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Veröffentlicht am 24.03.2020

Mulchen freut den Garten

Das Mulchbuch
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Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man als vermeintlich erfahrener Gärtner alles so Neues erfährt.

Man kann beim mulchen richtig viel falsch machen! Aber Abhilfe verschafft dieses tolle Buch mit ...

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man als vermeintlich erfahrener Gärtner alles so Neues erfährt.

Man kann beim mulchen richtig viel falsch machen! Aber Abhilfe verschafft dieses tolle Buch mit und von Autor Dettmer Grünefeld. Er gibt uns hier nicht nur das kleine Ein-Mal-Eins des Mulchens vor, er geht auch noch eine Etage weiter. Zu Beginn wird tiefgründig erörtert was Mulchen denn überhaupt ist, welchen Nutzen es hat und eben was man alles richtig und falsch machen kann. Weiter geht es dann um das Thema „Was passiert beim mulchen und warum ist es so sinnvoll für unsere Pflanzen?“. Grünefeld geht dabei nicht nur auf die bekannten Möglichkeiten ein, sondern liefert auch noch eine Menge neuer Mulch-Materialien.

Dieses Buch ist wieder wunderbar anschaulich und für jeden Gärtner ein Muss! Hierfür gibt es 5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 24.03.2020

Ohne Moos, nix los!

Der Moosgarten
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Autor Michael Altmoos hat eine Leidenschaft: Moos. Witzig ist, das seine Leidenschaft bereits in seinem Nachnamen steckt und er dem alle Ehre macht. Er erläutert in diesem tollen und aufschlussreichen ...

Autor Michael Altmoos hat eine Leidenschaft: Moos. Witzig ist, das seine Leidenschaft bereits in seinem Nachnamen steckt und er dem alle Ehre macht. Er erläutert in diesem tollen und aufschlussreichen Buch, was diese Urzeitpflanze denn alles so kann und ist. Er spricht mir in diesem Buch aus der Seele. Es ist immer wieder herrlich anzuschauen, wenn im Frühjahr die Menschen ihren Vertikutierer anschmeißen, ihren Garten entmoosen und eine Wüste hinterlassen, die lange Zeit brauch um sich zu erholen. Der beflissene Gärtner kippt natürlich gleich wieder Rasensamen drauf und wässert ihn regelmäßig - jedes Jahr aufs neue. Dabei sollte doch jeder Gärtner sich mal Gedanken machen, warum das Moss so die Oberhand übernehmen will und was das dies eigentlich für ein riesiger Vorteil für Pflanzen und Gärtner darstellt. Pflanzen lieben Moos als Wasserspeicher, man kann wunderbar barfuß darauf laufen, muss weniger Rasen mähen und tut der Natur damit einen Gefallen. Man müsste eben nicht nur vertikutieren, sondern gleich das Erdreich austauschen. Nur wer macht das denn gern? Eben... Michael Altmoos geht bei diesen ganzen Themen sehr behutsam vor und macht uns Leser erstmal bewusst wie schön und nützlich Moos sein kann. Und ganz wichtig: Moos ist in keinem Garten ein Zeichen für ungepflegten Rasen! Alles Irrtum! Er gibt dabei sehr viele hilfreiche Denkanstöße und versucht den Leser zum umdenken zu animieren. Bei mir hat es wunderbar gewirkt. Der letzte Winter hat meinen Garten sowieso in einen Moosgarten verwandelt und ich werde es so belassen. Michael Altmoos hat mich jetzt dabei bekräftigt.

Ein wunderbares Buch zum Thema Moosgarten, das nicht umsonst schon prämiert wurde.

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Veröffentlicht am 23.03.2020

Die Wächter der Nacht

Ein Garten für Fledermäuse
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Wenn uns Fledermäuse in der Natur begegnen, haben wir sofort ein Bild im Kopf: Graf Dracula. Vielen Dank, lieber Bram Stoker! Sie haben diese Geschöpfe zu etwas besonderem gemacht. Aber, das werden mit ...

Wenn uns Fledermäuse in der Natur begegnen, haben wir sofort ein Bild im Kopf: Graf Dracula. Vielen Dank, lieber Bram Stoker! Sie haben diese Geschöpfe zu etwas besonderem gemacht. Aber, das werden mit Sicherheit alle intelligenten Menschen unter uns begriffen haben, steckt hinter keiner einzigen Fledermaus der geniale Schauspieler Gary Oldman. Spaß beiseite.
Dieses Buch ist eine wunderbare Hommage an die kleinen Flattermänner. Autor Dirk Diehl ist ein sehr guter Erzähler in diesem Thema. Sie sind die Wächter der Nacht, die eine einmalige Anatomie besitzen, die nachtaktiv sind, die Winterschlaf halten und manchmal auch in den menschlichen Behausungen, wie Markisenkästen, Zuflucht suchen. In diesem Buch geht es sehr detailliert um den Lebensraum, Paarung und Entwicklung der kleinen Geschöpfe. Sie sind unter anderem extrem nützlich und höchst wichtig für unsere Natur. In diesem Buch wird ein dringender Appell abgegeben: wenn möglich, sollte jeder Gärtner in seinem Gartendomizil Behausungen für Fledermäuse zur Verfügung stellen. Es ist so einfach der Natur zu helfen und macht obendrein noch Spaß. Da wir selbst einen naturbelassenen Garten haben, konnte ich hier noch einige zusätzliche Tipps mit übernehmen. Wer diesen kleinen Tieren eine Heimat gibt, wird belohnt dafür und wenn es nur der bloße Anblick ihrer grazilen Flüge sind, das ist es wert.
Alles in allem ein sehr informatives und lehrreiches Buch für alle, denen Fledermäuse am Herzen liegen. Dieses Buch ist nur zu empfehlen! 5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 23.03.2020

Eine pure Hassliebe

Vor Rehen wird gewarnt
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Ann ist wirklich ein Reh in mensch-gewordener Frauengestalt. Sie schaut treu drein, gibt sich im ersten Moment als schreckhaft und schüchtern, aber schneller als man gucken kann, entblößt sie ihr wahres ...

Ann ist wirklich ein Reh in mensch-gewordener Frauengestalt. Sie schaut treu drein, gibt sich im ersten Moment als schreckhaft und schüchtern, aber schneller als man gucken kann, entblößt sie ihr wahres Ich und zeigt Gesicht. Sie ist seelisch brutal und hinterlässt immer Spuren ihres Handelns und das sind schon fast Spuren der Verwüstung. Sie verführt den Mann ihrer Schwester, sie treibt Menschen in die Verzweiflung, will und bekommt nur das Beste....Eine Frau die skrupellos ist und der Welt zeigt wieviel Arschloch in einer Frau stecken kann.
Ja, genau so kurz und knackig kann ich Ann, die Hauptprotagonistin aus dem Buch „Vor Rehen wird gewarnt“ von Vicky Baum beschreiben. Die Geschichte um Ann hat einen gewissen Sog, dem man sich beim lesen nicht entziehen kann. Baum beschreibt Ann in einer wortgewaltigen Art, wie es nur selten Autoren können. Dieser Roman explodiert regelrecht durch eine Wortwahl die es in sich hat. Man findet sich schnell in Ann‘s Seelenleben rein und was soll ich sagen? Ich hab noch nie so viel Abneigung gegenüber einer fiktiven Person in einem Buch gehabt, wie gegen Ann. Diese Frau bringt Wut, Kopfschütteln und einen offenen Mund vor Staunen mit sich. Das ist schon so grotesk, das man mit lesen gar nicht aufhören will! Man muss wissen wie es immer weiter geht mit Ann und kann sich nicht davon befreien. Diese Frau ist wie der Anführer einer Sekte. Mit ihrer abgebrühten Art, begegnet man zu Anfang erst mit Respekt und später dann mit Abneigung. Es ist wirklich unglaublich was hier in Vicky Baums Kopf los gewesen sein muss, als sie diese Figur entwickelt hat. Ann und ich, das war eine regelrechte Hassliebe.
Ich danke Vicky Baum für diesen genialen Roman! Es war ein Erlebnis der besonderen Art, das man nicht so schnell vergisst.
Dieser Roman hätte mehr als 5 Sterne verdient!

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Veröffentlicht am 21.03.2020

Zeitlos in der Natur

Eisfuchs
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Wie mag es wohl sein in der Tundra aufzuwachsen? Am Rande des Eismeers im Norden Kanadas? Autorin Tanya Tagaq erzählt uns wie das ist, denn sie ist dort aufgewachsen. Sie erzählt von wilden Abenteuern, ...

Wie mag es wohl sein in der Tundra aufzuwachsen? Am Rande des Eismeers im Norden Kanadas? Autorin Tanya Tagaq erzählt uns wie das ist, denn sie ist dort aufgewachsen. Sie erzählt von wilden Abenteuern, von einer Natur die stärker ist als wir Menschen es je sein können, von einer Tierwelt, die einige nur aus dem TV oder Zoos kennen und von den Mythen der Inuit. Tagaq nimmt uns mit in die Nächte der Polarlichter, auf den Spuren der Eisbären, den Polarfüchsen und dem eigentlichen: zeitlos zu sein. Die Kinder hatten im Sommer „die Welt für sich“. So fühlte es sich immer an. Eltern und Verwandte hatte mit ihrer Arbeit etc. genug zu tun, denn der Winter lässt ihnen dafür kaum Zeit. Sie müssen sich versorgen bevor er wieder über sie hereinbricht und die Kinder müssen dabei eben selbst Verantwortung für sich übernehmen. Tanya lernt schnell und weiß wie die Natur tickt. Was für manche vielleicht verstörend und eben nicht passend wirkt, ist für Tanya normal gewesen. Ein wenig kann ich es verstehen aber so richtig will diese Art der Erziehung nicht in das heutige Weltbild passen. Heute werden Kids gerne „anti-autoritär“ erzogen, aber ich könnte mir vorstellen, das Tanya Erziehung vielen zu weit geht. Das ist aber schlussendlich alles egal, denn mittlerweile ist sie erwachsen geworden, lebt ihr eigenes Leben - kurzum: so schlimm oder gar schädlich konnte es ja nicht gewesen sein!

Ich mochte Tanya von der ersten Seite an sehr und war regelrecht verzaubert von ihrer Kindheit. Manches klingt ein wenig wie aus „Pippi Langstrumpf“ aber eben auf einem anderen Kontinent. Als dann noch die alten Mythen der Inuit angesprochen wurden, war es um mich geschehen. Ich verliere mich gern in solchen Dingen und Tanya weiß einfach wovon sie spricht.

Zur Optik des Buches: die Buchseiten sind rot eingefärbt und der Fuchs auf dem Cover lässt einen nicht aus den Augen. Sehr gelungen, wie ich finde!



Ich vergebe hier sehr gern 5 von 5 Sterne!

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