Profilbild von KristallKind

KristallKind

Lesejury Star
offline

KristallKind ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KristallKind über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2020

Für die Gefühlswelt fast zu viel

Sommer der Wahrheit (Sheridan-Grant-Serie 1)
0

Im Nebraska der 90er-Jahre lebt Sheridan Grant mit ihrer Familie auf einer Farm. Dort hat sie es nicht leicht, denn ihre Adoptivmutter lässt kein gutes Haar an ihr. Haltlos lässt sie sich auf verschiedene ...

Im Nebraska der 90er-Jahre lebt Sheridan Grant mit ihrer Familie auf einer Farm. Dort hat sie es nicht leicht, denn ihre Adoptivmutter lässt kein gutes Haar an ihr. Haltlos lässt sie sich auf verschiedene Männer ein und stolpert durch ihr Leben. Bis eines Tages in einer Halloween-Nacht entscheidende Weichen gestellt werden.

Durch das ansprechende Cover bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich habe erst später bemerkt, dass er aus der Feder von Nele Neuhaus stammt. Und das hat mich dann erst recht neugierig gemacht.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt diesen ersten Teil der Sheridan-Grant-Reihe zu lesen, die Autorin schreibt wunderbar, ließ mit Leichtigkeit Bilder in meiner Fantasie entstehen. Obwohl diese Bilder nicht gerade oft vor Harmonie strotzten, denn der Lebensweg der Protagonistin war ganz schön steinig und hat mich emotional ziemlich mitgenommen. Nele Neuhaus konnte die nie enden wollenden Erniedrigungen Sheridans und deren Haltlosigkeit in dieser verstaubten Familie wahnsinnig gut transportieren. Vor allem ihre ersten Erfahrungen in Sachen Sexualität fand ich etwas verstörend, man beachte das Alter. Trotz allem wurde Sheridan mit all ihren Facetten dargestellt, schonungslos. Es hatte etwas kraftvolles, diese Naivität, Traurigkeit, Scheu, und noch so viel mehr – fokussiert auf dieses Mädchen.

„Der Sommer der Wahrheit“ ist herausfordernd, aber toll geschrieben. Auf jeden Fall darf man nicht den Fehler machen, dieses Buch mit einem Krimi der Autorin zu vergleichen. Ein eindrucksvoller Auftakt einer Roman-Trilogie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2020

Vielfältige Auswahl an Rezepten ohne Schnickschnack

Vegan! Das Goldene von GU
1

Das klare goldene Cover und der prägnante Titel vermitteln den Eindruck die ultimative Rezeptsammlung für die Zubereitung von veganen Speisen in den Händen zu halten. Untermauert wird dies noch durch die ...

Das klare goldene Cover und der prägnante Titel vermitteln den Eindruck die ultimative Rezeptsammlung für die Zubereitung von veganen Speisen in den Händen zu halten. Untermauert wird dies noch durch die überraschende Dicke und Schwere des Buches.

Gestolpert bin ich allerdings über den Untertitel „Tierfreie Rezepte (...)“. Zuallererst gefällt mir der Ausdruck grundsätzlich nicht, und dann würde tierfrei eigentlich „vegetarisch“ bedeuten. Vegan bedeutet bekanntlich ohne irgendwelche tierischen Produkte (Ei, Milch, usw.)! Die Haptik der Seiten und deren Aufmachung mit geschmackvollen Bildern finde ich grundsätzlich ansprechend. Jedoch sind die Bilder sehr groß, sie nehmen einen beträchtlichen Teil einer Doppelseite ein. Ohne Fotos würde das Buch wahrscheinlich nur noch den halben Umfang aufweisen, und das Gewicht des Buches würde drastisch reduziert werden. Würde mir ehrlich gesagt besser gefallen.

Die Auswahl der Rezepte finde ich toll. Es gibt ausreichend Spielraum um Abwechslung auf den Tisch zu bringen und dies zu allen Mahlzeiten des Tages. Dabei ist für jeden etwas dabei: Vom Basic-Gericht, bis zu etwas aufwändigeren, teils ländertypischen Speisen. Wer mutig ist und es wagen möchte, findet sogar Anleitungen zur Herstellung von veganem Käse und veganer Wurst.

Der Rezeptteil wird durch Tipps und Tricks für Geschmacksvarianten oder für die Handhabung einzelner Zutaten, bzw. durch Einkaufsratschläge ergänzt. Wirklich praktisch finde ich das Register nach Hauptzutaten! Habe ich z.B. Kartoffeln zu Hause, kann ich „Kartoffeln“ im Register suchen und es wird mir gleich angezeigt, welche Gerichte ich daraus machen kann.

Meiner Meinung nach ist dies ein solides veganes Koch-und Backbuch mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich kann es durchaus empfehlen.

Veröffentlicht am 13.06.2020

Der Fall an sich kam mir zu kurz, doch der Humor macht es wieder wett

Schwarzer August
0

Der deutsche Kommissar Leander Lost ermittelt im portugiesischen Fuseta in einer verzwickten Serie von Bombenanschlägen. Sein Asperger-Syndrom kommt ihm in diesem Fall zugute: Er bleibt kühl und zentriert ...

Der deutsche Kommissar Leander Lost ermittelt im portugiesischen Fuseta in einer verzwickten Serie von Bombenanschlägen. Sein Asperger-Syndrom kommt ihm in diesem Fall zugute: Er bleibt kühl und zentriert und kann zu entscheidenden Wendungen beitragen.

Für mich war der vierte Fall von Leander Lost zugleich der erste, ich kannte die Krimireihe vorher noch nicht. Was kein Problem war, denn das Ermittlerteam und die Persönlichkeit von Kommissar Lost wurden gleich zu Anfang gut nachvollziehbar dargestellt. Der zurückhaltende, analytische Deutsche mit den „Macken“ war mir sofort sympathisch. Meines Erachtens hat der Autor die Wesenszüge des Asperger-Syndroms sehr gut vermittelt, gleichzeitig Leander als gewinnbringende Ergänzung in ein Ermittlerteam eingebracht und das ganze mit einer guten Portion Humor gewürzt.

Beim Lesen konnte ich die lebendigen und wohlwollenden Gemüter der einheimischen Figuren wahrnehmen, ich fühlte mich regelrecht willkommen. Denn das Buch lebt nicht nur durch dem Kriminalfall, sondern auch vor allem durch das portugiesische Kulturgut und die einfühlsam skizzierten Charaktere.

Den Fall an sich fand ich spannend - er nimmt direkten Bezug auf Besonderheiten des Landes - und die Lösungsansätze des Kommissar Lost genial. Allerdings war mir die Ermittlung insgesamt etwas zu knapp gehalten, sie nahm erst im letzten Drittel so richtig an Fahrt auf.

Bereits das Cover verspricht angenehme Lesestunden und eine Begegnung mit dem sonnigen Süden. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2020

Witzig und speziell mit schlagfertigen Protagonisten

Wrong Number, Right Guy (College Love 1)
0

Delia und Zach lernen sich durch eine Verwechslung kennen. Sie kommunizieren über ihr Telefon, wobei beide glauben, bei dem Gegenüber handele es sich um jemand ganz anderen. Als sie das Missverständnis ...

Delia und Zach lernen sich durch eine Verwechslung kennen. Sie kommunizieren über ihr Telefon, wobei beide glauben, bei dem Gegenüber handele es sich um jemand ganz anderen. Als sie das Missverständnis bemerken, gewinnt die Neugier: Sie chatten weiterhin miteinander! Ihre Kommunikation wird schnell verbindlicher und intimer, bis sie sich eines Tages zu einem persönlichen Treffen entschließen. Sowohl Zach, als auch Delia ist die Nervosität anzumerken, denn sie wissen nicht, wer sie erwartet.

Diese Geschichte geht sofort zur Sache! Lebendig, spritzig und unerschrocken nimmt die Kommunikation zwischen den Protagonisten Fahrt auf. Mit viel Witz und Augenzwinkern hat die Autorin die Handlung zum großen Teil als Chatverlauf angelegt. Freche Dialoge und charmanter Flirt ziehen sich damit durch die Kapitel – ich habe mich wirklich sehr amüsiert.

Der lustige und sympathische Charakter von Zach hat mir sehr gefallen. Er wirkte absolut authentisch, was ich von Delia nicht behaupten konnte. Mir kam sie etwas verkrampft vor, als müsse sie einen „Lässigkeitswettkampf“ gewinnen. Etwas fragwürdig war für mich das Verhalten von Zoe, Delias Busenfreundin, die keine Grenzen kennt oder würdigt. Allerdings wurden ihr aber auch keine gesetzt.
Nachdem ich mich eine Weile in das Buch eingelesen hatte, hat sich für mich allerdings ein Schatten über die witzigen Dialoge gelegt. Plötzlich ging es fast nur noch um Sex, eindeutige, bzw. zweideutige Anspielungen gipfelten in Ausdrücken wie „vögeln“, „Schwanztätschler“ oder „Schwänze“, „knallharte Ständer“, „Penis-Topflappen“ oder „masturbieren“. Ich finde das hätte wirklich nicht sein müssen, meiner Meinung nach ist damit das Niveau des Buches drastisch abgefallen. Schade! Es hat mich ab einem gewissen Punkt dann auch genervt. Außerdem erschien mir die Rückholungsmaßnahme am Ende wie eine künstliche Verlängerung der Geschichte und ziemlich unnötig.

„Wrong Number, Right Guy“ ist wirklich amüsant und speziell! Wer „Dirty Talk“ nicht abgeneigt ist, ist hier richtig. Romantische Szenen sind eher selten, und ich konnte die wenigen für meinen Teil nicht wirklich ernst nehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2020

Würde ich gerne als Film sehen

Believe Me - Spiel Dein Spiel. Ich spiel es besser.
0

Claire ist Schauspielstudentin und ständig in Geldnot, da sie keine Arbeitsgenehmigung besitzt. Für das Versprechen einer Greencard und einer ordentlichen Bezahlung, steht sie der Polizei bei der Suche ...

Claire ist Schauspielstudentin und ständig in Geldnot, da sie keine Arbeitsgenehmigung besitzt. Für das Versprechen einer Greencard und einer ordentlichen Bezahlung, steht sie der Polizei bei der Suche nach einem Serienmörder mit ihrer schauspielerischen Gabe zur Seite. Doch diese Entscheidung hat ihren Preis. Claire muss bis an ihre Grenzen gehen – und sogar darüber hinaus.

Dieser Thriller hat mich verwirrt. Mit dem Auftakt des Buches konnte ich nicht viel anfangen, denn hier geht es in großem Maße um die Schauspielerei. Auch mit der Handlung und dem Erzählstil kam ich nicht klar. Ich befürchtete, an eine lahme Story geraten zu sein und wollte schon abbrechen.

Aber dann entpuppte sich die Geschichte doch zu einer fesselnden Überlagerung von Lüge und Wahrheit. Plötzlich war ich so fasziniert, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, denn meine Ahnung, meine Schlüsse und meine Sicht auf die Figuren änderten sich alle paar Seiten. Ich wusste überhaupt nicht mehr was ich denken sollte! Bis zum Schluss hält die Autorin die Spannung aufrecht, und letztlich bin ich mir nicht so sicher, wer der gestörteste Charakter in diesem Thriller war.

Interessanterweise konnte ich für mich keine Lieblingsfigur finden, bzw. einen Charakter ausmachen, dem ich vertrauen würde. Gruselig, niemand erschien mir echt. Und hier kommt der Erzählstil der Autorin ins Spiel: Mir war, als steckte ich mitten in einem Theaterstück und fände den Ausgang nicht. Die thematischen Ausflüge ins Berufsfeld der Schauspielerei waren mir ein klein wenig zu ausschweifend, grundsätzlich aber wichtig für die Handlung.

Dieses Buch hat mich überrascht! Leicht zu lesen und spannend, mit vielen Wendungen. Würde ich gerne als Film sehen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere