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Veröffentlicht am 20.02.2020

Sacrebleu!

Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle (Eddie Fox 1)
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Eddie Fox hat eigentlich einen Namen, der fast so lang ist wie der von Albus Dumbledore. Das liegt daran, dass er ein waschechter, zehnjähriger Graf ist. Allerdings ist er schon seit 288 Jahren zehn, denn ...

Eddie Fox hat eigentlich einen Namen, der fast so lang ist wie der von Albus Dumbledore. Das liegt daran, dass er ein waschechter, zehnjähriger Graf ist. Allerdings ist er schon seit 288 Jahren zehn, denn er ist ein Geist. Er lebt auf Stormy Castle, seinem Stammsitz und genießt das Leben ... Unleben ... seine Zeit dort. Das ändert sich abrupt, als die modernen Menschen beschließen, aus seinem Schloss eine Schule zu machen. Eddie ist empört, denn wenn er etwas noch weniger leiden kann als moderne Menschen, dann sind es moderne Kinder! Er muss sich diesen Leuten entgegenstellen und versucht es mit Spuk und Zauberei.

Eigentlich ist es eine sehr niedliche Geschichte über Eddie, seine Fledermaus Mathilda, einen Minidrachen, der nicht vernünftig Feuer speien kann, über Freundschaft und selbst Mobbing. Allerdings ist mir nicht klar geworden, wie es sein kann, dass irgendwelche Müllersöhne ausgerechnet den Sohn des Grafen mobben konnten. Oder warum dieser in die Dorfschule ging. Ich bin kein Historiker, aber ich behaupte mal ganz lustig, dass um 17hundertirgendwas kein Adliger mit Bürgerlichen oder Bauern zusammen in die Schule ging und sich sogar von ihnen mobben lassen musste. Warum man also so einen Unsinn ausgerechnet in einem Kinderbuch behaupten muss? Ich weiß es nicht. Davon abgesehen wurden mir sämtliche Probleme eindeutig zu leicht abgehandelt - selbst für kleine Kinder dürfte man größere Komplikationen entwerfen, um sie bei der Stange zu halten.

Veröffentlicht am 19.02.2020

Karma-Level: low

Mina und die Karma-Jäger - Der Klassenkassen-Klau
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Mina ist gerade elf geworden und will das mit ihren Freunden groß feiern. Doch niemand kommt, stattdessen steht ein komischer Junge vor der Tür, den außer ihr niemand sieht, und verlangt, dass Mina ihm ...

Mina ist gerade elf geworden und will das mit ihren Freunden groß feiern. Doch niemand kommt, stattdessen steht ein komischer Junge vor der Tür, den außer ihr niemand sieht, und verlangt, dass Mina ihm dabei hilft, sein mieses Karma-Level wieder hochzubringen. Sein Name ist Julius, und er ist ein Geist. Man hat ihn aus dem Himmel geschmissen, weil er scheinbar mit seinen Karmapunkten schlecht gehaushaltet hat. Nun, Mina hat keinen Bock, einem Geist zu helfen, der ihre Party versaut, doch dann gibt es in ihrer Klasse einen Vorfall: Jemand hat die Klassenkasse geplündert und sie will den Dieb fangen und gleichzeitig Julius die Gelegenheit geben, sein Karma aufzupolieren.

Wo fange ich an? Die Idee ist mal ganz nett. Die Umsetzung hapert allerdings in meinen Augen. Es fängt bereits damit an, dass Mina entweder gar keine Fragen oder die falschen stellt. Warum soll ausgerechnet sie helfen? Warum soll sie einem Typen helfen, der ihr nur Stress bereitet? Was passiert, wenn die Karmapunkte auf Null fallen? Selbst mit elf hätte ich da genauer nachgefragt und diese fehlende Neugier finde ich für ein intelligentes Kind seltsam. Mich hat auch gestört, dass die Levels der Karmapunkte bestimmte Tiere bedeuteten. Warum ist eines der miesesten Level ein Regenwurm? Möchte man damit andeuten, dass diese weniger Existenzberechtigung haben als zum Beispiel ein Hase mit mehr Karmapunkten? Ja, mich stört so was, weil Kindern damit suggeriert wird, dass einige Lebewesen höher einzustufen sind als andere. Das ist keine Message, die ich in einem Kinderbuch - egal wie lustig oder cool die Protagonisten sind - lesen möchte. Ich fand auch den Schluss unbefriedigend, denn der Täter wurde für den Klassenkassenklau eigentlich noch belohnt. Keiner hat sich wirklich damit auseinandergesetzt, dass er es überhaupt getan hat; er mag Gründe gehabt haben, aber dass die ohne Konsequenzen durchgehen, finde ich nicht gut. Ein paar kleine Karmapunkte erhält das Buch, weil es auf exotische Tiere und die Tatsache, dass sie nicht gehalten werden sollten, aufmerksam macht. Alles in allem glaube ich jedoch nicht, dass ich diese Reihe weiterlesen werde.

Veröffentlicht am 12.02.2020

Schuld und Sühne

Schuldig
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Ein Wochenende mit vier weiteren Kommilitonen in den Bergen! Party, Trinken, gute Gespräche - was soll da schon schiefgehen? Antwort: alles. Denn hinterher ist einer tot. Und die anderen müssen sich fragen, ...

Ein Wochenende mit vier weiteren Kommilitonen in den Bergen! Party, Trinken, gute Gespräche - was soll da schon schiefgehen? Antwort: alles. Denn hinterher ist einer tot. Und die anderen müssen sich fragen, ob sie seinen Tod hätten verhindern können. Drei Jahre später ist das alles fast vergessen, als alle vier Briefe erhalten. In jedem steht nur ein Satz. Du bist ein Mörder. Kazuhisa Fukase, der beste Freund des Toten, fängt an nachzuforschen und stellt fest, dass er eigentlich weder etwas über seinen Freund noch über die anderen Kommilitonen noch über sich selbst weiß. Und am Ende wird er sich noch einigen Wahrheiten mehr stellen müssen.

Was soll ich sagen? Geständnisse von derselben Autorin war vor ein paar Jahren ein völlig überraschendes Jahreshighlight, also waren meine Erwartungen vielleicht von vornherein zu hoch und konnten gar nicht erfüllt werden. Vielleicht war das Ganze dieses Mal auch zu japanisch für einen westeuropäisch orientierten Menschen aufgezogen? Ich hatte das Gefühl, dass es im Grunde eigentlich nur um Essen, Essen gehen, Essen zubereiten, über die besten Restaurants zum Essen gehen, Essen einkaufen und auch noch ganz stark vertreten: Kaffee ging. Dazu kommt, dass Fukase kein Charakter ist, der eine Geschichte wirklich tragen kann. Er ist weder sympathisch noch entwickelt er sich wirklich weiter und schwächliche Protagonisten haben es nun mal schwer, sich durchzusetzen. Auch hat mich die schlussendliche Lösung nicht wirklich befriedigt, auch wenn es natürlich noch einmal ein netter Twist war. Ich bin im Endeffekt nicht wirklich enttäuscht, wirklich begeistert allerdings auch nicht.

Veröffentlicht am 01.02.2020

Echidnas Kinder

Knochengrab (Ein Sayer-Altair-Thriller 2)
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Maxwell Cho ist ein FBI-Agent, der seinen freien Tag in seiner alten Heimat auf dem Appalachen-Trail genießen will. Lange dauert das nicht an, denn seine Hündin Kona ist ein Leichenspürhund, die ihn unverhofft ...

Maxwell Cho ist ein FBI-Agent, der seinen freien Tag in seiner alten Heimat auf dem Appalachen-Trail genießen will. Lange dauert das nicht an, denn seine Hündin Kona ist ein Leichenspürhund, die ihn unverhofft zu einem alten Massengrab führt. Sofort wird Senior Special Agent Sayer Altair auf den Cold Case angesetzt. Sie bekommt so gut wie keine Unterstützung, weil der letzte Fall das ganze FBI aufgewirbelt hat und muss feststellen, dass hier ein Mörder seit gut zwanzig Jahren sein Unwesen treibt, der auch jetzt nicht aufhört und sich durch ihre Ermittlungen gestört fühlt.

Das Positive vorneweg: Ich habe mich eigentlich nicht gelangweilt, es war trotz eines nicht immer überzeugenden Schreibstils flott zu lesen. Auch muss man den Vorgänger nicht kennen, um mit diesem Fall klarzukommen: Was man nicht weiß, wird immer wieder erwähnt. So weit, so gut. Was mich wirklich gestört hat, war oftmals die Begriffsstutzigkeit der ansonsten recht sympathischen Ermittler. Sie brauchen allein schon bis Seite 200, um auf das Offensichtliche zu stoßen - warum eine Frau tut, was sie ihrem Ermittlungsstand nach tut. Der Grund wurde wieder und wieder erwähnt, ins Gesicht gehalten, eigentlich hätte nur noch eine Leuchtreklame gefehlt, auf der es in Großbuchstaben geschrieben steht. Aber nein, die Erleuchtung ohne Leuchtreklame kam spät und war für den leicht genervten Leser vielleicht nicht so eine Überraschung wie für die Ermittler. Auch ansonsten wurde nicht immer logisch agiert, weder von Täters noch Agentenseite. Warum der Täter nach dem Fund der Leichen die Ermittler in der Höhle anzünden wollte, wird wohl immer sein oder der Autorin Geheimnis bleiben. Es war ja nicht so, als würden nicht schon gefühlt 100 andere Ranger und Polizisten in der Gegend rumwuseln, die Bescheid wussten. Auch dass die Ermittler niemals einen Blick auf ihren Flüchtigen erhaschen konnten, gehört ins Reich der Märchen. Ab und zu hätte ich Sayer wegen ihrer Begriffsstutzigkeit gern geschüttelt, aber wäre sie eine schlaue Frau gewesen, hätte es nicht viele Actionszenen gegeben, das sehe ich ein. Nette Lektüre, aber kein Must Read.

Veröffentlicht am 16.01.2020

Lebendig begraben

Ein Wispern unter Baker Street
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Als ein junger Amerikaner, der in London Kunst studiert hat, ausgerechnet innerhalb der Londoner U-Bahntunnel ermordet wird, ruft man Peter Grant, denn etwas an dem Tod des Mannes ist seltsam. Peter findet ...

Als ein junger Amerikaner, der in London Kunst studiert hat, ausgerechnet innerhalb der Londoner U-Bahntunnel ermordet wird, ruft man Peter Grant, denn etwas an dem Tod des Mannes ist seltsam. Peter findet auch schnell heraus, was. Die Scherbe, mit der er erstochen wurde, enthält Vestigia, Spuren vergangener Magie. Mit einem Mal müssen sich Peter, sein neuer Freund Sergeant Kumar und eine FBI-Agentin unter dem Londoner Metronetz mit schießwütigen Verrückten, einem geheimen Raveclub, einer noch geheimeren Gesellschaft und der stinkenden Kanalisation auseinandersetzen.

Die Vertonung als Hörspiel war wieder mega gut und konnte auch einiges am Fall rausreißen. Dieser selbst mit dem Aufhänger des amerikanischen Kunststudenten kam ziemlich schwachbrüstig daher. Viel gerettet haben wieder einmal die vielen skurrilen Typen, die auftauchten, allen voran Zac, der Halbgoblin (oder was auch immer). Aaronovitch verliert sich wieder gern vom Hundertsten ins Tausendste, manches ist relevant, manches eher nicht. Alles in allem konnte mich dieser Fall nicht so überzeugen wie die ersten beiden, aber als Hörspiel (ja nicht die gekürzte Hörbuch-Version hören!) ist es immer noch eine sehr angenehme Unterhaltung.