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Veröffentlicht am 26.03.2020

Die Suche nach den Wurzeln

Geteilt durch zwei
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Kurz vor ihrem 40. Geburtstag entdeckt Nadja, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sie wusste schon immer, dass sie adoptiert wurde, doch seltsamerweise wollte ihre Adoptivmutter ihr nie etwas über die ...

Kurz vor ihrem 40. Geburtstag entdeckt Nadja, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sie wusste schon immer, dass sie adoptiert wurde, doch seltsamerweise wollte ihre Adoptivmutter ihr nie etwas über die näheren Umstände erzählen. Nadja nimmt Kontakt auf zu Pia. Wie wird es sein, eine Zwillingsschwester nach Jahrzehnten wieder kennen zu lernen?

Sehr differenziert erzählt die Autorin Barbara Kunrath über eine Adoption, die mit vielen Geheimnissen behaftet war. Die Frage allerdings, wer man ist, wer die leiblichen Eltern sind, das sind Fragen, die jeden Menschen umtreiben. Nadjas Wunsch, die Schwester kennen zu lernen, wird nachvollziehbar dargestellt, aber auch die Motive der Adoptivmutter, zu verschweigen, was sie vom damaligen Adoptionsvorgang weiß. Nadja fühlte schon immer, dass da noch was war, eine „Lücke, die ich immer gefühlt und nie begriffen hatte“. Dennoch bleibt Nadja im gesamten Roman eher die Sachliche, Kühle, Rationale, mit Emotionen tut sie sich schwer. Dies ist der Part der Leserin, den für sich zu ergänzen.

Dieses Buch beschreibt überzeugend die Suche einer adoptierten Frau nach ihren Wurzeln, um sich endlich in ihrem Leben zurechtzufinden. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Solidarität für Frauen in Not

Das Haus der Frauen
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Solène arbeitete lange Jahre erfolgreich als Anwältin, doch dann nahm sich einer ihrer Mandanten vor ihren Augen das Leben. Da auch ihr langjähriger Freund sich von ihr getrennt hat, bricht sie völlig ...

Solène arbeitete lange Jahre erfolgreich als Anwältin, doch dann nahm sich einer ihrer Mandanten vor ihren Augen das Leben. Da auch ihr langjähriger Freund sich von ihr getrennt hat, bricht sie völlig zusammen. Sie beginnt, ehrenamtlich tätig zu sein, im „Haus der Frauen“, wo Frauen in Not unterkommen können. Dort schreibt sie im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe: an Behörden, an den zurückgelassenen Sohn in Guinea, an den Geliebten. Dabei lernt sie die Frauen aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen und wird selbst Teil der Hausgemeinschaft. Sie beschließt, die Geschichte der Begründerin des Hauses Blanche Peyron aufzuschreiben.

Während einerseits Solènes Erlebnisse mit den Frauen des Hauses erzählt werden, schildert der zweite Handlungsstrang das Leben von Blanche Peyron, die vor 100 Jahren dieses Haus unter größten Anstrengungen ins Leben rief. Es kommen Frauen in den Fokus, die Unterschlupf gefunden haben, ihre Schicksale gehen ans Herz. Trotz all der Schwere bleibt der Schreibstil eher nüchtern und leicht lesbar. Sehr gerne lässt sich frau von den verschiedenen Schicksalen erzählen.

Ein interessantes Buch zum Thema Solidarität und Toleranz anderen gegenüber, das ich sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Magische Zeiten in Paris

Die Magier von Paris
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Die Magierfamilien Delune und Belleson sind Rivalen. Claire und Rafael, die beiden jüngsten Familienmitglieder der beiden Clans, wissen gar nicht so genau warum. Sie beobachten sich gegenseitig und führen ...

Die Magierfamilien Delune und Belleson sind Rivalen. Claire und Rafael, die beiden jüngsten Familienmitglieder der beiden Clans, wissen gar nicht so genau warum. Sie beobachten sich gegenseitig und führen den Wettstreit ihrer Väter weiter, nun, nachdem diese beide durch einen unerklärlichen Unfall gleichzeitig gestorben sind. Doch es gibt noch einen dritten Magier in Paris. Claire und Rafael merken schnell, dass sie sich zusammentun müssen, um Felistin entgegenzutreten.

Es ist ein ganz besonderes Paris, in dem die Zaubererkinder leben. Ein Hauch von Magie schwebt über allen Ereignissen, die das Buch schildert. Hier hat sich die Autorin Christina Wolff viele wunderbare Details einfallen lassen, die die Geschichte sehr bereichern. Die ganzseitigen Illustrationen ergänzen den Text auf eine sehr ansprechbare Weise. Mit den Kindern Claire und Rafael macht sich der Leser auf, die Geheimnisse der beiden Magierfamilien zu lösen. Der flüssige Schreibstil und der straffe Spannungsbogen lassen die Seiten schnell dahinfliegen.

Dieses spannende Buch voller magischer Momente entführt Leser ab 10 Jahren in ein ganz besonderes Paris, man möchte sofort mit dem nächsten Band weitermachen. Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 12.03.2020

Cybermobbing

Im Netz des Lemming
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Als der Lemming mit Mario, einem Freund seines Sohnes zufällig in derselben Straßenbahn fährt, kommt es zu einem tragischen Vorfall: Auf Marios Handy-Display erscheint eine Nachricht, die den Jungen so ...

Als der Lemming mit Mario, einem Freund seines Sohnes zufällig in derselben Straßenbahn fährt, kommt es zu einem tragischen Vorfall: Auf Marios Handy-Display erscheint eine Nachricht, die den Jungen so verstört, dass er sofort von einer Brücke in den Tod springt. Der Lemming versucht ihn noch davon abzuhalten, doch erfolglos. Urplötzlich bricht ein Shitstorm über ihn herein, wird er doch in der Presse als pädophiler Triebtäter bezeichnet, der den Jungen in den Tod getrieben hat. Zusammen mit seinem alten Freund, Chefinspektor Polivka, macht er sich auf, die wahren Hintergründe zu Marios Tod aufzudecken.

So schnell kann es gehen, dass jemand vorverurteilt und von den Medien abgestraft wird: Wie schnell der Lemming in eine Rolle gerät, die ihn arbeitslos macht und seine Familie ausgrenzt, das ist leider nur allzu vorstellbar. Genauso wie das Mobbing, dem Mario zum Opfer fällt. Es ist erschreckend, dies zu lesen, denn die Geschichte klingt hier sehr realistisch. Berechtigte Gesellschaftskritik klingt durch. Allerdings verfängt sich diese Kritik m.E. zu sehr in den Untiefen der österreichischen Politik: Hier wird Bezug genommen auf aktuelle Ereignisse, das ist interessant, wird aber sehr breit getreten.

Dass dieses Buch Teil einer Reihe ist, war mir nicht von Anfang an klar. Dennoch lässt es sich auch gut für sich allein lesen, die nötigen Hintergrundinformationen erhält der Leser, sobald sie relevant werden. Allerdings habe ich nicht den Hintergrund zu dem Spitznamen des Protagonisten verstanden, mich hat es auch immer wieder gestört, dass der ehemalige Kommissar Leopold Walllisch als „der Lemming“ bezeichnet wird.

Dieser Krimi gibt einen interessanten Einblick in die österreichische Gesellschaft und behandelt gleichzeitig ein sehr brisantes und aktuelles Thema, nämlich Cybermobbing. Diese beiden Themen finde ich sehr gut gelungen dargestellt, allerdings muss ich Abstriche machen wegen der Umsetzung. Ich vergebe deshalb 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 10.03.2020

Carlas Chamäleonitis

Carla Chamäleon: Oh Schreck, ich bin weg!
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Carla Niemann startet ohne Freude ins neue Schuljahr: die beste Freundin ist weggezogen, die Schulkameraden hänseln sie, und neben ihr im Klassenzimmer sitzt nun der Neue, Jole, der sich als Klassenclown ...

Carla Niemann startet ohne Freude ins neue Schuljahr: die beste Freundin ist weggezogen, die Schulkameraden hänseln sie, und neben ihr im Klassenzimmer sitzt nun der Neue, Jole, der sich als Klassenclown präsentiert. Carla möchte sich am liebsten in Luft auflösen – und genau das passiert! In allen peinlichen Situationen verschmilzt sie mit ihrer Umgebung, wird unsichtbar. Während Carla das unheimlich findet, sieht Jole all das mit Erstaunen an. Und nicht nur Jole ist daran interessiert, sondern auch der mächtige Geheimbund, der Carla beobachtet…

Mit diesem turbulenten Abenteuer um Carlas Chamäleonitis startet die Autorin Franziska Gehm eine Geschichte, in der Realität und Übersinnliches sich vermischen. Welches Kind träumt denn nicht davon, sich in Luft aufzulösen, wenn etwas peinlich ist? Und peinlich ist es, wenn einen die Mutter im Elefantenkostüm von der Schule abholt, mit einem kleinen Elefanten dabei, oder wenn der Vater mit Fahrradklingeln beim Chorauftritt der Schule mitmachen möchte. Überhaupt geht es in Carlas Familie drunter und drüber, keiner hat ein Ohr für ihre Bedürfnisse, keiner sieht überhaupt, dass es ihr nicht gut geht. Und hier liegt mein Kritikpunkt an der Geschichte: Das ist so völlig überdreht, wie es in dieser Familie zugeht, dass es überhaupt nicht der Realität entsprechen kann. Kinder finden dieses Setting sicherlich lustig, aber ob sie sich mit ihren Problemen ernst genommen fühlen? Zudem spricht die Englischlehrerin ein eindeutiges Denglisch – das würde aber eine engagierte Lehrerin nicht machen.

Ansonsten aber liest sich die Geschichte sehr spannend, der Schreibstil ist auf die jüngeren Leser abgestimmt, die Illustrationen im Buch ergänzen den Text auf angenehme Weise. So hinterlässt mich das Buch etwas zwiespältig, ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen. Bleibt abzuwarten, welche Abenteuer Carla noch erlebt und ob sich in den weiteren Bänden meine Kritik als gegenstandslos erweist.

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