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Veröffentlicht am 24.04.2020

Tolles Zeitzeugnis

Die Schule am Meer
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1925 wird auf Juist eine Schule gegründet. Engagierte Lehrer möchten dort Kinder nach refompädagogischen Aspekten unterrichten. Soweit die trockenen Fakten zu dieser Schule, die es wirklich gab. Sandra ...

1925 wird auf Juist eine Schule gegründet. Engagierte Lehrer möchten dort Kinder nach refompädagogischen Aspekten unterrichten. Soweit die trockenen Fakten zu dieser Schule, die es wirklich gab. Sandra Lüpkes füllt dies nun mit Leben, erzählt von Anni Reiner, Eduard Zuckmayer, die dort lehren und von Maximilian, genannt Moskito, der dort lernt. Und von dem Rest der Insel, deren Bewohner der Schule teilweise mehr als kritisch gegenüberstehen. Auch hier machen sich der ersten Regungen des kommenden bemerkbar und eine Schule, wie die Schule am Meer passt so gar nicht in das Bild des aufkommenden Nationalsozialismus.

Es beginnt und endet alles mit Anni Reiner, die zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern auf die Insel kam, um die Schule mit aufzubauen. Nicht nur mit ihrer eigenen Tatkraft, sondern auch mit der finanziellen Unterstützung ihrer Familie. Trotzdem wird sie in den Chroniken der Schule kaum erwähnt. Der Schulleiter Martin Luserke, genannt Lu, überstrahlt alles und nimmt alle mit seiner charismatischen Art gefangen. Es gelingt ihm auch Eduard Zuckmayer, den Bruder des Schriftstellers Carl Zuckmayer und erfolgreichen Dirigenten, davon zu überzeugen, an der Schule zu arbeiten. Für den eher ruhigen Zuck erweist sich die Schule als Glücksfall und er freundet sich mit den Reiners an.

Der Schulalltag ist bestimmt durch viel Musik, Kunst, Literatur und Sport. Die Kinder werden rund um die Uhr beschäftigt und sind angehalten im Schulalltag mit anzupacken. Es wirkt sehr idyllisch, auch wenn das Leben auf der Insel wohl auch aus Geldmangel, oft kein Zuckerschlecken war. Besonders im Winter, wenn die Insel vom Festland abgeschnitten war, fehlte es oft an vielem. Aber trotz allem klingt die Schule so, als wäre man dort gerne Schüler gewesen.

Der Nationalsozialismus macht aber auch vor der Insel nicht halt. Schon bei der Ankunft müssen Anni und ihre Mutter, die aus einer jüdischen Familie stammen, feststellen, dass Juden nicht erwünscht sind. Die Mutter kann ihr Zimmer im Hotel nicht beziehen. Hotelierstochter Therese und Aushilfskellner Gustav Wenniger repräsentieren so auch im Folgenden immer den politischen Gegenpart der liberalen und demokratisch eingestellten Lehrerschaft.

Eine kurzen Auftritt, wenn auch nicht namentlich, hat auch Erich Kästner, als Moskito und ein Freund von ihm, in Berlin Zeugen der Bücherverbrennung werden. Gerade diesen Auftritt fand ich sehr gelungen.
Die Schule sollte den Nazis nicht standhalten können. Sie wurde 1934 aufgelöst. Moskito hat die gesamten 9 Jahre dort verbracht und begleitet mit seiner eigenen Entwicklung auch die der Schule.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Auch wenn es nicht actionreich ist und viel aus dem Alltag erzählt, gibt es ein gutes Bild dieser Zeit und dieser außergewöhnlichen Schule wieder. Von mir daher eine volle Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.04.2020

guter historischer Roman

Tod in der Königsburg
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Schwester Fidelma wird von ihrem Bruder mit der Aufklärung eines Attentats auf ihn und einen anderen Stammesfürsten beauftragt. Eigentlich sollte bei der Zusammenkunft Frieden geschlossen werden, doch ...

Schwester Fidelma wird von ihrem Bruder mit der Aufklärung eines Attentats auf ihn und einen anderen Stammesfürsten beauftragt. Eigentlich sollte bei der Zusammenkunft Frieden geschlossen werden, doch jetzt steht dieser auf dem Spiel und ein Krieg droht.

Im Zuge ihrer Aufklärung kommt Fidelma mit Eadulf auch ins Kloster Imleach, in dem nicht nur ein Bruder, sondern auch die wichtigsten Reliquien des Königreichs verschwunden sind. Nach und nach decken Fidelma und Eadulf ein verwirrendes Komplott auf, bei dem erst spät klar wird, wer Freund und wer Feind ist.

Peter Tremayne zeichnet in seinen Büchern ein gutes Bild Irlands im 7. Jahrhundert. Noch herrschen die irischen Führer nach altem Recht und auch die Kirche wird nach keltischem Recht geführt. Aber auch hier sind schon die Kämpfe mit der römischen Kirche immer wieder spürbar. der Konflikt der beiden Kirchen wird in Gestalt von Fidelma und Bruder Eadulf immer wieder veranschaulicht und so dem Leser verständlich gemacht.

Mir hat das Buch nach leichten Anfangsschwierigkeiten wieder viel Spaß gemacht. Die Erklärung des irischen Stammes- und Erbrechts war auf Grund der unglaublich vielen gälischen Namen einfach etwas viel. Aber danach ging es flott mit den Geschehnissen los und das Buch lies sich dann locker lesen. Als Leser konnte man gut miträtseln, was sich denn nun wirklich abgespielt hat. Ich war am Ende der festen Überzeugung zu wissen, wer hinter den Geschehnissen steckte und wurde dann doch noch vollkommen überrascht.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen gut geschriebenen und spannenden historischen Krimi. Ich werde die Reihe weiter im Auge behalten und verfolgen.

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Veröffentlicht am 27.03.2020

ein neuer Fall für Leo Wechsler

Der Ballhausmörder
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Leos neuer Fall startet recht mysteriös. In Clärchens Ballhaus wird die Garderobiere ermordet und ein Motiv ist nicht in Sicht. Und auch in seinem Team hakt es, Robert verhält sich mehr als unzuverlässig ...

Leos neuer Fall startet recht mysteriös. In Clärchens Ballhaus wird die Garderobiere ermordet und ein Motiv ist nicht in Sicht. Und auch in seinem Team hakt es, Robert verhält sich mehr als unzuverlässig und stellt so nicht nur seinen Job in Frage, sondern auch die Freundschaft zu Leo.
Wie von Leo gewohnt werden die Ermittlungen akribisch durchgeführt, mit viel Laufarbeit und kriminalistischen Gespür. Und auch durch den Neuzugang im Team lösen sich nach und nach die Verwicklungen auf und führen den Leser zu einem glaubhaften Ende.
Die Bücher um Leo Wechsler sind einfach eine Garantie für gute historische Krimikost. Susanne Goga lässt das Berlin der zwanziger Jahre vor den Augen des Lesers erstehen und nimmt uns mit in das damalige Alltagsleben. Die politischen Querelen der Zeit werden spürbar und auch, wenn wir uns erst im Jahr 1928 befinden, spürt man, wie sich die Fronten immer weiter verhärten.
Ich hoffe sehr, dass diese Reihe weiter bestehen wird und wir Leo und seine Familie weiter begleiten dürfen.
Von mir eine unbedingte Leseempfehlung, nicht nur für dieses Buch, sondern für die gesamte Reihe.

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Veröffentlicht am 22.03.2020

Spannende Fortsetzung

Der Ruf der Rache
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Kazi und Jase sind auf dem Weg zurück nach Hause und wollen dort gemeinsam ein neues Leben beginnen. Doch kurz bevor sie dort ankommen, werden sie angegriffen und getrennt. Beide müssen feststellen, dass ...

Kazi und Jase sind auf dem Weg zurück nach Hause und wollen dort gemeinsam ein neues Leben beginnen. Doch kurz bevor sie dort ankommen, werden sie angegriffen und getrennt. Beide müssen feststellen, dass sich das Leben in Höllenrachen grundlegend geändert hat und sie nun herausfinden müssen, wie sie den Ort für Jase und seine Familie zurück erobern können.

Das Buch beginnt gemächlich, wir begleiten Kazi und Jase auf ihrer Reise und erleben die beiden als glückliches Paar. Doch nach dem Überfall zieht die Geschwindigkeit der Geschichte stark an. Abwechselnd begleiten wir Kazi und Jase und erleben ihre Versuche sich wiederzufinden. Durch den Wechsel bleibt die Spannung hoch und man möchte wissen wie es weitergeht.

Mich hat das Buch wieder überzeugt, es war eine gelungene, in sich stimmige, rasante Geschichte, die einen mitfiebern lies.

Daher von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.03.2020

mitreissender Auftakt

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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Sophia ist ungeplant schwanger. Der Mann, dem sie das zu verdanken hat, drängt sie zur Abtreibung, die Eltern werfen sie zu Hause raus. Bei ihrer Freundin Henny untergekommen, muss Sophia ihr Leben komplett ...

Sophia ist ungeplant schwanger. Der Mann, dem sie das zu verdanken hat, drängt sie zur Abtreibung, die Eltern werfen sie zu Hause raus. Bei ihrer Freundin Henny untergekommen, muss Sophia ihr Leben komplett neu planen.

Das Leben führt sie nach Paris und schließlich nach New York, wo sie ihren Traum leben kann und als Chemikerin bei Helena Rubinstein arbeiten und neue Kosmetik entwickeln kann. Doch immer wieder werden ihr Knüppel zwischen die Beine geworfen und auch ihre Vergangenheit holt sie wieder ein.

Das Buch liest sich total flüssig und durch die Ich-Perspektive lernt man Sophias Hoffnungen und Träume schnell kennen. Man kann hautnah verfolgen, wie sie durch ihre Erfahrungen reift und bei Schicksalsschlägen leidet. Und immer wenn man denkt, jetzt hat sie es geschafft und etwas Glück kann einkehren, kommt die Autorin mit einem neuen Wink der Schicksals um die Ecke. Das verleiht dem Buch Spannung bis zum Schluss und bleibt trotz allem immer glaubwürdig.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, ich mochte Sophia von Anfang an, auch wenn sie manchmal etwas naiv ist. Aber das gibt Spielraum zur Entwicklung, die der Autorin gut gelungen ist. Ein Twist am Ende des Buches überrascht dann noch einmal und steigert die Vorfreude auf den nächsten Band. Wer allerdings keine Cliffhanger mag, sollte warten, bis das nächste Buch erscheint und beide Bücher am Stück lesen.

Von mir eine Leseempfehlung.

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