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Veröffentlicht am 13.12.2016

Andreas Gruber: Rachesommer

Rachesommer
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Als Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Fan wollte ich mal aus der Reihe tanzen und die Reihe um Kommissar Walter Pulaski lesen, die zurzeit zwei Bücher beinhaltet, nämlich Rachesommer und Racheherbst.

Bereits ...

Als Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Fan wollte ich mal aus der Reihe tanzen und die Reihe um Kommissar Walter Pulaski lesen, die zurzeit zwei Bücher beinhaltet, nämlich Rachesommer und Racheherbst.

Bereits der Prolog nimmt mächtig an Fahrt auf und hat mich so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte. Der Leser erlebt hierbei mit, wie eine Frau namens Lisa einen Mann namens Edward in einem Cabrio ermordete. Die Story beinhaltet zwei Handlungsstränge, die in verschiedenen Städten, nämlich Wien und Leipzig, angesiedelt sind. Zwischendurch werden diese Handlungsstränge kurz durch Rückblenden unterbrochen und man erfährt mehr über die Morde und die mysteriöse Frau aus dem Prolog.

Im ersten Kapitel lernen wir die Anwältin Evelyn Meyers kennen, die an einem Fall arbeitet und dafür sogar privat ermittelt. Ein pensionierter Kinderarzt ist in einem Abwasserkanal ertrunken aufgefunden worden und Evelyn will beweisen, dass der Schacht gut abgesichert war, damit die Baufirma ihres Onkels den Fall gewinnt und nicht insolvent geht. Doch im Laufe der Zeit kommen erneute, ähnliche Fälle hinzu und Evelyn glaubt nicht an einen Zufall. Im 5. Kapitel lernen wir den Kriminaloberkommissar Walter Pulaski kennen, der in Leipzig in Fällen von Jugendlichen in Psychiatrien ermittelt, die allesamt Selbstmord begangen haben sollen. Die Spuren führen Evelyn und Walter nach Norddeutschland, wo sie aufeinandertreffen und merken, dass ihre Fälle zusammenhängen.

Die beiden Protagonisten Evelyn und Walter wurden sehr gut ausgearbeitet und machten auf mich einen symphatischen Eindruck. Ich als Leserin konnte mich gut in sie hineinversetzen und hatte sie immer vor Augen. Bei Pulaski hat mir insbesondere gefallen, dass er sich so für die Opfer einsetzt und die Suche nach Beweisen und Hinweisen nicht erfolglos aufgibt. Pulaski selbst hat seine Frau an den Folgen einer Chemotherapie verloren, hat eine Tochter, ist ein sportlicher Vegetarier, aber auch starker Raucher und braucht ständig schwarzen Kaffee.

Auch bei "Rachesommer" bleibt sich Andreas Gruber wieder seinem Schreibstil treu, einfach und flüssig, dazu hält er seine Sätze überwiegend sehr kurz. Die Geschichte wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt und die Kapitel sind recht kurz gehalten, was ich bei Büchern ansich sehr mag.

Erneut hat Andreas Gruber es geschafft, mich von sich zu überzeugen und ich konnte das Buch kaum mehr weglegen. Neben Fitzek ist er definitiv zu meinem Lieblings Thriller Autor geworden.

Fazit:
Ich empfehle es allen Thriller-Fans, aber auch Thriller-Neulingen und werde mir nach diesem gelungenen Reihenauftakt nun"Racheherbst" bestellen.

Veröffentlicht am 11.12.2016

Kalt erwischt

Kalt erwischt
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Gerade in der heutigen Zeit kann es jeden kalt erwischen: Die Depression, das schwarze Loch, das einen umringt und nicht mehr loslassen will. Ca. 4 Millionen Menschen sind in Deutschland erkrankt und die ...

Gerade in der heutigen Zeit kann es jeden kalt erwischen: Die Depression, das schwarze Loch, das einen umringt und nicht mehr loslassen will. Ca. 4 Millionen Menschen sind in Deutschland erkrankt und die Tendenz steigt, zudem kommt noch die Dunkelziffer dazu, nicht jeder traut sich das Thema anzusprechen oder Hilfe zu holen. Oftmals bekommt man vielleicht noch dumme Sprüche zu hören wie "Stell dich nicht so an" oder "Das ist ja nicht so schlimm". Psychische Krankheiten sind für viele immer noch ein großes Tabuthema oder werden erst gar nicht anerkannt.

Buchzitat: "Depressionen sind kein Zeichen von Schwäche oder Faulheit. Nie!"

Die Autorin selbst lebt nun seit 3 Jahren "depressionsfrei". Ihr erster Zusammenbruch war im August 2006 auf einer Journalistenreise nach Norwegen. Sie leidet zu dieser Zeit an starkem Liebeskummer sowie Trennungsschmerz und ist in Therapie bei einem Psychologen, der zugleich Psychiater ist. Sie nimmt Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Antidepressiva und denkt an Suizid. Nach der Norwegen Reise bekommt sie von ihrem Psychiater eine Einweisung in die Klinik, ihr erster Klinikaufenthalt naht. Der Klinikaufenthalt wird im dritten Kapitel geschildert, zumindest der erste Kliniktag. Einiges kannte ich schon aus meinen Klinikalltagen, die Abläufe sind ja immer gleich oder sehr ähnlich mit Untersuchungen, Psychologen-Erstgespräch, Zimmereinteilung uvm. Nur die Mitpatienten waren bei der Autorin so, wie man sie sich nicht gerade wünscht.

Das zweite Kapitel handelt davon, wie sich eine Depression anfühlt. Ich hätte es selbst nicht besser beschreiben können, als Betroffene weiß ich es ja selbst, wie es sich anfühlt und fühlte mich durch das Buch auf einmal sehr verstanden. Das Kapitel endet mit einer Symptome-Liste und der Erklärung für die Einteilung im ICD. Das 5. Kapitel handelt von den Ursachen einer Depression, die hier auch wieder genau dargestellt werden. Das wären zum einen biologische Faktoren, zum anderen psychosoziale Faktoren, aber auch die Unfähigkeit zur Stressbewältigung und psychodynamische Faktoren. Darauf folgt ein Interview mit Privatdozent Dr. Reinhard Lindner. Auch finde ich super am Buch, dass alles anschaulich gestaltet wird, zum Beispiel mit Infografiken. Kapitel 8 beschäftigt sich mit dem Thema "Depressionen und Frauen" und zeigt unter anderem auf, dass Frauen häufiger depressiv werden, während Männer überproportional kriminell werden und dass eine Depression bei Frauen in der Regel länger verläuft als bei Männern. Im 10. Kapitel geht es dann um Psychopharmaka wie Antidepressiva. Frau Fuhljahn schildert hierbei ihre Erfahrung mit Medikamenten, die sie bekommen hatte, aber schreibt auch über Medikamentgruppen, die sie selbst nicht ausprobiert hat. Hierbei gibt es ein Interview mit einem Professor einer psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich über die Wirkung von Antidepressiva. Interessant fand ich auch Kapitel 12, welches sich mit verschiedenen Therapieformen beschäftigt. Im 18. Kapitel werden dann auch verwandte Krankheiten wie Persönlichkeitsstörungen oder Essstörungen aufgegriffen.

Wir begleiten die Autorin von ihrer Kindheit, die vom Tod ihrer Mutter geprägt wurde, zum Internatsleben und Abitur sowie Studium, die Jugend bishin zum Erwachsenenalter.

Heide Fuhljahn vermischt in ihrem Buch Autobiografie mit Fachartikeln sowie Interviews, welches ihr sehr gelungen ist und auch gut verständlich für die Allgemeinheit gehalten ist. Sie selbst schreibt, dass sie das Buch geschrieben hat um anderen Frauen zu helfen, leichter und schneller Hilfe zu finden als sie sie gefunden hat. Zum Schluss gibt es einen 15-seitigen Service Teil zur Selbsthilfe, der Antworten auf Fragen gibt (z.B. "Wann zum Hausarzt", "Wann zum Psychiater" etc.), aber auch Hilfsangebote und wichtige Internetadressen preisgibt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist sehr hilfreich und nützlich, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige von Betroffenen. Aber auch jeder, der mehr zum Thema Depression erfahren möchte kann auf dieses Werk zurückgreifen.

Fazit:
Ein absolut lehrreiches Buch, welches ich wärmstens empfehlen kann.

Veröffentlicht am 28.11.2016

Ein richtiges Schmuckstück für alle Katzenliebhaber.

Katzen
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"Wenn du nicht weißt, was du von einem Menschen halten sollst, frag deine Katze, wenn du nicht weißt, was du von dir selbst halten sollst, frag sie ebenfalls". Hach, das Buch besteht aus ganz vielen Sätzen, ...

"Wenn du nicht weißt, was du von einem Menschen halten sollst, frag deine Katze, wenn du nicht weißt, was du von dir selbst halten sollst, frag sie ebenfalls". Hach, das Buch besteht aus ganz vielen Sätzen, die ich am liebsten alle zitieren würde, so schön klingen sie.

Marina Mander schreibt sehr bildlich und leicht überspitzt. Das Cover, welches eine getigerte Katze mit blauen Augen zeigt ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher für alle Katzenfans. Außerdem finde ich den geschwungenen "Katzen" Schriftzug sehr gelungen und schön anzusehen.

Anstelle von einem Inhalt ist das Buch eine reine Lobeshymne für Katzen oder besser gesagt die beiden Katzen der Autorin, die auf die Namen "Spritz" (Namensträger war hier Aperol Spritz und er ist ein rot-weiß getigerter Kater) und "Schatzi" (eine Siam Katze) hören. Auf dem Buchumschlag sieht man auch ein Bild von dem Dreiergespann, leider kann ich es euch aus urheberrechtlichen Gründen nicht zeigen.

Die Anekdoten sind wirklich sehr unterhaltsam und man lernt sogar noch was dazu. Zum Beispiel weiß ich nun, dass ein Mensch 100 Minuten am Tag träumt und die REM Phasen für Katzen sowie Menschen überlebensnotwendig sind.

Fazit:
Ein richtiges Schmuckstück für alle Katzenliebhaber.

Veröffentlicht am 24.11.2016

Catherine Rider : Kiss me in New York

Kiss me in New York
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Schon alleine das Cover schafft es, mich als Leserin in eine winterliche Stimmung zu versetzen und dann spielt es auch noch in New York, einer Stadt, die ich gerne einmal bereisen würde.


Die Kapitel ...

Schon alleine das Cover schafft es, mich als Leserin in eine winterliche Stimmung zu versetzen und dann spielt es auch noch in New York, einer Stadt, die ich gerne einmal bereisen würde.


Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Charlotte und Anthony verfasst und relativ lange gehalten. Im ersten Kapitel lernen wir Charlotte kennen, deren Freund vor zwei Wochen mit ihr Schluss gemacht hat und die nun Weihnachten mit ihrer Familie in England verbringen möchte. Weit weg von New York. Doch dank eines Sturms kommt es anders als geplant und sie muss Heiligabend in NYC verbringen. Außerdem lernt sie Anthony kennen, dessen Freundin ihn vor aller Augen am Flughafen abserviert hat. Doch anstatt den restlichen Tag und die Nacht in einem Hotel zu verbringen, zerreißt Charlotte ihren Hotelgutschein und auch Anthony will Weihnachten nicht alleine verbringen. Gemeinsam beschließen sie, sich an ein 10-Schritte-Buch zu halten, welches verspricht über eine Trennung hinwegzukommen.


Die Protagonistin Charlotte ist etwas naiv, kommt aber sehr freundlich rüber, genauso wie Anthony. Ich fand beide Figuren auf Anhieb symphatisch, was definitiv ein großer Pluspunkt für diese Lektüre ist.


Der Schreibstil des Autorenduos ist leicht, flüssig und sehr modern, was anfangs für mich ziemlich ungewohnt war, was aber daran liegen könnte, dass ich im New Adult Genre nicht so bewandert bin. Sie schreiben außerdem in der "Ich-Form" aus abweschselnder Erzählperspektive von Charlotte und Anthony, somit konnte ich mich gut in die Personen hineinversetzen und hatte die Protagonisten immer vor Augen.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen, vorallem weil es aus beiden Perspektiven geschrieben ist und so Einblick in die Gefühlswelt von Charlotte und Anthony gibt. Außerdem finde ich das 10-Schritte-Buch (Die 10 Schritte werden hier genau beschrieben) sehr hilfreich für Leute, die vielleicht selbst gerade eine Trennung durchleben und noch an Liebeskummer leiden. Die 10 Schritte könnte man somit einfach herausschreiben und für sich selbst umsetzen.


Fazit:
Nehmt euch eine Tasse Tee oder eine heiße Schokolade und lest dieses Buch, ihr werdet es keinesfalls bereuen. Es passt einfach perfekt in diese kalte Jahreszeit und ist für mich definitiv die schönste Winterromanze, die ich je gelesen habe.

Veröffentlicht am 22.11.2016

B.A. Paris : Saving Grace

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet
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Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mich schon alleine der Klappentext von sich überzeugen können. Es erinnerte mich direkt etwas an "Gone Girl", was scheinbar auch die Women's Health so sah, denn deren ...

Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mich schon alleine der Klappentext von sich überzeugen können. Es erinnerte mich direkt etwas an "Gone Girl", was scheinbar auch die Women's Health so sah, denn deren Zitat lautet wie folgt: "Mit diesem Buch folgt 2016 die Antwort auf Gone Girl. Mehr muss man dazu nicht sagen."

Das erste Kapitel beginnt in der Gegenwart und nimmt den Leser auf eine kleine Dinnerparty mit, welche Jack und Grace veranstalten. Schon jetzt lässt sich ahnen, dass mit den beiden etwas nicht stimmt, denn alle Treffen alleine mit Freundinnen sagt Grace kurzfristig ab und Jack ist immer in ihrer Nähe, als würde er über sie bestimmen. Auch in den nächsten Kapiteln erscheint Jack sehr dominant. Das erste Vergangenheitskapitel dreht sich um das Kennenlernen von Jack und Grace, welche sich in einem Park kennenlernten, wo die attraktive Grace mit ihrer 17 Jahre jüngeren Schwester Millie spielte, die an dem Downsyndrom erkrankt ist und wochentags in einem Mädcheninternat untergebracht ist. Bisher hat die Tatsache, dass Millie gehandicapt ist alle Männer verschreckt, die Grace datete und so war sie überrascht, dass Jack sich gleich liebevoll um Millie kümmerte. Das war auch der springende Punkt, dass sie sich Hals über Kopf in ihn verliebte, wenig später heiratete und nun mit ihm in ihrem Traumhaus mit großem Garten lebt. Jack Angel ist zudem noch der perfekte Anwalt für misshandelte Frauen und gewann bisher jeden seiner Fälle, zudem sieht er brilliant aus und ist nach außen hin sehr charmant. Doch der Schein trügt. Mehr möchte ich inhaltlich nicht verraten, da ich sonst zu sehr spoilern würde.

Die Kapitel sind relativ lange und in Gegenwart und Vergangenheit aufgeteilt. Die Autorin schreibt in der Ich-Form aus Sicht von Grace und hat einen flüssigen, lebendigen sowie fesselnden Schreibstil. Innerhalb von fast zwei Tagen hatte ich das Buch mit den 352 Seiten zu Ende gelesen, ich konnte es einfach nicht aus der Hand nehmen und wollte anfangs natürlich wissen, was hinter Jack's Fassade steckt und als es dann aufgeklärt wurde lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Nach den ersten 100 Seiten entwickelte sich das Buch für mich zum absoluten Pageturner, aber auch davor war es dank des tollen Schreibstils der Autorin keinesfalls langeweilig.

Fazit:
Ein sehr gelungenes Debüt der Autorin, welches ich absolut weiterempfehlen kann.