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Veröffentlicht am 28.12.2019

Neue Sphären für Ophelia

Die Spiegelreisende 3 - Das Gedächtnis von Babel
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Beziehungsweise eine neue Welt. Denn es hat sie auf eine fremde Arche verschlagen, die sowohl für sie als auch für den Leser völlig neu ist. Denn die Uhren dort ticken vollkommen anders als auf Pol und ...

Beziehungsweise eine neue Welt. Denn es hat sie auf eine fremde Arche verschlagen, die sowohl für sie als auch für den Leser völlig neu ist. Denn die Uhren dort ticken vollkommen anders als auf Pol und erst Recht als auf Anima.

Auf Babel hofft sie, ihren Ehemann Thorn wiederzufinden, von dem sie seit fast drei Jahren getrennt ist - unfreiwillig, denn er fiel auf Pol, seiner Heimatarche, in Ungnaden und musste verschwinden. Alles deutet darauf hin, dass er auf Babel ist. Oder doch nicht? Es ist sehr schwer für Ophelia, dort Fuß zu fassen, da sie völlig auf sich allein gestellt ist - nicht einmal ihre Patentante begleitet sie diesmal.

Insidergerede meinerseits? Nun ja, aber wir befinden uns ja auch schon im dritten Teil der Saga, also mittendrin im Epos um die Spiegelreisende von der Arche Animanämlihc und den Intendanten der Arche Pol. Anders kann man da kaum drauf zugehen, denn es ist, wie es ist: zu diesem Zeitpunkt steckt der Leser mittendrin und hat auf jeden Fall bereits die Entscheidung getroffen, sich auf diese Story voll einzulassen. Wer so weit gelesen hat, will auch die ganze Geschichte, also alle vier Teile. Denn mittendrin kann man hier nicht starten, dann kapiert man nämlich gar nichts mehr!

Ophelia muss sich richtig auf Babel einlassen, eine freundlich und hell wirkende Arche, hinter deren Fassade leider Intrigen und Missgunst lauern und das nicht zu knapp. Aber es gibt auch ein paar Wesen, die anders ticken, Ophelia muss sie nur finden! Und findet sie auch Thorn? Oder führt ihre Reise zu ihm sie doch nur wieder auf eine weitere Irrfahrt?

Diese intelligente Fantasygeschichte macht wirklich Spaß, denn sie spinnt die politischen Intrigen von uns Erdenbürgern weiter und treibt sie in neue Räume, nämlich auf die 21 Archen. Autorin Christelle Davos gelingt es aufs Prächtigste, politische Ränke und Verschwörungen, aber auch Alleingänge irgendwelcher Machthaber oder auch Möchtegerns zu karrikieren und in eine andere Welt zu übertragen. Ein Epos, das nicht nur Jugendliche lieben werden, sondern alle, die sich gerne mal die ein oder andere neue Welt erschließen - wenn diese schlüssig und sinnvoll konstruiert ist und mit Stil und Humor dargeboten wird. All das schafft Christelle Davos mit ihrer Spiegelreisenden!

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Veröffentlicht am 12.12.2019

Eine ganz besondere (Weihnachts)Geschichte!

Tanz mit mir, Aurelia
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Wir befinden uns in England in einer sehr düsteren Zeit, nämlich der des Bücherkrieges zu Cromwells Zeiten. Die Puritaner sind an der Macht und verbieten alles, was Freude und Ausgelassenheit bringt. Nur ...

Wir befinden uns in England in einer sehr düsteren Zeit, nämlich der des Bücherkrieges zu Cromwells Zeiten. Die Puritaner sind an der Macht und verbieten alles, was Freude und Ausgelassenheit bringt. Nur dann - so ihre Überzeugung - lässt sich der wahre christliche Glaube durchsetzen. Nicht einmal Weihnachten darf gefeiert werden bzw. müssen das die Menschen heimlich tun.

Es gibt also zwei Seiten, beide stehen aus ihrer Sicht für den wahren Glauben ein. In dieser Zeit trifft Aurelia, Tochter eines Handwerkers, der dem herkömmlichen christlichen Glauben anhängt, auf John, der durch seinen Onkel, einen Anhänger Cromwells, bei dem er lebt, den Puritanismus präsentiert. John kommt als Wasserträger in Aurelias Haus, die beiden jungen Menschen sind sehr schnell voneinander fasziniert. Vor ihren Familien können sie das nicht verheimlichen und wollen das auch gar nicht, doch beide Seiten billigen diese Verbindung ganz und gar nicht. Doch so schnell geben Aurelia und John nicht auf!

Letztendlich zeigt sich, dass beide Seiten auf ihre Weise Recht, aber eben auch Unrecht haben. Jede Seite verhält sich mal richtig, mal falsch. So habe ich es als Leserin empfunden und genau das hat mir sehr gut an dem Roman gefallen. Obwohl sehr kurz, ist er unheimlich dicht und alles andere als eine oberflächliche (Weihnachts) Lektüre.

Mir hat sie einmal mehr gezeigt, dass Krieg uns nicht weiter bringt und dass es wichtig ist, dass wir uns alle im Wunsch nach Frieden vereinen - und dass unterschiedliche Meinungen nebeneinander existieren können. Oft ist es nicht anders möglich, als Kompromisse zu finden. Auch in diesem Roman wird das deutlich und er endet mit einem besonders machtvolles Zeichen für den Frieden. Sie dürfen gespannt sein. Ein sehr besonderes Weihnachtsbuch - und aus meiner Sicht gerade in den Zeiten des Brexit, der uns nun schon im vierten Jahr begleitet, ein sehr passendes!

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Veröffentlicht am 09.12.2019

Sommer, Sonne und Mord

Lavendel-Gift
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Wie im Urlaub fühlt man sich in diesem atmosphärischen Provence-Krimi, denn der Duft von Lavendel und das Aroma delikater regionaler Speisen begleiten den Leser auf Schritt und Tritt.

Die junge Lilou ...

Wie im Urlaub fühlt man sich in diesem atmosphärischen Provence-Krimi, denn der Duft von Lavendel und das Aroma delikater regionaler Speisen begleiten den Leser auf Schritt und Tritt.

Die junge Lilou befindet sich auf der letzten Stufe ihrer Ausbildung zur Commissaire und hadert ganz schön mit sich - wie gemein von ihren Vorgesetzten, sie aus Paris abzuziehen und in ein kleines provencalisches Kaff abzustellen, wo nur Verwaltungsarbeit auf sie wartet. Dabei will sie sich doch ganz schnell fachlich profilieren und dann - Zack, Zack - die Karriereleiter nach oben schweben - und zwar mit Tempo!
Dennoch hat sie sich ganz gemütlich eingerichtet: durch Vermittlung ihrer Tante hat sie mitten im Ort eine Unterkunft gefunden, bei einem alten Herrn, dem sie abends vorliest und auch eine Kleinigkeit zu Essen vorbeibringt. Kochen ist nämlich ihr Hobby und nimmt - nicht nur als solches - eine wichtige Stellung in diesem Krimi ein. Denn als ihr Vermieter gewaltsam ums Leben kommt, wird eine alte Kladde mit Kochrezepten zu einem wichtigen Fingerzeig.

Mit Liebe zum Detail - und natürlich zur Provence - wurde dieser eher ruhige Krimi geschrieben . Auch wenn es eher ruhig zugeht - gemächlich ist es nicht, denn auf Schritt und Tritt geschieht Neues und Überraschendes. Wenn man als Leser glaubt, die Auflösung bereits vor sich zu sehen, geschieht wieder etwas Unvorhergesehenes! Und so ist die Auflösung überhaupt nicht abwegig, doch in ihrer Komplexität so nicht voraussehbar, jedenfalls nicht für mich.

Ein toller, warmherziger Krimi mit Herz und Verstand, der mitten im unwirtlichen deutschen Winter ein bisschen Urlaubsatmosphäre in meine Wohnung gebracht hat. Sehr zu empfehlen für Frankreichreisende und natürlich für Freunde guter Krimis!

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Liebe ist die wichtigste Zutat

Von Oma mit Liebe
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In diesem Kochbuch drücken die Omas und Opa Günter aufs Gaspedal: 96 tolle Köstlichkeiten haben sie sich einfallen lassen, nicht wenige davon richtig innovativ! Aber auch die traditionelle Bäckerei ...

In diesem Kochbuch drücken die Omas und Opa Günter aufs Gaspedal: 96 tolle Köstlichkeiten haben sie sich einfallen lassen, nicht wenige davon richtig innovativ! Aber auch die traditionelle Bäckerei kommt nicht zu kurz.

Die älteren Herrschaften sind schwer in Übung, denn sie backen ihre Köstlichkeiten für das Start-up Kuchentratsch regelmäßig. Von dort werden sie ausgeliefert oder gar versendet, so dass viele, viele Menschen in den Genuss ihrer Rezepte kommen - Woche für Woche!

Es ist ein wunderbares Kochbuch, das Katharina Mayer, der Gründerin dieses Start-ups gelungen ist, beinhaltet es doch ausschließlich Rezepte für Backwerk, das mit Liebe und Hingabe zubereitet wird. Teilweise durchaus auch mit Anspruch, doch sind auch Rezepte dabei, die für Anfänger gut nachzubacken sind.

Außerdem gibt es eine Menge Hilfestellung, denn diese Omas und Opa Günter behalten ihre Tipps nicht für sich! Nein, sie verteilen sie ebenso großzügig wie ihre Warmherzigkeit. Und so ist ein überaus farbiges, vielfältiges Angebot an Köstlichkeiten entstanden - ich bin gespannt, ob mir alle 96 gelingen werden! Wobei es wohl eine Weile dauern wird, bis ich die Antwort darauf kenne!

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Veröffentlicht am 06.12.2019

Jeder hat seine eigene Geschichte

Mein Mauerfall
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Wir, die wir das alles damals bewusst miterlebt haben, wissen das. Ein Freund war bspw. kurz vorher in die Freiheit geschwommen - und konnte jetzt einfach so rüberfahren und schauen, ob es seinen Eltern ...

Wir, die wir das alles damals bewusst miterlebt haben, wissen das. Ein Freund war bspw. kurz vorher in die Freiheit geschwommen - und konnte jetzt einfach so rüberfahren und schauen, ob es seinen Eltern wirklich gut geht. Ich war für zwei Monate in Riga und kam eines Abends in das Haus meines Onkels, wo meine Verwandten gerade alle buchstäblich vom Sofa kippten. "Guck mal, was bei Euch in Deutschland los ist." Mehr hörte ich nicht. Uns allen fehlten die Worte.

Doch wenn man das heute jungen Erwachsenen oder Kindern erzählt, können sie sich das kaum vorstellen! Deswegen ist ein solches Buch wie Juliane Breinl es geschaffen hat, superwichtig! Es ist quasi eine geschriebene Patchworkdecke zur Geschichte der DDR. Man erfährt, wie die Leute dort lebten, warum Unzufriedenheit entstand und warum wieder andere noch immer völlig überzeugt waren vom System.
Und zwar entlang der Familiengeschichte des zwölfjährigen Theo. Seine Verwandten sehen das Ereignis komplett unterschiedlich, obwohl sie es doch gemeinsam erlebten! Ein tolles Buch, das zwar ab und zu ein bisschen unübersichtlich erscheint, die damalige Situation genau damit aber umso deutlicher werden lässt! Eines, dass wichtig ist und zwar nicht nur für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, sondern für uns alle in Deutschland. Denn auch wir wundern uns immer noch, was wir alles nicht wissen. Vor allem aber erinnern wir uns: an eine ganz besondere Zeit, eine Zeit des Aufbruchs. Die in diesem Buch wunderbar festgehalten wird!

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