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Veröffentlicht am 11.03.2020

Eine Liebe nach dem Tod

Ferryman - Der Seelenfahrer (Bd. 1)
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Dylan hat die Nase voll, in der Schule wird sie von den Klassenkameraden gemobbt und ihre Mutter hat eh nie Zeit. Kurzerhand packt sie die Tasche und folgt der Einladung ihres Vaters, ihn endlich zu besuchen, ...

Dylan hat die Nase voll, in der Schule wird sie von den Klassenkameraden gemobbt und ihre Mutter hat eh nie Zeit. Kurzerhand packt sie die Tasche und folgt der Einladung ihres Vaters, ihn endlich zu besuchen, um ihn kennenzulernen. Doch der Zug, mit dem sie die Reise antritt, hat in einem Tunnel einen tragischen Unfall und glaubt Dylan zunächst noch, diesem glimpflich davon gekommen zu sein, muss sie feststellen, dass genau das Gegenteil eingetreten ist. Denn als sie den Tunnel verlässt, befindet sie sich nicht in den schottischen Highlands, sondern in einem Niemandsland und dort wartet Tristan, ihr Ferryman. Er soll Dylan auf ihrer Reise durchs Niemandsland begleiten. Die Reise ist aber viel gefährlicher und nicht nur für Dylan verändert sich plötzlich alles.
Meine Meinung
Auf Ferryman von Claire McFall habe ich mich schon riesig gefreut, denn der Arctis Verlag hat immer ein sehr gutes Gespür für die etwas anderen, besonderen Bücher.
Der Einstieg, bei dem man gleich Protagonistin Dylan kennenlernt, fällt sehr leicht. Autorin Claire McFall erzählt leicht, flüssig und gut verständlich. Dabei erzählt sie aber extrem ausführlich und voller Bilder, so dass vor allem das Niemandsland, das hier eine enorm wichtige Rolle einnimmt, ein deutlichs Bild vor dem inneren Auge ergibt.
Dylan stirbt bei einem Zugunglück und trifft auf ihren Ferryman Tristan. Gemeinsam treten sie eine Reise durch ein Niemandsland an. Das Tempo bleibt hier über weite Strecken relativ ruhig, doch immer wieder kommt es dann zu Spannungsanstiegen, denn die Reise durch das Niemandsland bietet Gefahren durch Dämonen, so genannte Seelenfänger und denen sollte man aus dem Weg gehen, denn sie haben es, wie der Name schon sagt, es auf die Seelen abgesehen. Also ist die Spannungskurve eher ein auf und ab und zwischen den ruhigen Momenten kommt es auch immer wieder zu actionreichen Szenen.
Für mich lag der Fokus hier sehr deutlich auf dem Niemandsland, denn die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit beim Aufbau ihres Settings. Man fühlt sich hier, als würde man Dylan und Tristan dabei begleiten und die Landschaft, die den schottischen Highlands ähnelt, sah man dabei genau vor sich. Trotzdem bleibt es sehr geheimnisvoll und die Autorin lässt sich auch noch so einige Möglichkeiten für die nachfolgenden Teile offen.
Ein personeller Erzähler in dritter Person führt den Leser durch die Geschichte. Trotzdem bekommt man Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten sehr gut gezeigt.
Neben Dylan und Tristan gibt es kaum weitere Charaktere. Wer jetzt glaubt, dass es sich hier um eine typische New Adult Lovestory handelt, hat aber trotzdem weit gefehlt.
Dylan ist in ihrem Leben eher eine Aussenseiterin und was andere machen, ist ihr recht egal. Sie hat mich an manch einer Stelle überraschen können, vor allem bei ihrer ersten Begegnung mit Tristan, bzw. ab dem Punkt, an dem er ihr verrät, wer er wirklich ist und was er bezweckt. Insgesamt wurde hier aus der Aussenseiterin jemand, der um das kämpft, was sie will. Tristan hingegen wirkt sehr geheimnisvoll, am Anfang sogar eher düster, durch seine zu Beginn sehr schweigsamen Art. Doch Dylan verändert ihn und sorgt auch für Veränderungen in Dylans Haltung und seinem Handeln. Genauso wie das Niemandsland bleiben auch bei Tristan noch Fragen offen und ich hoffe, dass man gerade über ihn im nächsten Band noch mehr erfährt.
Einzig ein Manko gab es hier für mich, denn es ist ja auch eine Liebesgeschichte. Diese wird hier aber gar nicht so in den Fokus gesetzt, so dass es mir dann doch ein wenig zu schnell ging zwischen den beiden. Da fehlten mir ein wenig die Emotionen, um das nachvollziehen zu können. Doch auch hier bin ich gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird.
Mein Fazit
Ein Buch, bei dem ich tatsächlich etwas anderes erwartet hätte und mich gerade dadurch wieder überraschen konnte. Vor allem der bildhafte Schreibstil der Autorin hat mich fesseln können und es gab auch Momente, die mich berührt haben. Letzten Endes gibt es noch einiges, was sich die Autorin für ihre weiteren Bände aufgehoben hat und mich gespannt zurücklässt. Wer keine typische Teenie-Lovestory erwartet und bildgewaltige, ausführliche Beschreibungen mag, wird hier seine wahre Freude beim Lesen haben.

Veröffentlicht am 03.03.2020

Was geschah mit Becca?

Das Echo deines Todes
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Kurz nach ihrem Abitur verbringen die vier ungleichen Freundinnen Lara, Michelle, Rebecca und Eileen ihre Ferien auf einer kleinen, schwedischen Insel. Nur ab und zu bekommen die Mädchen Besuch von zwei ...

Kurz nach ihrem Abitur verbringen die vier ungleichen Freundinnen Lara, Michelle, Rebecca und Eileen ihre Ferien auf einer kleinen, schwedischen Insel. Nur ab und zu bekommen die Mädchen Besuch von zwei jungen Männern, doch an ihrem letzten Abend passiert etwas furchtbares: Rebecca, Becca, verschwindet spurlos. Lediglich das Boot trieb umgekippt im Wasser. Sechzehn Jahre später erhalten die drei zurückgelassenen Freundinnen einen Brief, in dem sie eingeladen werden, noch einmal ein Wochenende auf der Insel von damals zu verbringen. In der Hoffnung, dem damaligen Geschehen auf die Spur zu kommen, folgen sie der Einladung und sogar die beiden Männer von damals finden sich auf der Insel ein.
Meine Meinung
Da ich bereits Bücher der Autorin Sophie Kendrick gelesen habe, war ich auch auf ihr neustes Buch sehr gespannt. Sophie Kendruick schreibt leicht verständlich, flüssig und mitreißend und macht dem Leser dadurch auch hier sehr einfach.
Die Autorin nimmt sich zu Beginn Zeit, sowohl ihre ungewöhnliche Protagonistin Lara als auch die damaligen Ereignisse, darzustellen. Wobei hier natürlich noch so einige Geheimnisse im Verborgenen bleiben. Somit ist der Beginn noch recht ruhig, doch die Handlung nimmt so nach und nach immer mehr Tempo auf und es wird spannend. Auch wenn der Kreis der Verdächtigen recht überschaubar scheint, gelingt es der Autorin durchaus, immer wieder kleinere Wendungen in ihre Handlung einzubauen.
Besonders gelungen fand ich, dass die Story in der Ich-Form aus der Sicht Laras dargestellt wird. Diese Perspektive wird immer mal wieder durch alte Vernehmungsprotokolle der damalig auf der Insel vorhandenen Personen unterbrochen. Dieses bringt immer wieder neue Aspekte in die Handlung ein, die zum Miträtseln um das damalige Geschehen einladen.
Lara ist eine besondere Protagonistin, denn sie hat das Asperger Syndrom, welches allerdings erst sehr spät bei ihr diagnostiziert wurde. In der Schule galt sie dadurch immer als Freak und Außenseiterin. Erst als Michelle an ihre Schule wechselt, hat auch Lara endlich Freudinnen. Denn Michelle “schmückt” sich gerne mit Mädchen, die im Allgemeinen eher eine Außenseiterrolle einnehmen. So sind alle vier Freundinnen völlig unterschiedlich, während Michelle eher die “erste Geige” spielt, verbringt Becca gerne ihre Zeit mit ihrem Malen und Eileen ist die Schüchterne.
Protagonistin Lara und das Asperger Syndrom sind hier absolut gelungen dargestellt und als Aussenstehender bekommt man hier ein gutes Bild davon, was Menschen mit diesem Syndrom bewegt und warum sie sich wie verhalten. Gerade das macht die Bücher der Autorin immer zu etwas ungewöhnlichem, da sie ihren Protagonistinnen immer Besonderheiten mitgibt.
Mein Fazit
Mit “Das Echo deines Todes” hat Autorin Sophie Kendrick wieder einen gelungenen Thriller geschrieben, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Gerade durch die Besonderheiten ihrer Protagonistin macht dieses Buch wieder ungewöhnlich und interessant. Auch wenn gerade i diesem Buch die Charaktere überschaubar bleiben, gelingt es der Autorin trotzdem, immer wieder für Wendungen zu sorgen. Empfehlenswert und unterhaltsam.

Veröffentlicht am 03.03.2020

Nicht unbedingt ein Thriller, aber trotzdem unterhaltsam

Die Geheimnisse der Nacht
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Stell dir vor, es ist der Abend deines Junggesellinnenabschieds, den du mit deinen Freundinnen zum Abschluss in einer Bar verbracht hast. Am nächsten Morgen wachst du auf, weil das Telefon klingelt und ...

Stell dir vor, es ist der Abend deines Junggesellinnenabschieds, den du mit deinen Freundinnen zum Abschluss in einer Bar verbracht hast. Am nächsten Morgen wachst du auf, weil das Telefon klingelt und neben dir liegt ein nackter Mann, nur ist dieser nicht dein Verlobter. Genau das ist Maggie Trueheart passiert, doch damit beginnen ihre Probleme erst so richtig, denn am Telefon teilt ihre Freundin ihr mit, dass ihre Freundin Angie ermordet im Park aufgefunden wurde. Detective O’Reilly beginnt zu ermitteln und Maggie versucht alles, damit ihr Geheimnis nicht ans Licht kommt. Doch sie ist nicht die einzige der Freundinnen, die versucht ein Geheimnis zu verbergen.
Meine Meinung
Bei diesem Buch machten mich sowohl Klappentext als auch Cover neugierig und ich war gespannt, was sich dahinter verbirgt.
Der Einstieg fällt recht leicht und schnell ist klar, dass das Buch eine Geschichte erzählt, die bereits weit in der Vergangenheit liegt. Catherine O’Connell erzählt sehr leicht und ihr Stil liest sich flüssig, so dass man hier auch leicht und schnell durch die Story kommt.
Wer hier allerdings einen actiongeladenen und blutigen Thriller erwartet, befindet sich auf dem Holzweg. Vielleicht hätte es dem Buch auch gut getan, es als Roman zu bezeichnen, denn dass es sich eher um ein Buch á la Desperate Housewifes handelt, lässt sich hier schon der Rückseite entnehmen. Somit ist das Buch über weite Strecken zwar ruhiger, aber trotzdem nicht langweilig. Denn dieses Buch besticht durch seine Figuren, die nach außen so harmlos scheinen und doch ganz viel zu verbergen haben. Immer mehr verstricken sich die einzelnen und müssen diese Verstrickungen doch irgendwie vor der Polizei verbergen. Wenn man sich das Gelesene also vorstellt, was hier sehr gut möglich ist, dann ist das Geschehen absolut unterhaltsam und zeitweise sogar amüsant. Wer dann letzten Endes für Angies Tod verantwortlich ist, bleibt tatsächlich bis zum Ende ein rätsel, auf das ich absolut nicht gekommen bin.
Die Geschichte wird von Maggie Trueheart in der Ich-Form erzählt, wobei die Perspektive zwischen den Freundinnen wechselt, jedoch ist Maggie die einzige Ich-Erzählerin. Das liegt hier auch daran, dass Maggie nach fünfundzwanzig Jahren darüber nachdenkt, was einst wirklich geschah und nun beschließt, die Wahrheit nach so langer Zeit doch noch preiszugeben.
Der Fokus der Geschichte liegt somit ganz klar auf den unterschiedlichen Charakteren und ihren vielen Geheimnissen. Maggie ist mir mit ihrer leicht chaotischen Art sehr sympathisch und ich habe häufig schmunzeln müssen, mit welchem Geschick sie sich immer wieder aus verfänglichen Situationen manövriert. Auch die anderen drei Frauen haben, wie schon der Titel aussagt, Geheimnisse. Das ein oder andere hatte ich geahnt, aber es gab auch immer wieder Überraschungen und insgesamt legen sich die Damen auch gerne schonmal gegenseitig rein. Insgesamt sind die Charaktere wirklich sehr gut ausgearbeitet und durchdacht.
Mein Fazit
Wer bei einem Thriller auf Action und Blut verzichten kann, wird hier ein höchst interessantes und dementsprechend amüsantes Verwirrspiel erleben. Die Freundinnen haben es ganz schön in sich und jede für sich ist Meisterin im Geheimnisse verbergen. Hinter diese Auflösung wäre ich auf jeden Fall nicht gekommen. Für mich ein Buch, das für gute Unterhaltung sorgt.

Veröffentlicht am 01.03.2020

Sehr emotional

Sag ihr, ich war bei den Sternen
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Maddie schwebt in den Wolken, denn nicht mehr lange und sie steht mit ihrem Traummann Ryan vor dem Altar und ihr Glück könnte nicht noch perfekter sein, denn sie erwartet auch ihr erstes Kind. Doch dann ...

Maddie schwebt in den Wolken, denn nicht mehr lange und sie steht mit ihrem Traummann Ryan vor dem Altar und ihr Glück könnte nicht noch perfekter sein, denn sie erwartet auch ihr erstes Kind. Doch dann kommt alles ganz anders, denn während sie für die Planung der Hochzeit durch die Stadt fährt, fühlt sie sich regelrecht von einem Mann verfolgt. Fast schon panisch flüchtet sie über die Straße, denn Ryan wartet dort auf sie. Aber diese Panik wird Maddie zum Verhängnis, denn sie übersieht ein Auto. Ein schrecklicher Unfall verändert alles, denn Maddie ist in einem tiefen Koma gefangen und um sie herum dreht die Welt sich weiter.
Meine Meinung
Dieses Buch war mein erstes Buch aus der Feder von Dani Atkins, doch zuvor hatte ich schon so viele positive Stimmen zur Autorin gelesen, dass ich absolut neugierig auf ihre Geschichten war.
Der Einstieg fällt hier wirklich sehr leicht, denn Dani Atkins schreibt absolut flüssig und leicht und zieht dadurch ihren Leser gleich mitten ins Geschehen. Sie schreibt so intensiv und emotional, dass man sich hier sehr gut in ihre Charaktere versetzen und einfühlen kann.
Diese Geschichte beginnt zunächst noch wunderschön und man freut sich regelrecht mit Protagonistin Maddie auf ihre Zukunft mit ihrem Traummann Ryan. Doch gleich zu Beginn des Buches geschieht ein schrecklicher Unfall und Maddie versinkt in ein tiefes Koma.
Die Geschichte ist dramatisch, emotional, fesselnd und lässt den Leser immer wieder innehalten und nachdenken, wie man wohl selbst gehandelt hätte, wäre man selbst in solch eine Situation geraten. Ich möchte gar nicht zu viel über den Inhalt verraten, denn hier warten immer wieder neue Überraschungen auf den Leser und man entwickelt für jeden der Charaktere ein tiefes Verständnis.
Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, einmal aus Maddies Sicht und einmal aus Chloes Sicht. Dabei gibt es innerhalb der Perspektiven auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, bei denen man viel über die Beweggründe der einzelnen erfährt.
Beide Protagonistinnen, sowohl Maddie als auch Chloe, waren mir unheimlich sympathisch. War ich im ersten Teil, der aus Maddies Sicht geschrieben wurde, noch völlig auf ihrer Seite, lernte ich dann Chloe kennen. Ich wollte Chloe zunächst nicht mögen, doch je mehr ich sie kennenlernen durfte, desto mehr konnte ich mit ihr mitfühlen. Beide Protagonistinnen und ihr Verhalten war absolut authentisch. Doch nicht nur die Protagonistinnen waren hier sehr klar beschrieben, sondern auch die wenigen Nebencharaktere, allen voran Ryan, bekommen Facetten und Tiefe, so dass man nachher einfach mit jedem einzelnen mitfühlen kann.
Mein Fazit
Sag ihr, ich war bei den Sternen, ist ein gefühlvoller Roman, der nicht vor Kitsch trieft und trotzdem sehr emotional und bewegend erzählt wird. Man konnte sich hier in jeden der Charaktere hineinfühlen und mitfühlen und auch für jeden Verständnis entwickeln. Atkins lässt den Leser innehalten und darüber nachdenken, wie man selbst wohl handeln würde. Das Ende bleibt recht offen und hier darf der Leser ruhig selbst das für sich passende Ende entwickeln. Wunderbar zu lesender, gefühlvoller Roman, den ich gerne empfehle.

Veröffentlicht am 27.02.2020

Tolle Fantasygeschichte, wenn auch sehr politisch

Flammenflug
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Amalia Cornaro ist die Tochter der Gräfin von Raverra und liebt es durch die Stadt zu streifen. Durch einen Zufall jedoch wird sie Zeugin, wie eine junge Flammenmagierin die Stadt fast in Schutt und Asche ...

Amalia Cornaro ist die Tochter der Gräfin von Raverra und liebt es durch die Stadt zu streifen. Durch einen Zufall jedoch wird sie Zeugin, wie eine junge Flammenmagierin die Stadt fast in Schutt und Asche legt. Sie kommt dem jungen Leutnant nach dessen Bitte zur Hilfe und bindet die junge Magierin mit einem Geschüh an sich. Denn in Raverra ist es eigentlich üblich, dass bereits die jungen Magier, die Falken, in den Dienst des Stadtstaates gestellt werden und somit ihre Magie gebunden wird. Nun wird Amalia zur Falknerin und Zaira, die Flammenmagierin, ihr Falke. Plötzlich sind die beiden so grundverschiedenen Frauen aneinander gebunden.
Meine Meinung
Auch bei Flammenflug ist es wieder einmal das gelungene Cover, das mich zum Buch greifen ließ. Dabei muss ich hier zugeben, dass ich zu Beginn noch ein wenig Schwierigkeiten mit dem Hineinfinden in die Geschichte hatte. Doch je mehr ich über die gesamte Welt erfuhr, desto spannender und interessanter gestaltete sich diese Welt.
Autorin Melissa Caruso lässt hier viele unbekannte Begriffe mit einfließen, so dass man sich erst so nach und nach erklären kann, was hier eigentlich vor sich geht. Aber sie erzählt dabei so leicht und man fühlt sich regelrecht in eine venezianische Stadt der Vergangenheit versetzt, so dass man dem Geschehen nach und nach verfällt.
Das Worldbuilding ist auf der einen Seite recht typisch für High Fantasy, auf der anderen Seite lässt einen die Szenerie auch wieder an bekanntes denken. Dabei ist die gesamte Welt absolut komplex und benötigt durchaus Konzentration beim Lesen, denn schnell hat man ein wichtiges Detail überlesen.
Die Geschichte braucht Zeit, um sich zu entwickeln und erst so nach und nach wird es auch spannender. Das heißt jetzt nicht, dass der Beginn hier langweilig ist, denn man wird ziemlich schnell Zeuge, wie Protagonistin Amalia dazu kam, Falknerin zu werden und auf welche Hindernisse sie dabei immer wieder prallt. Doch insgesamt ist es sehr detailreich und ausführlich und allein dadurch schon etwas anderes.
Amalia, die Grafentochter, ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Dadurch, dass sie in Raverra aufgewachsen ist, sind die Geschehnisse für sie nich ungewohnt. Der Leser, der dies verfolgt, muss sich aber so nach und nach daran gewöhnen, wie alles aufgebaut ist und es braucht Zeit, sich daran zu gewöhnen.
Spannend ist die Beziehung, die die beiden jungen Frauen dann notgedrungen eingehen müssen. Zaira war stets frei und muss sich nun fügen, was nicht immer leicht fällt und auch den Leser durchaus zum Nachdenken anregt. Denn auch wenn es Zaira in den Stallungen, übrigens eine für mich sehr gewöhnungbedüftige Vorstellung, gut geht, ist sie doch dort nicht frei.
Protagonistin Amalia ist zu Beginn recht naiv und man spürt nur zu genau, wie behütet sie aufgewachsen ist. Zunächst folgt sie doch recht widerspruchslos dem Willen ihrer sehr starken Mutter, doch auch hier findet im Laufe der Geschichte eine deutliche Entwiclung statt. Neben ihr wirkt Zaira regelrecht wild und rebellisch und dass ihr die Gefangenschaft nicht gefällt, verheimlicht sie nicht. Die beiden Frauen sind so gegensätzlich, dass es mir sehr viel Spaß bereitet hat, zu sehen, wie sie sich doch zusammenraufen. Neben diesen beiden gibt es noch einige weitere, sehr wichtige Charaktere, wie Amalias Mutter oder der junge Leutnant, die hier alle für mehr Spannung sorgen.
Mein Fazit
Ein sehr komplexes Buch, dessen Handlung und vor allem das Verstehen des Gelesenen ein wenig Zeit benötigt. Letzten Endes konnte mich aber die Autorin Melissa Caruso mit diesem Werk doch überzeugen und fesseln. Es ist durchaus sehr politisch angehaucht, was man als Leser dann auch mögen muss, doch mir hat das hier im großen und ganzen sehr gut gefallen. Das Ende hat mal keinen fiesen Cliffhanger und doch bleiben genügend Fragen offen. Ein interessantes Fantasywerk mit gut ausgearbeiteten Charakteren und einem sehr komplexen Worldbuilding, das mir gut gefallen hat.