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Veröffentlicht am 21.12.2019

Totenreich

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Amaia muss sich vorsehen, wenn das Chaos herannaht droht Gefahr. Trotzdem besucht sie ihre schwerkranke Freundin Zoey im Krankenhaus. Bald muss sie fliehen und macht sich auf den Weg zu ihrem Elternhaus. ...

Amaia muss sich vorsehen, wenn das Chaos herannaht droht Gefahr. Trotzdem besucht sie ihre schwerkranke Freundin Zoey im Krankenhaus. Bald muss sie fliehen und macht sich auf den Weg zu ihrem Elternhaus. Amaia und ihre Familie sind nicht wie die anderen. Regelmäßig müssen sie umziehen, weil sie nicht so schnell altern und sie ansonsten irgendwie erklären müssten, weshalb das so ist. Daheim angekommen herrscht dort auch ein Durcheinander. Ihre Eltern haben auch Amaias Geschwister heimbeordert. Im Keller halten sie einen Gefangenen, der dem Verhör widersteht. Amaia fühlt sich seltsam zu dem Fremden hingezogen und als noch größere Gefahr droht, scheint er die einzige Rettung zu bieten.

Der Fremde bringt Amaia und ihre Geschwister nach Cassardim ins Reich der Toten. Auch dort lauern Gefahren und das Leben ist nicht eben einfacher als in der Menschenwelt. Wenn Amaia und ihre Geschwister aber eigentlich dorthin gehören, ist es vielleicht der richtige Ort.

Es beginnt zunächst wie ein Roadmovie. Amaias kleine Familie ist da und dort unterwegs und mit der Einreise ins Totenreich lernen die die dortigen Landschaften und einige Gepflogenheiten kennen. Die verschiedenen Gegenden werden unterschiedlichen Völkern zurechnet und die Geschwister sind gespannt, wo sie wirklich hingehören. Bei ihrer Entdeckungsreise warten einige Überraschungen. Und am Hof des Kaisers angekommen, warten große Herausforderungen auf die jungen Leute.

Mit dem Übertritt aus der Menschenwelt in das Totenreich beginnt das Staunen. Doch auch stellt sich die Frage, weshalb einiges aus der realen Welt überhaupt angeschnitten wurde. Erhält man die Antwort, fragt man sich, ob da ein ernstes Thema nicht zu leicht abgehandelt wurde. Auch wirken einige Szenen etwas überzeichnet. In großen Teilen reißt Amaias Schicksal einfach mit und man will den Dingen ebenso auf den Grund gehen wie die junge Frau. Wird sie in ihrer eigentlichen Welt eine Heimat finden und die Intrigen der Mächtigen durchschauen? Diese spannende Geschichte wird sich gerade um diese Zeit gut auf den Gabentischen der jugendlichen Leserinnen und Leser machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2019

Britannia Club

Tod eines Gentleman
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Im Jahr 1924 arbeitet Eric Peterkin als Lektor für Kriminalromane. Fürs Lesen der Manuskripte ist seine Mitgliedschaft im altehrwürdigen Britannia Club sehr nützlich. Seit Gründung des Clubs gab es immer ...

Im Jahr 1924 arbeitet Eric Peterkin als Lektor für Kriminalromane. Fürs Lesen der Manuskripte ist seine Mitgliedschaft im altehrwürdigen Britannia Club sehr nützlich. Seit Gründung des Clubs gab es immer einen Peterkin unter den Mitgliedern. Seit kurzem hat der Club ein neues Mitglied. Albert Benson war zwar nicht bei der kämpfenden Truppe, doch als Sanitäter hat auch er genügend Erlebnisse an der Front. Benson hat eine Mission, die ihm große Sorge bereitet. Während seiner Zeit im Hospital verschwand eine junge Krankenschwester und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Tod aufzuklären. Hinweise auf die Vorgänge hat er bereits und am nächsten Morgen ist er tot.

Bei der Verschwundenen handelte es sich um eine voll ausgebildete Krankenschwester chinesischer Herkunft. Peterkins verstorbene Mutter war ebenfalls Chinesin und so sieht es Eric als seine Aufgabe, sowohl das Verschwinden der jungen Frau als auch den Tod von Benson aufzuklären. Als Lektor von Kriminalromanen sieht er sich bestens gerüstet. Feststellen muss er allerdings, dass die Untersuchung doch nicht so einfach ist. Der Ursprung der Vorfälle liegt wohl tatsächlich im Verschwinden der jungen Frau. Wenn sich jedoch fast alle der Beteiligten kennen, wird es schwierig den Täter auszumachen.

Angesiedelt in den wilden 1920ern zeigt dieser Kriminalroman doch ein etwas anderes Bild dieser Zeit. Sein Protagonist der Halbengländer mit einer chinesischen Mutter Eric Peterkin hat seine Teilnahme am ersten Weltkrieg zwar überlebt, aber noch längst nicht überwunden. Und er ist nicht der Einzige, dem es so geht. So könnte man meinen, der Club ist nicht nur einer von Kriegsteilnehmern, sondern auch einer der Überlebenden. Natürlich gibt es auch hier leichte und frivole Momente, immer lauert allerdings die Erinnerung. Könnte eine solche Erinnerung auch zum Tod des Albert Benson geführt haben? Mit genauesten Beobachtungen versucht Peterkin besser zu sein als der Inspector Parker. Ein Weilchen braucht man, um von der schnelllebigen heutigen Zeit in die 1920er Jahre zu gelangen. Dort ging es ruhiger und langsamer zu. So bedurfte es zum Auffinden von Informationen schon eines Ganges zum Zeitungsarchiv. Telefone, Autos, Elektrizität erfuhren ihre Verbreitung. Und was heute nur einen Click entfernt ist, musste damals Schritt für Schritt ermittelt werden. Hinzu kommt die Allgegenwart der Kriegstraumata, die viele noch nicht überwunden hatten. Und so scheinen die Zwanziger zwar leicht, aber auch nicht. Klug hat der Autor dabei die Handlung aufgebaut. Jeder Hinweis führt zu einem neuen Rätsel. Auch wenn in der damaligen Kriminalliteratur nach Meinung Peterkins immer ein Chinese der Bösewicht ist, muss man sich hier vielleicht überraschen lassen, ob der Autor diese Meinung teilt.

Veröffentlicht am 17.12.2019

Das Erbe

Legal Love – An deiner Seite
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Für Nora war Will Paget der beste Ziehvater, den sie sich vorstellen konnte. Er war ein Jurist alter Schule und ein Vorbild für Nora, die auch Anwältin geworden ist. Doch nun ist Will verstorben und sein ...

Für Nora war Will Paget der beste Ziehvater, den sie sich vorstellen konnte. Er war ein Jurist alter Schule und ein Vorbild für Nora, die auch Anwältin geworden ist. Doch nun ist Will verstorben und sein Enkel Dave soll die renommierte Kanzlei übernehmen. David Paget lebte lange in Australien und er ist zurückgekehrt, um sein Erbe anzutreten. Er wird einigen frischen Wind bringen. Ob das aber zum Besten der Firma sein wird? Nora ist sich da nicht sicher. Sie wird Wills Andenken in Ehren halten, koste es, was es wolle. Allerdings ist David Paget ein versierter Anwalt und er sieht auch noch gut aus.

Da sind Reibereien jedweder Art vorprogrammiert. Zwei Dickköpfe treffen aufeinander und die Funken sprühen. Eigentlich wollen sie Privates und Berufliches auseinander halten. Das funktioniert aber vielleicht mal fünf Minuten. Immer wieder kommt es zu hitzigen Diskussionen, um die Zukunft der Kanzlei. Und auch darum, das Wills Erbe erhalten bleiben soll. Nora ist nicht sicher, ob Davids Pläne das richtige für die Firma sind. Und doch kann sie sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Ein gutes Arbeitsteam sind Nora und David und das Weitere….

Auch wenn die Geschichte von Nora Collins und David Paget eher leichte Unterhaltung bietet, kann man sich ihrem Charme kaum entziehen. Die englische Spitzenanwältin und der australische Erbe, natürlich ist klar, worauf es hinausläuft. Der Weg dorthin ist jedoch ansprechend und wunderbar herzig verpackt, so das man jede Wendung gerne verfolgt und neben den schnell gefundenen Lieblingen auch ein paar Unsympathlinge findet, die zusätzlich für einige Spannungsmomente sorgen. Diese Lovestory mag man gerne im Bücherregal begrüßen, Lektüre, die gute Laune macht.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 15.12.2019

Gibts ja gar nicht

Requiem für einen Henker
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Der Journalist Siggi Baumeister wird nach Bonn geschickt. Dort soll ein Penner zu Tode gekommen sein. Am Ort des Geschehens stolpert Baumeister in die Ermittlungen der Polizei und er merkt schnell, dass ...

Der Journalist Siggi Baumeister wird nach Bonn geschickt. Dort soll ein Penner zu Tode gekommen sein. Am Ort des Geschehens stolpert Baumeister in die Ermittlungen der Polizei und er merkt schnell, dass mit dem Toten irgendetwas nicht stimmen kann. Natürlich merkt das auch die Polizei und die will Baumeister aus den Untersuchungen heraushalten. Überhaupt soll der ganze Fall am besten im Sande verlaufen. Da haben sie die Rechnung aber ohne Siggi Baumeister gemacht. Obwohl er lieber daheim in der Eifel bei seiner schwangeren Katze Krümel wäre, macht sich Baumeister daran, den Tod des vermeintlichen Obdachlosen aufzuklären.

Bereits in den 1990ern zum ersten Mal veröffentlich bietet dieser zweite Eifel-Krimi schon alles, was man an Siggi Baumeister mag, seine Liebe zu Katzen, die Baronin, seine Gewitztheit und Hartnäckigkeit. Und natürlich ein spannendes Thema, von dem man gemeint hätte, dass das in unserem Land kein Thema wäre. Aber kann man da so sicher sein? Im Krimi jedenfalls wird man eines Besseren beziehungsweise eines Schlechteren belehrt. Da kann man mal wieder herrlich mit dem Staat hadern und sich wundern, dass Hilfe von ganz unerwarteter Seite kommt. Schließlich ist es so als sei nichts gewesen, was manchmal auch wieder typisch für die herrschende Klasse ist.

Die Bücher um Siggi Baumeister wären sicher auch als TV-Serie interessant, bis auf einen Film hat es wohl leider noch keine weiteren Versuche gegeben. Also hält man sich an die Bücher und füllt auf, was noch nicht bekannt ist. So geht es hier eine ganze Weile zurück in der Ära Baumeister und schon damals gerät er in eine Sache rein, die sehr überraschend ist. Kaum zu glauben, was sich da entwickelt. Ein Buch hätte man da sicher schneller durchgehabt als ein Hörbuch. Aber auch dieses ist so gut umgesetzt und spannend, dass man manches Mal freiwillig weiterhört. Die Baumeister Krimis verbinden die Beschaulichkeit der Eifel mit dem Trubel der Großstadt.

Veröffentlicht am 11.12.2019

Reversalismus

Die Kakerlake
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Überraschend macht er eine unglaubliche Veränderung durch und er erwacht im Bett des britischen Premierministers. Nicht nur in dessen Bett, nein, er ist der Premier. Wie ungewohnt ist dieser Körper, wie ...

Überraschend macht er eine unglaubliche Veränderung durch und er erwacht im Bett des britischen Premierministers. Nicht nur in dessen Bett, nein, er ist der Premier. Wie ungewohnt ist dieser Körper, wie ungelenk, wie schwer. Doch flugs gewöhnt sich der sein Geist an die neue Behausung und hat kaum Probleme, der Welt gegenüber als Regierungsoberhaupt aufzutreten. Es gilt, die Idee des Reversalismus zu vertreten. Mit Überzeugungskraft und Geschick führt er seine Argumente. Das ungläubige Staunen, dass er damit bei seinen europäischen Partnern weckt, ignoriert er einfach. Der amerikanische Präsident findet ihn schließlich toll. Der Premierminister ist überzeugt von seiner Idee.

Beim Lesen des Buches möchte man es beinahe gerne als Erklärung für das Handeln in der politischen Welt, dass die Akteure in Wahrheit einer anderen Spezies angehören. Es zeugt von Forschheit und Mut des Autors, sich dem Brexit auf diese unerwartete Weise zu widmen. Obwohl es natürlich nicht explizit ausgesprochen wird, sind doch unverkennbare Parallelen zwischen dem Brexit und der Einführung des Reversalismus zu erkennen. Hier wie dort werden wider jede Vernunft, Entscheidungen herbeigeführt, die die Welt gewiss nicht besser machen. Zwar wird es ebenso gewiss weitergehen. Dennoch wünschte man vielleicht, es würde eine Pflicht zur Rechenschaft geben.

Eine Innensicht des britischen Systems aus Sicht eines Autors, der dem Brexit eher nichts abgewinnen kann. Vielleicht etwas schnell aus der Feder geschüttelt ist diese in Teilen bitterböse Verwandlung des Brexit in den Reversalismus. Mit feinem Gefühl allerdings spielt McEwan mit den Widersinnigkeiten, die die Politiker den Menschen antun. Wo bleibt die Vernunft? Warum gibt es nur noch hohles Geschrei? Und warum wählen Leute so? In diesem Buch marschiert die Veränderung beinahe noch auf sechs Beinen voran und verkauft sich selbst bestens mit einem Darum. Ein Darum, das in seiner Sinnentleertheit jegliche vernünftige Argumentation abtötet. Man müsste schmunzeln, wenn man nicht langsam den Eindruck gewonnen hat, in der Welt geht es tatsächlich so zu.

Eine garstig böse, aber auch humorige Satire, bei der einem häufiger mal das Lachen im Halse stecken bleibt.

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