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Veröffentlicht am 04.08.2025

Spannung trifft auf Geschichte.

Die Erbin
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Inhalt:
1957. Cosima Liefenstein, die einer einflussreichen Industriellenfamilie entstammt, möchte mehr für arme alleinerziehende Mütter tun und gründet eine Stiftung. Kurz nach einer Veranstaltung, bei ...

Inhalt:
1957. Cosima Liefenstein, die einer einflussreichen Industriellenfamilie entstammt, möchte mehr für arme alleinerziehende Mütter tun und gründet eine Stiftung. Kurz nach einer Veranstaltung, bei der sie viele finanzielle Unterstützer findet, trifft sie auf den Journalisten Leo Marktgraf. Der möchte eine Reportage über die Stiftung machen. Cosima willigt ein. Was sie nicht weiß: Leo hat Nachforschungen über den Tod eines Freundes, einen Anwalt, angestellt und ist dabei auf die Familie Liefenstein gestoßen, die anscheinend keine weiße Weste unter der Regierung der Nationalsozialisten hatte. Aber auch Cosima findet auf dem Dachboden der Familie Hinweise, die ein anderes Licht auf die Vergangenheit werfen. Beide stellen, erst unabhängig voneinander, Fragen. Doch sie stoßen auf Schweigen und merkwürdige Vorkommnisse. Es sieht ganz danach aus, als wolle jemand nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt.....

Leseeindruck:
"Die Erbin" ist in 2 Zeitebenen geschrieben. Einmal in den 50er Jahren, in denen Cosima und Leo unabhängig voneinander und aus verschiedenen Gründen, herausbekommen wollen, was damals vor und während des 2. Weltkriegs, wirklich geschehen ist. In der 2. Zeitebene kann der Leser dann hautnah in jene Zeit eintauchen. Nach und nach erfährt man mehr und obwohl ich einiges geahnt habe, hat mich am Ende das ganze Ausmaß schockiert. Gut gefallen hat mir dabei, dass das Wechselspiel der unterschiedlichen Zeitstränge perfekt miteinander abgestimmt ist und so die Spannung erhöht hat. Der Schreibstil ist locker und leicht. Ich bin nur so durch die Zeilen geflogen.

Fazit:
"Die Erbin" basiert auf der Schuld, die viele der reichsten deutschen Unternehmerdynastien im Dritten Reich auf sich geladen haben. Dazu wird die fiktive Geschichte um die Unternehmerfamilie Liefenstein erzählt, die so oder so ähnlich tatsächlich passiert sein könnte. Ich hatte von Anfang an spannende Lesestunden, bei denen ich viel lernen konnte. Claire Winter hat hervorragende Recherchearbeit geleistet und schafft es alles bildlich darzustellen. Ich war mittendrin statt nur dabei. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Spannender Geschichtsunterricht.

Schwestern des brennenden Himmels
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Inhalt:
Ann Miller, die der Frauenabteilung des britischen Heeres angehört, fliegt kurz nach dem 2. Weltkrieg mit einigen anderen Frauen nach Berlin. Hier sollen sie Vorbereitungen für die britische Delegation ...

Inhalt:
Ann Miller, die der Frauenabteilung des britischen Heeres angehört, fliegt kurz nach dem 2. Weltkrieg mit einigen anderen Frauen nach Berlin. Hier sollen sie Vorbereitungen für die britische Delegation treffen, die an der Potsdamer Konferenz der Siegermächte teilnimmt. Aber Ann hat noch eine andere Mission. Sie möchte ihre Verwandten wiederfinden. Was keiner weiß: sie stammt ursprünglich aus Deutschland und ist noch vor dem Krieg mit ihren Eltern nach Großbritannien geflohen. Ihr Vorhaben erweist sich jedoch als schwierig. Um ihre Verwandten zu suchen muss sie in den russischen Sektor. Das ist sowohl gefährlich als auch für Ann alleine verboten. Ausgerechnet der GI Jackson, der die Deutschen hasst, könnte ihr jedoch hilfreich sein......

Leseeindruck:
"Schwestern des brennenden Himmels" hat als Grundthema die Potsdamer Konferenz der Siegermächte, bei der Churchill, Stalin und Truman über das weiter Schicksal von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg verhandeln. Hierbei konnte ich noch einiges lernen. Hanna Caspian hat hervorragende Recherchearbeit geleistet und auch das ein oder andere überlieferte Detail einfließen lassen. Dies integriert sie lebendig in die eigentliche fiktive Geschichte um Ann Miller, die deutsche Wurzeln hat und dem GI Jackson Powers. Inklusive einer anbahnenden Liebesgeschichte, die eigentlich von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist. Einige Nebenfiguren machen die Geschichte rund. Durch sie erlebt man bildlich die Armut der deutschen Bevölkerung nach dem Krieg und die katastrophalen Umstände unter denen sie leben müssen. Im krassen Gegenzug dazu die Siegermächte, denen es scheinbar an nichts mangelt und die unterschiedlicher, je nachdem aus welchem Land sie kommen, nicht sein könnten. Das Ende ist teilweise abgeschlossen, teilweise bleiben aber Fragen. Ich finde das jedoch passend. Denn selbst Jahre nach dem Krieg war man noch in Ungewissheit was Angehörige und das weitere Leben betrifft.

Fazit:
Hanna Caspian kann einfach Geschichtsunterricht. Man erfährt einiges, was ich so noch nicht gewusst habe. Dabei erzählt sie die Geschichte eindringlich und lebendig. Der Roman wird gewiss bei mir noch lange nachwirken. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.12.2019

Ein unterhaltsamer historischer Roman

Die Schokoladenvilla
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Stuttgart Anfang 1903. Judith, die Tochter des Schokoladenfabrikanten Rothmann, wünscht sich nichts mehr, als einmal die Firma ihres Vaters zu leiten. Jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik, um ...

Stuttgart Anfang 1903. Judith, die Tochter des Schokoladenfabrikanten Rothmann, wünscht sich nichts mehr, als einmal die Firma ihres Vaters zu leiten. Jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik, um neue Kreationen zu entwickeln. Doch ihr Vater hat andere Pläne mit ihr. Heimlich fädelt er eine Hochzeit ein. Als er auf einem Fest ohne ihr Wissen die Verlobung verkündet, ist Judith entsetzt. Sie lässt ihren zukünftigen Ehemann stehen und rennt davon. Kann sie einer Heirat noch entgehen? Außerdem findet sie immer mehr gefallen an Victor, der seit kurzem für ihren Vater arbeitet.......

"Die Schokoladenvilla" ist der erste Band einer Trilogie. Der Erzählstil ist lebendig und unterhaltsam. Lässt sich flüssig lesen. So habe ich die über 600 Seiten in kürzester Zeit verschlungen und mitgefiebert. An einigen Stellen musste ich Schmunzeln. Wozu Judiths Zwillingsbrüder Anton und Karl wesentlich beigetragen haben. Durch ihre Lausbubenstreiche gab es einige schicksalhafte Begegnungen und Situationen. Im Gegensatz zu anderen historischen Romanen, ist der Aufbau der Geschichte nicht allzu komplex. Die handelnden Personen überschaubar. Im Vordergrund steht der Erzählstrang um Judith. Es gibt aber auch noch zwei Kleinere über ihre Mutter und Victor. Das Ende ist in sich abgeschlossen. Was ich persönlich lieber mag als einen Cliffhanger.

Fazit: Ein unterhaltsamer historischer Roman, der nicht so komplex geschrieben ist, als in diesem Genre üblich. Ich durch die übersichtliche Personenzahl sofort in einen Lesefluss gekommen bin. Sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Ein Einblick in die Ursprünge der berühmten Schokolade

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2)
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Inhalt:
Rudolf Lindt, Sohn eines Apothekers aus Bern, gilt als Träumer. Eines Tages wird er fast von einer Kutsche überfahren. Im letzten Moment kann ihn das Blumenmädchen Binia retten, die in der Matte, ...

Inhalt:
Rudolf Lindt, Sohn eines Apothekers aus Bern, gilt als Träumer. Eines Tages wird er fast von einer Kutsche überfahren. Im letzten Moment kann ihn das Blumenmädchen Binia retten, die in der Matte, einem ärmlichen Viertel der Stadt, lebt. Ab diesem Zeitpunkt verbringt er heimlich viel Zeit mit ihr. Als Rudolf die Schule beendet hat und immer noch nicht weiß, was er möchte, bekommt er die Chance, bei seinem Onkel in Lausanne alles über die Schokoladenherstellung zu lernen. Anfangs skeptisch, findet Rudolphe, wie er sich jetzt nennt, immer mehr gefallen daran. Ein paar Jahre später kehrt er nach Bern zurück. Versessen davon, die beste Schokolade der ganzen Welt herzustellen. Er kauft ein altes Fabrikgebäude in der Matte und beginnt mit den ersten Versuchen. Während alle nur auf sein Scheitern warten, glaubt Binia fest an ihn......

Leseeindruck:
"Lindt & Sprüngli - Zwei Rivalen, ein Traum" ist der 2. Band einer Trilogie und erfasst den Zeitraum von 1863 bis 1880. Während es im ersten Band hauptsächlich um Rudolf Sprüngli geht, erfährt man in der Fortsetzung alles über das Leben von Rudolf (Rudolphe) Lindt. Ich fand es spannend seinen Werdegang zu verfolgen und habe viel über Bern, Lausanne und die Schokoladenherstellung gelernt. Vor allem gegen Ende wurde es richtig spannend. Immer wieder scheitert Rudolf Lindt bei seinen Versuchen und plötzlich hat er einen Durchbruch, kann sich darauf aber immer noch nicht ausruhen. Ein bisschen verzweifeln haben mich die vielen Namensgleichheiten lassen. Vor allem, wenn es dann wieder einen Sprung zu Familie Sprüngli gab, um zu erfahren wie es hier weiterging. Aber es hießen nunmal bald alle Rudolf oder David. Das ist der Geschichte geschuldet.

Fazit:
Auch "Lindt & Sprüngli - Zwei Rivalen, ein Traum" konnte mich überzeugen und ich habe einen tiefen Einblick in die Ursprünge der berühmten Schokolade bekommen. Das Ende lässt ahnen, dass die Rivalen Sprüngli und Lindt bald zusammen kommen. Ich kann es kaum erwarten bis der Abschluss der Trilogie erscheint. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Ein persönlicher Fall für Geneviève Morel.

Die bittersüße Rache vom Montmartre
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Inhalt:
Commissaire Geneviève Morel ist auf dem Weg zu ihrer Familie nach Cannes, wo sich traditionell alle zu Weihnachten treffen. Bei ihrer Ankunft erfährt sie, dass ihr Bruder Frédéric ins Weihnachtsdorf ...

Inhalt:
Commissaire Geneviève Morel ist auf dem Weg zu ihrer Familie nach Cannes, wo sich traditionell alle zu Weihnachten treffen. Bei ihrer Ankunft erfährt sie, dass ihr Bruder Frédéric ins Weihnachtsdorf gefahren ist, um Geneviève zu treffen. Nur weiß diese nichts davon und beginnt ihren Bruder zu suchen. Der bleibt jedoch spurlos verschwunden. Dann meldet sich ein Entführer und jagt Geneviève quer durch Frankreich mit Aufgaben, die ihr ganzes Können unter Beweis stellen.......

Leseeindruck:
"Die bittersüße Rache vom Montmartre" ist der 4. Fall für Commissaire Geneviève Morel. Dieses Mal wird es sehr persönlich und Geneviève ist, bis auf den BRI Leiter Olivier Guyon, auf sich alleine gestellt. Zu groß ist ihre Angst, dass ihrem Bruder Frédéric durch die Einschaltung der Polizei etwas passieren könnte und vor allem, dass das Familiengeheimnis ans Tageslicht kommt. Der Schreibstil ist gewohnt locker mit viel französischem Flair. Durch das Familiengeheimnis, die Morels sind nämlich sehr erfolgreiche Kunstdiebe, kommt es immer wieder zu humorvollen Szenen. Ich habe den Krimi gerne gelesen. Trotzdem hat mir gegenüber den Vorgängern etwas gefehlt. Vielleicht lag es an Mamie, die sich anfangs mehr im Hintergrund gehalten hat. Vielleicht aber auch an den zahlreichen Beschreibungen von Wegstrecken. Was mir mit der Zeit zu viel wurde. Eine Aufgabe von Geneviève empfand ich fast schon als unglaubwürdig. Allerdings war die anschließende Verfolgungsjagd wieder ganz nach meinem Geschmack. Alles in allem ist Genevièves 4. Fall wieder ein gelungener Krimi.

Fazit:
Wer humorvolle Krimis mit viel französischem Flair mag, sollte unbedingt "Die bittersüße Rache vom Montmartre" lesen. Auch wenn es bereits der 4. Band ist, kann man ihn unabhängig von den Vorgängern lesen. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

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