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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2020

Ein spannender Krimi, der interaktive Wege geht

Die tote Milliardärin
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Inhalt: Tiburon, 13. Juli 1989, 02:41 Uhr. Ein Notruf wird abgesetzt. Am Telefon: Der bekannte und geschätzte Milliardär Karl Renquist, der panisch mitteilt, dass er soeben seine Frau erhängt im gemeinsamen ...

Inhalt: Tiburon, 13. Juli 1989, 02:41 Uhr. Ein Notruf wird abgesetzt. Am Telefon: Der bekannte und geschätzte Milliardär Karl Renquist, der panisch mitteilt, dass er soeben seine Frau erhängt im gemeinsamen Haus aufgefunden hat. Routinemäßig wird die Polizei eingeschaltet, um den Todesfall zu prüfen. Am Tatort finden sich jedoch Auffälligkeiten. Handelt es sich wirklich um einen Selbstmord?

Persönliche Meinung: Der Krimi besticht durch einen nüchternen und realitätsnahen Stil. Nach und nach werden die einzelnen Schritte der Ermittlung durchgeführt, wobei man als Leserin immer dabei ist und so die Informationen (Zeugenaussagen, Beweise, Autopsie etc.) gewissermaßen aus erster Hand erfährt. Diese Informationen werden allerdings kaum interpretiert; die Schlussfolgerungen werden den Leserinnen überlassen. Dies führt dazu, dass man sich beim Lesen selbst wie ein Ermittler fühlt, wodurch man bestrebt ist, möglichst viele Indizien-Brotkrumen zu sammeln. Besonders interessant fand ich die QR-Codes im Krimi, die (mal mehr, mal weniger klare) Anstöße für die weitere Ermittlungsarbeit geben. Insgesamt handelt es sich um einen gut durchdachten Krimi, der zum Miträtseln einlädt und auffordert!

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Veröffentlicht am 02.04.2020

Verschwunden im Spreewald

Vermisst
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Inhalt: Die Kriminalhauptmeisterin Klaudia Wagner befindet sich auf dem Weg zurück in den Spreewald. Als ihr plötzlich ein Auto die Vorfahrt nimmt, muss sie ins Feld ausweichen, wobei sie eine Frau überfährt. ...

Inhalt: Die Kriminalhauptmeisterin Klaudia Wagner befindet sich auf dem Weg zurück in den Spreewald. Als ihr plötzlich ein Auto die Vorfahrt nimmt, muss sie ins Feld ausweichen, wobei sie eine Frau überfährt. Eine Frau, die dort eigentlich nicht sein kann. Doch damit nicht genug: In derselben Nacht verschwindet ein Student, der nahe des Unfallortes wohnte, und seine Vermieterin, eine selbsternannte weiße Hexe, spürt dunkle Schwingungen. Wie hängt dies alles mit einem vor zwei Jahren abgeschlossenen Fall zusammen? Welche Geheimnisse verbergen sich in der kleinen Siedlung am Fließ?

Persönliche Meinung: Obwohl ich die vier Vorgängerbände nicht kannte, hatte ich keine Probleme, mich in der Handlung und mit den Figuren zurecht zu finden. Erleichtert wurde dies auch durch die Kurzvorstellung der wichtigsten im Krimi auftretenden Personen. Die Handlung ist wunderbar rätselhaft und durchweg spannend. Sie setzt sich aus mehreren Handlungsfäden zusammen, die in einem fulminanten und überraschenden Finale alle wieder aufgegriffen und zu einem schlüssigen, perfekt durchdachten Ende geführt werden. Auch der Spreewald als Handlungsort wurde mit seinen zahlreichen Flussverzweigungen sehr schön in Szene gesetzt. Insgesamt handelt es sich um einen hervorragenden Krimi, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 29.03.2020

"Das Besondere entdecken"

99 x Harz wie Sie ihn noch nicht kennen
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Aufmachung: "99x Harz - wie Sie ihn noch nicht kennen" vereint viele verschiedene Ausflugsziele. Geordnet sind die Ziele nach der jeweiligen geographischen Lage: Goslar und Umgebung, Wernigerode und Umgebung, ...

Aufmachung: "99x Harz - wie Sie ihn noch nicht kennen" vereint viele verschiedene Ausflugsziele. Geordnet sind die Ziele nach der jeweiligen geographischen Lage: Goslar und Umgebung, Wernigerode und Umgebung, Südharz, in den Bergen, Quedlinburg und Umgebung, Halberstadt und Umgebung, Harzrand. Zu Beginn des Buches findet sich eine Karte des Harzes, in der die 99 Ziele eingetragen sind. Jedem Ziel wird meist eine Doppelseite (Text und Foto) gewidmet. Weiterhin werden zu jedem Ziel wichtige Kontaktinformationen angeführt.

Persönliche Meinung: Die Texte zu den einzelnen Zielen sind informativ und schön geschrieben. Auch die ausgwählten Bilder sind qualitativ hochwertig. Die Ziele sind sehr abwechslungsreich: So zeigt das Buch kleine inhabergeführte Geschäfte, idyllische Ziele in der Natur, markante Bauwerke und außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Dabei wird jeder Harzurlauber noch Ziele entdecken, die er noch nicht kannte. Mein Buch strotzt gerade nur so von Post its - für den nächsten Urlaub im Harz. Miriam Fuchs und Stefan Sobotta ist es auf jeden Fall gelungen, dem Prädikat der 99x-Serie gerecht zu werden: Sie haben im Harz "das Besondere" gefunden, sodass wir es ebenfalls entdecken können.

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Veröffentlicht am 08.03.2020

Merle ist wieder da!

Serafin. Das Kalte Feuer
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Inhalt: Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Merle und Junipa am Ende von „Das Gläserne Wort“ in die Spiegelwelt begeben haben, um Merles Vater zu suchen. Aktuell befinden sich die beiden in einem anderen ...

Inhalt: Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Merle und Junipa am Ende von „Das Gläserne Wort“ in die Spiegelwelt begeben haben, um Merles Vater zu suchen. Aktuell befinden sich die beiden in einem anderen Venedig, das gewissermaßen eine Parallelstadt des ursprünglichen Merle-Venedigs ist, in dem keine ägyptischen Usurpatoren existieren. Dort treffen sie auch auf Serafin, ein anderer Serafin als Merles, der von einer fliegenden Katze begleitet wird. Gemeinsam begeben sich Merle, Junipa und Serafin auf die Suche nach Merles Vater, wobei sie auf Inkarnationen alter Freunde und neuer Feinde treffen.

Persönliche Meinung: Wie man es von Kai Meyer gewohnt ist, zieht sein detaillierter und phantasievoller Schreibstil einen sofort in den Bann. Bereits nach wenigen Seiten fühlt man sich in der erzählten Welt heimisch und vergisst die Realität um sich herum. Ebenso detailliert und lebensnah ist die Zeichnung der Charaktere. Schön gemacht waren auch einzelne kleinere „Easter Eggs“, wie das Wiedersehen oder das Benennen einzelner Figuren aus den ersten drei Bänden, die allerdings im anderen Venedig eine ganz andere Rolle haben. Insgesamt strotzt das Werk nur so von originellen und phantasievollen Ideen, wovon mir die „Manifestierten Städte“, die gewissermaßen das Grundgerüst des Romans sind, am besten gefallen haben. Hierauf werde ich allerdings, um Spoiler zu vermeiden, nicht näher eingehen. Die Handlung ist in sich schlüssig und rund, sodass man „Serafin“ auch ohne Kenntnis der Vorgänger lesen kann. Das Lesevergnügen ist allerdings höher, wenn man Merle 1-3 gelesen hat. Alle vier Bände kann ich nur empfehlen (zumal die ersten drei im Zuge der Veröffentlichung von „Serafin“ in einer schönen Hardcover-Ausgabe neu aufgelegt worden sind)!

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Die Dedomestikation Bucks

Der Ruf der Wildnis
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Inhalt: Buck, eine Mischung aus Bernhardiner und Schäferhund, lebt ein sorgenfreies Leben bei seinen reichen Besitzern in Kalifornien. Doch ein Hausangestellter entführt und verkauft ihn, da im Zuge des ...

Inhalt: Buck, eine Mischung aus Bernhardiner und Schäferhund, lebt ein sorgenfreies Leben bei seinen reichen Besitzern in Kalifornien. Doch ein Hausangestellter entführt und verkauft ihn, da im Zuge des Klondike-Goldrausches Schlittenhunde gebraucht werden. Hier, im eisigen Alaska, spürt Buck immer stärker den Ruf der Wildnis.

Persönliche Meinung: Der Schreibstil Jack Londons ist vergleichweise realistisch, ja bisweilen wissenschaftlich-nüchtern. Interessant fand ich außerdem, dass der Roman über weite Strecken aus der Perspektive Bucks geschrieben worden ist. Besonders gut gefielen mir die letzten Kapitel, in denen Buck auf John Thornton trifft, da hier Bucks innerer Konflikt zwischen Domestikation und Befolgen des Rufes der Wildnis noch einmal deutlich wird. Insgesamt ist die Ausgabe des dtv-Verlages sehr gelungen. Zusätzlich zum Text finden sich noch ergänzende Anmerkungen, eine Zeittafel zum Autor und ein Nachwort, das den Werdegang des Autors referiert.

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