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Veröffentlicht am 08.04.2020

Tödliches Bamberg

Angeschwärzt
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"Angeschwärzt" ist ein typischer Regionalkrimi. Wer schon mal in Bamberg war, der wird die Orte wiedererkennen, wer nicht, der kann sich diese schöne Stadt zumindest sehr gut vorstellen. Dabei geht es ...

"Angeschwärzt" ist ein typischer Regionalkrimi. Wer schon mal in Bamberg war, der wird die Orte wiedererkennen, wer nicht, der kann sich diese schöne Stadt zumindest sehr gut vorstellen. Dabei geht es aber nicht nur um Gebäude oder Plätze, auch wie die Menschen dort leben wird thematisiert, so zum Beispiel die typischen Bamberger Keller, um dort ein Feierabendbier zu trinken.

Auch wenn es schon der 13. Fall für die Privatermittlerin Katinka Palfy ist, kann man das Buch unabhängig lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Ich habe noch nicht alle Bände gelesen und auch die Reihenfolge nicht immer eingehalten, aber ich kam sehr gut zurecht.

Mir gefällt vor allem, dass die Krimis von Friederike Schmöe eher unaufgeregt, aber dennoch spannend sind. Es gibt hier keinen verrückten Serienkiller oder ähnliches, sondern hier ermittelt sie in einem Fall, der auch tatsächlich so passieren könnte. Dadurch wirkt es sehr echt, was mir beim Lesen sehr gefällt.

Erzählt wird die Geschichte chronologisch, was dem Leser die Möglichkeit gibt, der Ermittlerin direkt über die Schulter zu schauen und ihre Gedankengänge nachzuvollziehen. Außerdem kann man prima miträtseln, es werden verschiedene Spuren verfolgt und auch mehrere potentielle Täter präsentiert.

Schön fand ich es auch, auf bereits bekannte Figuren zu treffen, wobei das Privatleben von Katinka Palfy und ihren Freunden nicht im Mittelpunkt steht. Der Fokus liegt wirklich auf dem aktuellen Fall.

Die Sprache ist unaufgeregt, direkt aus dem Leben gegriffen und deswegen sehr authentisch. Man liest schnell über die einzelnen Kapitel hinweg.

Es ist ein Krimi für gemütliche Lesestunden, bei dem einem nicht das Herz stehen bleibt oder man das Buch vor Ekel aus der Hand legen möchte. Das war für mich eine schöne Abwechslung.
Von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.04.2020

Tot und doch am Leben

Tot bist du perfekt
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Ja, man braucht schon ein bisschen Fantasie, denn ein normaler Thriller ist dieses Buch definitiv nicht. Die Protagonistin ist nämlich eigentlich ist, aber dann doch wieder nicht. Wie das sein kann, kann ...

Ja, man braucht schon ein bisschen Fantasie, denn ein normaler Thriller ist dieses Buch definitiv nicht. Die Protagonistin ist nämlich eigentlich ist, aber dann doch wieder nicht. Wie das sein kann, kann ich leider nicht verraten ohne zu spoilern. Man muss sich schon darauf einlassen und ich gebe zu, dass ich es am Anfang auch etwas befremdlich fand - aber es ist ein neuer Ansatz, den man so nicht kennt.

Geschrieben ist das Buch aus Sicht der Protagonistin, allerdings spricht sie von sich selbst immer als "du", also zum Beispiel "Du schüttelst den Kopf". Auch das war anfangs ungewöhnlich, aber man kommt sehr schnell rein und es hat mir dann ganz gut gefallen, weil ich mir etwas vorkam wie in einem Kinofilm, bei der man die Regieanweisungen mitbekommt. Dann gibt es immer wieder Rückblenden, die erzählen, wie es vor dem Tod der Protagonistin war. Diese wurden aus der Sicht eines Angestellten verfasst, der in der Firma des Ehemanns arbeitet. Auch das fand ich gelungen, da so nach und nach Licht ins Dunkle kam, wie es überhaupt zu der gegenwärtigen Situation gekommen ist.

Der Plot an sich war wie gesagt mal etwas anders, aber dann doch wieder nicht. Denn eigentlich geht es um eine Frau, die weiß, dass sie irgendwie nicht sicher ist, ohne die Gefahr richtig greifen zu können. Deswegen war es schon spannend, aber es gab jetzt auch keine riesigen Überraschungen.

Das Ende war dann aber etwas verwirrend. Es wird zwar aufgeklärt, aber einen Reim konnte ich mir nicht auf alles machen. Ich gebe zu, es hat mich auch danach noch ein bisschen beschäftigt. Trotzdem - oder gerade deswegen - bin ich damit aber nicht wirklich zufrieden.

Ein richtiger Thriller war das Buch für mich nicht, aber es war spannend und ich hatte einige schöne Lesestunden.
Von mir gibt es 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Erschreckend

Das Kartenhaus - Macht ist ein gefährliches Spiel
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Bevor ich auf den Inhalt des Buches eingehe, möchte ich kurz festhalten, dass ich den Titel nicht sehr gelungen finde. Denn selbst ein hypothetisches Kartenhaus kam meines Erachtens im Buch nicht vor, ...

Bevor ich auf den Inhalt des Buches eingehe, möchte ich kurz festhalten, dass ich den Titel nicht sehr gelungen finde. Denn selbst ein hypothetisches Kartenhaus kam meines Erachtens im Buch nicht vor, weshalb ich den Originaltitel "The banker's wife" weitaus besser finde. Aber das nur als kleine Randnotiz, schließlich lasse ich mich nicht von Covern und Titeln beeinflussen. Letztendlich kommt es auf den Inhalt an und der konnte mich überzeugen.

Schon der Prolog macht Lust auf mehr, denn man erhält einen kleinen Einblick in die Welt der Mächtigen und wie gefährlich sie ist. Richtig einordnen kann man die Szene zwar noch nicht, aber das ändert sich schnell.

Die Geschichte wird dann abwechselnd aus der Sicht von Annabel und Marina erzählt, die beide mehr oder weniger ungewollt in ein Netz aus Verstrickungen, Lügen, Verfolgungen und Nummernkonten bei einer Schweizer Bank gezogen werden. Mir waren nicht nur die beiden Frauen von Anfang an sympathisch, weil sie mutig sind und trotz aller Widerstände und Gefahren ihr Ding durchziehen, sondern auch der Perspektivenwechsel war sehr gelungen. Dadurch hat man nicht nur die unterschiedlichen Orte Schweiz und USA immer im Blick, man konnte auch die verschiedenen Entwicklungen gut mitverfolgen und schon vor den Figuren selbst erste Schlüsse auf Verwicklungen ziehen. Außerdem gab es so auch während des Lesens immer kleine Cliffhanger.

Zwischendurch war ich aber zugegebenermaßen auch etwas verwirrt. Die Geschichte ist sehr komplex. Auf der einen Seite die Banker der Swiss Bank, dann die Politiker, Journalisten und und und. Die wichtigsten Personen konnte man zwar gut auseinanderhalten, aber ab und zu war ich mir dann gerade bei den "Randfiguren" nicht mehr so sicher, wer jetzt wer ist und wer wie mit drin steckt. Nichtsdestotrotz hat es den Lesefluss und die Spannung nicht gestört.

Ich wurde über weite Teile des Buches wirklich gut unterhalten, die Einblicke in die Geschäfte von Schweizer Banken und die Möglichkeit, dort Steuer zu hinterziehen oder schmutziges Geld zu waschen, war erschreckend real, auch wenn man das als "Normalo" nicht weiß - und irgendwie auch nicht wissen möchte. Ich fand es auf jeden Fall mal etwas anderes.

Allerdings war ich dann vom Ende etwas enttäuscht. Da geht es dann nämlich nicht nur sehr schnell, die Handlung bleibt auch etwas oberflächlich. Nach der gesamten Vorgeschichte, die bis ins kleinste Detail ausgearbeitet war, hätte ich mir auch hier etwas Komplexität gewünscht. Außerdem wird es sogar etwas kitschig, was so gar nicht zu dem Buch passt.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten, von mir gibt es deswegen 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Was geschah mit Becca?

Das Echo deines Todes
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Im Mittelpunkt des Buches steht die Protagonistin Lara. Sie leidet unter dem Asperger-Syndrom, hat sich damit aber gut arrangiert - zumindest bis sie die im Klappentext erwähnte Einladung bekommt. Sechzehn ...

Im Mittelpunkt des Buches steht die Protagonistin Lara. Sie leidet unter dem Asperger-Syndrom, hat sich damit aber gut arrangiert - zumindest bis sie die im Klappentext erwähnte Einladung bekommt. Sechzehn Jahre zuvor hat sie zusammen mit drei Freundinnen Urlaub auf einer Schäreninsel gemacht, bei dem in der letzten Nacht Becca verschwand. Bis heute weiß niemand, was damals geschehen ist. Also überwindet Lara ihre Ängste, die gewohnte Umgebung zu verlassen und macht sich auf die Suche nach Antworten.

Gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus Sicht von Lara, also in der Ich-Perspektive verfasst wurde. Dadurch kann man ihre Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Überhaupt lernt man sie zu Beginn des Buches erstmal ausführlich kennen, man weiß, wie sie lebt und mit welchen Herausforderungen sie kämpft. Erst dann beginnt der eigentliche Plot und die Reise auf die Ferieninsel.

Die Geschichte kommt nahezu ohne Brutalität aus, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Mysteriöse Geschehnisse passieren, der vermeintliche Geist von Becca taucht auf, aber der Lösung, was mit dem Mädchen damals geschehen ist, kommt man keinen Schritt näher. Dafür zeigt sich langsam das wahre Gesicht der Frauen und Männer - denn auch die Jungs, die damals auf die Insel kamen, wurden eingeladen.

Man kann die ganze Zeit miträtseln, was geschehen ist und weiß nicht wirklich, wem man trauen kann. Das hat mir gut gefallen. Selbst Lara, die ich als Protagonistin schnell ins Herz geschlossen habe, scheint nicht so unschuldig zu sein wie gedacht. Es ist teilweise etwas verwirrend, aber dadurch auch sehr spannend.

Das Ende habe ich dann nicht so kommen sehen. Es ist aber in sich schlüssig. Hier hätte das Buch dann für mich auch enden können. Es gibt noch einen Epilog, der ein halbes Jahr nach den Ereignissen spielt. Den hätte ich nicht gebraucht, denn hier wird die Geschichte etwas weichgewaschen.

Trotzdem konnte mich vor allem die düstere Atmosphäre überzeugen. Von mir gibt es 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Zwei in einem...

Leichenbraut
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Der Klappentext verrät ja schon, auf was man sich einlässt - deswegen war ich anfangs etwas irritiert, dass es zwar mit einem Tod losgeht, aber ganz anders, als man es sich vorstellt. Macht aber nichts, ...

Der Klappentext verrät ja schon, auf was man sich einlässt - deswegen war ich anfangs etwas irritiert, dass es zwar mit einem Tod losgeht, aber ganz anders, als man es sich vorstellt. Macht aber nichts, denn spannend war es trotzdem. Allerdings lässt dann die erste Sargleiche etwas auf sich warten. In der Zwischenzeit wechseln oft die Perspektiven. So ist man dabei, wenn Inspector Stephen Lang sein Team aufbaut und neue Räumlichkeiten bezieht. Außerdem kommt an an verschiedene Schauplätze. Die Fülle der Personen war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber schnell hat man sie durch ihre Eigenheiten auseinander halten können.

Auch wenn der Beginn eher ruhig war, geht es dann doch Schlag auf Schlag. Mehrere Leichen werden gefunden und dadurch, dass man als Leser auch ab und zu durch die Augen des Täters blickt wird deutlich, dass es sich um einen Serienkiller handelt. Daneben gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, den ich richtig interessant fand, da er die Tradition der Totenhochzeiten in Asien beleuchtet. Davon hatte ich noch nie gehört, weswegen es eine interessante Ergänzung war, die gut in die eigentliche Thriller-Handlung gepasst hat.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass das Team nicht nur vor Ort ermittelt, sondern auch viel Technik einsetzt. Dadurch hebt es sich von "normalen" Thrillern etwas ab. Ein Kritikpunkt: Es ging mir etwas zu harmonisch zu. Gerade, wenn eine Spezialeinheit aus London die Ermittlung übernimmt und dadurch die eigentlich zuständige Behörde übergeht, hätte ich mit mehr Widerstand gerechnet.

Das Buch ist sehr kurzweilig, dafür sorgt nicht nur der Inhalt, sondern auch die vielen kurzen Kapitel. Man bekommt dadurch Lust, einfach weiterzulesen, ganz nach dem Motto "Eins geht noch".
Allerdings braucht man beim Lesen einen starken Magen. Manche Details, gerade wenn es um die zweite Leiche in den Särgen geht, ist dann doch etwas eklig.

Am Ende wird es dann nochmal richtig spannend - auch wenn ich hier gestehen muss, dass ich bereits vor der Auflösung eine Ahnung hatte, wer hinter den Morden steckt. Das Motiv konnte ich mir aber nicht selbst erschließen, hier hat mir der Schluss sehr geholfen. Dieser war schlüssig und hat mich auch mit einem Lächeln auf den Lippen zurückgelassen, denn meiner Meinung nach hat das Karma hier richtig zugeschlagen.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten, das Buch hat viel spannende Elemente und die Story war schlüssig. Es wird sicher nicht mein letztes Buch von Sage Dawkins sein. Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich allerdings, deswegen 4 Sterne.

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