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Veröffentlicht am 29.02.2020

Ein süßes Jugendbuch, aber mir persönlich zu Teenie

10 Blind Dates für die große Liebe
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Sophie hat sich so auf die Weihnachtsferien gefreut! Sie wollte viel Zeit mit ihrer besten Freundin, vor allem aber mit ihrem Freund Griffin verbringen. Ihre Eltern besuchen ihre schwangere Schwester und ...

Sophie hat sich so auf die Weihnachtsferien gefreut! Sie wollte viel Zeit mit ihrer besten Freundin, vor allem aber mit ihrem Freund Griffin verbringen. Ihre Eltern besuchen ihre schwangere Schwester und das ist die Gelegenheit ihre Freiheit zu genießen. Doch als sie Griffin die guten Neuigkeiten mitteilen will, hört sie zufällig ein Gespräch zwischen ihm und seinem Freund Parker mit an, in dem er deutlich macht, dass er sich überhaupt nicht darüber freut, dass Sophie nicht mit zu ihrer Schwester gefahren ist und er Schluss machen will. Für sie bricht eine Welt zusammen.
Ihre italienische Großmutter will alle Hebel in Bewegung setzen, damit Sophie über Griffin hinwegkommt und spannt die ganze Familie mit ein: Sophie wird in den nächsten 10 Tagen 10 Blind Dates haben, jedes von einem anderen Familienmitglied arrangiert. Entweder wird das ein großer Spaß oder die Hölle auf Erden.


Sophie tat mir sehr leid. Zwar hat sie selbst schon irgendwie an der Beziehung zu Griffin gezweifelt, aber das so zu hören, wie er über die Beziehung und sie denkt, das ist schon hart. Ich finde es aber süß, dass sie bei der Blind Date Aktion mitmacht. Obwohl ich schon in der Küche ahnte, wie es ausgehen würde.

Ich finde es so witzig, wie die Familie an die Sache heran geht. Dass sich zum Beispiel zwei Onkel bis zur letzten Minute streiten, welcher denn nun das Date für den Tag aussuchen darf, oder dass die gesamte Familie Wetten darauf abschließt, wann Sophie an dem jeweiligen Tag nach Hause kommt.

Manche Dates sind ganz nett, manche demütigend und manche einfach nur eine Katastrophe, wobei ich mich frage, ob die Personen, die diese Dates eingefädelt haben, Sophie nicht aus tiefster Seele hassen.

Es geht in diesem Buch aber nicht nur um die Dates, sondern auch ums Erwachsen werden und um Freundschaft. Es wird den jüngeren Charakteren nach und nach klar, dass es eben immer zwei Seiten gibt und jede Seite bestimmte Dinge anders interpretiert und wenn man sich nicht die Mühe macht, auch mal zu versuchen, die Position des anderen zu verstehen, oder sich nur zu überlegen, wie bestimmte Dinge vielleicht ankommen könnten, dann türmen sich diese Dinge zu einer hohen Mauer auf, die man nicht so leicht überwinden kann.

Das Buch ist echt süß und Sophies Familie echt total niedlich. Ja, sie mischen sich in alles ein, sind laut und chaotisch aber wirklich sympathisch. Das Buch ist aber in meinen Augen eher etwas für jüngere Leser. Ich persönlich empfand es immer wieder als sehr Teenie. Es gibt viele, viele Missverständnisse und falsch interpretierte Situationen. Zudem ist schon von Anfang an klar, wie das Buch enden wird.
Ich fand es nicht schlecht, die Charaktere sind wirklich sympathisch, aber für mich in den Gedanken und Reaktionen oft einfach zu jung.
Trotzdem fand ich das Buch nicht schlecht.


Fazit: Das Buch ist sehr vorhersehbar, aber ich fand es trotzdem ganz gut. Mir waren die Protagonistin und die anderen Jugendlichen aber zu jung, zu sehr Teenie. In den Gedanken und im Verhalten, gerade auch im Erschaffen von Missverständnissen und dem Missinterpretieren von Situationen.
Dafür fand ich aber Sophies Familie unglaublich süß und sympathisch. Sie sind laut, chaotisch und aufdringlich, aber auch extrem witzig. Ich habe viel gelacht und mich gut unterhalten gefühlt.
Allerdings war für mich die Familie und deren Aktionen präsenter und unterhaltsamer, als die Liebesgeschichte rund um Sophie. Ich fand sie nett und süß, aber bei mir gab es kein Herzklopfen.

Ich würde dieses Buch eher für jüngere Leser/innen empfehlen, vielleicht ab 12. Von mir bekommt es 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.02.2020

Es hätte so schön sein können, wenn so vieles nicht im Schnelldurchlauf abgehakt worden wäre

Draw - Saylor und Cord
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Achtung: Band 1 einer Reihe!

Achtung: teils ziemlich vulgäre Sprache und extrem viele Sex-Szenen!


Viel zu lange hat Saylor einfach alles hingenommen, doch jetzt ist ihre Grenze erreicht. Sie kratzt ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!

Achtung: teils ziemlich vulgäre Sprache und extrem viele Sex-Szenen!


Viel zu lange hat Saylor einfach alles hingenommen, doch jetzt ist ihre Grenze erreicht. Sie kratzt all ihren Mut zusammen und verlässt endlich ihren gewalttätigen Ex, nachdem er die letzte Grenze auch noch überschritten hat. Aber mehr noch: sie hat sich gewehrt! Jetzt bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu ihrem Cousin zu ziehen, der für sie mehr wie ein Bruder ist. Eigentlich wollte sie den Staat nie wieder betreten, irgendwie war jeder Ort zu nah an ihrem Geburtsort, der für sie nur Schmerz bedeutet. Doch kaum ist sie angekommen, schon begegnet sie ausgerechnet dem Mann, den sie niemals wiedersehen wollte und der einer der Gründe ist, aus denen sie nie wieder zurückkommen wollte: Cord Gentry.

Cord weiß, was alle über ihn und seine zwei Brüder denken. Die Gentrys sind Abschaum. Das waren sie auch, das ist ihm bewusst. Sie haben sich schrecklich aufgeführt und nicht umsonst gehen die Leute den Drillingen aus dem Weg. Doch das wären sie sowieso. Es ist, als wäre ihr Unglück, ihre schreckliche Kindheit ansteckend, zumindest benehmen sich die Leute so. Als er Saylor wiedersieht, spürt Cord, dass er es zutiefst bereut, was damals zwischen ihnen vorgefallen ist und er würde alles tun, damit sie ihm vergibt.


Cord und Saylor sind echt süß zusammen. Ich finde es toll, wie sie aneinander wachsen. Was ich schade fand war, dass sämtliche Konflikte nicht wirklich ausgetragen wurden. Es gab einen Konflikt und plötzlich war er irgendwie weg. Es gibt fast nie ein klärendes Gespräch. Das liegt auch an Saylor, die andauernd immer alles einfach so vergibt. Ist ja schön für sie, dass sie das kann, aber dadurch wirkt es oft, als würden Handlungsstränge nicht zu Ende geführt.

Es gibt immer wieder Szenen, in denen es in meinen Augen Lücken gibt. Es geht einen Tick zu schnell. Oft passiert das bei einer der zahlreichen Sex-Szenen. Eben trägt Saylor noch Unterwäsche und im nächsten Satz bewegt er sich schon in ihr. Aber wie ihre Unterwäsche verschwunden ist, erfahren wir nicht.

Die vielen Sex-Szenen haben mich nicht wirklich gestört, aber ich finde es manchmal etwas zu kurz aufeinander. Die beiden passen im Bett sehr gut zusammen und auch im echten Leben, aber vom echten Leben erfährt man kaum etwas, weil sich alles immer nur um die Sex-Szenen dreht. Das finde ich schade.

Die Wendung ist heftig. Man hat es kommen sehen, ist aber trotzdem schockiert. Die Drillinge und vor allem Cord, müssen sich entscheiden, was für eine Art Leben sie leben wollen. Ob sie für immer die Gentry Jungs bleiben wollen, oder ein normales Leben führen möchten. Manchmal kommt es einem so vor, als wüssten sie gar nicht, dass sie eine Wahl haben.


Fazit: Ich fand das Buch gut. Aber mir hat immer wieder der Tiefgang zwischen den Sex-Szenen gefehlt. Im Prinzip ist alles da, aber es reihen sich oft Sex-Szenen aneinander mit nur ein bisschen Handlung dazwischen. Ich hätte es schöner gefunden, wenn man mehr darüber erfahren hätte, wie ihre Beziehung wächst oder den Alltag erlebt auch mit den Jungs.

Zudem ging es mir mit den Konflikten oft viel zu schnell. Eben war da noch ein Konflikt und schwups hat er sich in Luft aufgelöst. Das ist echt schade. Das liegt auch daran, dass Saylor alles sofort vergibt oder nach ein paar Minuten nachdenken und das geht mir einfach zu schnell. Ebenso, wie die Verarbeitung von dem, was mit ihrem Ex gelaufen ist. Ein einziges Mal kommt da noch was auf und dann einfach angehakt. Das passt für mich nicht.

Abgesehen davon war mir die Sprache ab und an zu vulgär. Ja, die Jungs und auch Saylor kommen aus schwierigen Verhältnissen, aber trotzdem.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Sehr sympathische Protagonisten, aber viele verwirrende Perspektivwechsel

Borgia - Die Vergeltung
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Achtung: Band 2 einer Reihe!


1497: Rom ist fest in der Hand der Borgias und jedermann weiß, dass man sich mit ihnen besser nicht anlegen sollte. Juan ist tot, Cesare soll sein Nachfolger bei der pästlichen ...

Achtung: Band 2 einer Reihe!


1497: Rom ist fest in der Hand der Borgias und jedermann weiß, dass man sich mit ihnen besser nicht anlegen sollte. Juan ist tot, Cesare soll sein Nachfolger bei der pästlichen Garde werden, doch dazu muss er aus der Kardinalswürde entlassen werden. Die Borgias wissen, dass das nicht einfach wird, haben sie doch genügend Feinde. Dann werden drei Kardinäle nacheinander ermordet. Der Täter entkommt immer unerkannt, nur beim dritten Mord gibt es einen Zeugen, einen jungen Adligen und Künstler Andrea Gianani. Bevor der jedoch erzählen kann, was er sah, streut der Mörder das Gerückt Andrea sei der Mörder und die Borgias haben kein Interesse daran, den wahren Schuldigen zu finden. Andrea muss fliehen und findet Unterschlumpf bei Gemma, einer Bauerstochter. Aber die Häscher sind Andrea auf der Spur.


Ich fand das Buch wieder sehr interessant. Man lernt auch in diesem Band viel über eine Zeit, in der man sich nur rudimentär auskennt. Wieder wird die Handlung von vielen einzelnen Charakteren erzählt, wodurch man wie auch in Band 1 sehr aufpassen muss, um nicht abgehängt zu werden. Die Borgias spielen in diesem Band eine Nebenrolle. Sie sind nicht die Hauptcharaktere.

Andrea ist ein netter Mann, ein Künstler, der niemandem etwas zu Leide tun würde, doch er ist am falschen Ort zur falschen Zeit und kann nichts tun, um sich zu verteidigen. Er ist verletzt und im Moment hilflos und selbst wenn er wieder gesund ist, wie soll er seine Unschuld beweisen?

Gemma tat mir unglaublich leid. Mit 14 Jahren wurde sie von ihrer Familie an einen Händler verkauft, der die Schulden der Familie bezahlte. Seitdem ist sie seine Gefangene. Er vergewaltigt sie, schlägt sie und ist extrem eifersüchtig. Obwohl Gemma nicht seine Frau ist, hat er panische Angst, dass sie ihn betrügt. Gemma würde alles tun, um diesem Gefängnis zu entkommen, aber sie kann nicht gehen, ohne ihre Familie ins Unglück zu stürzen.

Gleichzeitig folgt man dem Ermittler, der zunächst von der Schuld Andreas überzeugt ist, es ist ja auch am einfachsten so. Doch es kommen immer mehr Dinge ans Licht, die zu dieser Version nicht passen. Aber kann er sich offen gegen die Borgia wenden, oder wird er dann bald die nächste Leiche sein?

Ich fand es toll, wie das Buch immer wieder Geschehnisse aus dem ersten Band, rund um den Mord an Juan Borgia aufgegriffen hat. Allerdings fand ich es schade, dass man so wenig Zeit mit Gemma und Andrea verbracht hat. Immer wieder mal ein Kapitel, aber die Mehrheit drehte sich um andere Beteiligte.
Der Schluss war zwar schön und interessant, aber auch hier blieb mir zu viel offen was Gemma und Andrea anbelangt. Ich hätte es schöner gefunden, wenn ihnen mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden wäre.


Fazit: Das Buch ist wieder sehr vielschichtig angelegt und wirkt dadurch total glaubhaft. Aber es sind wieder extrem viele Charaktere und man muss echt genau lesen, um nicht den Überblick zu verlieren. Die Verknüpfungen mit Band 1 gefielen mir sehr gut und auch die Atmosphäre wirkte auf mich glaubhaft. Man merkt, dass da viel Recherche drinsteckt.
Was mir weniger gut gefiel war, dass die in meinen Augen Protagonisten Gemma und Andrea nur wenige Szenen bekamen. Sie waren zwar irgendwie die Protagonisten, aber doch nur zwei Charaktere von vielen, wenn es um den Anteil an der Geschichte geht. Zudem fand ich es schade, dass das Ende auf die beiden bezogen sehr offen war. Ich mag es lieber, wenn am Ende alles aufgedröselt ist und keine Fragen mehr offen sind.
Die Geschichte an sich war sehr interessant und fesselnd. Allerdings nicht ganz leicht zu folgen, wegen der vielen Perspektivsprünge. Das macht es nicht leicht den Überblick zu behalten.

Ich fand es einerseits besser als Band 1, weil mir Gemma und Andrea sehr sympathisch waren, mehr als die Charaktere in Band 1, aber andererseits auch schwächer als den Vorgängerband, da die Perspektivwechsel hier nicht ganz so deutlich einem roten Faden folgten und das Ende für meinen Geschmack etwas zu offen war.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.02.2020

Leider nicht so schön, wie Band 1 aber trotzdem gut

Love Challenge
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Achtung: Band 2 einer Reihe!

Niemals hätte My gedacht, dass sich ausgerechnet in einem Waschraum, den sie putz, ihr Leben verändern würde. Doch genau das passiert. My versucht mit ihrer Arbeit ihre Familie, ...

Achtung: Band 2 einer Reihe!

Niemals hätte My gedacht, dass sich ausgerechnet in einem Waschraum, den sie putz, ihr Leben verändern würde. Doch genau das passiert. My versucht mit ihrer Arbeit ihre Familie, inklusive ihrer fünfjährigen Tochter über Wasser zu halten. Als eine ältere Dame plötzlich vor ihr steht und ihr anbietet sie für 6 Monate nach Amerika zu holen, damit sie ihren Sohn heiratet. My will nicht, aber das ist gleichzeitig auch die Chance ihren Vater zu finden, den sie nie getroffen hat und der von ihrer Existenz nichts weiß. Also stimmt sie zu.
Khai ist Autist und liebt seine Routine. Aber dann bringt ihm seine Mutter eine Fremde ins Haus. Esmeralda, wie sich My nun nennt, bringt alles durcheinander. Er will sie nicht in seinem Haus haben, sie soll nicht alle möglichen Sachen an die falschen Stellen tun und schon gar nicht will er sich von ihr angezogen fühlen! Er kann nicht lieben, das sagen alle und er weiß das auch, aber er kann mit keiner Frau zusammen sein, die so ist wie My, wenn er sie nicht liebt! Khai ist total verwirrt. Außerdem wissen er und seine Familie nichts von Mys Tochter. Wie soll das gut gehen?


Ich muss ehrlich sagen, dass ich meine Probleme mit dem Buch hatte. Band 1 der Reihe gehört zu meinen Lieblingen des vergangenen Jahres, aber dieses Buch kommt für mich da nicht wirklich ran. Ich finde das Konzept schon fragwürdig, My einfach um die halbe Welt zu karren, damit sie Khai in sie verliebt macht. Zudem finde ich es falsch von ihr, niemandem von ihrer Tochter zu erzählen. Ich weiß, warum sie es tut, weil sie Angst hat sonst den „Job“ nicht zu bekommen, aber trotzdem!
Sie wird mir allerdings später im Buch sympathischer, doch für mich sorgte diese Sache für eine Grundstimmung, die mir nicht wirklich gefiel.

Kahi ist alles andere als einfach. Das Problem ist, dass er dem gängigen Autismus-Klischee nicht entspricht. Er hat zwar seine Eigenarten, aber das meiste spielt sich in seinem Inneren ab. Er macht einfach den Mund nicht auf und erklärt fast nie, was los ist. Er sagt My zwar irgendwann, dass er Autist ist, aber er sorgt nicht dafür, bzw. bemerkt er nicht, dass sie mit dem Wort nichts anfangen kann. Ich denke, hätte er das klargestellt, hätte es 90% der Konflikte nicht gegeben.

Khai und My sind süß zusammen, auch wenn bei mir der Funke nicht so überspringt wie beim Vorgänger „Kissing Lessons“. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber was mir an diesem Buch am besten gefällt ist nicht das Prickeln oder die Gefühle, sondern die witzigen Szenen mit den beiden und wenn Khai sich selbst Vorwürfe wegen seiner Erektion macht. Ich habe viel gelacht.
Erst im letzten Drittel kommen bei mir Gefühle an. Trotzdem habe ich bei den beiden nicht so mitgefiebert, wie bei Band 1.

Was wieder interessant war, war der Einblick in die vietnamesische Kultur, über die man hier ja, wenn, dann nur sehr wenig weiß. My ist Vietnamesin und das sorgt anfangs für einige Konflikte, weil sie versucht alles so zu machen, wie zuhause, aber in Amerika eben vieles anders läuft.

Fazit: Ich fand das Buch gut, aber es konnte mich nicht so packen, wie Band 1 der Reihe. Irgendwie hat mir etwas gefehlt, aber ich kann nicht wirklich sagen, was es war. Es lag auch am Gefühl. Khai kann seine Gefühle nicht richtig ausdrücken. Ab und an wird deutlich was er fühlt, wenn er feststellt, dass er es mag, wenn My Knutschflecke hat, weil er sie damit als „sein“ kennzeichnet, aber es sind immer nur ganz kurze Augenblicke. Zudem finde ich es falsch, dass sie ihre Tochter verschweigt. Ich kann die Gründe verstehen, aber ich finde es dennoch nicht richtig.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.02.2020

Die erste Hälfte war so gut - die zweite fiel leider stark ab

Heartbreaker
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Gesucht: Persönlicher Puffer

„Oft mürrische, arbeitssüchtige und anspruchsvolle Führungskraft sucht kurzfristig »Puffer« für lästige äußere Ablenkungen alias Menschen. Aufdringliche Freigeister mit übertriebenen ...

Gesucht: Persönlicher Puffer

„Oft mürrische, arbeitssüchtige und anspruchsvolle Führungskraft sucht kurzfristig »Puffer« für lästige äußere Ablenkungen alias Menschen. Aufdringliche Freigeister mit übertriebenen Marotten oder genereller Überempfindlichkeit werden nicht eingestellt. Bewerber sollten rund um die Uhr verfügbar sein.
Gehalt verhandelbar. Diskretion obligatorisch.“

Wen spricht diese Stellenbeschreibung an? Also mich nicht. Aber Clover schon. Sie ist ein Freigeist, lebt ihr Leben, wie sie es will, reißt um die Welt und engagiert sich in vielen Projekten. Gerade braucht sie dringend Geld, um in ein paar Monaten nach Australien reisen zu können, dort gibt es vom Aussterben bedrohte Kängurus und das schreit geradezu nach Clover.


Sawyer ist alles andere als begeistert sich mit den Bewerbern auf die Anzeige herumschlagen zu müssen, die sein Bruder aufgegeben hat. Außerdem ist er nicht mürrisch, sondern beschäftigt!
Als aber seine Mutter wieder eine „ich werde dich verheiraten und wenn es das letzte ist, dass ich tue“-Attacke auf ihn loslässt, ist es Clover, die seine Mutter zum Rückzug zwingt. Das kommt so selten vor, dass er ihr sogar den Job anbietet, obwohl er mit jemandem wie ihr eigentlich nicht umgehen kann.
Sie beeindruckt ihn und das erschreckt ihn. Zudem fühlt er sich von ihr angezogen und das geht gar nicht. Sawyer schafft es sich vor ihr als totales A... hinzustellen und jetzt muss er sehen, wie er da wieder rauskommt.



Ich fand Clover direkt total sympathisch. Sie ist so erfrischend anders! Sie sabbert nicht bei Sawyers Anblick und sie ist auch nicht auf den Mund gefallen. Zudem mag ich ihre Art wirklich gern. Als Sawyer ihr mit einer seiner Aktionen den Boden unter den Füßen wegzieht endet das Kapitel. Das nächste beginnt mit den Worten:

„Endlich würde Clover lernen, wie man ein Spannbettlaken richtig faltet. Natürlich würde sie sich diese Fähigkeit in der Gefängniswäscherei aneignen, nachdem sie Sawyer getötet hatte.“ (Kapitel 5)

Ich musste so lachen! Ihre direkte Art ist total erfrischend und so „normal“. Ich meine, wer von uns hatte nicht schon mal Mordgelüste?

Aber obwohl Clover so taff und selbstbewusst ist, hat auch sie Ängste und Selbstzweifel. Und genau das macht sie so nahbar. Sie ist keine Überfrau oder Über-Protagonistin, bei der sofort klar ist, dass sie so perfekt ist, dass man als Leserin keine Chance hat da mitzuhalten. Clover ist das nicht. Klar wäre ich auch gern so schlagfertig, aber ansonsten ist sie einfach eine zwar ungewöhnliche aber trotzdem „sterbliche“ Frau.


Sawyer hat zwei Seiten, den normalen, netten Sawyer, den nur seine Familie zu sehen bekommt und den A...-Sawyer, der leider beim Anblick Clovers Freigang haben will. Ich finde es aber toll, wie Clover damit umgeht.

Leider schafft es das Buch aber nicht seinen unabhängigen Weg auf Dauer weiterzuverfolgen. Zwischen Mitte und Dreiviertel des Buches biegt es leider in die Klischeebahn ein und macht es sich dort gemütlich. Alles könnte natürlich sofort mit einem offenen und ehrlichen Gespräch geklärt werden, aber das geht nicht, obwohl beide doch sonst immer kein Problem damit hatten ehrlich zu sein.



Was mich mindestens genauso gestört hat war eine bestimmte Szene. Sawyer ist mal wieder ein Ober-A... und Clover ist verständlicherweise wütend. Er ist aus irrationalen Gründen wütend auf sie, bzw. ist er eher wütend auf sich selbst und redet sich ein er sei wütend auf Clover. Beide streiten und Sawyer schlägt verbal um sich. Aber nur kurze Zeit später haben sie Sex. Das ist etwas, was mich oft bei amerikanischen Filmen, Serien und Büchern stört, dass die Protagonisten sämtliche Gefühle mit Sex verarbeiten. Wut -> Sex, Angst -> Sex, Trauer -> Sex. Das nervt!



Zum Ende hin kriegt sich das Buch zwar wieder ein, aber es findet dennoch nicht zu seiner alten Stärke der ersten Hälfte zurück. Und das ist wirklich schade, weil ich so begeistert war von diesem Buch.





Fazit: Die erste Hälfte des Buches gefiel mir so extrem gut! Ich habe so viel gelacht und beiden Protagonisten die Daumen gedrückt. Ich fand das Buch so erfrischend und die Charaktere einfach toll. Leider hat es dann aber für mich seinen Weg verloren. In meinen Augen ist es falsch abgebogen und hat sich in einen typischen klischeehaften Liebesroman verwandelt. Die Protagonisten, die zu Anfang so anders waren, haben sich ebenfalls zum Negativen verändert. Das ist einfach schade. Der Witz, der mich in der ersten Hälfte so zum Lachen gebracht hat, war einfach nicht mehr da.



Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll und mich letztlich dafür entschieden, jedes Viertel einzeln zu bewerten. Das erste Viertel bekommt 5 Sterne, das zweite ebenso. Das dritte leider nur 2 Sterne, das letzte ganz knappe 3 Sterne. Insgesamt macht das 3,75 Sterne, also muss ich mich zwischen 3,5 und 4 Sternen entscheiden. Da es aber in meinen Augen den Weg aus den Klischees nicht mehr herausgefunden hat am Schluss, habe ich mich für 3,5 Sterne entschieden.

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