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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2020

Schöne Katzengeschichte

Liebe auf zwölf Pfoten
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„….Menschen waren kompliziert. Selten sagten sie das, was sie meinten...“

Streunerkatze Luna hat kurz vor Weihnachten alle Pfoten voll zu tun, um ihre beiden Katzenkinder durchzubringen. In der verschneiten ...

„….Menschen waren kompliziert. Selten sagten sie das, was sie meinten...“

Streunerkatze Luna hat kurz vor Weihnachten alle Pfoten voll zu tun, um ihre beiden Katzenkinder durchzubringen. In der verschneiten Natur gibt es keine Mäuse, und die Mülltonnen der Menschen wurden gerade gelehrt.
Christina ist Grundschullehrerin. Ihr Freund hat sie vor kurzem verlassen. Sie hat so gar keine Lust auf Weihnachten.
Die Autorin hat eine humorvolle Geschichte geschrieben. Die Erzähler wechseln sich ab. Mal ist es Katze Luna, mal geht es um Christinas Befindlichkeiten.
Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Er ist leicht und locker.
Luna findet bei Christina ein offenes Fenster. Sie versteckt sich und ihren Nachwuchs unter dem Bett. Beim Stromern in der Wohnung lässt sie für Christina manch Überraschung übrig. Es braucht Zeit, bis Christina erkennt, wer ihr Essen stibitzt hat.
Luna hat nicht immer auf der Straße gelebt. Ein Jahr lang wurde sie in einer Familie verwöhnt. Doch sie musste erkennen:

„...Die Tage waren im Nachhinein wie ein Wunder gewesen. Nur war ich so dumm gewesen zu glauben, es würde bis zu meinem Tod so weiter gehen...“

Schnell bekommt Luna mit, dass es zwischen Christina und ihrem Nachbarn knistert, auch wenn die beiden sich meist anblaffen. Also nimmt sie die Sache in die Hand, denn sie weiß:

„...Die größten Fehler sind nicht all die falschen Handlungen, sondern zumeist diejenigen, die man sich nicht getraut zu versuchen...“

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 28.12.2019

Mordermittlung beim Kaffeekränzchen

Mord mit Streusel
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„...Wenn man den Dingen auf den Grund gehen will, darf man nicht zimperlich sein...“

Thekla, Wally und Hilde treffen sich zum Kaffeetrinken im Cafè Krönner. Die drei Frauen nähern sich dem Rentenalter. ...

„...Wenn man den Dingen auf den Grund gehen will, darf man nicht zimperlich sein...“

Thekla, Wally und Hilde treffen sich zum Kaffeetrinken im Cafè Krönner. Die drei Frauen nähern sich dem Rentenalter. Thekla leitet zusammen mit ihrem Bruder Martin eine Apotheke, Hilde und ihr Mann haben ein Bestattungsunternehmen und Wally ist Hausfrau.
Schnell kommt man auf die Explosion auf dem Gelände der Deggendorfer Feuerwehr zu sprechen. Zwei junge Feuerwehrmänner sind dabei ums Leben gekommen. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Gegenüber Hilde allerdings hat der Feuerwehrhauptmann, der gleichzeitig der Friseur des Ortes ist, angedeutet, dass es sich um einen Anschlag gehandelt haben könnte.
Die drei Frauen nehmen die Ermittlungen auf. Sie ahnen nicht, dass sie dabei in ein Wespennest stechen und sich selbst in Lebensgefahr bringen.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen.
Gekonnt verteilen die Frauen die Aufgaben untereinander. Beim regelmäßigen Kaffeeklatsch werden die Ergebnisse ausgewertet und mögliche Theorien diskutiert. Alles spricht dafür, dass der Täter in den Reihen der Feuerwehr zu finden ist.
Die Gespräche der Frauen gehören wegen ihrer Vielschichtigkeit zu den stilistischen Höhepunkten des Buches. Gegenseitige Spitzen gehören genauso dazu wie glasklare Analysen. Einerseits werden dadurch die Unterschiede zwischen den drei Frauen deutlich, andererseits spüre ich als Leser, dass sie im Ernstfall füreinander da sind.
Natürlich ermöglicht mir die Autorin auch einen Blick in das Privatleben ihrer Protagonisten. Vor allem Wally hat kein leichtes Leben. Wenn nicht auf den Punkt alles so stimmt, wie es ihr Mann will, kann der ziemlich grantig werden.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Auflösung ist stimmig. Es bleibt keine Frage offen.

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Veröffentlicht am 11.12.2019

Ein Neuanfang

Ein Hauch von Sommer und Zitronen
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„...“Du nimmst doch wohl keinen Kerl zurück, der dich abserviert hat. [...]Aufgewärmt schmeckt nur ein Gulasch...“

Die 34jährige Lina Marie Hansen ist mit ihrem Leben rundherum zufrieden. Seit kurzem ...

„...“Du nimmst doch wohl keinen Kerl zurück, der dich abserviert hat. [...]Aufgewärmt schmeckt nur ein Gulasch...“

Die 34jährige Lina Marie Hansen ist mit ihrem Leben rundherum zufrieden. Seit kurzem arbeitet sie als Assistentin der Geschäftsleitung, ihre kleine Wohnung in der Innenstadt von Köln ist bezahlbar und mit Ole Kluftig, einem Anwalt, ist sie verlobt.
Mit ihren Freundinnen Katja und Nele hat sie viel Spaß, obwohl beide etwas oberflächlich sind.
Doch dann kommt es von einem Tag auf den anderen heftig. Ihr Chef setzt die Firma in den Sand. Der Nachfolger spricht von Kündigung. Ihre Wohnung wird vom Sohn des Vermieters gebraucht und Ole benötigt eine Auszeit.
Die Autorin hat eine entspannende Gegenwartsgeschichte geschrieben. Die Geschichte lässt sich gut lesen.
Der Schriftstil ist locker und leicht, und ab und an durchsetzt mit feinem Humor.
Absagen auf ihre Bewerbungen und unbefriedigende Wohnungsbesichtungen prägen nun Linas Leben. Da erreicht sie der Brief eines Anwalts. Ein Onkel ihres Vaters hat ihr ein Fachwerkhaus in Engelskirchen, einer Kleinstadt auf dem Lande vererbt. Das Geld für den Verkauf könnte sie gut gebrauchen. Zuvor aber möchte sie das Haus auf Vordermann bringen.
Ben, ein Konditor, der ihr in der Straßenbahn aus einer Notlage geholfen hat, läuft er zufällig im Baumarkt erneut über den Weg Er bietet ihr seine Hilfe an.
Nach und nach ermöglicht mir Lina einen Blick in ihre Vergangenheit. Ihre Bezugsperson ist Oma Trude, die jetzt in einem Seniorenstift lebt. Die hat ihren Humor nicht verloren. Das Eingangszitat stammt von ihr.
Sehr anschaulich wird beschrieben, wie Lena ihre freie Zeit nutzt, um das Haus in Ordnung zu bringen. Dabei lernt sie ein älteres Paar kennen, das im Nachbarhaus wohnt und sie sofort in ihre Leben und in ihr Haus einlässt. Lina fühlt sich zwar im Ort wohl, möchte aber ihr Leben in der Großstadt nicht missen. Andererseits erlebt sie in Engelskirchen eine Geborgenheit und ein Angenommenwerden, was sie in ihren Leben lange vermisst hat. Hinzu kommt, dass es in der Nähe für sie eine passende Arbeit gäbe.
Gut gefallen mir die abwechslungsreichen Gespräche mit Ben.Er nimmt sie, so wie sie ist. Während Lina ihm eine Liste an Vorteilen der Stadt herunter rattert, kontert er mit deren Nachteilen und den Besonderheiten eines kleinen Ortes.
Wie wird sich Lina entscheiden? Zieht sie nach Engelskirchen oder bleibt sie in Köln? Hat Ole noch eine Chance, der plötzlich wieder vor der Tür steht?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.12.2019

Amüsante Winterreise

Franki goes Hiddensee
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„...Gitti, mein Chef sagt immer: Erst dann neue Projekte avisieren, wenn das aktuelle solide eingefädelt wurde...“

Horst-Frank Demmler arbeitet in einer Immobilienfirma. Zu Weihnachten wurde er von seinem ...

„...Gitti, mein Chef sagt immer: Erst dann neue Projekte avisieren, wenn das aktuelle solide eingefädelt wurde...“

Horst-Frank Demmler arbeitet in einer Immobilienfirma. Zu Weihnachten wurde er von seinem Chef zusammen mit Frau, Sohn und Hund zu einer Feier auf Hiddensee eingeladen. Aus beruflichen Gründen kann er erst am 24. Dezember die Reise antreten, obwohl schon an diesem Abend erwartet wird.
Der Autor hat eine humorvolle Winterkomödie geschrieben. Es geht so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Das beginnt schon mit dem Wetter. Schnee und Wind sorgen dafür, dass Franki, wie er von der Familie genannt wird, kaum die Hand vor Augen sieht. Die Ratschläge seines Sohnes, der auf dem Tablet die Route verfolgt, ignoriert er konsequent.
Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Natürlich hat der Autor manche Situationen gekonnt zugespitzt.
Franki hofft, dass ihm die Weihnachtsfeier zu einer höheren Position im Betrieb verhilft. Ein höheres Gehalt käme seinem Interesse am Pokern entgegen.
Seine Frau Gitti ist Ehefrau und Mutter. Sie ist ebenfalls gut im Geldausgeben und versteht es, mehr zu scheinen als zu sein.
Leon, der Sohn, ist ein cleveres Kerlchen. Auf raffinierte Art führt er die Erziehungsversuche seiner Eltern ad absurdum. Das klingt dann so:

„..Natürlich, Pa. Aber du hattest mir ja verboten, ungefragte Ratschläge zu geben. Stimmt`s, Ma?...“

Außerdem stellt er gern Fragen, die Erwachsene nicht immer gern beantworten. Welche Rolle er aber insgesamt in der Geschichte spielt, zeigt sich erst am überraschenden Ende.
Die Gespräche der Eltern im Auto schrammen häufig knapp an einer Katastrophe vorbei. Unterschiedlicher Musikgeschmack ist nur einer der Streitpunkte. Franki ist derjenige, der sich mit einem Standardausdruck zurücknimmt.
Doch die Autofahrt ist nur der Anfang der Probleme. Hiddensee ist autofrei. Das registriert die Familie erst unterwegs. Man trägt Festkleidung und hatte gehofft, mit dem Auto bis an Ort und Stelle fahren zu können. Franki konstatiert, als er sich um eine Fahrtmöglichkeit auf Hiddensee bemüht:

„...Nur wer in ein Geschäft klug investiert, kann es auch gesund wachsen sehen...“

Und geschäftstüchtig ist ihr Fahrer. Angebot und Nachfrage bestimmen eben den Preis.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie war amüsant und gespickt mit viel Situationskomik.

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Veröffentlicht am 03.12.2019

Verbrechen im Mittelalter

Dürer und die Fratze des Teufels
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„...Schon von Kindheit an war das Klosterleben mein sehnlichstes Verlangen. An welch anderem Ort denn kann ein Weib Bildung erlangen, kann studieren und die lateinische Sprache lernen...“

Die Anthologie ...

„...Schon von Kindheit an war das Klosterleben mein sehnlichstes Verlangen. An welch anderem Ort denn kann ein Weib Bildung erlangen, kann studieren und die lateinische Sprache lernen...“

Die Anthologie enthält 20 historische Krimis. Achtzehn unterschiedliche Autoren lassen mich an ihrem Blick in die Vergangenheit teilnehmen. Im Mittelpunkt stehen jeweils historische Persönlichkeiten wie Albrecht Dürer, Hans Sachs oder Caritas Prickheimer.
Natürlich hat jeder Autor seine eigene Handschrift. Mal gibt es einen neutralen Erzähler, mal ist ein Protagonist der Ich-Erzähler. Auch der eigentliche Kriminalfall unterscheidet sich. Diebstahl und Mord sind die häufigsten Themen.
Das Eingangszitat bezieht sich auf eine Geschichte, in der es um die Veränderungen in den Klöstern auf Grund der Reformation ging. Manchmal kam der Gegner aus der eigenen Familie.
Ein Kurzkrimi sticht besonders heraus. Er beginnt mit folgenden Worten:

„...Da liege ich nun. Fast tot. Noch kann ich nicht endgültig die Erde verlassen. Ich wurde vor den Wagen geschubst...“

Nur so viel sei verraten: Der Ich – Erzähler ist kein Mensch. Er hat aber beobachtet, wie Agnes Dürer eine junge Frau vor dem Scheiterhaufen rettet.
In den Geschichten erhalte ich häufig einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit und in Recht und Gesetz. So muss sich ein junger Mann, der nach Nürnberg kommt, um seine Gesellenprüfung abzulegen, sagen lassen:

„...Du weißt, dass du hier nicht mehr wegkommst, wenn du einmal hier bist? So wollen es die Gesetze. Was ich dich lehre, hat außerhalb unserer Stadtmauern nichts zu suchen!...“

Manche Krimis beruhen auf historischen Fakten, die gekonnt bearbeite und ausgeschmückt wurden. Andere wiederum sind fiktiv, auch wenn es um reale Personen geht.
Die meisten der Geschichten sind kurz und prägnant. Es liegt in der Natur einer Anthologie, dass mir nicht alle Krimis gleich gut gefallen haben. Genauer möchte ich darauf nicht eingehen, denn bekanntlich sind die Geschmäcker verschieden.
Insgesamt aber ist die Auswahl der Geschichten gelungen.