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Veröffentlicht am 28.02.2020

Rätselhafte Morde und Morde voller Rätsel

Dunkle Botschaft
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Zunächst sah es wie ein tragischer, aber doch normaler Fall aus, als die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und ihre Assistentin Lenja die Leiche einer jungen Frau zur Obduktion erhalten. Die beiden finden ...

Zunächst sah es wie ein tragischer, aber doch normaler Fall aus, als die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und ihre Assistentin Lenja die Leiche einer jungen Frau zur Obduktion erhalten. Die beiden finden jedoch ein rätselhaftes Tattoo auf ihrem Kopf und können nachweisen, dass die Frau zum einen ermordet wurde und zum anderen das Tattoo ein Ratespiel ihres Mörders darstellt, welches schnellstmöglich gelöst werden muss, um weitere Opfer zu verhindern. Mithilfe von Kommissar Florian Kessler machen sich Julia und Lenja auf die Jagd nach dem psychisch kranken, perfiden und sadistischen Mörder, der sich immer grausamere Methoden einfallen lässt, um seine Opfer umzubringen. Wird es gelingen, ihn zu stoppen?

„Dunkle Botschaft“ ist ein durchgehend spannender Thriller, der logisch aufgebaut ist und vom Prolog am Anfang bis hin zum rasanten Showdown aufregend und nachvollziehbar bleibt. Der Leser wurde zum Miträtseln eingeladen, sei es über den Zusammenhang zwischen den Opfern, als auch über die Identität des Täters. Beides war nicht einfach und am Ende überraschend, was mir gut gefallen hat. Ebenfalls ansprechend waren die Rückblenden in die Vergangenheit des Täters, bei der klare Bezüge zur Gegenwart erkennbar waren. Die Hintergründe, warum sich der Täter zum Psychopathen entwickelt hat, wurden aufgedeckt, der Leser erhielt durch die Rückschau Insider-Einblicke in die gewalttätige Kindheit des Täters und tiefe Einblicke in dessen verletzte Seele.

Als etwas sehr unrealistisch habe ich empfunden, dass die vielen Alleingänge der Gerichtsmedizinerin von der Polizei toleriert wurden, Julia und Lenja durften sogar aktiv an den Ermittlungen teilhaben und jederzeit sämtliche Ergebnisse einsehen – was in der realen Polizeiarbeit eher unwahrscheinlich ist. Diese wurde als zäh und verbohrt dargestellt, die Beamten hatten sich schnell auf einen Verdächtigen festgelegt und sich dann auch voll auf dessen Beschattung und mögliche Überführung konzentriert. Ebenfalls etwas unglücklich fand ich eine Nebengeschichte um Julias Vater, die es meiner Meinung nach nicht unbedingt gebraucht hätte, da sie nicht mit der eigentlichen Handlung verknüpft war.

Ich hatte bei „Dunkle Botschaft“ zunächst etwas Bedenken, da ich zuvor noch kein Buch aus der Julia-Schwarz-Reihe gelesen hatte. Zum Glück hat sich dies als unbegründet herausgestellt, man versteht auch ohne vorherige Bände zu kennen sämtliche Details des Buches und hat an keiner Stelle das Gefühl, etwas zu vermissen. Super!

Die Sprecherin des Hörbuches Svenja Pages intoniert die CDs sehr gut, ihr gelingt es Spannung und Emotionen zu transportieren. Insbesondere den skandinavischen Akzent Lenjas fand ich süß, er hat viel dazu beigetragen, dass Lenya mir auf Anhieb sympathisch und auch insgesamt meine Lieblingsfigur des Hörbuches war. Etwas schwer gefallen sind der Sprecherin die Männerstimmen, welche teilweise etwas übertrieben und somit nicht authentisch wirkten.

Etwas verwirrt war ich vom Cover. Dieses ist zwar ansprechend und verspricht Spannung, passt aber nicht so richtig zu Inhalt, ich kann zumindest keinen Zusammenhang zur Story herstellen.

Fazit:
Ein spannendes Hörbuch mit einer komplexen, rätselhaften Story, durchgehender Spannung und sympathischen Figuren, dargebracht von einer angenehmen Sprechstimme, der man gut und gerne zuhören kann. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, hätte das Buch aber doch lieber gelesen als gehört.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Ereignisreicher Auftakt der Trilogie um Sophia

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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Im Berlin der 1920er Jahre hat die Drogerie-Tochter Sophia eine aussichtsreiche Zukunft vor sich: Als eine von wenigen weiblichen Studenten kann sie ihrer Passion, der Chemie, professionell nachgehen und ...

Im Berlin der 1920er Jahre hat die Drogerie-Tochter Sophia eine aussichtsreiche Zukunft vor sich: Als eine von wenigen weiblichen Studenten kann sie ihrer Passion, der Chemie, professionell nachgehen und erregt durch ihre Klugheit sogar die Aufmerksamkeit eines Professors. Dieser macht sie zu seiner Assistentin und Sophia darf ihm im Labor behilflich sein. Leider ist sein Interesse an der jungen Frau aber nicht nur rein beruflicher Natur, Sophia verliebt sich in den verheirateten Mann und beginnt eine Affäre mit ihm. Sie wird schwanger – ein Skandal in der damaligen Zeit. Der Professor macht ihr deutlich, dass er nicht zu ihr stehen wird und Sophias konservativer Vater fürchtet den Imageschaden für sein Geschäft und verstößt seine Tochter. Völlig mittellos zieht sie mit ihrer Freundin Henny nach Paris, wo diese ein Engagement als Tänzerin hat. Dort möchte Sophia mit ihrer chemischen Rezeptur einer Creme erfolgreich werden und schafft es tatsächlich, die Aufmerksamkeit einer der mächtigsten Frauen im Kosmetikbereich auf sich zu ziehen: Helena Rubinstein glaubt an Sophias Talent und möchte sie mit nach New York nehmen.

„Sophias Hoffnung „ ist der Auftakt von Corina Bomanns neuer Trilogie „Die Farben der Schönheit“, welche im Puderkrieg der 1920er/30er Jahre angesiedelt ist. Der historische Bezug ist sehr gut gelungen, neben der Geschichte erfährt der Leser viel zum gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Alltag der damaligen Zeit. Die Thematik der Konkurrenz in der Kosmetikbranche wurde gut recherchiert und aufgegriffen, ich habe sehr viel dazu gelernt.

Die Protagonistin Sophia ist zwar insgesamt eine starke Frau, wirkt an einigen Stellen aber auch naiv und fremdgesteuert. Nichtsdestotrotz ist sie dem Leser sehr sympathisch, es ist der Autorin wahnsinnig gut gelungen, ihr Leben einzuhauchen. Man lässt sich Sophias Optimismus, Mut und Hoffnung auf ein besseres Leben regelrecht anstecken. In jeder Lebensphase fiebert, leidet und freut man sich mit ihr mit, es werden sämtliche Emotionen bedient.

Sophias Leben wird als ein großes Auf und Ab dargestellt. Corina Bomanns fesselnder Schreibstil lässt die (doch über 500) Seiten nur so dahin fliegen. Durch die ausschließliche Konzentration auf eine Protagonistin ist der Roman gut nachvollziehbar. Für meinen Geschmack bestimmen etwas zu viele Zufälle Sophias Schicksal, aber das hält die Geschichte spannend und treibt die Handlung voran. Der Schluss bleibt wie erwartet offen, es folgen ja noch zwei weitere Bände. Da aber gerade gegen Ende noch einige offene Punkte und ein großer Cliff-Hanger dazukommen, bin ich als Leser doch etwas unbefriedigt zurückgeblieben – Sophias Schicksal ist an dieser Stelle nun doch wieder völlig ungewiss.

Das Buch an sich ist sehr hochwertig aufbereitet, das Cover hat mich direkt angesprochen, da es ästhetisch und gleichzeitig geheimnisvoll wirkt. Für mich drückt die junge hübsche Frau, die auf eine Stadt blickt, Optimismus aus. Unterstützt wird das durch die kräftige rosa Farbe und die ansprechende Prägung. Hintergrundinformationen zu Protagonistin, Autorin und geschichtlichem Hintergrund sowie ein zum Inhalt passendes Rezept für einen Lippenbalsam in der Buchklappe setzen ein weiteres Highlight.

Fazit:
„Sophias Hoffnung“ ist eine tolle Zeitreise in die 1920er Jahre, die ein Thema aufgreift, mit dem man bisher kaum in Berührung gekommen ist. Ich wurde durch den angenehmen Schreibstil schnell und einnehmend in die Geschichte hineingezogen und habe beim Lesen alles um mich herum vergessen. Ein absolut gelungener Auftakt der Trilogie, ich freue mich jetzt schon auf die Folgebände und möchte unbedingt wissen, wie es mit der sympathischen Protagonistin weiter geht.

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Veröffentlicht am 06.01.2020

(Bitter)Sweet Sixteen

Sweet Sorrow
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Charlie Lewis ist niemand, der aus der Menge heraussticht. Er ist der klassische Mitläufer-Typ, niemals Initiator, aber auch niemals außen vor. Über sich selbst sagt er: „Als Schüler war meine Haupteigenschaft ...

Charlie Lewis ist niemand, der aus der Menge heraussticht. Er ist der klassische Mitläufer-Typ, niemals Initiator, aber auch niemals außen vor. Über sich selbst sagt er: „Als Schüler war meine Haupteigenschaft mein Mangel an Eigenschaften“ (S.15). Doch dies ändert sich in diesem einen besonderen Sommer, als er durch Zufall Fran Fisher und ihren Theaterclub trifft: Charlie und Fran erleben gemeinsam den Zauber der ersten großen Liebe, mit allen Gefühlen, Erfahrungen, Dramen und „Ersten Malen“ der Teenagerzeit. Zwanzig Jahre später, kurz vor seiner eigenen Hochzeit, steht Charlie vor der Entscheidung ob er sich traut, Fran wiederzusehen. Können die überwältigenden Gefühle der ersten großen Liebe jemals überwunden werden?

„Sweet Sorrow“ ist die Geschichte eines Abenteuers, dass den Leser mit auf eine Reise in die eigene Jugend nimmt – ich konnte zumindest die kleinen und großen Sorgen und Nöte der Sechzehnjährigen im Buch gut nachvollziehen, sei es die Unsicherheit bezüglich der eigenen Zukunft als auch die täglichen Dramen um Freunde, Noten und Partys. Bewundernswert, wie gut es dem Autor gelungen ist, sich selbst und den Leser in diese Gedanken- und Gefühlswelt eines Teenagers hinein- bzw. zurück zu versetzen. „Sweet Sorrow“ ist aber nicht nur eine Liebesgeschichte, „sondern vier oder fünf: Die familiäre, elterliche Liebe, die beständige, inspirierende Liebe unter Freunden und die kurze, blendend helle Explosion der ersten großen Liebe, die man erst direkt anschauen kann, wenn sie verglüht ist.“ (S.507). Es werden somit unter der Decke des süßen, leichten Sommers voller Gefühle auch tiefergehende Themen angesprochen: Einsamkeit, der Wunsch dazuzugehören, der Umgang mit Zurückweisung, familiäre Probleme, das Erwachsenwerden, Zukunftsängste, Versagen. Durch diese Vielzahl an Erinnerungen kommt der Blick in Charlies Gegenwart und somit seine aktuelle Situation, seine momentane Verfassung, die Beziehung mit Niamh und das Wiedersehen am Ende leider etwas zu kurz. Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen komplett und letzteres wird zu ersterem.

Der Autor hat selbst eine schauspielerische Ausbildung. Das erklärt, warum er die Herangehensweise an ein Theaterstück und die Zusammenarbeit innerhalb der Company so gut beschreiben konnte. Teilweise war mir dieser Part aber leider etwas zu langwierig und bestand aus zu vielen Shakespeare-Zitaten.

David Nicholls, der Erfolgsautor von „Zwei an einem Tag“, ist auch im fünften Buch seinem charakteristischen Schreibstil treu geblieben. Der Roman lässt sich locker-leicht lesen, durch die Ich-Perspektive des Protagonisten wird Charlie als Person lebendig. Sein familiäres Schicksal ist sehr bewegend, die Hass-Liebe zu seinem Vater lässt Mitleid und Wut aufkommen – kein Jugendlicher sollte sich noch zusätzlich so um seine Eltern kümmern und sorgen müssen. Neben Charlie kommen im Roman sehr viele Nebenfiguren vor, die allesamt in ihrer Individualität ausgiebig aufgezeigt werden. Im Ganzen handelt es sich dabei aber um etwas zu viele Personen, als dass man sich sämtliche Hintergrundinformationen merken könnte. Das hat bei mir teilweise zu Verwirrung und Verwechslungen geführt. Fran wird durch Charlies Augen beschrieben und somit sicherlich überhöht dargestellt, sie erscheint dem Leser als das hübscheste, witzigste und intelligenteste Mädchen überhaupt – aber das ist sie in Charlies Wahrnehmung ja auch, wenn auch diese Darstellung nicht unbedingt realitätsgetreu ist.

Ich liebe das Cover, dass durch seine einfache Gestaltung einer Wiese (DER Wiese aus dem Roman?!) mit Schmetterlingen besticht und ein locker-leichtes Sommergefühl hinterlässt. Besonders liebe ich aber den reflektierenden Glanz der Schrift, der dem Buch etwas sehr Edles verleiht.

Fazit:

Ein süßer Roman voller Erinnerungen an den Zauber der ersten Liebe, aber auch die Herausforderungen, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Ein Roman, der aufgrund seines bekannten Autors Erwartungen weckt, die nicht ganz erfüllt werden können, im Ganzen aber doch einfach nur schön und durchaus berührend ist.

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Veröffentlicht am 06.12.2019

Es braucht nicht immer einen Lebensplan zum Glück

Gar kein Plan ist auch eine Lösung
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Effizienz, Vernunft, Konservatismus – diese Worte beschreiben das Leben von Maura Klauck. Sie hat einen Job als Assistentin einer erfolgreichen Influencerin, lebt in einer schicken Wohnung im schönsten ...

Effizienz, Vernunft, Konservatismus – diese Worte beschreiben das Leben von Maura Klauck. Sie hat einen Job als Assistentin einer erfolgreichen Influencerin, lebt in einer schicken Wohnung im schönsten Stadtteil Münchens und ist seit acht Jahren mit dem erfolgreichen Manager Sebastian liiert, seit dem letzten Thailand-Urlaub sogar verlobt. Alles verläuft genau nach dem Plan, nach dem Mara ihr Leben geplant hat.
Als Sebastian ihr aber überraschend gesteht, die Beziehung beenden zu wollen und Mara aus der gemeinsamen Wohnung wirft, gerät ihre Welt ins Schwanken. Plötzlich sieht sich Mara noch mit ganz anderen Bereichen ihres Lebens konfrontiert, die sie aufgrund ihres Plan A´s bisher immer verdrängt hat, insbesondere das Verhältnis zu ihrer Familie. Und dann gibt es noch Marius, der schrecklich jung und schrecklich unvernünftig ist, Mara aber immer wieder zum Lachen bringt und ihr in dieser schlimmen Zeit beisteht. Auf der Suche nach sich selbst muss Mara feststellen, dass das Leben neben Plan A, B, C auch Ä, Ö und Ü für sie bereithält – und es ganz allein an ihr liegt, welchen davon sie weiterverfolgen möchte.

„Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ hat mich sehr überrascht: Das Buch wird vom locker-leichten Frauenroman zu einer tiefgründigen Geschichte über die realistischen Probleme einer jungen Frau, die von Selbstperfektion zerfressen sich nie mit den wirklich wichtigen Dingen in ihrem Leben beschäftigt hat. Die Protagonistin Mara vollzieht eine enorme Entwicklung während des Buches hin zu einem selbstbestimmten Leben. Sehr anschaulich wird dies im Buch in dem Moment, als sie feststellt, dass die glamouröse, perfekte Influencer-Welt ihrer Chefin lediglich eine Fassade ist.

Mara ist eine authentische Protagonistin, aus deren Perspektive sehr anschaulich erzählt wird. Sie ist mir als Person absolut sympathisch, sind ihre Zweifel und Ängste doch für jede junge Frau nachvollziehbar. Außerdem hat die Autorin Mara mit einem wundervollen sarkastischen Humor ausgestattet, der mich des Öfteren herzlich zum Lachen gebracht hat. Auch einige Nebencharaktere sind zum Totlachen und mir während des Lesens richtig ans Herz gewachsen.

Der rote Faden, der sich durch das Buch zieht, sind die Kapitel, welche mit einem jeweiligen Lebensziel Maras überschrieben sind. Außerdem folgen Sie dem ABC, um zu verdeutlichen, wie viele Pläne die Protagonistin hatte, bis das Leben dazwischen gespielt hat… und so kommen am Ende noch ein paar „Nebenpläne“ Ä, Ö und Ü dazu!
Das Cover in Rosa mit gezeichneter Protagonistin spricht mich persönlich nicht besonders an, aber selbstverständlich ist auch dies eine Geschmackssache.

Mein Fazit: „Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ ist ein sehr humorvoller Roman mit einer Prise Gesellschaftskritik, der sich aufgrund der kurzen Kapitel schnell und unkompliziert lesen lässt.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Second Chance im Künstler-Retreat

Words Like Feathers
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Die kinobegeisterte Olivia kann ihr Glück kaum fassen: Sie wurde auserwählt, an einem exklusiven Künstler*innen-Retreat in Schottland teilzunehmen, bei dem auch Stargäste aus den Bereichen Musical und ...

Die kinobegeisterte Olivia kann ihr Glück kaum fassen: Sie wurde auserwählt, an einem exklusiven Künstler*innen-Retreat in Schottland teilzunehmen, bei dem auch Stargäste aus den Bereichen Musical und Schauspiel anwesend sein werden. Dort angekommen bekommt Olivias Freude allerdings einen großen Dämpfer: Der ihrer Gruppe zugewiesene Star entpuppt sich als niemand geringeres als Tristan Kingsley, ihre erste große Liebe, der sie das Herz gebrochen hat, als sie sich ohne ein Wort von ihm zurückgezogen hat. Doch Olivias Gründe sind tiefgehend und sie kann nicht mit Tristan darüber sprechen. Doch die Anziehung der beiden zueinander besteht trotz aller verletzter Gefühle und Geheimnisse. Gibt es eine zweite Chance?
„Words like feathers“ ist aus der Perspektive der Protagonistin Olivia erzählt. Ich habe ein wenig gebraucht, um mit ihr warm zu werden, fand sie dann aber wirklich toll. Durch Rückblicke gewährt sie uns Einblicke in ihre traurige Vergangenheit und ihre Gefühlswelt, was dazu führt, dass man ihre Handlungen und Gedankengänge gut nachvollziehen kann. Auch wird so er nach und nach aufgeklärt, wie es zur aktuellen Situation gekommen ist – mir persönlich hat dies allerdings etwas zu lange gedauert, es wirkte teilweise künstlich in die Länge gezogen. Tristan ist hingegen leider etwas blass geblieben, hier hätte ich mir eine tiefere Charakterzeichnung gewünscht.
Womit ich auch etwas zu hadern hatte war der Schreibstil der Autorin. Teilweise wirkt dieser sehr bemüht und somit holprig und nicht authentisch. An anderen Stellen, insbesondere wenn es um Gefühle geht, ist er indessen fast schon poetisch und philosophisch. Ich war ständig am Abwägen, ob mir der Stil nun gefällt oder nicht. Sehr gestört haben mich aber vor allem die vielen Anspielungen auf Serien, Schauspieler, Sänger und Filme. Da ich lieber lese bin ich hier absolut nicht im Bilde und habe mich des Öfteren ausgeschlossen gefühlt. Schade. Inhaltlich hätte ich mir mehr Informationen bzw. eine stärkere Konzentration auf das Thema Schauspiel und Musical gewünscht. Ich fand die Idee mit dem Retreat superspannend, aber leider wurde der eigentliche Zweck der Zusammenkunft kaum erwähnt.
Was mir aber gut gefallen hat waren die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft Schottlands, die absolut Lust auf eine Reise dorthin gemacht haben. Und absolut toll war die sensible und ernsthafte Einbindung des Themas Mental Health. Wie Olivias Zwangsstörung beschrieben wurde hat mir des Öfteren Gänsehaut verursacht, sowohl die Gedanken, als auch Handlungen waren erschreckend nachvollziehbar. Wie sensibel und respektvoll dieses Thema hier aufgegriffen und dargestellt wurde hat mir sehr gut gefallen.
Insgesamt war „Words like feathers“ in meinen Augen ein netter New-Adult-Roman mit einer durchschaubaren Second-Chance-Geschichte, die sich angenehm lesen lässt und zwischendurch auch tiefgründige Themen behandelt.

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