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Veröffentlicht am 07.05.2020

Einer meiner beiden Lieblings-Fitzeks als Hörspiel

Das Kind
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Der Anwalt Robert Stern hat schon so einiges mit seinen Mandanten erlebt, aber das, was ihn jetzt erwartet, ist schlimmer als alles, was bislang da gewesen war. Der 10-jährige Simon hat einen Gehirntumor ...

Der Anwalt Robert Stern hat schon so einiges mit seinen Mandanten erlebt, aber das, was ihn jetzt erwartet, ist schlimmer als alles, was bislang da gewesen war. Der 10-jährige Simon hat einen Gehirntumor und wird aller Voraussicht nach sterben. Aber das ist nicht der Grund, weswegen er einen Anwalt braucht. Simon ist fest davon überzeugt ein Serienmörder zu sein. Er führt den Anwalt zu einer Leiche und noch einer und es gibt noch viele mehr. Stern will damit eigentlich nichts zu tun haben, er glaubt nicht an Wiedergeburt. Doch dann erhält er mysteriöse Botschaften eines Mannes, der behauptet sein Sohn, Felix, sei noch am Leben. Felix war doch kurz nach der Geburt gestorben! Aber was, wenn nicht? Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als alles zu tun, was von ihm verlangt wird.


„Das Kind“ war mein zweiter Fitzek, als ich damals anfing Krimis und Thriller zu lesen. Der erste war „Amokspiel“. Nachdem ich mit Hörspielen angefixt wurde, suchte ich nach Nachschub und was habe ich gefunden? „Das Kind“ und „Amokspiel“ gibt es auch als Hörspiele. Also habe ich sie mir direkt bestellt. Dieses Mal habe ich aber mit „Das Kind“ angefangen.

Die Idee fand ich direkt interessant: gibt es Wiedergeburt? Kann es wirklich sein, dass ein schwer krankes Kind die Wiedergeburt eines Serienmörders ist? Und wenn nicht, woher weiß Simon dann all diese Dinge? Wieso weiß er, wie die jeweilige Leiche ermordet wurde und wann?

Und dann die Behauptung, Sterns Sohn sei noch am Leben. Wie kann das sein? Wie kann diese Stimme davon wissen? Er hatte doch den kleinen kalten Körper in den armen Gehalten! Wie soll er da noch am Leben sein? Doch allein die Möglichkeit, dass es wahr sein könnte, sorgt dafür, dass Stern keine Ruhe mehr findet. Er würde alles tun, um seinen Sohn zurückzubekommen.

Die Stimme spornt ihn an in Simons Fall zu ermitteln, doch was hat sie davon? Warum erpresst sie ihn mit Informationen über seinen Sohn? Was steckt dahinter?

Der Fall jagt Stern quer durch die Stadt, bringt ihn mehr als einmal in Lebensgefahr und stellt alles auf den Kopf, woran er jemals geglaubt hat. Und eine Frage bleibt: gibt es Wiedergeburt?


Ich habe das Buch dieses Mal als Hörspiel gehört. Ich fand es recht gut umgesetzt, allerdings hatte ich große Probleme „die Stimme“ zu verstehen. Sie ist ja verzerrt, damit man sie nicht mit einem der anderen Charaktere in Verbindung bringen kann, aber leider in einer Art verzerrt, die es mir manchmal fast unmöglich macht, die Worte zu verstehen.
Die anderen Sprecher fand ich sehr gut, allerdings mag ich das Buch als Buch lieber, als als Hörspiel. Das ist in dem Fall einfach Geschmackssache. Ich fand es als Buch noch spannender, als Hörspiel musste ich ab und an aufpassen, nicht gedanklich weg zu driften.

Manch einem ist die Story vielleicht zu weit hergeholt, ich fand sie stimmig. Für mich ergab sie wirklich Sinn, wenn man am Ende bei der Auflösung erfährt, worum es wirklich geht. Allerdings ist es wirklich heftig. Es geht um teilweise recht übel aussehende Leichen und die Kinderschänderszene. Wenn man hört, wie sich die Täter rechtfertigen, ist das wirklich Übelkeit erregend.


Fazit: Dieses Buch gehört zu meinen Lieblings-Fitzeks. Allerdings mag ich es als Buch doch lieber als als Hörspiel. Das lag zum einen daran, dass ich die Stimme des Bösen, der sie mit technischen Mitteln verzerrt hatte, kaum verstand – manchmal auch einfach gar nicht. Und zum anderen daran, dass ich immer wieder weggedriftet bin. Beim Buch ist mir das noch nie passiert.

Trotzdem ist das Hörspiel ein Erlebnis. Dem Buch wird hier auf ganz neue Art Leben eingehaucht und ich freue mich wirklich, dass ich es gehört habe.

Bei der Bewertung fahre ich zweigleisig. Das Hörspiel bekommt von mir 3,5 Sterne, das Buch selbst 5.

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Realistische Stalking-Darstellung, aber ich habe auch Kritik

Dem Wahnsinn entkommen
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Seit 5 Jahren wird Sarah gestalkt. Max ist reich, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und trotzdem macht er ihr das Leben zur Hölle. Sein Psychoterror wird mit jedem Tag schlimmer und scheint kein ...

Seit 5 Jahren wird Sarah gestalkt. Max ist reich, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und trotzdem macht er ihr das Leben zur Hölle. Sein Psychoterror wird mit jedem Tag schlimmer und scheint kein Ende zu finden. Sarah ist ganz allein, isoliert und mit den Füßen ganz kurz vor dem Abgrund. Die Hoffnung, dass er irgendwann aufhört hat sie längst aufgegeben. Wie also soll das alles enden? Wird er einen Fehler machen und etwas tun, dass nachweislich illegal ist, oder wird Sarah am Ende tot sein, von Max ermordet, wie so viele andere Stalking Opfer?


Das Buch beschreibt den Psychoterror und die Angst, die mit Stalking einhergehen wirklich sehr realistisch. Ich selbst wurde gestalkt, zum Glück nicht so extrem wie Sarah, aber dennoch, ich weiß, wie sich diese Angst anfühlt. Die Zweifel, ob man sich etwas einbildet, oder nicht. Steht er wirklich da und beobachtet dich, oder bildest du dir das nur ein? Wirst du verrückt oder ist er es? Die Angst vor jedem Telefonklingeln und wie sehr einen die Angst auch noch Jahre später verfolgt, indem man sich monatelang überlegt, ob man sich bei den Sozialen Medien anmelden soll, ob man es wagt ein Bild von sich zu zeigen. Ich weiß, wie das ist. Diese Angst lässt einen niemals ganz los.
Man spürt die Angst in diesem Buch. Man ist ganz nah bei Sarah und spürt, wie sie daran zerbricht.

Ich habe zwei Kritikpunkte:
1. Verliere ich am Anfang die Orientierung. Zuerst sagt Sarah (deren Namen man erst später erfährt) ihr Stalker sei ihr Mentor. Später sagt sie es sei Max, ein Mann, den sie auf einer Kreuzfahrt kennengelernt hat. Aber so wie ich die Geschichte zwischen ihnen erlebe, war er nie ihr Mentor, sondern eine Affäre. Das ergibt für mich also keinen Sinn.
2. Es gibt im Buch einen Punkt, an dem Sarah eine Entscheidung trifft, die zieht eine ganze Menge weiterer Entscheidungen nach sich für die alle dasselbe gilt: ich kann sie absolut nicht nachvollziehen. Ich verstehe einfach nicht, wie sie so – in meinen Augen: dumm sein konnte! Das macht mich richtig wütend! Ich verstehe absolut nicht, warum sie sich so entscheidet. Absolut nicht! Ich hätte das nie im Leben getan. Und die weiteren Entscheidungen genauso wenig.

Das Buch ist immer wieder sehr spannend, vor allem dann, wenn Max komplett die Kontrolle verliert. Ich meine, wir alle kennen die Statistiken und die Berichte aus dem Fernsehen, wenn mal wieder – ja, mal wieder, denn es ist nichts Seltenes! – eine Frau von ihrem Stalker umgebracht wird. Man wartet irgendwie darauf, dass Max versucht Sarah umzubringen. Man hat die ganze Zeit, genauso wie Sarah, genau davor Angst. Wie sie glaubt man Max überall zu entdecken, fragt sich, wie weit er noch gehen wird.


Fazit: Ich finde dieses Buch wichtig. In Zeiten von Serien wie „You“, die einige wirklich „romantisch“ finden und sich zu Aussagen hinreißen lassen, wie „er liebt sie so sehr, dass er sie stalkt“ ist so ein Buch umso wichtiger. Nur fürs Protokoll: ich mag die Serie auch, aber ich sehe sie wie „Dexter“, man ist irgendwie auf der Seite des „Bösen“, obwohl einem klar ist, dass er böse ist und schlimme Dinge tut. Ich finde Joe nicht romantisch, er ist gruselig. Ich finde die Serie, als Serie gesehen sehr gut, aber wenn man noch nie mit dem Thema zu tun hatte oder eine andere Beziehung zu der Serie hat, dann kommt sie vielleicht wirklich bei einigen als „romantisch“ an. Bei mir allerdings nicht.
Stalking hat nichts mit Liebe zu tun. Die Täter reden sich ein es gehe um Liebe. In Wirklichkeit geht es um Kontrolle und Macht. Der Täter will das Opfer besitzen, er will die absolute Kontrolle. Es geht um Isolation und Psychoterror. Dieses Buch zeigt das sehr deutlich. Ich vermute, dass Sarah sich bei meinem 2. Kritikpunkt so verhält, um zu zeigen, welche Fehler man als Opfer machen kann. Dennoch kann ich ihr Verhalten an diesem Punkt einfach nicht nachvollziehen. Das liegt vielleicht auch an meinen persönlichen Erfahrungen, das kann sein.

Ich möchte das Buch allen ans Herz legen, die einmal das „wahre“ Gesicht von Stalking sehen wollen. Ich denke, es kann viel zur Aufklärung über die Thematik beitragen.

Den Inhalt, die Charaktere und dergleichen bekommen von mir 3,5 Sterne. Ich fand die Darstellung von Sarahs Angst wirklich ganz toll, konnte ihr Verhalten aber mehr als einmal absolut nicht nachvollziehen.

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Veröffentlicht am 22.03.2020

Nicht ganz einfach zu lesen, aber sehr realistisch in meinen Augen

Wurfschatten
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Adas Leben ist geprägt von Zwängen. Sie weiß, dass sie eigentlich anders sein müsste, aber sie schafft es einfach nicht. Eigentlich ist sie Schauspielerin, aber auch da machen es ihr die Zwänge schwer. ...

Adas Leben ist geprägt von Zwängen. Sie weiß, dass sie eigentlich anders sein müsste, aber sie schafft es einfach nicht. Eigentlich ist sie Schauspielerin, aber auch da machen es ihr die Zwänge schwer. Nun hat sie schon seit drei Monaten die Miete nicht mehr bezahlt und ihr Vermieter droht ihr mit „Konsequenzen“. Ada will ihre Wohnung nicht verlieren. Sie braucht sie und ihre geliebten Fische auch.
Ihr Vermieter findet eine Lösung: kurzerhand quartiert er Juri, seinen Enkel bei ihr ein. Ada kann damit überhaupt nicht umgehen. Er stört! Aber irgendwie nicht immer, vielleicht.


Das Buch ist nicht leicht zu lesen. Die Zwänge und damit verbundenen Erlebnisse von Ada werden sehr detailliert geschildert, ohne mit Fachausdrücken um sich zu werfen. Man erlebt alles mit Ada, so, wie sie es eben empfindet. Man merkt, wie einschränkend das ist und wie erschreckend. Ada kann einem nur leid tun. Ihr einzige Freude sind ihre Fische. Schon immer war sie fasziniert von diesen Tieren.

Als sie eines Tages nach Hause kommt ist plötzlich Juri da. In ihrer Wohnung! Und all ihre Sachen wurden in ein einziges Zimmer geräumt. Ada steht kurz davor durchzudrehen. Sie kann nicht gut mit Menschen und mit einem Eindringling schon gar nicht! Ada versucht ihr Möglichstes um Juri los zu werden. Aber egal was sie auch tut, er geht einfach nicht! Und was noch viel schlimmer ist, irgendwann fängt sie fast an, sich an ihn zu gewöhnen!

Das Buch ist komplett aus Adas Sicht, aber nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch erlebt man zwar alles aus Adas Sicht, bleibt aber ein Beobachter. Ich habe selbst so meine Probleme mit Menschen und ich könnte definitiv nicht mit einem Mitbewohner umgehen, aber ich habe wenigstens nicht so schlimme Ängste und Zwänge wie Ada. Sie tut mir ehrlich leid. Immer wieder versucht sie ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen und jedes Mal lassen sie ihre Ängste nicht.

Allerdings sind es auch genau diese Ängste und Zwänge, die das Buch schwer zu lesen machen. Man hüpft kreuz und quer durch Adas Gedanken und die sind oft genug seltsam und verworren. Genau das macht das Buch aber auch so authentisch. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass so detailliert und realistisch das Leben eines Menschen mit Ängsten und Zwängen darstellt.

Aber es ist kein Buch, dass man mal eben so runterlesen kann. Der Stil ist anstrengend aber in meinen Augen auch das, was das Buch besonders und gut macht. Es wird nicht mein Lieblingsbuch, aber ich kann Simone Lappert nur dafür bewundern, wie sie es geschafft hat dem Leser diesen Einblick in die Welt eines Menschen zu gewähren, dessen Leben nicht von seinen Wünschen oder Taten bestimmt wird, sondern von dem, was ihm seine Psyche zugesteht. Ich persönlich habe jetzt das Gefühl diese ganze Thematik besser zu verstehen.


Fazit: Das Buch ist alles andere als leicht zu lesen. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man wirklich dranbleiben muss. Man erlebt die Gedanken und Gefühlswelt einer jungen Frau, deren Leben von Ängsten und Zwängen dominiert wird. Oft sind die Gedanken und Gefühle konfus und verwirrend. Sie springen hin und her. Aber gerade dadurch wirkt das Buch unglaublich realistisch. Ada sieht und erlebt die Welt ganz anders. Jeder Tag, so viele Dinge, sind für sie eine Herausforderung. Man macht sich das einfach nicht oft genug bewusst, wie gut man es eigentlich hat, wenn man sich nicht mit Ängsten und Zwängen herumplagen muss, die so ausgeprägt sind, wie bei Ada.

Ich musste wirklich aufpassen, um nicht abzudriften, aber das dranbleiben hat sich gelohnt. Mir hat das Buch gut gefallen, aber es ist echt nicht leicht zu lesen. Zudem hätte ich mir ein weniger offenes Ende gewünscht.
Es hat mir aber etwas besser gefallen als „Der Sprung“. Ich bin gespannt, welches schwierige Thema sich Simone Lappert als nächstes vornimmt!

Von mir gibt es wohlmeinende 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Kurz vor Schluss sehr spannend, aber für mich oft zu abrupt

Special Unit Serpent – Tödliches Verlangen
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Achtung: Band 1 einer Reihe! Ob oder wann weitere Bände erscheinen steht noch nicht fest, aber da so viel offen bleibt am Ende, gehe ich davon aus.


Riley ist zufrieden mit ihrem Leben. Naja abgesehen ...

Achtung: Band 1 einer Reihe! Ob oder wann weitere Bände erscheinen steht noch nicht fest, aber da so viel offen bleibt am Ende, gehe ich davon aus.


Riley ist zufrieden mit ihrem Leben. Naja abgesehen davon, dass es ihr einfach nicht gelingen will die unehrenhafte – und ungerechtfertigte – Entlassung ihres Vaters aus der Navy rückgängig machen zu lassen. Und dann ist da auch noch die Sache mit den Männern. Irgendwie endet das für sie immer mit Schmerz.
Eines Abends steht plötzlich Killian in ihrem Tattoo-Studio. Er will sich ein Cover-up machen lassen, doch Riley bringt es nicht übers Herz die wunderschöne Arbeit zu zerstören. Es funkt und einige Tage später landen sie im Bett. Doch Riley entdeckt, dass er ein Navy Tattoo hat und kann einfach nicht bei ihm bleiben. Zu viel Schmerz ist mit der Navy verbunden.
Ein anderer Kunde lässt sich Killians Tattoo stechen und als er die Zeichnung bei ihr findet schnürt ihm ein furchtbarer Verdacht die Luft ab. Wenn er recht hat, hat er Riley in schreckliche Gefahr gebracht.


Riley war anfangs eine richtig coole Frau, die scheinbar nichts aus der Ruhe brachte, doch das war nur eine Facette ihrer Persönlichkeit. Sie steht unter unheimlichem Druck. Ihr Vater lebt in einem Pflegeheim und die Kosten fressen beinahe ihren gesamten Verdienst. Ihre Anträge auf Annulierung der unehrenhaften Entlassung werden andauernd abgeblockt. Von allen Seiten bekommt sie immer nur Magenschwinger. Sie tat mir echt leid.
Gleichzeitig hat Riley aber auch so viele schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, dass sie sofort immer das Schlimmste annimmt. Sie beißt sich an diesen Vorverurteilungen total fest, bis sie irgendwann dann doch bereit ist nachzudenken und objektiver an die Sache heranzugehen. Man kann verstehen, wo das herkommt, immerhin wurde sie in ihrem Leben so oft verletzt und so oft war auch das Schlimmste genau das, was sie bekommen hat. Trotzdem ist es schade, weil sie das auch anstrengend macht.

Killian will Riley um jeden Preis beschützen, allerdings stellt er sich da in meinen Augen ziemlich dämlich an. Er will nicht, dass seine Feinde wissen, dass sie ihm etwas bedeutet, da ist es dann sicher die falsche Taktik in ihr Haus zu ziehen, sie zu stalken und sich in der Öffentlichkeit mit ihr blicken zu lassen! Das war für mich leider unlogisch, bzw. einfach doof von ihm. Es hätte nur noch gefehlt, dass er jede Menge Pärchen-Fotos mit ihr macht, die er dann in den Sozialen Medien zeigt. Ja, ich übertreibe, aber ehrlich mal, das ergibt einfach keinen Sinn!
Es war toll gemacht, wie man erfahren hat, was damals bei dem Einsatz passiert ist und wie das das Team verändert hat. Es ist schlimm, dass sie das durchmachen mussten. Das restliche Team ist sehr sympathisch, man wünscht ihnen ein Happy End.

Mir ging es immer wieder zu schnell. Für mich kommen die Wendungen zu plötzlich. Ich hätte mir gewünscht, dass der Crime-Anteil etwas höher gewesen wäre. Es dreht sich mehr um Riley und Killian, ob sie sich jetzt wollen oder nicht, bzw. ob Riley ihm vertrauen kann und ob er es schafft, sie zu überreden, als um die Story rund um Serpent. Ja, es ist eine Reihe und natürlich kann die Story nicht komplett abgeschlossen werden, aber es geht hier ja darum, dass eventuell Rileys Leben in Gefahr ist, davon spürt man aber erst kurz vor Schluss etwas. Davor gibt es ganz selten mal Szenen, bei denen man sich denkt: passiert jetzt was Spannendes? Nein. Die Bedrohung existiert mehr in Killians Kopf. Ich hätte es schöner gefunden, wenn sie entweder die ganze Zeit über spürbar gewesen wäre, z.B. durch irgendwelche Ungereimtheiten, die Riley Killian vielleicht nebenbei erzählt, die für ihn aber Sinn ergeben und für eine Bedrohung sprechen, oder offen in Erscheinung getreten wäre. So kamen mir die Szenen viel zu abrupt.

Ja, es gibt definitiv spannende Szenen in diesem Buch, aber eben erst kurz vor Schluss und dann sind sie auch ganz schnell wieder vorbei. Was mich dabei aber noch mehr gestört hat war, dass man eben noch mitten drin ist und ganz plötzlich ist das Kapitel vorbei und der Epilog beginnt und es wird nicht mehr erwähnt, wie es danach weitergegangen ist mit Serpent oder irgendetwas. Die Szene wird einfach abgeschnitten, bzw. der Ort gewechselt. Ich kann verstehen warum, aber mich hat es gestört.


Fazit: Ich fand das Buch nicht schlecht. Es hat definitiv seine schönen Szenen, aber mir ging es oft zu schnell. Nicht nur beim Crime-Anteil, der für mich deutlich höher hätte ausfallen dürfen, sondern auch zwischen Riley und Killian. Allgemein kommt für mich manches in diesem Buch zu abrupt. Das ist echt schade, denn mich wirft es dann immer aus der Handlung. Ich frage mich dann immer „huch, wann ist das denn passiert? Hab ich was verpasst?“.
Was gut dargestellt wird ist Rileys Situation. Wie sich alles über ihr auftürmt und niemand ihr hilft all die Last zu bewältigen. Sie tat mir echt leid.
Ich fand die Protagonisten nicht unsympathisch, aber ich habe Riley immer wieder an ihre Vorverurteilungen verloren. Sie ist darin untergegangen und ich musste warten, bis sie wieder auftaucht, bevor ich wieder bei ihr war.
Trotzdem ist dieses Buch kurz vor Schluss sehr spannend und ich konnte mitfiebern.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Ein interessanter Roman über Trauerbewältigung und Selbstfindung, aber mit ein paar Längen

Und dann kamst du
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Claires Leben ist ein Scherbenhaufen. Vor ein paar Wochen starb ihr Zwillingsbruder Colin und seit dem kommt sie nicht mehr klar. Sie fühlt sich wie betäubt, ankerlos. Sie weiß nicht mehr, ob sie überhaupt ...

Claires Leben ist ein Scherbenhaufen. Vor ein paar Wochen starb ihr Zwillingsbruder Colin und seit dem kommt sie nicht mehr klar. Sie fühlt sich wie betäubt, ankerlos. Sie weiß nicht mehr, ob sie überhaupt noch Medizin studieren will, immerhin war das ihr gemeinsamer Plan. Sie liest nicht mehr, geht nicht mehr ins Kino, macht nichts, was sie an Colin erinnert.
Eines Nachts sieht sie im Bus nach Hause einen Mann, der sie an Colin erinnert und das, obwohl er ihm eigentlich gar nicht ähnlich sieht. Er hat seinen Rucksack vergessen, doch Claire schafft es nicht mehr ihm nachzurennen, bevor der Bus anfährt. Seit dem sucht sie nach Sam, wie der Mann heißt, das weiß sie von dem einen Tagebucheintrag, den sie gelesen hat. Aus Gründen, die sie selbst nicht versteht, führt Claire das Tagebuch weiter, dokumentiert ihre Suche nach Sam und wie sie ihr Leben verändert.


Ich fand die Idee sehr interessant. Eine Frau findet einen Rucksack und sucht den Besitzer nur anhand des Inhalts. Ich fand auch die Umsetzung schön, zum Beispiel, wie man Claire durch ihre Trauer begleitet und auf ihrem Weg zur Selbstfindung. Allerdings hat das Buch zwischendurch auch seine Längen, da muss man dann einfach durch, denn es ist wirklich toll mitzuerleben, wie Claire sich verändert.

Über Sam erfährt man nur sehr wenig. Das Buch folgt ausschließlich Claire. Man erfährt, was in seinem Rucksack war, wie Claire sein Äußeres beschreibt, was in seinem Tagebuch stand und die paar Brotkrumen, die Claire auf ihrer Suche begegnen. Dadurch bleibt Sam etwas Abstraktes, fast, wie eine Vorstellung, eine Fantasie. Und gerade wenn man immer denkt: das wird doch nie was! Findet Claire wieder einen Brotkrumen, der sie weiter hoffen und weiter suchen lässt.

Claire leidet sehr unter dem Verlust ihres Bruders. Sie hat ihr Leben genau vor sich gesehen, alles war genau durchgeplant und ihr Bruder war bei jedem einzelnen Schritt an ihrer Seite. Mit ihm wollte sie sich ein WG Zimmer teilen, mit ihm wollte sie die Medizin-Vorlesungen besuchen und mit ihm wollte sie die Praxis ihrer Eltern übernehmen. Doch jetzt ist das alles einfach weg. Klar, sie ist für das Studium eingeschrieben und bald geht es damit auch los, aber die Begeisterung, die Sicherheit des Wissens, das zu tun, für das man bestimmt ist, die ist weg. Claire weiß nicht mehr, ob sie überhaupt noch Medizin studieren soll, oder wie sie überhaupt ihr Leben gestalten will, denn ohne Colin fühlt es sich nicht mehr nach ihrem Leben an.

Sie tut einem wirklich schrecklich leid. Deswegen finde ich es umso schöner sie dabei zu begleiten, wie sie durch die Suche nach Sam ihr Leben ändert. Es sind kleine Dinge, die aber eine große Wirkung haben. Schon allein, dass sie den Kontakt zu ihren Mitbewohnern sucht, zum Beispiel.

Das Buch hat aber auch seine Längen. Da muss man aufpassen bei der Stange zu bleiben. Was mich aber noch mehr gestört hat, war das Ende, das für mich viel zu abrupt kam. Mir ging es da viel zu schnell.


Fazit: Ich fand das Buch gut, es ist mal etwas ganz anderes. Es ist ein langsames Buch, dass ohne viel Spannung auskommt. Es geht vor allem, um Trauerbewältigung und darum herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man sich vom Leben wünscht. Ich fand es interessant Claire dabei zu begleiten, wie sie sich entwickelt hat. Das Buch hat aber auch seine Längen, bei denen es nicht immer ganz leichtfällt, nicht weg zu driften.
Was mich gestört hat, war das abrupte Ende. Das ging mir einfach viel zu schnell, da konnte ich gefühlsmäßig einfach nicht mehr folgen.

Ich fand das Buch gut, aber mir persönlich waren es etwas zu viele Längen und das Ende zu abrupt. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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