Profilbild von julemaus94

julemaus94

Lesejury Star
offline

julemaus94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit julemaus94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2020

Sehr mysteriös

Das Geheimnis von Shadowbrook
0

Mit diesem Buch ist Susan Fletcher ein wirklich unterhaltsamer Mix aus History und Mystery gelungen.

Die junge Clara hat ihr bisheriges Leben hinter verschlossenen Türen verbracht. Zu verletzlich ist ...

Mit diesem Buch ist Susan Fletcher ein wirklich unterhaltsamer Mix aus History und Mystery gelungen.

Die junge Clara hat ihr bisheriges Leben hinter verschlossenen Türen verbracht. Zu verletzlich ist ihr Körper aufgrund der angeborenen Glasknochenkrankheit. Mit dem Tod ihrer Mutter bricht jedoch ein neuer Abschnitt an und sie zieht es hinaus in die aufregende Welt. Dank ihrer Neugier und Wissbegier nimmt sie einen Auftrag an, das Gewächshaus des Anwesens Shadowbrook neu zu gestalten und findet sich schnell in einem Abenteuer wieder. Denn auf Shadowbrook scheint es zu spuken und jeder der Bediensteten hat etwas zu verbergen...

Mit Clara hat die Geschichte eine sehr starke, weibliche Hauptfigur erhalten; was ihr Körper an Zerbrechlichkeit zeigt, macht ihr Geist mit Neugier und Furchtlosigkeit wieder wett. Sie ist klug und hat keine Angst davor, mit den für den Anfang des 20. Jahrhunderts üblichen Konventionen zu brechen.

Die Autorin schafft es, neben Spannung und Unterhaltung auch ernstere Themen wie die Gleichberechtigung der Frauen und den für den damaligen dörflichen Alltag üblichen Aberglauben anzusprechen und einzuflechten.

Nicht zuletzt ist ihr so eine kleine Hommage an den Wert von Literatur und Bildung für alle gelungen.

Fazit:
"Das Geheimnis von Shadowbrook" bietet in seiner Mischung aus verschiedenen Stilelementen aus jedem angesprochenen Genre das Beste und lässt den Leser bis zum Schluss rätseln und grübeln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2020

Wirklich kreativ

Kartoffeln kreativ
0

Da hält der Titel wirklich was er verspricht!

Kartoffeln waren für mich bisher immer die typische Beilage oder die sättigende Zutat. Wie vielfältig und kreativ sie aber auch in den verschiedenen Kulturen ...

Da hält der Titel wirklich was er verspricht!

Kartoffeln waren für mich bisher immer die typische Beilage oder die sättigende Zutat. Wie vielfältig und kreativ sie aber auch in den verschiedenen Kulturen beim Kochen und Backen eingesetzt werden können hat mich dann aber doch überrascht.

Das Buch präsentiert einem viele verschiedene Varianten: Kartoffeln als Zutat in Pfannen- oder One Pot-Gerichten; Kartoffeln in diversen Kloßvarianten oder als kreativ gestaltete Beilage. Sogar süße Alternativen hält das Buch parat und natürlich die obligatorischen Salatvarianten (die für mich als Thüringer unabdingbar zum Braten dazu gehören).

Die Rezepte sind meist recht einfach aufgebaut und vom Zeitaufwand her auch für die Feierabendküche geeignet. Natürlich enthält das Buch auch zeitintensivere Rezepte, die aber trotz allem in der Durchführung gut händelbar sind.

Was mir besonders gefallen hat, sind die internationalen Gerichte. Besonders angetan haben es mir die Runzelkartoffeln mit Mojo verde: leicht zuzubereiten und superlecker!

Alles in allem ist das Kochbuch eine runde Sache, auch wenn es keiner großen Kochkunst bedarf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 19.12.2019

Überraschend erwachsen

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
0

Um ehrlich zu sein, habe ich mir von diesem Buch nicht mehr erhofft als ein wenig unterhaltsame, leichte Lektüre: eben eine typische Jugendbuch-Fantasy mit einer herzerwärmenden Liebesgeschichte und einem ...

Um ehrlich zu sein, habe ich mir von diesem Buch nicht mehr erhofft als ein wenig unterhaltsame, leichte Lektüre: eben eine typische Jugendbuch-Fantasy mit einer herzerwärmenden Liebesgeschichte und einem nicht zu komplizierten Plot.

Auch wenn meine Hoffnungen nicht gänzlich enttäuscht wurden, so konnte mich doch die Geschichte um fünf ganz unterschiedliche, zumeist noch recht junge Menschen, die das Schicksal mehrerer Königreiche bestimmen, in einigen Zügen mit fast erwachsenen Winkelzügen und Tiefgang überraschen.

Zwar handeln und wirken einige der Figuren vorhersehbar naiv und ihrem jugendlichen Alter entsprechend, besonders Catherine konnte mich jedoch mit ihrer Stärke überzeugen.
March und Edyon hingegen kann ich (zumindest nach diesem ersten Band) nicht gerade zu meinen Lieblingen zählen; beide wirken einfach unglaublich naiv und leichtgläubig, ebenso wie charkterschwach, sodass ich angesichts ihrer Handlungen manchmal einfach nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wollte.

Dagegen konnte mich die Welt an sich vollkommen für sich einnehmen: nicht weil sie besonders gastlich oder verlockend wirken würde, sondern weil sie in ihrer Beschreibung einige wirklich starke Fantasy-Elemente aufweist, die ich in einem Jugendbuch einfach nicht erwartet habe. So wirkt sie zwar ziemlich hart, aber auch überzeugender als das übliche weichgespülte Brimborium.

Insgesamt konnte mich das Buch wirklich von sich überzeugen, noch begeisterter wäre ich nur gewesen, wenn es nicht wieder der Auftakt zu einer Trilogie gewesen wäre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2019

Familie in Bruchstücken

Otto
0

Wenn ein Patriarch, am Ende seines Lebens stehend, von seinen Erlebnissen erzählt, ergibt das keine glatte, runde Geschichte. Wenn dieser Mann, so wie Otto, ein jüdischer Exilant aus Siebenbürgen ist und ...

Wenn ein Patriarch, am Ende seines Lebens stehend, von seinen Erlebnissen erzählt, ergibt das keine glatte, runde Geschichte. Wenn dieser Mann, so wie Otto, ein jüdischer Exilant aus Siebenbürgen ist und dank der geschichtlichen Verwicklungen des letzten Jahrhunderts viel erlebt hat, hat er umso mehr zu berichten.

Seine Erfahrungen gibt er in bruchstückhaften Annekdoten an seine Lieblingstochter Timna weiter (denn die jüngere Babi würde es eh nicht verstehen).
So entsteht ein Roman, der einerseits einen kranken, alten Mann präsentiert, der sein Leben in Gedanken zu ordnen versucht (was nur selten gelingt) und andererseits seine nächsten Angehörigen und Vertrauten (von denen er nicht mehr besonders viele hat), die versuchen sich der Gängelei ihres Oberhauptes zu entziehen (und es doch nicht schaffen).

Das Buch wird mit einer ganz feinen Note Humor erzählt, die Otto seltsam sympathisch wirken lässt, auch wenn er sich augenscheinlich nie darum bemüht hat und die ihn zuallererst menschlich macht.
Wahrscheinlich kennt jeder diese Menschen und hat sie mit noch größerer Wahrscheinlichkeit auch im Familienkreis: die unsympathischen, fordernden, leicht ich-bezogenen, die die größten Erwartungen an andere stellen- und die doch die größten Lücken reißen, wenn sie eines Tages nicht mehr sind.

Zumindest sind mir beim Lesen oft Parallelen aufgefallen. Wahrscheinlich ist mir dieses Buch deswegen so ans Herz gewachsen, hat es mir doch meinen eigenen "Otto" so unheimlich verständlicher gemacht!

Veröffentlicht am 21.11.2019

Kleinod

Letzte Rettung: Paris
0

Es ist schon eine hohe Kunst, seine Hauptfiguren gleichzeitig unheimlich unsympathisch und liebevoll-schrullig wirken zu lassen, sodass sie einem nach und nach ans Herz wachsen.

Patrick deWitt hat das ...

Es ist schon eine hohe Kunst, seine Hauptfiguren gleichzeitig unheimlich unsympathisch und liebevoll-schrullig wirken zu lassen, sodass sie einem nach und nach ans Herz wachsen.

Patrick deWitt hat das mit seiner Geschichte um die bankrotte, verwitwete Frances und ihren ziellos durchs Leben streifenden erwachsenen Sohn Malcolm geschafft, die mit ihrem als Katze reinkarnierten Mann/ Vater vor dem Geldeintreiber nach Paris flüchten. Dabei begegnen ihnen viele verschiedene Menschen, die sich in ihrer Skurrilität förmlich gegenseitig versuchen zu überbieten.

Ihm ist damit auf jeden Fall eine kurzweilige, unterhaltsame Geschichte gelungen, die einen perfekt vom Alltag ablenkt. Durch die etwas vage gehaltene Randgeschichte fällt die zeitliche Einordnung etwas schwer, was das ganze zu einem universellen Märchen macht. Auch wenn die moralische Quintessenz dafür zu unscheinbar ausfällt.

Von Frances kann man für meinen Geschmack aber definitiv etwas lernen: manchmal bringt man es im Leben weiter, wenn man sich nicht ständig darüber Gedanken macht, welchen Eindruck man bei anderen hinterlässt. Lebe dein Leben, wie es dir gefällt, bereuen kann man immer noch, wenn man tot ist.