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Veröffentlicht am 04.01.2017

Hm... Umtausch.... da gab's doch was....

Lexikon der Rechtsirrtümer
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Lexikon der Rechtsirrtümer Zechprellerei, Beamtenbeleidigung und andere Juristische Volksmythen

Das Buch gliedert sich in verschiedene Beriche:

- Allgemeines Privatrecht
- Arbeitswelt
- Familie
- Gericht ...

Lexikon der Rechtsirrtümer Zechprellerei, Beamtenbeleidigung und andere Juristische Volksmythen

Das Buch gliedert sich in verschiedene Beriche:

- Allgemeines Privatrecht
- Arbeitswelt
- Familie
- Gericht und Polizei
- Medien und geistiges Eigentum
- Mieterrechte
- Öffentliches Recht
- Strafrecht
- Straßenverkehr

(sowie eine Vorbemerkung, Einleitung, Anmerkungen, Gesetzestexte und Dankworte)

Zu den jeweiligen Bereichen sind im Inhaltsverzeichnis auch die konkreten Fälle aufgeführt, die im Buch behandelt werden.
z.B.( je ein Punkt zu den oben aufgeführten Bereichen in der gleichen Reihenfolge)

- Getränkeverbot im Fitnessstudio
- Nebentätigkeitsverbote
- Ehe und Eigentum
- Gefahr im Verzug
- GEZ und ihre Rechte
- Grillen auf dem Balkon
- Ausweispflicht
- Fahrerflucht
- Rechts überholen bei Stau

was so drin steht...

Zuerst macht der Autor in der Vorbemerkung darauf aufmerksam, dass es sich beim den berücksichtigen Rechtssprechungen und dem Schrifttum um den Stand Februar 2005 handelt.

Dann kommt eine Einleitung - mit einem Beispiel über Mord und Totschlag - was hier der Unterschied ist bzw. was die meisten vermuten was hier der Unterschied ist. Er macht darauf aufmerksam, dass oft anders vermutet wird, als es der Fall ist.

Anschließend geht es dann gleich im ersten Kapitel los.

Zuerst wird das "Problem" in einer kurzen Überschrift geschildert, darunter dann Irrtum: .... - hier steht dan ausführlich formuliert, was viele Denken.
Darunter dann Richtig ist: ... - mit der richtigen Lösung.

Dann folgt ein ausführlicher Text über das ganze "Problem", anschließend in kursiven Schriftstil ein Hinweis auf die Gesetzesstelle.

Die Seitenzahlen sind links bzw. rechts oben auf den Seiten angegeben, daneben ist der Titel des Kapitels gedruckt.

Beispiel

Aus dem Berieich: Medien und geistiges Eigentum:

Internet und geistiges Eigentum

Irrtum: Inhalte, die frei zugänglich ins Internet gestellt werden, dürfen benutzt und kopiert werden.

Richtig ist: Das Urheberrecht gilt auch im Internet.

Den Text werde ich nun nicht übernehmen, sondern das ganze kurz wiedergeben.

Man findet im www mal schnell einen Text, ein Logo oder Foto, dass man gerne auf der eigenen Seite hätte... Schnell ist es kopiert und man verwendet es nun nach belieben.
So geschieht das auch massenhaft.
Das Internet ist jedoch kein rechtsfreier Raum, hier gilt auch das Urheberrecht.
So können Texte, Musikstücke, Fotografien, Gemälde, technische Zeichnungen, Pläne, Karten und Tabellen auch urheberrechtlich geschützt sein.
Wer also auf Fotos, Texte, Bilder, etc. aus dem Internet zurückgreifen möchte, der sollte die Erlaubnis des Berechtigten einholen oder sicherstellen, dass er keine rechtlich geschützten Vorlagen verwendet - vor allem wenn diese für geschäftliche Zwecke genutzt werden sollen.

Bei Interesse hierzu:

§ 2 UrhG - Urheberrechtsgesetz "Geschütze Werke"

Anmerkungen

Hier sind die Anmerkungen nummerisch aufgeführt - z.B. aus welchen Büchern bzw. woher die Informationen stammen.
(Vielen ist das evtl. auch von Arbeiten an der Uni bzw. FH
bekannt.)

Gesetzestexte

In diesem Kapitel zum Schluss sind Auszüge aus Gesetzen zu finden, die Gesetze sind alphabetisch gegliedert.

Mit der AO (Abgabenordnung) fängt es an, über das PatG (Patentgesetz) bis hin zur ZPO (Zivilprozessordnung) - anschließend sind noch drei ausländische Rechtsnormen aufgeführt.

Hier ist das jeweilige Gesetz als "Überschrift" fett gedruckt, anschließend werden jeweils einige Paragrafen aufgeführt - eben diese, die auch im Buch zitiert werden bzw. auf die er am Schluss des jeweiligen Berichts hinweist.

Dank

Zum Schluss dankt der Autor noch einigen Menschen.

Fazit

Ich finde dieses Buch klasse.
Es ist kein Buch, dass man am Stück lesen kann bzw. sollte, so sehe ich dies zumindest. Es ist ja ein Lexikon, so dass man hier nachschlagen kann, wenn man denn ein Problem hätte - bzw. bei "richtigen Problemen" sollte man natürlich zum Anwalt gehen.

Dieses Buch ersetzt keinen Anwalt, dient jedoch zu einem kurzen Einblick in die Welt der Irrtümer - hier wird also vieles klar gestellt.

Ich finde dieses Buch sehr verständlich geschrieben, gut gegliedert, auch die "Gegenüberstellung" von Irrtum und Richtig finde ich gut, so weiß man schon nach einem kurzen Blick wie es denn richtig ist.

Zum Teil finde ich das Buch richtig zum Schmunzeln - z.B. bei Themen wie der letzte zahlt die Zeche - und sehr informativ z.B. bei Reklamation nur mit Kassenbon (stimmt ja gar nicht...!!!).

Eine bestimme Zielgruppe hat das Buch meiner Ansicht nach nicht - es kann jedem mal hilfreich sein. Vom Schüler bis zum Rentner kann ja jeder mal "betroffen" sein - sei es nur in der Hinsicht, dass mal etwas im Geschäft reklamiert werden muss.
Für Betriebe aber auch Steuerberatungskanzleien kann ich das Buch eigentlich nur empfehlen - da ja auch Fälle im Arbeitsrecht bzw. gerade was das Urheberrecht (Internet) aufgeführt sind.
(Und das im Betrieben bzw. Kanzleien ja auch manchmal gefragt wird - auch von den Mandanten. Kann ich aus eigener Erfahrung dazu sagen)

Den Preis finde ich für dieses Buch absolut gerechtfertigt, da 8,95 Euro wirklich nicht viel sind und es wirklich sehr informativ ist.

ALSO:
Wer an solchen Fällen interessiert ist, und dann evtl. ein bißchen "klug scheißen" möchte - sollte sich dieses Buch sofort kaufen....

5 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 04.01.2017

Bonfortionös!

Leben ist nicht schwer
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Bonfortionös! (Seite 103) (Eine Aussage aus dem Buch) Der Autor erzählt in seinem Buch Geschichten, die ihm täglich bei seiner Arbeit im Krankenhaus passieren. Von Zusammentreffen mit kuriosen Patienten, ...

Bonfortionös! (Seite 103) (Eine Aussage aus dem Buch) Der Autor erzählt in seinem Buch Geschichten, die ihm täglich bei seiner Arbeit im Krankenhaus passieren. Von Zusammentreffen mit kuriosen Patienten, cholerischen Kollegen oder liebenswerten Hypochondern weiß er viel zu berichten – und er berichtet darüber mit viel Witz und Charme – und durchaus Emotionen.

Leseprobe

Seite 26

Tupfer hat ganz eigene Ansichten, was Ernährung betrifft. Ich habe schon erlebt, wie sie mehrere Stücke Pizza aufeinanderstapelte und das Ganze dann in wenigen Sekunden hinunterschlang.
„Was machst du denn da?“
„Eine Diät: Wenn man die Stücke aufeinanderstapelt wie eine Pyramide, kriegt der Magen es gar nicht mit.“ „Sie glaubt, dass sie nächsten Sommer wieder in ihren Badeanzug passen wird, ich bin mir da nicht so sicher.
Ich erzähle ihr von der Patientin auf Zimmer 7.
„Felicitas glaubt, dass es bald vorbei ist.“
Ich mag das Wort Tod nicht. Man stirbt ja nicht, sondern man schwingt sich auf ein regenbogenfarbenes Pony, das mit einem davon galoppiert, und dann reitet man zur Musik von Lucy In The Sky With Diamonds in den Wolken Rodeo.
Wussten Sie das nicht? Wenn man brav ist, wird man von den Beatles ins Jenseits hinüberbegleitet. Wenn man in seinem Leben ein Halunke war, dann wird man von jemandem in Empfang genommen, der Ein bisschen Spaß :muss sein_ singt.

Seite 136

„Die Patientin, die 88 Jahre alt ist, die ist voll wie eine Haubitze.“
Das Ergebnis der Blutuntersuchung ist schonungslos: Alkoholspiegel: 3,6 Promille.
Omas Alkohol enthält ein bisschen Blut.

(Ich habe diese zwei Leseproben gewählt um verschiedene Einblicke zu gewähren! Emotional-Poetisch wie Amüsant-Lustig.)



meine Meinung

Allein das Cover dieses Buchs hat mich absolut angesprochen. Gut, die Farbgestaltung war jetzt nicht mein Wunschtraum, aber so mit dem Ballon etc. fand ich das wirklich schön gemacht. Zumal mir auch der Titel des Buches gut gefällt bzw. die damit verbundene Aussage.

Vom Autor hatte ich bislang noch nichts gehört, das war also Neuland für mich – und außer, dass er Franzose ist (was der Name eben annehmen lässt…), Arzt ist, die 30 wohl noch nicht überschritten hatte als er das Buch geschrieben hat und regelmäßig bloggt, wusste ich nichts.

Die Art und Weise wie er im Buch eine Woche im beruflichen Krankenhaus-Alltag schildert hat mir sehr gut gefallen. Er hat einen tollen Schreibstil, man kann es recht gut nachvollziehen, manchmal durchaus kein ganz einfacher Satzbau, was aber wirklich so beabsichtigt ist und auch in Ordnung war. Manchmal kamen Fachbegriffe vor, da hätte ich mir ein bißchen mehr Aufklärung (ggf. Glossar hinten im Buch) gewünscht, aber gut… Ansonsten sind seine Sätze immer wieder recht poetisch, was mir gut gefallen hat. Auch vom Inhalt her ist es durchaus eher poetisch und auf den Menschen bezogen, als dass es immer nur um die Krankheit geht. Klar gibt es da wirklich skurrile Überraschungen in der Notaufnahme (bzw. im Krankenhaus allgemein), da musste man wirklich oftmals schmunzeln, es gab aber auch immer wieder Situationen, da wurde man von anderen Emotionen gepackt. Da war ein tiefes, zustimmendes Nicken meinerseits – sowohl sichtbar als auch innerlich - , durchaus oftmals ein „Hach ja“ – und gelegentlich auch Tränchen im Ansatz da. Einfach weil schön. Weil da so wunderbare, positive Vorstellungen dabei sind. Vorstellungen, die ja aber tatsächlich so geschehen sind. Weil die Ansätze im Buch, die er immer wieder bringt, die Dinge, die er in manchen Menschen sieht, weil diese trotz der nicht wirklich guten Diagnosen dennoch so positiv und lebensbejahend sind.

Mit „Leben ist nicht schwer“ sagt er schon das aus, was auch immer wieder in mir hervor gerufen wurde, während ich das Buch gelesen habe. Man verkompliziert soviel, statt einfach zu leben, einfach mal zu machen. Er versucht so einer Patientin den „Abschied“ „zu versüßen“ bzw. gestaltet ihn ihr, indem er Geschichten aus einem kleinen Büchlein vorliest, in das er zuvor sämtliche Begebenheiten aus dem Krankenhausalltag notiert hat.

So ist das Buch wirklich sehr emotional, hin und wieder auch verrückt, man merkt auch immer mal wieder wie manche Vorfälle ihn berühren, er aber dennoch versucht das Beste draus zu machen. Jeden dieser sieben Tage hat er auch mit einem Lied „überschrieben“, was mir, die ich Musik ja sehr gerne mag, super gut gefällt. Wenngleich ich nicht alle Stücke kenne.

Klar hatte ich auch mal das Gefühl beim Lesen, dass sich manches etwas hinzieht bzw. mich nicht jede Stelle im Buch direkt begeistert hat, aber das halte ich für normal. Sätze – und bildliche Schilderungen wie: „Seine Zunge tanzt Stepptanz am Gaumensegel wie ein schnatternder Delfin.“ (Seite 282) (über einen stotternden Jungen) haben all das wieder wett gemacht. Einfach weil man alles auch anders ausdrücken kann – so dass es ggf. nicht so schlimm klingt, wie es ist.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, es ist so dermaßen lebensbejahend, so mega positiv geschrieben, dass man wirklich nur „Leben ist nicht schwer“ sagen möchte, sich das als Mantra vornimmt. (Klar gibt es Situationen, die nicht einfach sind, auch das ist mir durchaus bewusst und einfach war auch nicht immer alles für mich, aber man kann jede Herausforderung auch positiv angehen…) Von mir gibt es für diese wunderbar poetische, durchaus für mich typisch französische Literatur 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Mama's baby - papa's maybe?

Kuckuckskind
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Anja, Deutsch- und Französischlehrerin, Ende 30, hatte den Traum vom perfekten Glück: Ein Häuschen mit Garten, eine glückliche Ehe und vor allem zwei Kinder, ihr Lebensplan. Doch leider kam alles anders, ...

Anja, Deutsch- und Französischlehrerin, Ende 30, hatte den Traum vom perfekten Glück: Ein Häuschen mit Garten, eine glückliche Ehe und vor allem zwei Kinder, ihr Lebensplan. Doch leider kam alles anders, denn nach einer Scheidung von ihrem Mann Gernot wohnt sie vorrübergehend in einer kleinen Wohnung, genannt das "Rattenloch". Als auf einmal ihre Kollegin und Freundin Birgit schwanger wird, wird Anja den Verdacht nicht los, dass ihr Exmann Gernot der mögliche Vater sein könnte, scheinbar haben die beiden eine Affäre. Also überredet Anja Steffen, den Mann von Birgit, zu einem Vaterschaftstest. Doch welche Folgen dieser Test hat... lest ihr am Besten selbst.

Den Stil von Ingrid Noll mag ich ja sehr, ich mag es, wie sie schreibt, wie sie die Sachen schildert, wie sie die Wörter wählt. Ich finde, sie umschreibt die Dinge sehr gut, vor allem absolut gut nachvollziehbar. Die Wortwahl ist durchaus teilweise gehoben, so wählt sie immer mal wieder Fremdwörter, die aber soweit bekannt sind. Dennoch ist das Buch absolut locker, leicht lesbar, wie ich finde. Keine allzu-schwere Kost, sondern auch vor dem Einschlafen noch gut zu lesen. (Kann aber sein, dass man vor lauter Spannung nicht schlafen kann...)

Die Geschichte ist absolut genial geschrieben, wobei ich finde, dass Anja nicht wie eine End-Dreißigerin zu Beginn des Buches rüberkommt, sondern eher wie eine 50jährige "Fräulein"-Lehrerin. ;) Fast ein wenig spießig, eine absolut graue Maus, kaum aktiv, wie man es von ihrem doch eher jungen Alter eventuell erwarten würde, gerade als Single. Zu Beginn erwartet man vielleicht manches im Buch etwas anders, wobei ich das recht gut finde, dass die Dinge sich erst mit der Zeit entwickeln bzw. man hier nichts großartig vorhersehen kann, sondern wirklich mehrmals im Buch überrascht wird. Was ich auch immer wieder interessant finde: Wie Ingrid Noll Gedichte passend ins Buch einbaut. Klasse!

Die Geschichte ist eine Art Krimi, sie ist sehr spannend, es geht auch schon mal um Leben und Tod, sie ist aber kein Krimi im üblichen Sinne, wie ich finde. Aber eben ein typischer Ingrid-Noll-Krimi.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, es war durchaus spannend und sehr lesenswert, ich kann es wirklich nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Kotzen: Drei Klavierfinger gleichzeitig in die Kehle stecken.

Kotzt du noch oder lebst du schon?
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Diana ist gerade mal 14 Jahre alt als sie beginnt zu kotzen. Nach einem festlichen Abend, bei dem mal wieder das Wort "dick" fällt, beschließt sie, ihr Essen immer wieder zu erbrechen, damit sie nicht ...

Diana ist gerade mal 14 Jahre alt als sie beginnt zu kotzen. Nach einem festlichen Abend, bei dem mal wieder das Wort "dick" fällt, beschließt sie, ihr Essen immer wieder zu erbrechen, damit sie nicht zunimmt. Im Buch beschreibt sie ihr Leben mit dieser Krankheit, die sie lange nicht loslassen kann.

Ja, ich war durchaus gespannt auf dieses Buch. Es hat mich auch gleich recht schnell in seinen Bann gezogen, denn der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Worte sind durchaus gezielt gewählt, es ist aber auch einfach so geschrieben, dass man lesen, lesen, lesen möchte, ich kanns nicht anders beschreiben. Es sind nicht unbedingt großartige Fremdwörter enthalten, was jedoch gar nicht unbedingt passen würde, die Sprache würde ich aber dennoch nicht als "einfach" bezeichnen. Ein wirklich toller Schreibstil, anders kann ich es nicht sagen!

Entsprechend schnell wollte ich das Buch lesen, wollte die Geschichte von Diana kennen, die im Buch mit der Zeit immer wieder mit "Mia" spricht. (Bulimie - Syn. Bulimarexie oder Bulimia nervosa) - daher kommt "Mia". Mia gibt Anweisungen, dass sie nun doch endlich wieder kotzen soll, dass sie zu dick sei, hässlich sei, all solche Dinge. Später kommt noch das Ego hinzu, das ihr jedoch eine Zeit lang erst einmal ein wenig Gut tat. Zu Beginn fand ich es komisch, dass sich Mia und Ego immer wieder in ihr Leben einmischen, aber nun gut, ich selbst bin davon nicht betroffen und kann auch in keinen Betroffen hinein schauen, ob es wirklich so ist. (Ich hatte aber bereits bei Lilly Lindner's "Splitterfasernackt" davon gelesen, dass man im Unterbewusstsein wohl mit "Mia" spricht bzw. Anweisungen erhält...)

An sich hat mir das Buch gut gefallen, Diana Fey schildert ihre Geschichte sehr nachvollziehbar, man merkt immer wieder, wie sie die vermeintlich falschen Freunde findet, was natürlich sehr schade ist. Es war auch interessant über ihren beruflichen Werdegang zu lesen, wie sie welche Arbeitsstelle bekam bzw. welche Männer sie in ihrem Leben so kennengelernt hat bzw. geliebt hat. (bzw. liebt.) Was ich ein wenig komisch fand war ein relativ schneller Sinneswandel (ich mag hier nicht großartig mehr verraten) und die damit dann doch verbundene Konsequenz, wenngleich ihr es wohl schwer fiel. Ich gönne und wünsche es jedem Menschen, von schlechten Dingen wegzukommen, kann es mir aber selbst nicht vorstellen, dass dies dann "so schnell" geht. Aber gut - dies sei nur mal als mein persönliches Empfinden soweit angemerkt.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, die Geschichte der Bulimie von Diana Fey berührt durchaus, ist auch wirklich gut zu Lesen. Von mir gibts für dieses ehrliche Buch 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Hausarzt von Mördern, Totschlägern, Vergewaltigern, Erpressern...

Knast
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Im Buch schilder Joe Bausch seine über fünfundzwanzigjährige Arbeit als Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. (Westfalen) Die Häftlinge vertrauen ihm, erzählen von ihren dunklen Seiten, lassen ...

Im Buch schilder Joe Bausch seine über fünfundzwanzigjährige Arbeit als Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. (Westfalen) Die Häftlinge vertrauen ihm, erzählen von ihren dunklen Seiten, lassen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. So bekommt er die verschiedensten Konflikte und Tragödien hautnah mit, ein Mann in U-Haft hat Angst um seine schwangere Frau, er legt bei Joe Bausch seine Lebensbeichte ab und erhängt sich später. Auch gibt er viele Denkanstöße im Buch, wie Häftlinge besser resozialisiert werden können und manche Verbrechen verhindert werden können.

Ich hab mich wirklich richtig gefreut, als ich dieses Buch endlich in den Händen hielt. :) Nachdem ich die vorherige Lektüre abgeschlossen hatte, hab ich mich gleich dran gemacht, dieses Buch zu lesen. Und ich muss schon vorab sagen: Das Buch hält, was ich mir davon versprochen hatte.

Joe Bausch gibt einen wunderbaren Einblick in seinen Berufsalltag in der Justizvollzugsanstalt, kurz JVA. Das Buch ist so aufgebaut, dass zum einen der Knast "erklärt" wird, wie es dort so abläuft, welche Verbrecher so einsitzen, wie es sich mit der Angst dort verhält - und mit dem Tod. Er schildert grundsätzlich den Ablauf im Knast und durchaus speziell seinen als Gefängnisarzt, und das auf ziemlich spannende, dennoch aber sehr informative Art und Weise.

Auch die Sprache des Buches ist wirklich gut nachvollziehbar bzw. nicht zu kompliziert, wie ich finde. Natürlich gibt es durchaus mal (medizinische) Fachbegriffe, diese werden aber auch erklärt, so dass niemand dumm aus der Wäsche guckt. Was mir sehr sympathisch ist, ist die Art und Weise wie er mit der Sprache umgeht, die ich teilweise als durchaus sehr locker und flappsig, was auf keinen Fall abwertend gemeint ist! - bezeichnen würde. Er erklärt auch Knastjargons, wie beispielsweise "eine Lampe bauen", "mit dem Arsch zur Wand", "Kanisterköpfe", etc. Die teilweise doch heftigen Verbrechensfälle die geschildert werden, macht die weitere Sprache dann wieder amüsanter, angenehm zu lesen.

Was vielleicht noch erwähnt werden sollte: Der Autor hat seine Erfahrungen so verfremdet, dass sie niemandem direkt zuzuordnen sind, "die geschilderten Fälle beschreiben also keine lebenden oder toten Personen, haben sich nicht zugetragen, hätten sich aber so wie beschrieben zutragen können." (" " - Hinweis zu Beginn des Buches)

Ich fand es unheimlich interessant und zugleich spannend hier einmal einen Einblick in den Alltag einer JVA zu haben, es war lesetechnisch ein absoluter Genuss, hat sich gut und schnell lesen lassen, ich wurde gut unterhalten und auch informiert.

Entsprechend vergebe ich hier 5 von 5 Sternen und spreche natürlich eine Empfehlung aus.