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Veröffentlicht am 08.02.2020

ohne Gluten und Laktose

Clean Cooking ohne Gluten und Laktose
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Glutenfrei leben, was ist das eigentlich? Und was war nochmal Laktose? Diese Fragen stellte man sich vor Jahren nicht wirklich. Heute jedoch, dank besserer Diagnostik und besserer Aufklärung kann man auch ...

Glutenfrei leben, was ist das eigentlich? Und was war nochmal Laktose? Diese Fragen stellte man sich vor Jahren nicht wirklich. Heute jedoch, dank besserer Diagnostik und besserer Aufklärung kann man auch als Zölikaiebetroffener und Laktoseintoleranter Mensch gut und lecker durchs Leben gehen.

Elisabeth Johansson ist weder von Zöliakie, noch Glutenintoleranz noch Laktoseintoleranz betroffen. Dennoch liegt ihr ihr ganz persönlicher Wohlfühlfaktor nach dem Essen am Herzen und so entstand auch „Clean Cooking“.

Eine Mischung aus reiner nährstoffreicher Kost mit möglichst wenigen Zutaten macht es dem Leser leicht, den Kochlöffel zu schwingen.

Über Rohkost und das nicht nur im Salatbereich findet man auch Fleisch, Fisch und etwas Geflügel.

Ganz nach dem Motto „Leben Sie gut – fühlen Sie sich gut!“ begleitet uns Elisabeth Johansson durch ihr Kochbuch.

Neben der Grundsätzlichkeit des glutenfreien Backens über alternative Zuckerarten und Pflanzenmilchalternativen beginnt die Rezeptsammlung.

Farbenfroh und mit vielen Tipps versehen findet man für jeden den passenden Smoothie oder Saft. Die Frühstücks- und Zwischenvarianten sind mal süß, mal würzig. Es ist also für jede Geschmacksrichtung etwas dabei.

Die folgenden vegetarischen Gerichte lassen auch Burger auf den Tisch. Beilagen und Salate machen die Teller bunt. Für Nachtisch und Dessert ist ebenfalls ausreichend gesorgt.

Ich habe mich in den klassischen Rotkrautsalat verliebt, eine Alternative zum amerikanischen Cold Slaw. Wenig Zutaten und besonders schnell gemacht.

Die Gerichte sind zeitlos, hip und erinnern an L.A. und eine Sehnsuchtsreise durch Kalifornien. Elisabeth Johanssons leckere Kreationen machen es einem leicht, ohne Gluten und Laktose zu kochen.

Für mich als Zöli ist das natürlich Standard, jedoch fand ich viele neue Rezepte. Der Chai-Pudding wird es definitiv demnächst auf den Frühstückstisch finden und das Schokomousse wird seinen Platz mutig beim nächsten anstehenden Brunch verteidigen.

Ein sehr gelungenes lockeres und leichtes Kochbuch, das es der Köchin und dem Koch leicht macht, für seine Gäste, die doch stets unter der einen oder anderen Lebensmittelunverträglichkeit leiden, fündig zu werden.

Genuss ist hier also schon mal garantiert.

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Veröffentlicht am 04.02.2020

Wo gehen wir hin....

Die Jahre
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Oft fragen wir uns doch, wie wir mal werden, wenn wir mal alt sind?

Annie Ernaux taucht ein in die eigene Vergangenheit. Bepackt mit Erinnerungen, Melodien und Gegenständen lässt und das Hörspiel, anfangs ...

Oft fragen wir uns doch, wie wir mal werden, wenn wir mal alt sind?

Annie Ernaux taucht ein in die eigene Vergangenheit. Bepackt mit Erinnerungen, Melodien und Gegenständen lässt und das Hörspiel, anfangs etwas gewöhnungsbedürftig auch in diese Vergangenheit Ernaux eintauchen.

Mit dieser, doch viel erlebten Vergangenheit begleiten wir eine Frau durch die scheinbar besten Jahre ihres Lebens.

Kurzzeitig und als Französin gefangen in der Nachkriegszeit nimmt Ernaux Reißaus und führt die Hörer mitten hinein in die scheinbar große Freiheit des Einzelnen.

Man erinnert sich, taucht selbst wieder ein in unsere Geschichte, ob es gute oder schlechte Erinnerungen waren, spielt keine Rolle.

Die Stimmen von Birthe Schnöink, Constanze Becker, Corinna Harfouch und Nicole Heesters brauchen Aufmerksamkeit. Die Biographie der ganz besonderen Art kann nicht einfach so nebenher gehört werden.

Die Erinnerungen holen den Hörer regelmäßig ein. Wir finden uns in speziellen Phasen unseres Lebens wieder und sehen uns trotzdem, ob gut oder schlecht, immer wieder zurück. Ernaux geht dem nicht auf den Grund, ihre Sicht auf die Vergangenheit ist schlicht, schnörkellos und ohne großes Tamtam.

Während wir noch in unserer eigenen Vergangenheit schwelgen, müssen wir doch realitätsnah feststellen, dass auch wir als Hörer älter geworden sind. Vieles ist uns bekannt, nur wenige Szenen von Ernaux sind uns neu.

Ungewöhnlich vertont streben wir also den Weg in die Vergangenheit und irgendwie ganz von selbst auch wieder in die Gegenwart zurück, an.

Was bleibt? Diese Frage muss sich jeder Hörer final selbst beantworten, aber eines steht fest, wir sind voller Erinnerungen und somit nicht allein.

Dank Ernaux fällt es uns dann doch leicht, von der Vergangenheit zurück in die Gegenwart zu treten und einen mutigen Schritt in die uns so unbekannte Zukunft zu wagen.

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Veröffentlicht am 03.02.2020

Tragödie vorprogrammiert

Lange Schatten
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Teil 4 der kanadischen Chief Inspector Gamache Krimireihe!

Inspector Gamaches Urlaub endet in einer Familientragödie.

Während der heiße Sommer in Montreal aufzieht, verbringen Gamache und seine Frau ...

Teil 4 der kanadischen Chief Inspector Gamache Krimireihe!

Inspector Gamaches Urlaub endet in einer Familientragödie.

Während der heiße Sommer in Montreal aufzieht, verbringen Gamache und seine Frau Reine-Marie ein paar Urlaubstage in ihrem liebgewonnen Manoir Bellechasse fernab jeglicher Zivilisation. Ihr Hochzeitstag steht unmittelbar bevor und der letzte Fall steckt Inspector Gamache noch in den Knochen.

In dem hübschen und ehrwürdigen Manoir Bellechasse ist eine weitere Familie abgestiegen, die dort ihre Wiedervereinigung feiert. Gamache und Reine-Marie müssen jedoch schnell feststellen, dass die Bezeichnung Familie hier nicht wirklich zutrifft.

Die wiederverheiratete reiche Witwe herrscht über ihre Kinder und deren Partner. Über allen Mitgliedern der Familie schwebt ein dunkler Schatten. Hass und Niedertracht erfüllt die Räume der Pension und schlägt sich auch auf die Mitarbeiter nieder.

Als tags darauf überraschend auch Clara und Peter Morrow, Freunde aus Three Pines auftauchen, muss sich Gamache etwas mehr mit diesem Familientreffen beschäftigen.

Nach einem nächtlichen Unwetter findet die älteste Tochter Julia ausgerechnet unter der frisch veröffentlichten Gedenkstatue des Familiengründers Charles Morrow den Tod.

Es gibt zahlreiche Verdächtige unter den Familienmitgliedern. Auch vor Peter und Clara macht Gamache und sein angereistes Ermittlerteam keinen Halt.

Alte Geschichten kommen ans Licht und bringen dann doch nur weitere dunkle Schatten über die restlichen Familienmitglieder.

Geld regiert das Leben der Geschwister bis heute. Aufgestachelter Ehrgeiz, falsche Liebe und fragwürdige Erziehungsmethoden kommen ans Tageslicht.

Mit dem Rücken zur Wand teilt jeder einzelne aus und trifft dabei auch Gamache und dessen eigene Vergangenheit.

Mutig und unbeirrbar kennt jedoch Gamache seine Grenzen und zieht seine ganz eigene Bilanz.

Der vierte Fall (auf Deutsch unter „Rachefest“ veröffentlicht) macht natürlich wieder Lust auf den nächsten Teil. Ich habe mich hier für die kanadischen Titel im Original entschieden, da die deutsche Veröffentlichung sich leider nicht an die Erscheinungsreihe hält.
Die passenden Hörspiele dazu sind ebenfalls sehr zu empfehlen!
Mit Louise Penny begibt man sich in dieses beschauliche Manoir und glaubt dort angekommen zu sein. Liebreiz umgibt einen aber hinter der Fassade scheint genau dies stets auch das Böse heraufzubeschwören.

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Veröffentlicht am 25.01.2020

gelebte Vergangenheit

Die Nachtigall
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Zwei Schwestern, eine kämpft für die Freiheit, die andere für die Liebe.

Vianne und Isabelle sind zwei sehr unterschiedliche Schwestern. Der 2. Weltkrieg erreicht nunmehr auch Frankreich. Paris ist besetzt ...

Zwei Schwestern, eine kämpft für die Freiheit, die andere für die Liebe.

Vianne und Isabelle sind zwei sehr unterschiedliche Schwestern. Der 2. Weltkrieg erreicht nunmehr auch Frankreich. Paris ist besetzt und Isabelle, die jüngere Schwester kann immer schlechter damit umgehen. In ihr keimt die Rebellion und sie kann und will die Geschehnisse er Verleumdung, Hass und Gier der Besatzungsmacht Deutschland nicht länger hinnehmen.

Vianne hingegen lebt ländlich in ihrem Bauernhaus und unterrichtet im nahegelegenen Dorf die Schulkinder. Der Krieg zieht bei der älteren Schwester erst ein, als ihr Mann eingezogen und an die Front berufen wird. Das Leben ändert sich nunmehr schlagartig und wird von Armut und Hunger geprägt.

Als Hauptmann Beck als Deutscher bei ihr einquartiert wird, muss sie sich fügen. Sie profitiert von Essen und Feuerholz und kann so ihre Tochter Sophie mehr schlecht als recht versorgen. Vianne ist sich jedoch im Klaren, dass sie bei Hauptmann Beck eines Tages dafür den Preis zu zahlen hat.

Die Angst geht um und Isabelle schließt sich einer Resistance-Gruppe an. Sie bringt ausländische Soldaten über die Pyrenäen in die Freiheit und macht sich damit einen gewissen Ruf.

Ihre Fluchtroute ändert sich ständig. Eines Nachts flüchtet sie mit einem ihrer Schützlinge auf den Hof von Vianne und löst damit ungewollt eine Kettenreaktion aus.

Kristin Hannah erzählt uns mit den Worten von Vianne, die in der Gegenwart wohlbehütet in hohem Alter an der Küste Oregons wohnt, von ihrer Vergangenheit. Jahrelanges Schweigen hat aus Vianne im Alter eine Frau gemacht, die sich fügt. Der jahrelange Kampf ums Überleben hat deutliche Spuren hinterlassen.

Ihrem Sohn schuldet sie die Wahrheit und holt ihren alten Reisekoffer vom Dachboden ihres Hauses. Der Koffer und die darin enthaltenen Dokumente, Bilder und Erinnerungsstücke berichten von einer ganz anderen Vianne, die tagtäglich um Essen und auf ihre ganz eigene Art gegen die Deutschen kämpfte.

Hannah lässt den Hörer Isabelle auf ihrem Weg in die Deportation folgen. Schonungslos opfert sich die jüngere Schwester, immer auf der Suche nach ihrer wahren Liebe und dem nicht enden wollenden Keim des Widerstands.

Krisitin Hannah hat mit „Der Nachtigall“ einen Weckruf an alle Menschen geschaffen und mit ihrem Roman ein Zeichen gesetzt. In der Welt, in der wir heute, mit dem Wissen unserer dunklen Vergangenheit leben, niemals mehr zu einem solchen Krieg kommen darf!

Die Stimme von Luise Helm lässt den Hörer schaudern und begleitet Vianne tapfer bei ihrem Kampf mit ihrem ganz persönlichen Leid und bestärkt Isabelle bei ihrem Mut zur Rebellion.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

Späte Rache

Opfer ohne Blut
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Ein Schweden-Krimi

Im Grand Hotel in Stockholm trifft Kommissar Casper Munk auf eine seltsame Szenerie. Die Edelprostituierte Jackie scheint unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen zu sein.

Gregor ...

Ein Schweden-Krimi

Im Grand Hotel in Stockholm trifft Kommissar Casper Munk auf eine seltsame Szenerie. Die Edelprostituierte Jackie scheint unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen zu sein.

Gregor Lind, der neue Star am schwedischen Schauspielhimmel kann sich vollgepumpt mit Drogen und Alkohol nicht daran erinnern, Jackie unter seinen guten und schweren 130 Kilo erdrückt zu haben.

Munk nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf. Diese führen ihn zu einem alten Freund in einer Hypochonder Klinik nach Oslo und somit direkt in die Arme einer neuen Freundin.

Im Gefühlsdusel muss Munk sich aber zusammenreißen als plötzlich Leichenteile auftauchen, die mit dem Mord an Jackie in Verbindung stehen.

Die Liste der Verdächtigen ist unendlich lang und mangelt nicht gerade an skurrilen Charakteren und Persönlichkeiten.

Mit seinen Kollegen taucht Munk in die Prostituiertenszene und in die kitschigen Schuppen der Zuhälter ein und muss feststellen, dass er hier nur so von Bekannten mit Rang und Namen wimmelt.

Der Verdacht fällt auf den Ehemann der Toten der sich zur Überraschung als Staranwalt der Stockholmer Nobelszene herausstellt.

Die Schauspielerei scheint die Ermittler auf die richtige Spur zu führen. Wir landen als Leser in der vergangenen Welt von Charlie Chaplin, Stummfilmen und Kassenknüllern wie die Verfilmung von Olaf Palme.

Über Pan Tau hinweg geht es quer durch Europa und dank allerlei Sprachwitz wird dies keineswegs langweilig.

Mit Lasse Blom, alias Gerhard Fischer begibt man sich als Leser mehrfach aufs Glatteis. Munk versucht mit seinem Team die Stellung zu halten und scheut auch nicht vor plumpen Witzen. Ehrlich wird hier Ermittlungsarbeit erzählt und gekonnt ein guter und spannender Fall konstruiert.

Von Blues über Pippi Langstrumpf, über Eishockey zum Prager Frühling stellt man als Leser fest, dass man definitiv noch nicht ausgelernt hat!

Ich hoffe, dass es mit Caspar Munk uns einem Team weiter geht!

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