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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2020

Bewegende Familiengeschichte

Geteilt durch zwei
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Nadja ist glücklich verheiratet und Mutter einer bereits erwachsenen Tochter, als sie erfährt, daß sie eine Zwillingsschwester hat. Obwohl sie wußte, daß sie adoptiert war, bringt dies ihr bisheriges Leben ...

Nadja ist glücklich verheiratet und Mutter einer bereits erwachsenen Tochter, als sie erfährt, daß sie eine Zwillingsschwester hat. Obwohl sie wußte, daß sie adoptiert war, bringt dies ihr bisheriges Leben durcheinander. Zusammen mit ihrer Schwester erforscht sie ihre Vergangenheit.

"Geteilt durch zwei" ist ein sehr bewegendes Buch. Hier werden Gefühle auf so eindringliche Art vermittelt, daß man mit Nadja mitfühlt. Gerade durch die Art und Weise, wie durch ihre Sicht alles beschrieben wird, wird der Bezug zu ihr als Charakter sehr hoch. Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm - nicht zu sehr auf die Tränendrüse drückend, aber doch berührend. Der Leser erfährt den Hintergrund der Adoptionen und wartet auch sehr gespannt darauf - so daß das Buch alles andere als langweilig ist.

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Veröffentlicht am 25.02.2020

Volltreffer!

Eisenhut und Apfelstrudel
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Der Münchner Hauptkommissar Alex Hirschberg erbt das Haus seines Großonkels Xaver im beschaulichen Krindelsdorf. Nun hat er einiges zu tun, denn es gilt seine Hochzeit mit Susan vorzubereiten, die Beerdigung ...

Der Münchner Hauptkommissar Alex Hirschberg erbt das Haus seines Großonkels Xaver im beschaulichen Krindelsdorf. Nun hat er einiges zu tun, denn es gilt seine Hochzeit mit Susan vorzubereiten, die Beerdigung des Großonkels zu regeln und sich mit dem sehr fanatischen Dorfpfarrer herumzuschlagen. Noch dazu erhält er Besuch von Susans nymphomanischer Tante Isobel, die sich prompt in den Pornoproduzenten verliebt, der das geerbten Haus kaufen und in ein Filmstudio umwandeln will. Als auf dem Pfarrfest vor den Augen Hirschbergs die Frau des Bürgermeisters tot zusammenbricht, hat Hirschberg auch noch einen komplizierten Fall zu lösen....

Jessica Müller hat mir mit "Eisenhut und Apfelstrudel" eine neue heißgeliebte Serie beschert. Ich habe Hirschberg direkt in mein Herz geschlossen. Er ist durchweg sympathisch und wird sehr menschlich dargestellt. Man kann sich in seine Verzweiflung bzgl. Isobel wirklich hinein versetzen. Diese ist eine liebenswerte Nervensäge, die es eigentlich gut meint, aber dabei nicht merkt, wie aufdringlich sie ist. Susan kommt gar nicht gegen sie an. Man hat einfach nur noch Mitleid mit ihr und Hirschberg. Durch Isobels Art entstehen sehr humorvolle Szenen und Dialoge, vor allem in Bezug auf Dorfpfarrer Schmalzengruber. Solche Pfarrer wird es sicher in bayerischen Dörfern geben! Dieser Bayernkrimi besticht aber auch durch eine gute Spannung. Schon der Prolog nimmt den Leser gefangen und man hat tatsächlich bis zum Schluß keine Ahnung, wer der Täter war und warum er gemordet hat. Jessica Müller stellt das Dorf sehr anschaulich dar. Man lebt fast in ihm und erlebt Dorfklatsch und Bewohner mit Ecken und Kanten hautnah.

Dieser Regionalkrimi beinhaltet genau das, was für mich einen guten Krimi dieses Genres ausmacht und ich bin sehr froh, daß der nächste Band schon bald erscheint!

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Noch besser als Teil 1

Doggerland. Tiefer Fall (Ein Doggerland-Krimi 2)
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Karen willigt nur zu gern ein, zu Weihnachten auf eine Insel Doggerlands zu reisen, um einen merkwürdigen Todesfall zu untersuchen. Für Karen die ideale Möglichkeit, dem weihnachtlichen Trubel zu entfliehen. ...

Karen willigt nur zu gern ein, zu Weihnachten auf eine Insel Doggerlands zu reisen, um einen merkwürdigen Todesfall zu untersuchen. Für Karen die ideale Möglichkeit, dem weihnachtlichen Trubel zu entfliehen. Der Tote, ein Lehrer, ist von einer Klippe gestürzt. Karen forscht in seiner Vergangenheit und findet Dinge heraus, die noch in der Gegenwart weitreichende Folgen haben.

Maria Adolfsson hat nun den zweiten Doggerland-Fall für
Karen Hornby vorgelegt. "Tiefer Fall" ist fast noch besser als "Fehltritt". Man kann diesen Fall jedoch auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Autorin schafft es geschickt, die Charaktere so darzustellen, daß neue Leser trotz Fortführung der Charaktere ein gutes Bild von ihnen bekommen und sich keinerlei spürbare Wissenslücken aufkommen. Wer die Serie bereits kennt, wird sich über die bekannten Charaktere freuen und nicht das Gefühl haben, ständig über bekannte Fakten zu stolpern. Dies ist schon eine Kunst für sich. Doggerland wird wunderschön skizziert und erwacht hier, obwohl es ja eine fiktive Insel ist, zum Leben. Fast könnte man meinen, diese Insel tatsächlich schon gesehen zu haben. Die raue Natur, die Bewohner - es erscheint alles so realistisch. Die Handlung selbst ist spannend, jedoch wird man hier nicht mit hohem Puls durch die Handlung gejagt. Mir gefällt das sehr gut.
Auch dieser zweite Teil hat mich überzeugt und ich warte gespannt auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Kurzweiliges Buch - regt aber zum Nachdenken an!

Besser spät als nie
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"Besser spät als nie" von Mechthild Grossmann - wer hier einfach nur lustige, vielleicht sogar alberne Kolumnen erwartet ist definitiv falsch bei diesem Buch. Natürlich sind die Geschichten auch witzig, ...

"Besser spät als nie" von Mechthild Grossmann - wer hier einfach nur lustige, vielleicht sogar alberne Kolumnen erwartet ist definitiv falsch bei diesem Buch. Natürlich sind die Geschichten auch witzig, aber bei genauerer Betrachtung beginnt man über sie nachzudenken und stellt fest, daß hier Aussagen versteckt sind, die Tiefgang haben.Der Leser erfährt von der Gedankenwelt einer älteren Frau, man erfährt, welch Sorgen Sie plagen und welch Gedanken ihr durch den Kopf gehen. Der Gedanke, ob sich ein Kleidungsstück noch lohnt zu kaufen, wo man doch schon so alt ist, hat etwas erschreckendes. Und dies ist nur ein Beispiel von vielen, in denen sich ältere Frauen hier wiedererkennen und jüngere beginnen sollten, ihr Verhalten zu hinterfragen und über das Älterwerden nachzudenken. Mechthild Grossmann schreibt aber erfrischend fröhlich, ohne erhobenen Zeigefinger, so wie ihr die Gedanken durch den Kopf gehen. Das ist das Besondere an diesem Buch. Die Kapitel sind alles ehemalige Kolumnen, die genau die richtige Länge haben. Sie sind perfekt geeignet, um sich jeden Tag zwischendurch ein Kapitel zu gönnen. Am Stück würde ich das Buch nicht empfehlen zu lesen. Es könnte der Sinn hinter den Texten verloren gehen, denn jedes Kapitel wirkt noch lange nach und beschäftigt den Leser.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Ein zauberhaftes Buch

Eines Tages in der Provence
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Die Ruhe in einem kleinen südfranzösischen Dorf wird jäh gestört, als an der 100jährigen Platane in der Mitte des Marktplatzes die Ankündigung aushängt, daß dieser Baum am 21. März gefällt werden soll. ...


Die Ruhe in einem kleinen südfranzösischen Dorf wird jäh gestört, als an der 100jährigen Platane in der Mitte des Marktplatzes die Ankündigung aushängt, daß dieser Baum am 21. März gefällt werden soll. Die Dorfbewohner sind empört und kämpfen mit allen Mitteln um ihren Baum. Diese Unruhe bleibt auch der Platane nicht verborgen...

In "Eines Tages in der Provence" beschreibt Karine Lambert die Tage zwischen Ankündigung und Fälltermin eines alten Baumes. Wie in einem Tagebuch verfolgt man hier die Geschehnisse im Dorf. Jeder der sympathischen Einwohner hat eine Geschichte, die ihn mit diesem Baum verbindet. Und jeder von ihnen hängt an ihm. Man erhält Einblicke in die Vergangenheit, wird auf berührende Art in die Gefühle der Menschen einbezogen. Karine Lambert vermittelt hier auf ihre eigene, sehr liebevolle Art das Bild eines Dorfes, in dem jeder für jeden da ist - und da wird auch ein Baum nicht außen vor gelassen. Ihre Charaktere wirken sehr authentisch. Man mag sie - allen voran den Schüler Clement, der die größte Initiative für den Baum entwickelt. Aber die Gegenwehr kann nur gemeinsam gelingen - und so schließt sich das Dorf noch enger zusammen. Jedes Tageskapitel unterteilt sich in Abschnitte, in denen jeder Charakter seine Geschichte hat, so daß man ihnen unheimlich nahe kommt. Übrigens erzählt auch die Platane aus ihrer Vergangenheit, wie sich das aktuelle Geschehen für sie darstellt und ihre Gefühle. Dies hat mir besonders gut gefallen, denn damit kann man sich diesem zauberhaften Buch endgültig nicht mehr entziehen. Und vielleicht denkt mancher Leser nach der Lektüre noch genauer über den Baum vor seiner Tür nach!

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