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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2020

Düsteres Geheimnis

In Vitro
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Jack und die schwangere Grace haben einen wunderschönen Urlaub in Schottland verbracht und wollen auf ihrer Rückreise kurz Grace Tante Theodora besuchen, zu der sie ein wenig den Kontakt verloren haben. ...

Jack und die schwangere Grace haben einen wunderschönen Urlaub in Schottland verbracht und wollen auf ihrer Rückreise kurz Grace Tante Theodora besuchen, zu der sie ein wenig den Kontakt verloren haben. Bei der Ankunft verläuft aber vieles nicht so wie geplant, so bekommen sie Theodora nicht zu sehen, die sich bereits ein wenig geschwächt zurückgezogen hat, stattdessen treffen sie auf den jungen Nachbarn Adam, der sich um die Tante kümmert. Sein Auftreten wirft allerdings viele Fragen auf, und das soll nur der Auftakt zu einem äußerst mysteriösen Aufenthalt sein...
"In Vitro - Das Angst Experiment" ist für mich das erste Buch des Autors JP Conrad. ICh habe schon viel positives über seine Werke gelesen und bin mit hohen Erwartungen in den Thriller gestartet. Sehr schnell konnte er mich dann auch mit seiner lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibweise in die mysteriöse Welt von Harynthorpe entführen. Der Spannungsbogen wird nach und nach aufgebaut und über die mysteriösen Hintergründe aus der Vergangenheit und der verzweifelten Suche nach Grace auf einem aus meiner Sicht sehr hohen Niveau gehoben. JP Conrad bedient sich beim Spannungsaufbau nicht an der Schilderung blutrünstiger Taten, sondern legt das Augenmerk des Lesers auf eine geheimnisvolle und gleichzeitig knisternde Atmosphäre. Es entsteht so ein clever konzipiertes Konstrukt, was nur sehr schwer zu durchschauen ist und mit vielen überraschenden Wendungen überzeugen kann.
Insgesamt ist "In Vitro - das Angst Experiment" ein aus meiner Sicht zu jeder Zeit packender und mysteriöser Thriller, den man quasi nicht aus der Hand legen kann. Das Buch hat mich so überzeugt, dass ich mich mit weiteren Titeln des Autors auseinandersetzen werden. Ich spreche so auch eine absolute Leseempfehlung aus und bewerte den Thriller mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 21.02.2020

Und plötzlich bist du nicht mehr da

Nach Mattias
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Völlig unerwartet scheidet der noch junge Mattias von einem Moment auf den anderen aus dem Leben und hinterlässt bei vielen Menschen eine Lücke. Es handelt sich dabei zum einen um seine engsten Bekannten ...

Völlig unerwartet scheidet der noch junge Mattias von einem Moment auf den anderen aus dem Leben und hinterlässt bei vielen Menschen eine Lücke. Es handelt sich dabei zum einen um seine engsten Bekannten und Verwandten, aber zum anderen auch um Personen, die ihn persönlich kaum oder gar nicht kannten.
Der Autor Peter Zantingh begibt sich mit seinem Roman "Nach Mattias" auf die Suche nach genau diesen Lücken und betrachtet den tragischen Tod des Titelhelden aus der Sicht von acht unterschiedlichen Menschen. In den jeweiligen Episoden spielt Mattias zuweilen eine Haupt- und manchmal aber auch nur eine unscheinbare Nebenrolle. Auf alle Fälle wirkt sich der plötzliche Tod des jungen Menschen auch auf das Leben der betreffenden Personen aus. Mit viel Geschick und interessanten Charakteren kreiert der Autor so einen Nachruf auf einen stets lebensfrohen und sympathischen Menschen. Er erzählt die Episoden in einem gefühlvollen und stark pointierten Schreibstil, der mit wenigen Worten viel aussagt. Nach eigenen Angaben ist es Peter Zantingh in seinen Büchern wichtig mit seinen Worten sparsam aber zielgerichtet zu agieren, was ihm aus meiner Sicht mit "Nach Mattias" vortrefflich gelungen ist, so hat er die Rohfassung des Romans nochmals um ein Drittel gekürzt.
Insgesamt hat mich der Roman "Nach Mattias" stark berührt und gleichzeitig nachdenklich zurückgelassen. Aus meiner Sicht ein wertvolles Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Brandmal des Bösen

Solothurn tanzt mit dem Teufel
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Kurz vor der Solothurner Fastnacht wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Eine versteckte Tätowierung des Opfers führt die Ermittler auf die Spur einer zurückliegenden Mordserie im Rotlichtmilieu. ...

Kurz vor der Solothurner Fastnacht wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Eine versteckte Tätowierung des Opfers führt die Ermittler auf die Spur einer zurückliegenden Mordserie im Rotlichtmilieu. Die Ereignisse überschlagen sich um Dominik Dornach, denn seine Tochter, die sich für die Uno im Irak befindet, gerät in das Visier von Terroristen. Schnell geraten immer mehr Personen in Gefahr und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...
"Solothurn tanzt mit dem Teufel" ist der vierte und leider auch der letzte Band der spannenden Staffel um den sympathischen Ermittler Dominik Dornach. Der Autor Christof Gasser erzählt die Geschichte in einem lebendigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich schnell wieder in die Schweiz entführt hat. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches mit dem Auffinden des ersten Opfers klassisch aufgebaut und über die Ermittlungen und den packenden Entwicklungen im persönlichen Umkreis des Hauptpro-tagonisten auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Gerade die Komplexität der Geschichte konnte mich in den Bann ziehen und ließ mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Leser bekommt immer wieder die Möglichkeit, eigene Überlegungen bezüglich der Täterschaft und den Tathintergründen anzustellen und wird dann im fulminanten Finale wahrscheinlich doch noch wieder überrascht.
Insgesamt konnte mich auch der vierte Teil der Serie komplett überzeugen, so dass ich es sehr bedaure, dass es sich um den finalen Band handeln soll. Die Bücher haben mich in erster Linie mit der Entwicklung ihrer sehr interessant gezeichneten Protagonisten und dem Erzähltalent des Autors begeistert. Ich empfehle "Solothurn tanzt mit dem Teufel" sehr gerne weiter, rate aber aufgrund des spannenden Aufbaus der Protagonisten mit dem ersten Band der Reihe zu beginnen. Meine Bewertung fällt mit fünf von fünf Sternen folgerichtig sehr positiv aus.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Der Widerstand reift

Scheintod
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Sara versucht in ihrem Leben wieder Fuß zu fassen. Nach den traumatischen Erlebnissen sucht sie ihr Heil in der Arbeit und tritt eine neu Stelle als Praktikantin bei der bekannten Unternehmensberater-Kanzlei ...

Sara versucht in ihrem Leben wieder Fuß zu fassen. Nach den traumatischen Erlebnissen sucht sie ihr Heil in der Arbeit und tritt eine neu Stelle als Praktikantin bei der bekannten Unternehmensberater-Kanzlei McKensey an. Der Job nimmt sie voll in Anspruch und lenkt sie von ihrer Vergangenheit ab. Aber nach kurzer Zeit hört sie in ihrer Wohnung Stimmen und einige unerklärliche Situationen lassen sie wieder an sich selbst zweifeln. Sara fühlt sich zunehmend verfolgt und beschließt, sich ihren Widersachern und Gegnern zu stellen...
"Scheintod" ist der Zweite Band der Widerstands-Trilogie der schwedischen Autorin Louise Boije of Gennäs. Wie schon im ersten Band entwickelt sich im Verlauf eine immer packenderer Verschwörungsthriller, der das gesellschaft-liche Leben an den Pranger stellt. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem lebendigen und aus meiner Sicht hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Bann zog und mich das Buch kaum noch aus der Hand legen ließ. Der Spannungsbogen wird mit den mysteriösen Geschehnissen und überraschenden Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten und der Leser fragt sich ständig, wem und was er noch glauben kann. Die Rollen von Freund und Feind werden eigentlich pausenlos in Frage gestellt und lassen den Leser nicht mehr los. Auch der Hintergrund des Ganzen erscheint sehr nebulös und entwickelt sich immer komplexer.
Insgesamt hat mir "Scheintod" als Verschwörungs-Thriller richtig gut gefallen, er besticht aus meiner Sicht mit seine Komplexität und dem Erzähltalent der Autorin. Ich warte nun schon mit viel Ungeduld auf den abschließenden Band und bin gespannt, wie sich die Geschichte auflösen wird. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter, rate aber zunächst den ersten Band zu lesen, da es einen starken Bezug hierauf gibt. Meine Bewertung liegt bei den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 01.02.2020

Sprachgewandter und sozialkritischer Kriminalroman

Im Netz des Lemming
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Der Lemming versteht seinen Sohn Ben nicht mehr. In letzter Zeit benutzen er und seine Freunde vermehrt Worte, die keinen Sinn für den Lemming ergeben. Dies hängt damit zusammen, dass Lemming ein wenig ...

Der Lemming versteht seinen Sohn Ben nicht mehr. In letzter Zeit benutzen er und seine Freunde vermehrt Worte, die keinen Sinn für den Lemming ergeben. Dies hängt damit zusammen, dass Lemming ein wenig Oldschool unterwegs ist und die sozialen Netzwerke meidet. Schnell stellt sich für ihn heraus, dass er dies auch nicht ohne Grund getan hat, denn eine gemeine und provokante Mail stellt Bens Freund Mario im Netz bloß und treibt ihn in den Selbstmord. Lemming selbst gerät nun in den Fokus der digitalen Hetzgemeinde, da er zufällig mit Mario unterwegs war, als ihn die mail erreichte. Er will sich dem digitalen Wahnsinn stellen...
Mit "Im Netz des Lemming" schreibt der österreichische Autor Stefan Slupetzky einen sozialkritischen Kriminalroman, der es aus meiner Sicht in sich hat. Extrem wortgewandt erzählt er die Geschichte in einem anspruchs-vollen und dennoch gut zu lesenden Schreibstil, der mich von Beginn an begeistern konnte. Jedes Wort passt genau und bei jeder sich bietenden Gelegenheit versetzt der Autor der modernen Gesellschaft einen Seitenhieb. Der eigentlich Kriminalfall gerät so immer mehr in den Hintergrund und der Leser ist gespannt, inwiefern es dem Lemming gelingt in der oberflächlichen und anonymen Welt des Internets Fuß zu fassen. Populismus, Fremdenfeind-lichkeit und korrupte Politiker werden stilsicher thematisiert und gleichzeitig bloß gestellt. Ein zu jeder Zeit überzeugendes Buch erhält durch die beiden etwas skurrilen Hauptprotagonisten seinen ganz besonderen Charme und wirkt auf diese Weise noch lange nach.
Insgesamt war "Im Netz des Lemming" für mich mein erstes wirkliches Lesehighlight im noch jungen Jahr 2020. Völlig überzeugt hat mich dabei das Erzähltalent des Autors Stefan Slupetzky, bei dem es sich lohnt jedes Wort auf die Waagschale zu legen, da es sicherlich nicht ohne Bedacht gewählt wurde. Sehr gerne empfehle ich daher den Kriminalroman weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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