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Veröffentlicht am 05.01.2017

Die Bühne aus Leidenschaft, das Fernsehen aus Geldnot.

Mister Mädchen für alles
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Alex Hill ist eine Karrierefrau, die hart arbeitet. Als ihre Mutter plötzlich krank wird und bei ihr einzieht, wird ihr das alles zuviel. Also sucht sie mit ihrer Freundin Saff nach einem Mädchen für alles ...

Alex Hill ist eine Karrierefrau, die hart arbeitet. Als ihre Mutter plötzlich krank wird und bei ihr einzieht, wird ihr das alles zuviel. Also sucht sie mit ihrer Freundin Saff nach einem Mädchen für alles - jemand, der sich um ihren Haushalt kümmert und die Mutter versorgt. Allerdings stellt sich dann heraus, dass nicht die eingestellte Ella den Haushalt erledigt, sondern ihr Bruder Frankie. Diese Täuschung will Alex jedoch schnell bestrafen und so entlässt sie ihren Hausmann... was jedoch einfacher gesagt als getan ist...

Ja, ich war durchaus gespannt auf diesen Roman. Einfach mal wieder "Frauenliteratur" lesen, etwas unterhaltsames, locker, leicht, entspanntes. Und genau so war es dann auch. Die Sprache des Buches ist nicht großartig kompliziert, alles gut nachvollziehbar, maximal bei der Karriere ist es vielleicht so, dass manchmal arbeitstypische Begriffe fallen, wobei ich das auch nicht sonderlich schlimm und schwierig fand.

Mir hat das Buch von der Geschichte her ganz gut gefallen, es war auch größtenteils gut und flüssig geschrieben, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass es etwas flotter im Buch voran geht, aber dann kommt manches eben wie erwartet... Manche Szenen sind genau so wie man sie sich schon denken konnte, nun ja. In dieser Hinsicht ist das Buch eben durchaus auch recht leicht zu durchschauen, zumindest ging es mir so... Das, was ich erwartet habe, traf dann eben auch ein... Insofern hätte ich mir gewünscht, dass etwas mehr Abwechslung im Buch auftaucht. (Wobei das Buch schon nicht langweilig geschrieben ist und auch genug Dinge passieren...)

Die Geschichte an sich war gut nachvollziehbar und hatte durchaus auch romantische Züge, ein kleines Extra wäre es noch gewesen, wenn vielleicht auch Rezepte wie sie im Buch geschildert sind noch hinten aufgetaucht wären - also als Anleitung. ;) Aber gut, das ist kein Muss für mich.

Alles in allem ein amüsantes, wirklich gut unterhaltendes Buch, das mir recht gut gefallen hat, sprachlich gut nachvollziehbar war, wobei die Geschichte aber leider oft eher durchschaubar war. Von mir gibts dafür 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 05.01.2017

Badewanne. Abtauchen. Entspannen.

In der Badewanne
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Ulrike Reimer, Ende Fünfzig, Journalistin, Single, leidenschaftliche Wannenbaderin. Und dann das – sie rutscht in der Badewanne beim heißgeliebten Baden aus und kommt nicht mehr aus der Wanne heraus. Nun ...

Ulrike Reimer, Ende Fünfzig, Journalistin, Single, leidenschaftliche Wannenbaderin. Und dann das – sie rutscht in der Badewanne beim heißgeliebten Baden aus und kommt nicht mehr aus der Wanne heraus. Nun wartet sie auf Rettung durch ihre Putzfrau – während ihr Leben an ihr vorbei zieht, sie viele Erlebnisse Revue passieren lässt.

Allein der Titel des Buches hat mich direkt angesprochen, bade ich doch auch so gerne. Ich liebe es, gerade in der kälteren Jahreszeit, mich abends mal in die Badewanne zu legen, ein gutes Buch dabei, gelegentlich auch mal ein Glas Wein, einfach die Ruhe, die Wärme genießen. Entsprechend hat mich das Buch wohl so angesprochen und ich war wirklich gespannt auf die genauere Geschichte, die sich dahinter verbirgt.

Der Schreibstil des Buches gefällt mir gut, es ist verständlich geschrieben, eine angenehme Sprache, auf keinen Fall eine lapidare Sprache, sondern durchaus gepflegt. Ich würde mal sagen man merkt hier einfach, dass die Autorin Erfahrung hat im Schreiben, sie schreibt – so empfinde ich es eben einfach – anders als jüngere Autorinnen. Mir hat dieser Stil gut gefallen, es lässt sich gut lesen, ist aber auch inhaltlich durchaus anspruchsvoll. Sowas mag ich durchaus gerne. Auch die Art und Weise wie sie all die Dinge und Ereignisse, die sie so schon erlebt hat, noch einmal durch denkt, sich an all das erinnert.

Das hat mir wirklich gut gefallen an der Geschichte. Ebenso dieser Wechsel von Bisherigem zum Aktuellen, der Tatsache ja, dass sie quasi in der Badewanne „gefangen“ ist und auf Rettung durch ihre Putzfrau wartet. Diese Abwechslung fand ich sehr gelungen, genauso wie die Art und Weise, wie sie erzählt und schildert. Es ist eine angenehme Art der Lektüre, eine schöne Mischung aus Spannung und Mitfühlen, vielleicht wird man dadurch ja selbst angeregt einmal mehr über Erlebtes nachzudenken. Teilweise war mir die Schilderung in der Badewanne dann aber leider doch zu arg, so driftet sie immer wieder sehr ab, malt sich die dunkelsten Gedanken aus – das war etwas, was mir nicht so arg gefallen hat. Ich bin ein Freund von kurzen, klaren Ansagen, das war mir hier dann ein wenig zu abstrus. (Vielleicht ist es so, wenn man so lange in der Wanne liegt, dass man dann so gedanklich abdriftet, „Wahnvorstellungen“ hat, etc., aber für mich war das irgendwie nervig…)

Ich kann diesem Buch hier 4 von 5 Sternen geben, ich wurde gut unterhalten, es war mal eine Lektüre der anderen Art, die mir im Großen und Ganzen wirklich gut gefallen hat und die ich empfehlen kann.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Paula und Karton. Kain Prrobläm, oder?

Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen
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Paulas russische Schwiegermutter Darya ist etwas eigenwillig in ihren Ansichten. So lebt sie seit über 10 Jahren in Deutschland, spricht aber nicht wirklich deutsch. Die Versuche von Paula, sie zu überzeugen, ...

Paulas russische Schwiegermutter Darya ist etwas eigenwillig in ihren Ansichten. So lebt sie seit über 10 Jahren in Deutschland, spricht aber nicht wirklich deutsch. Die Versuche von Paula, sie zu überzeugen, dass der Neufundländer nicht auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf beerdigt werden darf, sind hoffnungslos. Wäre nicht der wunderbare Sohn Artjom, so hätte Paula wohl längst die Flucht ergriffen bei den ungewöhnlichen Angewohnheiten der russischen Familie...

Ja, irgendwie hat mich das nette Cover mit der Matrjoschka (=aus Holz gefertigte, ineinander stapelbare, bunte, eiförmige russische Puppe) und dem interessanten Titel angesprochen. Es gibt ja nun doch schon einige Bücher in denen über die angeheirateten Verwandten aus anderen Ländern berichtet wurde, welche Eigenheiten hier so mit in die Ehe etc. gebracht wurden. So auch in diesem Fall. Denn die Kennenlerngeschichte von Paula und Artjom ist doch eher etwas außergewöhnlich, wie man im Buch lesen kann. Und mit Artjom heiratet sie nun auch die russische Familie, so sind seine Eltern, Darya und Rostislav im Gesamtpaket mit enthalten, vor allem Darya will das Hochzeitskleid mit aussuchen, hat dabei aber gänzlich andere Vorstellungen als Paula.

Generell fand ich diese Ausführungen soweit plausibel, andererseits hat mich die Schilderung auch ein wenig aufgeregt, auch wenn es nur ein Buch ist. Darya ist sei über zehn Jahren in Deutschland, spricht aber quasi kein Wort deutsch, versteht es aber wohl. Für mich ist das was, was ich nicht nachvollziehen kann bzw. was ich einfach in gewisser Weise auch unverschämt finde. Aber gut... es ist ja wohl "nur" ein Buch... aber wie man ja bei der Autorin lesen kann, hat sie auch solche Erfahrungen gemacht...
Generell waren die Einblicke in die russische Familie interessant, manches hatte ich auch schon gehört, manches war mir bislang noch unbekannt, sicher ist auch diese Familie nicht für alle repräsentativ.

Vom Schreibstil her war alles gut nachvollziehbar, kaum komplizierte Wörter, keine großartig verschachtelten Sätze, amüsant zu lesen soweit. Was ich nicht so schön fand, war die Tatsache, dass teilweise russische Begriffe auftauchen, die auch im Anhang im "kleinen russischen Wörterbuch für Anfänger" nicht aufgeführt sind. Beispielsweise ist da "Deduschka" - was wohl der Großvater ist, wie sich mir aus dem Zusammenhang zwar erschlossen hat, aber ja nicht wirklich Grundwissen ist... nun ja, das fand ich nicht so gut... ansonsten war die Geschichte durchaus nachvollziehbar, an manchen Stellen hoffentlich übertrieben dargestellt (wobei... :-o ), ich wurde gut unterhalten. Von daher vergebe ich hier 4 von 5 Sternen, einen Stern ziehe ich für die fehlenden Erklärungen und manche übertrieben dargestellte Szenen ab, spreche aber dennoch eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Eine wahre Geschichte.

Meine kleine Cityfarm
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Novella Carpenter wohnt in Oakland. Nicht mitten in der Stadt, sondern wohl eher am Stadtrand, dort wo schon ab und an mal ein Drogensüchtiger sich eine Spritze setzt, auf dem Highway Schießereien stattfinden, ...

Novella Carpenter wohnt in Oakland. Nicht mitten in der Stadt, sondern wohl eher am Stadtrand, dort wo schon ab und an mal ein Drogensüchtiger sich eine Spritze setzt, auf dem Highway Schießereien stattfinden, nun ja. Hinter dem Haus, in dem sie mit Freund Bill in einer Wohnung mit Terrasse wohnt, befindet sich ein unbebautes Grundstück, dass sie kurzerhand zum Gärtnern nutzt. Mit der Zeit wachsen nicht nur Tomaten und Kohlköpfe, Novella legt sich auch Enten, Hühner, Gänse, Truthähne und Kanninchen zu... Das war noch nicht alles...

Ich hatte irgendwann schon mal von diesem Buch gelesen - die Geschichte, am Rande einer Großstadt mehr als nur zu Gärtnern klang einfach zu interessant, zumal ich ja auch recht Gartenbegeistert bin. Anfangs konnte mich Novella noch nicht so wirklich in ihren Bann ziehen, die Geschichte plätschert erst so vor sich dahin, hat durchaus Längen.

Mit der Zeit jedoch war ich regelrecht gefesselt, wollte wissen, wie es weitergeht - schließlich zieht Novella die Truthähne nicht zur Dekoration auf... sondern um sie nach einiger Zeit zu Schlachten und zum Essen zuzubereiten. Auch das gehört meiner Ansicht nach zum Leben dazu und sie schilderte dies im Buch kurz, natürlich und nicht übertrieben oder gar blutrünstig. An manchen Stellen konnte ich mit der Autorin regelrecht mitfühlen, ihre Wassermelonen gingen nicht gut auf, lediglich eine Pflanze schaffte es, trug schließlich eine einzige Frucht. Als sie diese dann ernten wollte, war sie weg. Wohl von jemandem aus der Nachbarschaft geklaut... (Ansonsten dürfen ihre Nachbarn schon gerne mal was ernten.)

Auch ihr Experiment, sich einen Monat lang nur aus ihrem eigenen Garten zu ernähren, war eine spannende Phase im Buch.

Wer gerne gärtnert und noch ein bißel mehr darüber hinaus ein Verständnis für die Natur hat, dem lege ich dieses Buch ans Herz. Man muss sich dafür schon auch ein bißchen begeistern können. Natürlich sind manche Sachen auch ein großes Experiment - möglicherweise kann ihr Buch hier als Vorlage dienen, dies selbst mal auszuprobieren. Warum auch nicht? Ich habe mich - nach anfänglichen Schwierigkeiten - hier gut aufgehoben gefühlt, was ich lediglich etwas schade finde ist die Tatsache, dass hier Fachbücher aus Amerika aufgeführt werden. Das ist ja grundsätzlich logisch, jedoch wäre hier ab und an eine Übersetzung ins Deutsche angebracht. (Man findet übrigens ein Fachbuchverzeichnis ganz hinten im Buch.)

Ansonsten kann ich das Buch empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Du bist wie die Welle, die niemals nachlässt in ihrer Kraft und Tiefe

Madame Picasso
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Im Jahr 1911 kommt die junge Eva nach Paris um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Geflüchtet von zuhause, von den Eltern, aus einem kleinen französischen Ort, wo sie verheiratet werden sollte. Im schillernden ...

Im Jahr 1911 kommt die junge Eva nach Paris um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Geflüchtet von zuhause, von den Eltern, aus einem kleinen französischen Ort, wo sie verheiratet werden sollte. Im schillernden Paris lernt sie zufällig den jungen, aufstrebenden Künstler Pablo Picasso kennen und verliebt sich in diesen Ausnahmekünstler. Er ist zwar noch in einer Partnerschaft, jedoch ist er nicht sonderlich glücklich, zumal er die Gefühle von Eva erwidert. Schließlich wird Eva Picassos Muse...

Auf die Geschichte war ich gerade auch deshalb gespannt, weil ich außer manchen Kunstwerken von Picasso über ihn selbst noch recht wenig wusste. Entsprechend fand ich es toll, hier ein wenig mehr über ihn als Mensch zu erfahren, wie er gelebt hat, etc. Vom Schreibstil her hat mir das Buch recht gut gefallen, es ist alles soweit meist gut nachvollziehbar, kein großartig schwieriger Satzbau, gelegentlich mal Fachbegriffe wie beispielsweise den des "Kubismus" (den man ja auch nicht unbedingt aus dem Stegreif drauf hat. Sprachlich also generell wirklich schön geschrieben, wären da nicht die verwendeten Fremdsprachen: Französisch und Spanisch. Ich mag andere Sprachen gerne, aber diese dann im Buch immer wieder zu bringen, meist nur als kurze Sätze, Anreden, Aussprachen, etc. - das war für mich unheimlich schwer. Spanisch kann ich mir gelegentlich noch erklären weil ich hier Kenntnisse habe, Französisch verstehe ich "Mon amour" auch noch, aber dann hört es auf. Hier war ich wirklich enttäuscht bzw. auch aufgeschmissen - man möchte ja das Buch lesen, nicht ständig etwas nachschlagen müssen oder im Buch anmarkieren, damit man es später noch nachlesen kann. Hier wäre ein bis Dato nicht vorhandenes Register hinten im Buch sehr hilfreich gewesen - vielleicht indem man diese kurzen Sätze bzw. Aussagen aufführt und übersetzt - ggf. noch mit dem Hinweis welcher Sprache es entspricht. (Mitunter sind sich auch französisch und spanisch gelegentlich zum Verwechseln ähnlich.)

Diese sprachliche Geschichte hat meinen Lesegenuss etwas betrübt, es hat mich schon geärgert, wenn ich dann unterwegs spontan Freunde gefragt habe bzw. ggf. eben online die Bedeutung nachgeschlagen habe - so lange bis ich es einfach sein hab lassen.

Ansonsten hat mir die Geschichte an sich sehr gut gefallen. Es tauchen immer wieder Weggefährten von Pablo Picasso auf, über die ich mich nun im Nachhinein auch noch einmal schlau machen werde, da es mich einfach auch interessiert, was man über diese Personen noch erfahren kann. Die Geschichte um Eva und Picasso ist wohl wahr, laut der Autorin ist darüber nicht allzuviel bekannt, wie sie im Buch zum Schluß auch erklärt, entsprechend musste sie viel Recherche betreiben. Diese wahre Lebensgeschichte hat mir ziemlich gut gefallen, wobei es natürlich Anfang des 20. Jahrhunderts nicht immer nur alles gut war, sondern die Menschen auch von verschiedenen Unglücken (Titanic, 1. Weltkrieg) überrascht wurden.

Was im Buch auch recht schön gemacht ist ist die Umschlagsgestaltung - vor allem auch innen. Hier findet man vorne im Buch eine Übersichtskarte von Paris, so kann man bei den beschriebenen Straßen und Plätzen die Wege auch noch nachvollziehen, wenn man das gerne mag.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, ich habe einiges über Pablo Picasso und seine große Liebe Eva erfahren, über die damalige Zeit, seine künstlerischen Weggefährten, Freunde in der damaligen Zeit. Außerdem wurde ich beim Lesen gut unterhalten, das Buch ist durchaus sehr schön geschrieben, je nach Vorkommnissen auch spannend, durchaus emotional, eben wirklich lesenswert.
Gestört hat mich diese sprachliche Sache, für Menschen, die weder französisch noch spanisch sprechen ist es durchaus schwer hier manche Aussagen nachzuvollziehen, was ich schade finde.
Deshalb ziehe ich hier einen Stern ab, vergebe 4 von 5 Sternen und spreche eine Leseempfehlung aus.