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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2020

Schwierig und konturenlos

LITTLE LIES – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
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Leah Stevens, gescheiterte Journalistin aus Boston, versteckt sich in der Wildnis von West Pennsylvania. Zusammen mit einer alten Collegefreundin lebt sie in einem alten Haus außerhalb eines Städtchens ...

Leah Stevens, gescheiterte Journalistin aus Boston, versteckt sich in der Wildnis von West Pennsylvania. Zusammen mit einer alten Collegefreundin lebt sie in einem alten Haus außerhalb eines Städtchens am Waldrand.

Ihr journalistischer Jagdinstinkt wird erweckt, als in unmittelbarer Nachbarschaft eine ihr ähnlich sehende junge Frau überfallen und schwer verletzt wird.

Als auch noch ihre Mitbewohnerin Emmy spurlos verschwindet, nährt sich ihr Verdacht, mit dem Verbrechen in irgendeiner Verbindung zu stehen.


Ein Thriller, nein, ein Thriller ist das eigentlich nicht. Vielleicht entwickelt es sich im letzten Drittel in Richtung Thriller. Bis dahin scheint es sich um eine Geschichte des Scheiterns zu handeln. Leah ist in ihrem Beruf, ihrer Berufung wie sie es sieht, gescheitert und hat enorme Schwierigkeiten sich in ihrem neuen Beruf, als Lehrerin, und in ihr neues Leben zu etablieren.

Wir erfahren erst relativ spät, woran Leah in ihrem Beruf gescheitert ist und gleichzeitig, dass ihr jegliche Einsicht fehlt. Sie fühlt sich verkannt und missverstanden und kämpft jeden Tag aufs Neue um Anerkennung.

Das macht sie nicht gerade sympathisch.

Es fiel mir schwer überhaupt einen Charakter aus diesem Buch sympathisch zu finden oder eine emotionale Beziehung aufzubauen. Sie waren schwer zu fassen. Außerdem erscheint mir die Geschichte der Emmy konstruiert und nicht nachvollziehbar.

Ich habe mir einfach mehr versprochen von diesem hoch gelobten Buch.

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Ungewöhnlich düster und unmenschlich

Unter der Erde
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Auf Einladung seines Großvaters zu dessen 90. Geburtstags macht sich Elias Haack, bekannter Science-Fiction Autor, auf eine Reise in die eigene Vergangenheit. Kurz vor dem Ziel verliert er die Kontrolle ...

Auf Einladung seines Großvaters zu dessen 90. Geburtstags macht sich Elias Haack, bekannter Science-Fiction Autor, auf eine Reise in die eigene Vergangenheit. Kurz vor dem Ziel verliert er die Kontrolle über sein Auto, landet im Graben und muss wegen seines kaputten Autos mindestens eine Nacht im Haus seines Großvaters verbringen, bei einem Großvater, den er kaum kennt und der sein Leben in diesem Dorf verbracht hat. Das Dorf wirkt verlassen, fast wie ausgestorben, was nicht verwunderlich ist, da es dem Braunkohleabbau weichen muss.
Eine seltsame düstere Stimmung liegt über dem Dorf, obwohl sich Hilfe von jedem einzelnen Einwohner aufdrängt.


Ich kann gut brutale und blutige Thriller aushalten, aber mit diesem Buch hat mich Herr Ludwig doch ziemlich geschockt. Die „Zorn und Schröder“ Bücher, die ich alle gelesen habe, waren voller Ironie, kauziger Dialoge und auch brutaler Verbrechen. Als Leser war man angespannt, manchmal amüsiert und konnte auch schon mal mithalten mit Schröders Gedankengängen.

Hier war die Stimmung ständig düster und aussichtslos. Anfänglich nur in den Rückblenden wurden unmenschliche und gefühllose Gewalttaten geschildert, die dann in der Gegenwart weitergeführt wurden.
Elias wird von Anfang an manipuliert, beobachtet und überwacht. Zu welchem Zweck erschloss sich mir nicht einmal am Ende des Buches.

Eine verrückte Geschichte, die reichlich konstruiert wirkt, wird über drei Zeitebenen erzählt und entwickelt sich in eine immer absurder werdende Geschichte. Man kann sich als Leser an keine der Figuren festhalten bzw. keine Figur sympathisch finden. Elias wirkt unglücklich und unsympathisch. Die gesamte Dorfbevölkerung wirkt geistig krank, emotionslos und gewalttätig.

Ich hoffe, dass „Unter der Erde“ nicht der Beginn einer neuen Serie ist, denn ………….Zorn und Schröder sind einfach unterhaltsamer und spannender.

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Veröffentlicht am 09.02.2019

Es ist genug

Jetzt gehörst du mir (Ein Marina-Esposito-Thriller 8)
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Die Frau, die sich Fiona Welch nannte, treibt wieder ihr Unwesen. Mit drei Morden, inszeniert als Selbstmord durch Erhängen, versucht sie Phil Brennan in eine Falle zu locken. Die getöteten Männer sehen ...

Die Frau, die sich Fiona Welch nannte, treibt wieder ihr Unwesen. Mit drei Morden, inszeniert als Selbstmord durch Erhängen, versucht sie Phil Brennan in eine Falle zu locken. Die getöteten Männer sehen alle Phil Brennan ähnlich und tragen die Tarock-Karte des Erhängten bei sich, jeweils mit Brennans Namen beschriftet. Ihm und seiner Frau Marina Esposito ist klar, dass er sich dieser Herausforderung stellen muss.

Dies ist das zweite Buch der Brennan/Esposito-Serie, das ich gelesen habe, und sicher auch das letzte. Von den Lesern dieser Serie wird viel erwartet. Sie müssen jedes Verbrechen, das in den acht Bänden begangen wurde im Gedächtnis haben und vor allem welcher Ermittler davon betroffen wurde.
Alle Ermittler, Zeugen und Beteiligte dieses letzten Bandes haben eine ereignisreiche Vorgeschichte. Einige Vorgeschichten werden in diesem Band erzählt, aber vieles wird nur angedeutet, weil es aus den ersten sieben Bänden bekannt sein müsste. Für jemanden, der nur ein Buch der Serie vorher gelesen hat, ist es ziemlich schwierig der Handlung und der Verletztheit einiger Akteure zu folgen.
Für mich war es auch einfach „too much“, dass jeden, wirklich jeden Ermittler ein Trauma erdrückt und er deshalb nur so handeln kann, dass ich es oft nicht nachvollziehen konnte.
Ganz kirre hat mich gleich zu Anfang gemacht, dass der Agent, der Phil Brennan aus Sicherheitsgründen persönlich abholen sollte, ihn angeblich aber nicht abholte, weil sein Wagen nicht ansprang, zum Leiter der Ermittlungen eingesetzt wurde. Diese Unlogik hat mich die ersten 250 Seiten beschäftigt und gegen diesen Thriller eingenommen. Auch das ein leitender Detective die Suche nach einem entführten Kollegen verschleppen kann und dann auch noch Zeugen und Kollegen ermordet. Das scheint mir doch sehr weit hergeholt und unglaubwürdig.
Ich gebe zu, dass Thriller nicht immer logisch und glaubwürdig sein müssen, sondern spannend und fesselnd.
Der Thriller hat mich auch zeitweise gefesselt, aber nicht zufrieden gestellt.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Hochgelobt, aber nicht meins

Lázár
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In nahezu poetischem Schreibstil wird anhand der Familiengeschichte des Barons Lázár der Untergang der Habsburgerreichs erzählt.
Mit der Geburt Lajos von Lázár endet das alte Leben der Barone Lázár im ...

In nahezu poetischem Schreibstil wird anhand der Familiengeschichte des Barons Lázár der Untergang der Habsburgerreichs erzählt.
Mit der Geburt Lajos von Lázár endet das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn. Der Nationalsozialismus, von Deutschland überschwappend, und der zweite Weltkrieg vertreiben und verfolgen nicht nur die jüdische Bevölkerung, sondern auch den Adel von seinen Gütern. Die Söhne und Enkel dieser Generation müssen lernen mit der neuen Situation fertig zu werden.

Der vermeintliche poetische Schreibstil hat mir sehr zu Schaffen gemacht.
Im Laufe des Romans erhielt ich immer mehr den Eindruck, dass der männliche Nachwuchs der Barone psychisch sehr labil ist. Sie lebten größtenteils in ihrer eigenen instabilen Welt. Sie konnten mit dem enormen politischen Umbruch nicht umgehen und wurden von den Veränderungen überrascht.
Für mich unverständlich war, dass das gestörte Liebewerben und Liebesleben genauer geschildert wurden als das geschichtliche Umfeld und die beträchtlichen Umwälzungen.
Es tut mir leid, aber das Buch hat mich weder fesseln können, noch hat es mich in irgendeiner Weise berührt.
Schade.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Absolut nicht mein Ding

Intermezzo
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Zwei Brüder Peter und Iwan, die ungleicher kaum sein können, versuchen jeder auf seine Art den Tod des geliebten Vaters zu verarbeiten. Peter, der charismatische, aber desillusionierte Menschenrechtsanwalt, ...

Zwei Brüder Peter und Iwan, die ungleicher kaum sein können, versuchen jeder auf seine Art den Tod des geliebten Vaters zu verarbeiten. Peter, der charismatische, aber desillusionierte Menschenrechtsanwalt, verliert seinen Halt, trinkt immer mehr und pendelt zwischen seiner Partnerin Naomi, eine junge Studentin und seiner ersten Liebe Sylvia hin und her.
Iwan, der ersthafte und introvertierte Schachspieler, lernt nach einem anstrengenden Simultan-Schachturnier die frisch geschiedenen Margeret kennen. Trotz des großen Altersunterschied verlieben sich die Beiden ineinander, aber zumindest Margret traut dieser Liebe nicht wegen des Altersunterschieds.
Beide Brüder treiben zwischen Liebe, Hass, Reue und der Suche nach dem Sinn des Lebens hin und her.

Ich habe mich wirklich bemüht. Nach dem ersten Schock über die ellenlangen, atemlosen Sätze habe ich mich durchgekämpft bis etwa zur Mitte des Romans. Dann habe ich aufgegeben.
Diese endlosen Sätze, manchmal vollkommen zusammenhangslos aneinandergereiht, haben mich teilweise überfordert und vor allem ermüdet. Die Geschichte fand ich sehr interessant. Die ungleichen Brüder, die auch mit dem Tod des Vaters verschieden umgehen, das erhoffte wieder Zusammenwachsen der Beiden, haben mich vom Klappentext her neugierig gemacht.
Ich hatte vorher kein Buch von Sally Rooney gelesen, was mich unvorbereitet in dieses Buch getrieben hat. Leider

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