Spannung trifft auf Geschichte.
Die ErbinInhalt:
1957. Cosima Liefenstein, die einer einflussreichen Industriellenfamilie entstammt, möchte mehr für arme alleinerziehende Mütter tun und gründet eine Stiftung. Kurz nach einer Veranstaltung, bei ...
Inhalt:
1957. Cosima Liefenstein, die einer einflussreichen Industriellenfamilie entstammt, möchte mehr für arme alleinerziehende Mütter tun und gründet eine Stiftung. Kurz nach einer Veranstaltung, bei der sie viele finanzielle Unterstützer findet, trifft sie auf den Journalisten Leo Marktgraf. Der möchte eine Reportage über die Stiftung machen. Cosima willigt ein. Was sie nicht weiß: Leo hat Nachforschungen über den Tod eines Freundes, einen Anwalt, angestellt und ist dabei auf die Familie Liefenstein gestoßen, die anscheinend keine weiße Weste unter der Regierung der Nationalsozialisten hatte. Aber auch Cosima findet auf dem Dachboden der Familie Hinweise, die ein anderes Licht auf die Vergangenheit werfen. Beide stellen, erst unabhängig voneinander, Fragen. Doch sie stoßen auf Schweigen und merkwürdige Vorkommnisse. Es sieht ganz danach aus, als wolle jemand nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt.....
Leseeindruck:
"Die Erbin" ist in 2 Zeitebenen geschrieben. Einmal in den 50er Jahren, in denen Cosima und Leo unabhängig voneinander und aus verschiedenen Gründen, herausbekommen wollen, was damals vor und während des 2. Weltkriegs, wirklich geschehen ist. In der 2. Zeitebene kann der Leser dann hautnah in jene Zeit eintauchen. Nach und nach erfährt man mehr und obwohl ich einiges geahnt habe, hat mich am Ende das ganze Ausmaß schockiert. Gut gefallen hat mir dabei, dass das Wechselspiel der unterschiedlichen Zeitstränge perfekt miteinander abgestimmt ist und so die Spannung erhöht hat. Der Schreibstil ist locker und leicht. Ich bin nur so durch die Zeilen geflogen.
Fazit:
"Die Erbin" basiert auf der Schuld, die viele der reichsten deutschen Unternehmerdynastien im Dritten Reich auf sich geladen haben. Dazu wird die fiktive Geschichte um die Unternehmerfamilie Liefenstein erzählt, die so oder so ähnlich tatsächlich passiert sein könnte. Ich hatte von Anfang an spannende Lesestunden, bei denen ich viel lernen konnte. Claire Winter hat hervorragende Recherchearbeit geleistet und schafft es alles bildlich darzustellen. Ich war mittendrin statt nur dabei. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.