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Veröffentlicht am 22.12.2023

Zu wenig Nordfeeling

Die Eisfischerin vom Helgasjön
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Ich hätte mir vielleicht die vorherigen Titel der Autorin anschauen sollen, dann hätte ich eher gewusst, dass das Buch nichts für mich ist. Aber Titel und Cover und auch die Beschreibung hatten mich neugierig ...

Ich hätte mir vielleicht die vorherigen Titel der Autorin anschauen sollen, dann hätte ich eher gewusst, dass das Buch nichts für mich ist. Aber Titel und Cover und auch die Beschreibung hatten mich neugierig gemacht. Denn ich liebe Geschichten, die im hohen Norden spielen. Auch die Leseprobe, also die ersten Seiten im Buch haben mir gut gefallen. Zusammen mit dem wunderschönen Cover war das richtig stimmig und ich konnte es kaum erwarten, mit Rieke in den Norden zu reisen.

Dann aber entpuppt sich der Roman als eine Geschichte um Liebe und Verrat und obwohl Rieke, die Hauptperson, einmal zum Eis fischen geht und auch in Lappland einen Kurzurlaub verbringt, ist es mir persönlich zu wenig Nordfeeling. Ich hatte etwas total anderes erwartet und war dementsprechend enttäuscht. Dazu kam noch, dass Rieke mir im Laufe der Geschichte immer unsympathischer wurde, was mein Lesevergnügen noch mehr eingeschränkt hat.

Gut gefallen hat mir die Aufmachung. Damit meine ich nicht nur das schöne Cover, sondern auch die stimmigen und teilweise humorvollen Überschriften über den einzelnen Kapiteln.

Der Schreibstil ist modern und sehr gut zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.10.2023

Seichter Krimi

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bräutigam
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Als großer Fan von Miss Marple musste ich auch Mrs. Potts kennen lernen. Zusammen mit ihren Freundinnen hat sie in dem kleinen Ort Marlow an der Themse bereits einen Fall gelöst und dadurch eine gewisse ...

Als großer Fan von Miss Marple musste ich auch Mrs. Potts kennen lernen. Zusammen mit ihren Freundinnen hat sie in dem kleinen Ort Marlow an der Themse bereits einen Fall gelöst und dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangt. Nun wird sie auf eine Party am Vorabend der Hochzeit von dem reichen Sir Peter Bailey eingeladen und oh Wunder, Sir Bailey wird von einem Schrank erschlagen.

Als Leser kann ich nun miträtseln, denn im Gegensatz zum Polizeichef glaubt Judith Pott nicht an einen Unfall.

Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Aber die Ermittlungen ziehen sich in die Länge, ich bleibe immer wieder an den überflüssigen Wiederholungen stecken und muss mich förmlich zum Weiterlesen zwingen. Aber ich möchte natürlich wissen, was Mrs. Potts und ihre Freundinnen heraus finden und so bleibe ich dabei.
Das Ende finde ich zwar ein bisschen konstruiert, aber es ist schlüssig und auch überraschend. Aber das reißt es leider nicht raus. Ich war schon enttäuscht. Wenn ich schon keine Spannung bekomme, dann habe ich wenigstens auf schwarzen britischen Humor gehofft. Aber den habe ich auch nicht bekommen.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Eine Wette mit Folgen

Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen
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Ich habe das fiktive Dorf St. Piran noch in guter Erinnerung, denn dort ist seinerzeit der Wal aus dem fantastischen Buch „Der Wal und das Ende der Welt“ gestrandet. John Ironmonger führt mich wieder das ...

Ich habe das fiktive Dorf St. Piran noch in guter Erinnerung, denn dort ist seinerzeit der Wal aus dem fantastischen Buch „Der Wal und das Ende der Welt“ gestrandet. John Ironmonger führt mich wieder das fiktive Dorf in Cornwall. Dort treffe ich auf den Studenten Tom Horsmith und den Politiker Monty Causley. Beide stammen aus St. Piran, beide haben an dem Tag Geburtstag und im Pub entbrennt ein Streit, der in einer Wette endet, die viele Jahre später eingelöst werden soll. Das Ganze wird auch noch von Toms Freund Benny gefilmt, der den Clip online stellt. Wie man das heute nun mal macht. Monty fürchtet um seine Karriere und Tom macht genau diese.

Das klingt zunächst spannend und John Ironmonger schreibt gewohnt interessant. Das Hauptthema ist der Klimawandel, das ist wichtig und warum sollte man so ein wichtiges Thema nicht in einen Roman packen.
John Ironmonger brilliert mit sehr viel Hintergrundwissen, welches er mir als Leser vermitteln möchte. Das war für mich das Hauptthema und der eigentliche Roman bleibt dabei für mich auf der Strecke. Wenig förderlich sind da auch die riesengroßen Zeitsprünge, damit bin ich nicht sehr gut klar gekommen und es war für mich, was die Zeiten betrifft, auch gar nicht mehr logisch.

Zwischendurch ist es immer mal wieder spannend. Aber betrachtet werden nur die wiederholten Treffen von Tom und Monty. Beide machen Karriere, Tom arbeitet als Gletscherforscher in Grönland, Monty schafft es sogar, Premierminister zu werden. Tom hält Monty die vorher erwähnten Vorträge über das Klima. Das zieht sich über viele Seiten und es war für mich ermüdend. Das hätte man kürzer fassen können.

Am Ende gibt es natürlich einen Showdown, aber selbst das hat mir nicht gefallen. So habe ich das Buch mit einem enttäuschten Gefühl zugeschlagen. Es ist so ein wichtiges Thema und ich wünsche dem Buch viele Leser, die zum Nachdenken gebracht werden. Aber mich persönlich konnte es leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 29.05.2023

Die besten Geschichten schreibt das Leben

Mit dem Mut zur Liebe
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Ich scheue mich immer etwas, wahre Geschichten nicht so gut zu bewerten. Denn genau so ist es nun mal passiert und das Leben hat diese Geschichten geschrieben. So auch hier.

Es ist die Geschichte einer ...

Ich scheue mich immer etwas, wahre Geschichten nicht so gut zu bewerten. Denn genau so ist es nun mal passiert und das Leben hat diese Geschichten geschrieben. So auch hier.

Es ist die Geschichte einer großen Liebe, die Hera Lind hier aus der Sicht des männlichen Parts schreibt. Dieto wächst in der Nachkriegszeit auf, muss viele Entbehrungen hinnehmen, aber die taffe Mama gibt ihm und seinen Geschwistern Mut. Die ersten Seiten waren sehr dramatisch, die Flucht aus Dresden und all die schlimmen Erlebnisse. Da hat mir die Sprache noch richtig gut gefallen.

Das hat sich leider geändert, als Dieto seiner Johanna begegnet ist. Obwohl es eine Liebe mit vielen Hindernissen ist, fand ich das nicht dramatisch, sondern einfach nur schnulzig. Hier erzählt kein erwachsener Mann, sondern ein Junge. Vielleicht hätte Hera Lind nicht in der Ich-Form erzählen sollen, dann wäre die Story für mich viel glaubwürdiger gewesen. Der Schreibstil ist sehr einfach und das ist dieser Geschichte nicht würdig. Mir hat der Schreibstil die Lust am Lesen genommen und ich habe stellenweise nur quer gelesen.

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Veröffentlicht am 06.02.2020

Die Hintergründe zu Dr. Schiwago

Alles, was wir sind
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In meiner Generation kennt wohl jeder Dr. Schiwago, es lief so oft im weihnachtlichen Fernsehprogramm. Das Buch habe ich nie gelesen und wusste bisher nicht, dass es so eine dramatische Hintergrundgeschichte ...

In meiner Generation kennt wohl jeder Dr. Schiwago, es lief so oft im weihnachtlichen Fernsehprogramm. Das Buch habe ich nie gelesen und wusste bisher nicht, dass es so eine dramatische Hintergrundgeschichte hat. Also musste ich „Alles, was wir sind“ einfach lesen.
Der Einstieg fiel mir leicht, ich mag die Sprache von Lara Prescott und ich war so gespannt. Aber so nach und nach legte sich meine Begeisterung. Viel zu ausführlich werden manche Dinge behandelt. Ich wurde ungeduldig und daran konnte eben diese schöne Sprache auch nichts ändern.
Lara Prescott erzählt abwechselnd, was im Osten und was im Westen passiert. Dabei ist der Ostteil sehr dramatisch und bedrückend, während ich mich im Westteil in der Vorstufe zu einem Spionagethriller wieder finde. Dort ist alles viel leichter und unbeschwerter, aber es passiert nicht besonders viel. So wurde meine Geduld besonders in diesen Abschnitten auf eine harte Probe gestellt.
Ich hatte zwar im Hinterkopf, dass vieles auf Tatsachen basiert, was ich umso interessanter fand, aber ich habe mich teilweise durch das Buch gequält, weil es besonders im Mittelteil einige Längen hat.
Dennoch war es sehr interessant, Boris Pasternak kennen zu lernen und nicht zu mögen, Mitleid mit seiner Geliebten Olga zu haben, die für ihre Liebe zu ihm einen hohen Preis bezahlen musste und natürlich der Einblick in die Geheimdienstarbeit der USA. Vielleicht hatte ich mehr einen Agententhriller erwartet, denn das ist „Alles, war wir sind“ definitiv nicht.
Das Ende hat mich dann doch wieder etwas versöhnt und ich sehe nun den Film mit etwas anderen Augen.

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