Profilbild von buchgestapel

buchgestapel

Lesejury Star
offline

buchgestapel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchgestapel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2020

Dreißig Dates in dreißig Tagen

Thirty
0

Worum geht’s?
Bella Edwards steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und hat das Gefühl, in ihrem Leben dauerhaft auf der Stelle zu treten. Um sie herum ist jeder glücklich und erfolgreich, nur sie ...

Worum geht’s?
Bella Edwards steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und hat das Gefühl, in ihrem Leben dauerhaft auf der Stelle zu treten. Um sie herum ist jeder glücklich und erfolgreich, nur sie dümpelt noch immer als Single herum und wartet darauf, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Als ihr Chef ihr dann eine Beförderung anbietet, die eigentlich nicht mal eine wirkliche Beförderung ist, platz ihr der Kragen. Kurzentschlossen reist sie aus dem verregneten London zu ihrer Freundin Esther nach New York und stellt sich deren Masterplan zur Überwindung ihrer Krise: Sie soll innerhalb von dreißig Tagen auf dreißig Dates gehen und so noch vor ihrem dreißigsten Geburtstag ihren Traummann finden.


Meine Meinung
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, Bella auf ihre Suche nach der großen Liebe zu begleiten, auch wenn diese ein wenig unorthodox verlaufen ist.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, an mancher Stelle jedoch auch ein wenig zu ausschweifend. Besonders Bellas Gedanken wurden ab und an ein wenig konfus, und bei einem stolzen Umfang von 500 Seiten war es dann irgendwann auch einfach ein wenig verwirrend für mich.

Die Protagonistin fand ich sehr sympathisch und trotz ihrer Lebenskrise nicht überaus nervig oder anstrengend. Im Laufe der Geschichte kann man deutlich miterleben, wie sie sich weiterentwickelt, ihr Leben neu justiert und am Ende tatsächlich ein Happy End erlebt – Auch wenn das ein wenig anders verläuft, als man es den Großteil des Buches über annehmen würde.

Die Nebencharaktere, angefangen bei der schrulligen Wahrsagerin , über Esther bis hin zu dem Haufen an Männern, die Bella während ihrer dreißigtägigen Challenge kennen lernt, sind allesamt sehr witzig zu lesen, auch wenn man bei dieser Fülle an Figuren nicht zu jeder besonderen Tiefgang erwarten kann.

Das Hin und Her zwischen Bella und ihrer Flugzeugbekanntschaft MJ nahm einen großen Teil der Handlung ein, was einen schönen roten Faden über ihren Roadtrip durch Amerika gezogen hat. Ihn hatte ich zunächst für Bellas Seelenverwandten gehalten, aber über den weiteren Verlauf der Geschichte hinweg bleibt er eher blass und konnte mich nicht mehr wirklich abholen.

Ziemlich cool fand ich dann auf jeden Fall noch die Idee, Bella in Form von E-Mails an ihre Freundin Esther von den verschiedenen Dates erzählen zu lassen. Das geschieht mit viel Witz und einem Augenzwinkern, ohne das man die Menge an sprichwörtlichen Fröschen die sie trifft vermutlich nur sehr schwer ertragen könnte.


Fazit
Mit Thirty hat Autorin Christina Bradley eine humorvolle Liebeserklärung an die Liebe selbst geschaffen. Dabei versteht sie es, Situationskomik mit in dieser Story funktionierenden Charakteren zu verbinden und so nicht nur das Tempo und den Lesefluss, sondern auch das Interesse der Leser hoch zu halten. Dass dabei eine charakterliche Entwicklung der Nebenfiguren kaum bis gar nicht stattfindet, ist hierbei zum Glück völlig nebensächlich. Viel wichtiger ist nämlich stattdessen, dass Protagonistin Bella am Ende den Lebensabschnitt beginnen kann, in dem sie eine wesentlich glücklichere Person werden kann. Da wirkt die Moral am Ende der Geschichte gleich doppelt so schön – Denn wer seinen eigenen Wert nicht an jemand anderem fest macht, der wird langfristig glücklicher. Und vielleicht läuft man genau dann dem oder der Einen ganz zufällig über den Weg.

Für Thirty gibt es daher von mir viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2020

Eine digitale Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs

Influence – Fehler im System
0

Worum geht’s?
Für Amir sollte es der größte Tag seines Lebens werden. Er ist im Besitz eines geheimen Datenchips, den er an den anonymen Blogger und Netzaktivisten Habakuk übergeben soll und dessen Veröffentlichung ...

Worum geht’s?
Für Amir sollte es der größte Tag seines Lebens werden. Er ist im Besitz eines geheimen Datenchips, den er an den anonymen Blogger und Netzaktivisten Habakuk übergeben soll und dessen Veröffentlichung zu dem wohl gewaltigsten Skandal des Internets führen würde. Am Tag der Übergabe bricht jedoch das gesamte Netz zusammen, und die Welt versinkt im totalen Chaos. Ein Urheber der Attacke kann nicht identifiziert werden, und so sieht Amir seine einzige Möglichkeit darin, trotz der widrigen Umstände nach dem geheimnisvollen Habakuk zu suchen. Dabei begibt er sich unwissentlich in Lebensgefahr, denn was ihm Whistleblower Manfred nicht verraten hat, sind die Identitäten der Drahtzieher des digitalen Blackouts – Und die haben nicht nur Freunde.


Meine Meinung
So abwegig wie eine Cyberkalypse im ersten Moment auch klingen mag – Dieses Buch zeigt, dass ein solches Szenario nicht völlig undenkbar wäre. In dieser Geschichte wird dem Leser ein Spiegel vorgehalten, besonders was den eigenen Internetkonsum angeht. Der erste Griff am Morgen geht zum Smartphone? Bezahlt wird fast ausschließlich online, Bargeld hat man nur noch für den absoluten Notfall dabei? Mit den eigenen Daten wird im Netz beinahe völlig sorglos umgegangen? All das entspricht heute der Lebensrealität vieler Menschen, und das wird in Influence – Fehler im System kritisiert.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich gehalten und angenehm zu lesen, was mir besonders bei dem teils sehr hohen Tempo der Geschichte positiv aufgefallen ist. Die Spannung wird von der ersten Seite an hochgehalten, angefangen beim Ausfall des Internets bis hin zur Flucht quer durch Deutschland, die Amir mit Habakuk gemeinsam antreten muss.

Besonders spannend an Amir fand ich, dass er eigentlich ein ziemlich durchschnittlicher junger Mensch ist. Als Student mit marokkanischen Wurzeln sind seine Lebensumstände vielleicht noch mal ein wenig anders als die von Lesern ohne Migrationshintergrund, aber darauf wird der Fokus hier gar nicht gelegt. Er agiert gerne im Hintergrund, möchte aber trotzdem etwas bewegen und an einflussreichen Ereignissen beteiligt sein, ohne sich selbst dabei in den Vordergrund zu stellen. Das hat ihn in meinen Augen zu einem sehr sympathischen Protagonisten gemacht, dessen Handlungen meistens logisch waren und dessen Entwicklung keine vollkommene 180-Grad-Wendung war.

Durch sein Praktikum im Büro eine Politikerin kommt er an besagten Datenchip, was so ziemlich seiner Vorstellung von an einem wichtigen Ereignis beteiligt sein entspricht. Er und Habakuk sind ein interessantes Team, das auf der einen Seite sehr gegensätzlich ist, sich gleichzeitig aber durch ihre verschiedenen Charakterzüge auch gut ergänzt. Besonders durch die regelmäßigen Sprünge zwischen Gegenwart und der Zeit von Amirs Praktikum wird noch einmal deutlich, wie er sich als Charakter entwickelt und wie er mit den Herausforderungen, auf die er trifft wächst.

Das einzige Manko an dieser Geschichte war für mich das etwas hektische Ende. In sehr kurzer Zeit passieren unglaublich viele Dinge, man erfährt, wer wie an dem digitalen Blackout beteiligt ist und es kommt zu einem großen Showdown, der so einige offene Fragen klärt. Das Ende selber bleibt dabei jedoch ebenfalls relativ offen, was mich irgendwie ein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat. Andererseits besteht so jedoch noch immer die Möglichkeit einer Fortsetzung, von daher will ich mich überhaupt nicht voreilig beklagen.

Fazit
Mit Influence – Fehler im System hat Christian Linker einen sehr lebensnahen und spannenden Thriller verfasst, der nicht nur unterhält, sondern auch Kritik am gesellschaftlichen Umgang mit Medien und den digitalen Möglichkeiten dieser Welt übt. Viele Leser werden sich zumindest teilweise in dieser Geschichte wiederfinden können, denn in unserer digitalisierten Welt ist die häufige Nutzung des Internets natürlich keine Seltenheit mehr, sonder fast schon eine automatisierte Handlung. Wenn man über einige kleine Schwächen am Ende des Buches hinwegsieht, kann man sich auf ein spannendes Abenteuer mit zwei sympathischen Charakteren freuen, die in einem nicht völlig abwegigen Szenario herausfinden müssen, was für sie zählt und wie viel Raum sie dem Internet in ihrem Leben geben wollen – Und nebenbei versuchen, die Welt zu retten.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2020

Eine neue Ära der Superhelden

Silence & Chaos
0

Worum geht’s?
Als Baine City von einem mysteriösen Rächer angegriffen wird, gibt es nur eine Person, die in der Lage wäre, ihm und seinem Treiben Einhalt zu gebieten – Corvin West, aka Dark Chaos. Für ...

Worum geht’s?
Als Baine City von einem mysteriösen Rächer angegriffen wird, gibt es nur eine Person, die in der Lage wäre, ihm und seinem Treiben Einhalt zu gebieten – Corvin West, aka Dark Chaos. Für Divisionsagentin Jill ist es ein schwerer Schritt, dem Mörder ihres Vaters nach sechs Jahren wieder gegenüber zu treten. Einst waren sie ein Team – Die Rookie Heroes, Nachfolger der legendären Worrior, doch nur mit einem Bruchteil von deren Fähigkeiten ausgestattet. Nun stehen sie vor ihrer wohl größten Herausforderung: Nach Jahren der Trennung wieder Vertrauen zueinander aufzubauen und den Rächer gemeinsam zur Strecke zu bringen.


Meine Meinung
Als Fan der großen Universen wie Marvel und DC sind Geschichten über Superhelden immer ganz besonders interessant für mich.

Sehr schön fand ich, dass die Fähigkeiten der Rookies keine Superkräfte im herkömmlichen Sinn waren. Einige ziemlich spektakuläre Dinge waren zwar schon dabei, aber insbesondere Fawn hätte auch ein halbwegs normales Leben führen können, wäre ihr Bekanntheitsgrad nicht so hoch. Dadurch viel es mir insgesamt ziemlich leicht, die Charaktere als junge Erwachsene wahrzunehmen, deren Probleme sich zwar von denen normaler Menschen unterscheiden, ihnen aber in mancher Hinsicht trotzdem sehr ähnlich sind.

Begünstigend hat sich das auch auf die glaubhafte Charakterentwicklung ausgewirkt, die zumeist relativ subtil verläuft und mich am Ende mit einem richtig schönen Glücksgefühl zurück gelassen hat. Gleiches gilt übrigens auch für die Liebesgeschichte zweier Charaktere, die so geschickt in die Nebenhandlung eingebaut wurde, dass man sich am Ende zwar über ein romantisches Happy End freuen kann, den fantastischen Aspekt der Handlung dabei aber nicht aus den Augen verliert oder das Gefühl bekommt, einen Liebesroman zu lesen.

Ein bisschen schade fand ich, dass sich die Handlung an einigen wenigen Stellen wiederum etwas stockend vorwärts bewegt hat. Da habe ich mich dann kurz gefragt, wie man denn bitte bis zum Ende des Buches noch logisch zu dem Punkt kommen soll, an dem die Identität und das Motiv des Rächers offengelegt werden.

Im starken Kontrast dazu stand dann der Finalkampf, in dem es wirklich Schlag auf Schlag zuging. Was mich da ein wenig gestört hat war, dass irgendwie jeder einmal kurz dran war und es generell ziemlich schnell vonstattenging. Etwas weniger Hektik hätte der Atmosphäre sicherlich nicht geschadet, aber im Großen und Ganzen haben diese Punkte das Lesevergnügen nicht maßgeblich beeinträchtigt.


Fazit
Mit den Rookie Heroes hat Mara Lang eine neue Generation Superhelden erschaffen, deren wahre Stärke nicht in ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten, sondern in Werten wie Vertrauen und Freundschaft liegt.

Auch wenn die Geschichte an manchen Stellen ein wenig zähflüssig vorwärts kam und der finale Endkampf ein wenig arg hektisch wirkte, hat mir Silence & Chaos sehr gut gefallen. Die Charaktere haben sich überwiegend sinnvoll entwickelt und konnten schlussendlich alle ihr Talente unter Beweis stellen, ohne dass dabei einer der Protagonisten unangenehm deutlich oder bemüht in den Vordergrund gestellt wurde.

Wer Lust auf eine neue Welt mit sehr ungewöhnlichen Helden und eine Geschichte über die Macht von Mut und Freundschaft hat, der sollte definitiv mal einen Blick in Silence & Chaos werfen.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

Wenn die Liebe nicht an erster Stelle stehen darf

Das Licht von tausend Sternen
0

Worum geht’s?
Für ihren autistischen Bruder Ben muss Harper schon ihr Leben lang zurück stecken. Bis sie Ashton kennen lernt, war das auch nie ein besonders großes Problem für sie. Doch er bringt ihr Herz ...

Worum geht’s?
Für ihren autistischen Bruder Ben muss Harper schon ihr Leben lang zurück stecken. Bis sie Ashton kennen lernt, war das auch nie ein besonders großes Problem für sie. Doch er bringt ihr Herz zum rasen und zeigt ihr, was andere Leute in ihrem Alter so machen. Ihre neu entdeckte Freiheit macht es Harper jedoch zunehmend schwerer, sich mit der Enge ihres alten Lebens zu arrangieren, und mit einem Mal muss sie sich entscheiden: Steht für sie die Familie oder die Liebe an erster Stelle, und kann sie das eine für das andere überhaupt aufgeben?


Meine Meinung
Diese Geschichte hat mich innerlich zerrissen und emotional so sehr berührt, wie mir das in letzter Zeit nur bei sehr wenigen Büchern passiert ist. Auch das Cover ist ein absoluter Traum und gefällt mir wahnsinnig gut. Der Schreibstil ist locker gehalten und sehr angenehm zu lesen, was mich angesichts der doch teils eher ernsten Themen positiv überrascht hat.

Das Thema Autismus ist mir nicht fremd, und auch in der jüngsten Vergangenheit sind aktuell ein paar Bücher erschienen, in denen diese Thematik aufgegriffen wurde. Deshalb war ich besonders gespannt darauf, wie diese Geschichte mit dem Aspekt umgeht.

Zunächst einmal zu den Charakteren: Harper, die weibliche Protagonistin, war mir überwiegend sehr sympathisch. Ihr Leben spielt sich zwischen der Uni und ihrem Zuhause ab, da sie ihre Freizeit ausschließlich ihrem Bruder und ihrer Mutter widmet. Dass sie die Bedürfnisse ihrer Familie über ihre eigenen stellt, ist auf der einen Seite ein unglaublich bewundernswerter Charakterzug an ihr, auf der anderen Seite scheint sie dadurch aber auch der Meinung zu sein, weder Spaß noch persönliches Glück verdient zu haben. Auf Dauer fand ich das fast ein wenig anstrengend, denn mit dieser Annahme liegt sie ja eigentlich völlig falsch.

Auch die Geheimniskrämerei um ihren Bruder habe ich nicht ganz verstanden, denn auch wenn Ashton so einiges mit sich herum zu schleppen hat und in der Vergangenheit sehr darunter litt, dass sich seine Eltern ausschließlich auf seine kranke Schwester fixiert haben, ist es einfach keine geeignete Basis für eine Beziehung, wenn sie ihm so einen elementaren Teil ihres Lebens verschweigt.

Seine Reaktion fand ich allerdings auch ein wenig überzogen, denn er tut ja förmlich so, als habe Harper ihn mit einem anderen betrogen. Dass er sich hinterher dann doch noch entschuldigt und die Beziehung so gerettet hat, hat ihm bei mir doch noch genug Sympathiepunkte eingebracht, um nicht ganz unten durch zu sein.

Sehr gut gefallen haben mir die Szenen mit Harper und Ashton, in denen sie einmal nicht an alle Probleme und Sorgen des Alltags denken mussten. Dort wird eine Leichtigkeit spürbar, die mich direkt mitgerissen und dazu gebracht hat, sowohl Freud als auch Leid mit den Protagonisten zu durchleben.

Gut gestaltet fand ich auch die zahlreichen Nebencharaktere, die alle mit einer eigenen Geschichte und ihren ganz persönlichen Sorgen und Nöten ausgestattet wurden. Besonders Ashtons Mitbewohnerin und gleichzeitig beste Freundin seiner verstorbenen Schwester war eine wichtige emotionale Stütze, die die beiden Protagonisten ab und an mal etwas in die richtige Richtung geschoben hat, wenn genau das notwendig wurde.


Fazit
Das Licht von tausend Sternen ist eine wirklich berührende Liebesgeschichte, bei der man mit den Protagonisten sowohl mitlachen als auch mitweinen kann. Hier ist die Welt nicht immer aus rosaner Zuckerwatte, aber das verleiht der Geschichte auch einen authentischen Touch, den ich sehr zu schätzen weiß.

Wer eine gefühlvolle Lovestory, große Emotionen und ein bisschen Drama mag, der wird sich mit Das Licht von tausend Sternen wohl fühlen.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2020

Tomas Piety räumt auf

Priest of Bones
0

Worum geht’s?
Als Tomas mit seiner Kompanie aus dem Krieg in seine Heimatstadt Ellinburg zurückkehrt, muss er mit entsetzen feststellen, dass sich eine Truppe fremder Ganoven sein mühsam aufgebautes System ...

Worum geht’s?
Als Tomas mit seiner Kompanie aus dem Krieg in seine Heimatstadt Ellinburg zurückkehrt, muss er mit entsetzen feststellen, dass sich eine Truppe fremder Ganoven sein mühsam aufgebautes System aus Gasthäusern, Bordellen und Glücksspielhallen unter den Nagel gerissen hat. Gemeinsam mit seinen Kriegskameraden, seinem Bruder Jochan und seiner Stellvertreterin Bloody Anne macht sich Tomas daran, die verlorenen Kaschemmen zurück zu erobern und geht dabei über nicht gerade wenige Leichen. Unterstützung erhält er dabei von Billy the Boy, einem zwölfjährigen Jungen der von der Göttin berührt ist und magische Fähigkeiten entwickelt, die den Pious Men im Kampf um ihre Vorherrschaft von Nutzen sein können.


Meine Meinung
Es sind keine leichten Zeiten, in denen Tomas und seine Pious Men leben. Den Krieg haben sie zwar überlebt, aber kaum sind sie wieder zu Hause, beginnt ein neuer Kampf – Nur diesmal um Dinge, von denen sie eigentlich dachten, dass sie schon ihnen gehören. In dieser Situation geht es entsprechend brutal zu, auch wenn ich fand, dass sich die gewalttätigen Szenen relativ ausgeglichen verteilt haben und somit nicht zu viel wurden.

Eine ausgeglichene Verteilung in Bezug auf das Auftreten von Magie in der Geschichte konnte ich dagegen leider nicht feststellen, denn obwohl Billy the Boy immer irgendwo in der Handlung auftaucht, werden seine magischen Fähigkeiten erst zum Schluss kurz thematisiert.

Sehr interessant gestaltet fand ich die Charaktere, die auch für eine Geschichte aus den Genre Fantasy eher ungewöhnlich sind. Tomas als mordender Priester, eine Stellvertreterin mit tragischem Hintergrund und einer schnellen Schwerthand und ein zwölfjähriger Magier – Das habe ich so noch in keiner Geschichte gelesen. Trotz der Gewalttätigkeit, die so ziemlich jeder an den Tag legen muss, mochte ich die Protagonisten fast ausnahmslos. Einzig Jochan gegenüber bin ich noch sehr skeptisch, da er nicht gerade vertrauenerweckend wirkt und sicherlich noch etwas im Schilde führt.

Gut gefallen hat mir auch der Schreibstil, er passt zu der rauen Welt in der die Geschichte spielt und unterstützt die durchaus dunkle Stimmung, die entsprechend der Lebensumstände vorherrscht.

Auch das Cover finde ich sehr schön gemacht, es wirkt zwar ein wenig harmloser als die Geschichte tatsächlich ist, aber mir als Ästhetikerin gefällt es sehr gut.


Fazit
Wer schwache Nerven hat, dem würde ich dieses Buch vielleicht eher weniger empfehlen, denn in Ellinburg rollen ein paar Köpfe. Trotz des angenehmen Schreibstils und der erfolgreich etablierten Stimmung ist mir der geringe Fokus auf die Magie ein wenig negativ aufgefallen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man von deren Existenz und Wirkung zumindest ein wenig eher etwas erfährt, aber eventuell kann da Band zwei Abhilfe schaffen. Insgesamt hat mir Priest of Bones gut gefallen und ich bin schon gespannt darauf, wie die Geschichte um Tomas und seine Pious Men im zweiten Teil weiter geht.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere