau ihn verlässt, schließt er sich dem Ersten Kreuzzug an und zieht als einer der Ersten in Jerusalem ein. Dort entzündet er am Heiligen Grab eine Lichtflamme, die er zurück nach Florenz bringen möchte. Auf diesem Weg geschieht Raniero allerlei Wundersames, sodass eine Läuterung bei ihm einsetzt. Die Erzählung hat dadurch einen legendarischen Charakter. Erzählt wird die Handlung linear, von einem allwissenden Erzähler, der zwischendurch als Ich durchblitzt. Die Wortwahl ist etwas altertümlich, allerdings für die Handlungszeit passend. Bei allen archaischen Elementen merkt man der Erzählung aber auch ihre Modernität an: Das rücksichtslose Verhalten Ranieros - insbesondere seiner Frau gegenüber - wird deutlich als solches markiert und verurteilt. Auch die Kreuzzüge werden nicht gutgeheißen, wobei Lagerlöf einen interessanten erzählerischen Kniff benutzt: Die Figur eines Narren kritisiert den Ersten Kreuzzug, indem er einen Dialog zwischen Petrus und Jesus Christus darstellt, in welchem Petrus die Eroberung Jerusalems als Blutbad bewertet. Abgerundet wird die Ausgabe des Reclam Verlags durch ein kurzes Nachwort, in dem einerseits der Lebensweg von Selma Lagerlöf skizziert und andererseits das florentinische Fest “Scoppio del Carro” vorgestellt wird, dessen Entstehungsgeschichte den Hintergrund der Erzählung bildet. Insgesamt ist “Die Lichtflamme” eine sich behutsam entfaltende Erzählung über eine innere Wandlung, die man - insbesondere aufgrund des Schlusskapitels - gerade als Osterlektüre empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Sechs schöne Geschichten zum Vorlesen

Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden
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“Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden” beinhaltet sechs Bildergeschichten von Beatrix Potter. Den Auftakt macht dabei die weltbekannte Erzählung “Die Geschichte von Peter Hase”, in der der titelgebende ...

“Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden” beinhaltet sechs Bildergeschichten von Beatrix Potter. Den Auftakt macht dabei die weltbekannte Erzählung “Die Geschichte von Peter Hase”, in der der titelgebende Hase in den Garten von Mr McGregor geht - obwohl die Mutter ihn strikt davor gewarnt hatte. Man vermutet es schon: Der Ausflug wird nicht problemlos verlaufen, sodass “Die Geschichte von Peter Hase” eine kleine Abenteuergeschichte wird. Die zweite Erzählung, “Die Geschichte von Benjamin Bunny”, schließt an die erste an: Peter Hase und sein Cousin Benjamin Bunny machen sich erneut auf den Weg in Mr McGregors Garten, um Salat zu mümmeln. Auch hier geraten die beiden in eine brenzlige Situation, aus der sie sich nicht selbst befreien können. Den Abschluss bildet “Die Geschichte von den Flopsy-Häschen”, den Kindern von Benjamin Bunny. Auch diese verirren sich in den Garten von Mr McGregor, wo sie von ihm gefangen werden. Zum Inhalt möchte ich darüber hinaus nicht zu viel verraten. Nur: Die Erzählung ist im Kern eine Schelmengeschichte. In den folgenden Geschichten wird ein Perspektivwechsel vorgenommen. Helden von “Die Geschichte von den beiden frechen Mäusen” und “Die Geschichte von Johnny Stadtmaus” sind Mäuse. Bei beiden handelt es sich um humorvolle Geschichten. Während in der einen Mäuse in ein Puppenhaus einbrechen, lebt die andere von der augenzwinkernd dargestellten Differenz von Stadt- und Landmäusen. Den Abschluss bildet “Die Geschichte von Jemima Matschel-Ente”, in der eine naive Ente auf Nistplatzsuche ist - mit potentiell dramatischen Konsequenzen. Die Geschichten eint: Die Welt, in der sie spielen, wird idyllisch beschrieben, ist irgendwie noch heil. Klar, Mr McGregors Garten, die Stadt oder der Nistplatz sind Paradies, Versuchung und Gefahr zugleich, aber irgendwie kommt es dann doch zu einem Happy End (sodass sich die Geschichten auch gut zum Vorlesen eignen). Die idyllischen Beschreibungen werden auch in den zahlreichen Aquarellen ausgebreitet, die die Handlung illustrieren. Zwar sind die Hauptfiguren durch ihre Kleidung und ihre Art zu denken vermenschlicht, doch jedem gezeichneten Tier wohnt - in Körperhaltung und Ausdruck - ein realistischer/naturalistischer Zug inne. Abgerundet wird der Band durch ein Nachwort der Übersetzerin Bettina Wilpert, in der kurz das Leben von B. Potter, ihr Zeichenstil sowie die Entstehung ihrer Geschichten eingegangen wird. Insgesamt ist “Ostern mit Peter Hase” eine feine Sammlung von Tiergeschichten, die man schön vorlesen kann.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Eine feine Sammlung von Ostergeschichten

Ostern mit Peter Hase
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“Ostern mit Peter Hase” beinhaltet drei Bildergeschichten von Beatrix Potter. Den Auftakt macht dabei die weltbekannte Erzählung “Die Geschichte von Peter Hase”, in der der titelgebende Hase in den Garten ...

“Ostern mit Peter Hase” beinhaltet drei Bildergeschichten von Beatrix Potter. Den Auftakt macht dabei die weltbekannte Erzählung “Die Geschichte von Peter Hase”, in der der titelgebende Hase in den Garten von Mr McGregor geht - obwohl die Mutter ihn strikt davor gewarnt hatte. Man vermutet es schon: Der Ausflug wird nicht problemlos verlaufen, sodass “Die Geschichte von Peter Hase” eine kleine Abenteuergeschichte wird. Die zweite Erzählung, “Die Geschichte von Benjamin Bunny”, schließt an die erste an: Peter Hase und sein Cousin Benjamin Bunny machen sich erneut auf den Weg in Mr McGregors Garten, um Salat zu mümmeln. Auch hier geraten die beiden in eine brenzlige Situation, aus der sie sich nicht selbst befreien können. Den Abschluss bildet “Die Geschichte von den Flopsy-Häschen”, den Kindern von Benjamin Bunny. Auch diese verirren sich in den Garten von Mr McGregor, wo sie von ihm gefangen werden. Zum Inhalt möchte ich darüber hinaus nicht zu viel verraten. Nur: Die Erzählung ist im Kern eine Schelmengeschichte. Alle drei Geschichten eint: Die Welt, in der sie spielen, wird idyllisch beschrieben, ist irgendwie noch heil. Klar, Mr McGregors Garten ist Paradies, Versuchung und Gefahr zugleich, aber irgendwie kommt es dann doch zu einem Happy End (sodass sich die Geschichten auch gut zum Vorlesen eignen). Die idyllischen Beschreibungen werden auch in den zahlreichen Aquarellen ausgebreitet, die die Handlung illustrieren. Zwar sind die Hauptfiguren durch ihre Kleidung und ihre Art zu denken vermenschlicht, doch jedem gezeichneten Tier wohnt - in Körperhaltung und Ausdruck - ein realistischer/naturalistischer Zug inne. Insgesamt ist “Ostern mit Peter Hase” eine feine Sammlung von Hasengeschichten, die man schön zu Ostern vorlesen kann.

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