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Veröffentlicht am 31.08.2022

Eiskalte Spannung

SCHNEE
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Zwei isländische Paare und ihr Führer machen sich mitten im Winter auf eine Tour und werden vermisst. Eine Suchaktion wird gestartet. Zur Suchmannschaft der Rettungswacht gehören Jóhanna und þorir. Sie ...

Zwei isländische Paare und ihr Führer machen sich mitten im Winter auf eine Tour und werden vermisst. Eine Suchaktion wird gestartet. Zur Suchmannschaft der Rettungswacht gehören Jóhanna und þorir. Sie finden in einer sehr abgelegenen Hütte einen roten Anorak und Überziehkleidung. Jóhanna und þorir suchen die Umgebung ab und finden eine weibliche nackte Leiche.
Ein weiterer Handlungsstrang wird aus der Perspektive von Dröfn erzählt. Sie ist eine junge Frau aus Rejkjavic und mit ihrem Ehemann und einem befreundeten Paar Teil der Tourengruppen. Angeführt wird die Gruppe von einem Wissenschaftler, der weit im Hochland Messgeräte ablesen möchte.
Ein dritter Strang wird aus der Sicht von einem Mitarbeiter auf einer sehr abgelegenen Radarstation erzählt.
Ich fand dieses Buch ausgesprochen spannend. Die kurzen, jeweils aus einer anderen Perspektive erzählten Kapitel, halten die Spannung durchgehend hoch. Die Atmosphäre ist sehr gut beschrieben, so dass man meint, dein eisigen Wind ums Haus pfeifen zu hören. Die drei Erzählstränge werden erst ganz am Ende zusammengeführt, so dass ich das Buch oft kaum aus der Hand legen konnte.

Und jetzt, Achtung Spoilerwarnung!

Ich gebe diesem Buch, obwohl es mich wirklich sehr gefesselt hat, nur 4 Sterne, weil ich Mysteryelemente gar nicht mag. Ganz besonders nicht, wenn ein Thriller nicht als Mysterythriller angekündigt ist.

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Veröffentlicht am 07.06.2020

Beginn am Ende der beruflichen Karriere

DUNKEL
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Der Thriller "Dunkel" des isländischen Autors Ragnar Jónasson ist der Auftakt einer Trilogie.
Die Protagonistin Hulda Hermannsdóttir ist eine erfolgreiche Polizistin. Mit ihren 64 Jahren steht sie kurz ...

Der Thriller "Dunkel" des isländischen Autors Ragnar Jónasson ist der Auftakt einer Trilogie.
Die Protagonistin Hulda Hermannsdóttir ist eine erfolgreiche Polizistin. Mit ihren 64 Jahren steht sie kurz vor ihrer Pensionierung. Sie erfährt von ihrem Vorgesetzten, dass sie nicht erst in ein paar Monaten, sondern gleich ab sofort freigestellt ist. Ihre Fälle werden von jeman anderem bearbeitet und Hulda darf an ihren letzten Arbeitstagen einen ungelösten Fall ihrer Wahl bearbeiten. Sie entschließt sich, den Tod einer jungen Asylvewerberin, der Russin Elena. Huldas Kollege und Konkurrent bei der Polizei hat den Fall zügig als vermeintlicher Selbstmord abgeschlossen.

In die Ermittlung sind Abschnitte eingefügt, die einmal von einem kleinen Kind handeln und zum anderen von einer jungen Frau erzählt wird, die von einem Mann zu einem Ausflug eingeladen wird.

Durch die wechselnden Perspektiven und die kurzen Abschnitte, wird die Spannung hoch gehalten.

Mir hat gut gefallen, dass die teils düstere Stimmung Islands sehr gut dargestellt wurde. Ich konnte mich über einige Tage schön in das Buch vertiefen und bin gespannt, mehr aus Huldas Leben zu erfahren.

Ich vergebe diesem Buch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Etwas völlig Neues

1965 - Der erste Fall für Thomas Engel
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Bei diesem Buch ist mir der Titel ganz besonders ins Auge gefallen, da 1965 das Jahr meiner Geburt ist. Tatsächlich habe ich noch kaum Bücher gelesen, die in den Sechziger Jahren spielen.
Ich fand es ...

Bei diesem Buch ist mir der Titel ganz besonders ins Auge gefallen, da 1965 das Jahr meiner Geburt ist. Tatsächlich habe ich noch kaum Bücher gelesen, die in den Sechziger Jahren spielen.
Ich fand es sehr interessant und teilweise auch erschreckend, wieviel Willkür und unangemessenes Verhalten gerade unter Polizisten üblich war. Der Krimi spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal , im Jahr 1965 lernen wir den Protagonisten Thomas Engel kennen. Er ist sehr jung, ein Landei aber voller Elan und dem Willen ausgestattet, die Welt etwas gerechter zu machen. Zum ersten Mal in der Stadt findet er auch gefallen an der Rockmusik, die durch die Beatles und die Rolling Stones Einzug ins Leben im Rheinland findet. Die andere Zeitebene führt den Leser in die dunkle NS-Zeit von 1939 zurück.
Im vorliegenden Fall geht es um die Ermordung von jungen Mädchen. Es werden sehr interessante Themen berührt, die der Umgang mit Triebtätern und die Zwangssterilistion von Homosexuellen.
Ich konnte mit diesem Buch in eine Zeit in Deutschland eintauchen, von der ich sehr wenig weiß. Der Kriminalfall ist spannend, die Charaktere empfand ich als glaubhaft und der geschichtliche Hintergrund ist sehr interessant. Erschreckend fand ich, wie wenig sich normale Menschen mit der Zeit des Dritten Reiches befasst haben. Es war offenbar noch die Zeit des aktiven Verdrängens in Deutschland.
Das einzige, was dieses Buch für mich nicht gebraucht hätte, war die Liebesgeschichte zu Peggy. Allerdings hat sie für die Handlung auch eine wichtige Funktion, von daher war es in Ordnung.
Ich vergebe diesem Krimi 4 Sterne und hoffe, dass sich Thomas Engel in den weiteren Bänden noch etwas entwickelt und an Tiefe gewinnt.

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Veröffentlicht am 28.12.2019

Einfache, schnelle und schmackhafte Gerichte

One Pot Pasta
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Ich bin vor einigen Jahren auf One Pot Pasta aufmerksam geworden im Internet. Das eine oder andere Rezept habe ich nachgekocht. Die Idee, alle Zutaten zusammen zu kochen, gefällt mir sehr gut. Ich brauche ...

Ich bin vor einigen Jahren auf One Pot Pasta aufmerksam geworden im Internet. Das eine oder andere Rezept habe ich nachgekocht. Die Idee, alle Zutaten zusammen zu kochen, gefällt mir sehr gut. Ich brauche ein Pfanne weniger abzuwaschen und für 2-3 Personen klappt das recht gut.
Die Rezepte in diesem Buch sind abwechslungsreich. Es ist aufgeteilt in vegetarisch, Fleisch & Wurst und Fisch & Meeresfrüchte, so dass für jede was dabei ist. Die Würzung ist sehr zurückhaltend und kann leicht nach eigenem Geschmack angepasst werden.
Bei den meisten Rezepten sind die Zutaten sehr einfach. Das meiste hat man in einer normalen Familienküche zu Hause. Die Rezepte sind einfach zu folgen. Von jedem Gericht gibt es ein Bild, die Anweisungen sind klar genug, so dass auch Kochanfänger gut damit zurecht kommen.
Ich vergebe diesem Kochbuch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.06.2019

Am Hofe von Katharina der Großen

Die Zarin und der Philosoph (Sankt-Petersburg-Roman 2)
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In ihrem Roman „Die Zarin und der Philosoph“ entführt uns die Autorin Martina Sahler nach St. Petersburg an den Hof von Katharina der Großen. Der Roman spielt in den Jahren von 1761 bis 1775.
Der preussische ...

In ihrem Roman „Die Zarin und der Philosoph“ entführt uns die Autorin Martina Sahler nach St. Petersburg an den Hof von Katharina der Großen. Der Roman spielt in den Jahren von 1761 bis 1775.
Der preussische König Friedrich ll. schickt mit dem Philosophen Stephan Mervier einen Spion an den russischen Hof, um das Umfeld von Katharina der Großen und ihre Handlungen auszuspionieren. Stephan wird begleitet von seiner Ehefrau Johanna, geborene Caselius, die bereits großen Erfolg als Kunstmalerin in Paris feiern durfte.
Katharina hat in Sonja ein Ziehkind an den Zarenhof aufgenommen. Sonja ist sehr intelligent und lernbegierig, so wie man sich eine leibliche Tochter der Zarin vorstellen würde. Weitere wichtige Figuren sind Graf Grigori Orlow, der Liebhaber von Katharina und Grigori Potemkin. In Stefan Merviers Umfeld finden sich unabhängige Geister wie Autoren und Publizisten.
Im Roman kommen zahlreiche historisch verbürgte Figuren und Ereignisse vor. Die Haupthandlung wird jedoch von fiktiven Figuren bestritten.
Ich habe bei der Lektüre sehr schnell in die Handlung hinein gefunden. Die Figuren sind nachvollziehbar charakterisiert. Ich fühlte mich jedoch sehr oft als Zuschauer am Rande. Es geht um sehr viel Politik und eigentlich auch um Ungerechtigkeiten des einfachen Volkes, wie die ungerechte Behandlung von Leibeigenen. Gerade da habe ich etwas vermisst, mehr von der Lebenswelt der einfachen Menschen mitzubekommen. So konnte mich das Buch trotz spannender Handlung nicht so durchgehend mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht auch, weil mich die Geschichte der fiktiven Figuren einfach nicht so interessiert hat.
Weil der Schreibstil ausgesprochen schön zum Lesen ist, vergebe ich 4 Sterne.