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Veröffentlicht am 10.05.2020

Turmschatten

Turmschatten
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In einem alten Turm lebt Ephraim Zamir, ein alter jüdischer Mann, gemeinsam mit seiner Haushälterin. Eines Tages brechen Neonazis bei Zamir ein. Zamir kann die drei Männer überwältigen und nimmt sie als ...

In einem alten Turm lebt Ephraim Zamir, ein alter jüdischer Mann, gemeinsam mit seiner Haushälterin. Eines Tages brechen Neonazis bei Zamir ein. Zamir kann die drei Männer überwältigen und nimmt sie als Geiseln gefangen. Zamir ruft die Öffentlichkeit zu einem Voting über Leben und Tod der Geiseln auf. Ein Fernsehsender wittert den größten Quotenhit aller Zeiten und zeigt den Voting-Stream. Zusätzlich berichtet er über den Polizeieinsatz. Auch dieser wird nicht so laufen wie geplant.

Gleich vorweg: „Turmschatten“ gehört bereits jetzt zu meinen Lesehighlights des Jahres. Dieses Buch bietet alles, was ein Thriller für mich haben muss, und noch vieles darüber hinaus. Autor Peter Grandl hat alle Figuren sehr gut ausgearbeitet. Die Charaktere sind unterschiedlich, und egal, welche persönliche Einstellung der Leser hat, er schafft es, sich auf die jeweilige Weltanschauung der einzelnen Protagonisten einzulassen.

Eine Einteilung in „Gut“ oder „Schlecht“ ist bei keiner Figur möglich, denn jede bewegt sich in einem Graubereich. Der gute Schreibstil und die hohe Spannung lassen die Geschichte nur so dahin fliegen. Bei mir wurde ein seht gutes Kopfkino ausgelöst, fast so, als hätte ich einen Film gesehen. Peter Grandl findet genau die richtigen Worte an der richtigen Stelle.

Es ist ein Thriller, der nahezu zeitlos ist und den Leser in verschiedene Welten mitnimmt. Die Geschichte ist voller Wendungen, die die Geschehnisse immer wieder im neuen Licht erscheinen lassen. Am Ende bleibt es dem Leser selbst überlassen, welches Fazit er nach dem Lesen zieht.

„Turmschatten“ ist nah an der Realität und liefert auch Hintergrundinformationen für Leser, die sich nicht mit der Vergangenheit befasst haben. Somit können auch diese sich gut in die Ereignisse hineinfühlen.

Das Buch regt zum Nachdenken an und wirkt noch lange nach. Wenn man das Ende kennt und weiß, wie sich alles entwickeln wird, dürfte das erneute Lesen mit Sicherheit versteckte Hinweise auf das kommende Geschehen liefern. Dieser Thriller ist vielschichtig und sehr gelungen.

Ich danke Autor Peter Grandl und dem Verlag Das Neue Berlin für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 10.05.2020

Schattenherz

Schattenherz
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Die angeblich selbstmordgefährdete Malin kommt kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag in die Psychiatrie. Ihr Stiefvater sorgt dafür, dass sie als notorische Lügnerin angesehen wird. Außer dem Patienten ...

Die angeblich selbstmordgefährdete Malin kommt kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag in die Psychiatrie. Ihr Stiefvater sorgt dafür, dass sie als notorische Lügnerin angesehen wird. Außer dem Patienten Anatol glaubt das jeder, und niemand nimmt Malin ernst. Zusammen mit ihm kann Malin aus der Einrichtung fliehen. Durch Zufall hat sie erfahren, dass ihre Mutter nicht tot ist, sondern seit fünfzehn Jahren wegen Mordversuchs im Gefängnis sitzt. Als ihr Stiefvater von der Flucht erfährt, setzt er alles daran, Malin zu finden.

Autorin Ulrike Bliefert ist ein sehr guter Jugendthriller gelungen. Altersgerecht für die Zielgruppe sind die Figuren ausgearbeitet. Unnötige Abschweifungen oder Umschreibungen gibt es nicht, was die Spannung auch für den jungen Leser aufrecht erhält.

Ich wurde in die Geschichte regelrecht reingezogen. Der einfache Schreibstil ist passend, auch Malins Gedanken, die sie ihrem MP3-Player anvertraut. Als Leser sieht man die Charaktere förmlich vor Augen und fiebert mit. Allerdings musste ich mir an einigen Stellen in Erinnerung rufen, dass es sich um einen Thriller für Jugendliche handelt, und meine Ansprüche an einen Thriller entsprechend anpassen.

„Schattenherz“ nimmt seine jugendlichen Leser in die Welt der Thriller mit, und auch für Erwachsene ist es eine tolle Geschichte. Bei mir hat es für einige Stunden ein gutes Kopfkino gesorgt.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Tot bist du perfekt

Tot bist du perfekt
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Du erwachst in einem Krankenhaus, dein Mann Tim hat Tränen in seinen Augen. Erst denkst Du an einen schweren Unfall, doch dann heißt es, es wurde jahrelang daran gearbeitet, dass Tim seine perfekte Frau ...

Du erwachst in einem Krankenhaus, dein Mann Tim hat Tränen in seinen Augen. Erst denkst Du an einen schweren Unfall, doch dann heißt es, es wurde jahrelang daran gearbeitet, dass Tim seine perfekte Frau zurückbekommt.

Was sich seltsam anhört, wird dem Leser gleich zu Beginn erklärt. Denn „Du“ bist eine künstliche Intelligenz (KI). Der Thriller hat zwei Erzählebenen, welche gut voneinander zu trennen sind. Die erste ist, ich nenne sie jetzt einfach die „Du-Ebene“, denn der Leser scheint hier direkt angesprochen zu werden und wird dadurch förmlich selbst zu der KI. Das erschwert etwas das Lesen, da es ungewohnt ist. Daneben gibt es die „Dritte-Person-Ebene“. Hier erzählt eine unbekannte Person aus Abbies Leben und wie es sich entwickelte.

Durch diese beiden Ebenen begleitet der Leser sowohl die echte als auch die KI-Abbie auf ihrem Weg zu sich selbst und erhält einiges an Input, über das er selbst nachdenken kann. Was macht eine KI, die darauf programmiert ist, zu lernen und Emotionen zu haben? Welche Rechte hat sie, und wem gehört sie? Diese und weitere Fragen stellen sich während der gesamten spannenden Geschichte. Dabei gerät immer mehr in den Hintergrund, dass Abbie eine KI ist. Der Leser fiebert mit ihr mit.

Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet und haben mich emotional mitgenommen. Die Wendungen waren zahlreich, und einige überraschend. Auch nach Ende der Geschichte bleibt ein mulmiges Gefühl zurück, und man denkt über das Gelesene nach.

„Tot bist du perfekt“ ist zwar etwas anstrengend zu lesen auf der „Du-Ebene“, schaffte es aber trotzdem, ein wunderbares Kopfkino zu erzeugen.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Herz verloren – Hund gefunden – Zettel und ihre Geschichten

Herz verloren - Hund gefunden
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Jeder kennt sie. Sie hängen überall. Am Schwarzen Brett im Supermarkt, im Hausflur oder an der Straßenlaterne. Doch, wer oder was steckt hinter diesen Botschaften? Dieser Frage ist Autorin Frauke Lüpke-Narberhaus ...

Jeder kennt sie. Sie hängen überall. Am Schwarzen Brett im Supermarkt, im Hausflur oder an der Straßenlaterne. Doch, wer oder was steckt hinter diesen Botschaften? Dieser Frage ist Autorin Frauke Lüpke-Narberhaus nachgegangen.

Die Antworten finden die Leser in diesem Buch. Untergliedert in die Bereiche „Suche“, „Protest“, „Kunst“ und „Botschaft“. Neben Fotos von den Zetteln, welche durchaus auch für sich alleine stehen können, erhält der Leser mehr Informationen über deren Schreiber und die Hintergründe, warum dieser den Zettel geschrieben hat. Zwischendurch gibt es interessante Interviews mit Menschen, welche sich mit dem Thema befasst haben.

Dieses Buch macht einfach nur Spaß. Es ist gut geschrieben und liest sich schnell. Wobei man durch die vielen Fotos zum Glück auch wieder etwas „gebremst“ wird. Denn dieses Buch sollte man genießen und auf sich wirken lassen. „Herz verloren – Hund gefunden – Zettel und ihre Geschichten“ hat mich begeistert.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Kalte Haut

Kalte Haut
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Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlerteam bekommen es in Berlin mit einer Mordserie zu tun. Erste Hinweise deuten auf ein politisches Tatmotiv hin. Der soeben aus den USA zurückgekehrte Polizeipsychologe ...

Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlerteam bekommen es in Berlin mit einer Mordserie zu tun. Erste Hinweise deuten auf ein politisches Tatmotiv hin. Der soeben aus den USA zurückgekehrte Polizeipsychologe Dr. Babicz soll bei der Aufklärung helfen. In den USA hatte er es mit einem ähnlichen Serienmörder zu tun und konnte den Fall dort zügig aufklären.

Kommissarin Muth hat es nicht nur mit diesem Fall nicht einfach. Daneben gibt es auch noch einen privaten Nebenschauplatz, der zum Nachdenken anregt, der Hauptgeschichte aber keinen Raum nimmt.

Diese ist von Beginn an spannend, und, auch wenn der Leser anfängt, die Lösung zu erahnen, bleibt diese Spannung weiterhin bestehen. Die gut ausgearbeiteten Figuren erreichen den Leser emotional. Man fiebert förmlich mit. Ein guter Schreibstil unterstützt dies.

Autor Martin Krist ist eine sehr gute Geschichte gelungen, die mit wenigen, dafür aber geschickt platzierten Wendungen den Leser auch mal in die Irre führt.