Profilbild von SingingBird

SingingBird

Lesejury Profi
offline

SingingBird ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SingingBird über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2020

Mit Höhen und Tiefen, aber dennoch: sehr lesenswert

All of Me
2

Ein Buch, bei dem ich nie erraten hätte, was als nächstes passieren könnte. Sehr unterhaltsam, sexy und mit einer Hauptprotagonistin, wie man sie sich nur wünschen kann.

Willows Beruf ist das Lesen von ...

Ein Buch, bei dem ich nie erraten hätte, was als nächstes passieren könnte. Sehr unterhaltsam, sexy und mit einer Hauptprotagonistin, wie man sie sich nur wünschen kann.

Willows Beruf ist das Lesen von Hörbüchern, doch reicht das Geld davon nicht aus und sie arbeitet zusätzlich als Escort-Service. Allerdings setzt sie dabei strengere Regeln als andere. Nur Dates, kein Sex, keine Gefühle.
Als ihr dann der reiche Playboy Shaw Mercer hinten reinfährt, hätte man sich schon fast denken können, dass sich deren beider Leben bald verändern würden. Shaw ist sofort beeindruckt von der „wütenden kleinen Elfe“ und auch Willow kann ihren Verkehrsrowdy nicht vergessen. Als Shaw dann einen Escort braucht um für einige Monate seine Freundin zu spielen, finden Willow und Shaw erneut zusammen.
Jedoch weiß Shaw von Anfang an, dass Willow und er sich nicht an Willows Regeln werden halten können. Dafür scheint deren beidseitige Anziehung einfach zu groß.
Doch können Shaw, der noch nie eine feste Beziehung hatte, und Willow, die Angst hat, wieder verletzt zu werden, wirklich zusammenfinden?

Das Buch mochte ich von Anfang an sehr gerne. Es blieb durchgehend unvorhersehbar, der Schreibstil war sehr angenehm und wunderbar leicht zu lesen, sodass die Seiten in einem Rutsch schnell durchgelesen waren. Und dann gab es da noch Willow. Ein wunderbarer Mensch und eine Frau, die ich nur bewundern kann. Sie ist eine geniale Hauptprotagonistin, die einen starken, nachvollziehbaren Charakter hat und trotz all den Hürden, die ihr das Leben bereits in den Weg gestellt hat, sich selbst treu bleibt und nicht nachtragend ist.
Shaw hingegen mochte ich nicht allzu gerne. Seine Gedanken waren meistens sehr sexbezogen, er war unnötig besitzergreifend und eifersüchtig und hat sich des Öfteren Willow gegenüber absolut daneben benommen. An einem gewissen Punkt im Buch habe ich sogar überlegt, ob es nicht sogar besser wäre wenn die beiden sich trennen, doch hat Shaw sich in den letzten Seiten noch etwas von meiner Achtung zurückgewinnen können. Und ein komplett schlechter Kerl war er auch nicht, so, wie er seine Familie liebt und sich um sie kümmert. Trotzdem war es ein Glück, dass Willows kecke Art manche Szenen auflockern konnte.

Vom Aufbau her war ich total froh, dass man abwechselnd aus Willows und aus Shaws Sichtweise lesen durfte. Das hat beide Charaktere dem Leser näher gebracht und generell verschiedene Szenen in Perspektive gesetzt. Das hat mir echt gut gefallen. Gerade auch bei den Sexszenen. Sie waren ausnahmslos heiß und einnehmend und man steckte immer direkt mit drinnen.

Bei dem Thema Sexszenen – diese waren leider viel zu häufig. Sie waren zwar genial geschrieben, aber haben auch dem Buch einen Teil seiner Tiefe genommen. Ich hätte mir persönlich anstatt der ganzen Hook-Ups gewünscht, dass ein paar mehr Szenen kommen, in denen Willow und Shaw sich näher kennenlernen.

Aber meine Hoffnungen sind ja noch nicht ganz verloren, denn ich werde auf jeden Fall auch den zweiten Teil lesen. Diesbezüglich noch eine dringende Warnung: „All of me“ endet mit einem Cliffhanger! Wer nicht noch einen Monat warten will um dann weiterlesen zu können, sollte also lieber noch mit dem Buchkauf warten!

Insgesamt habe ich einige zwiespältige Meinungen zu dem Buch, die mich zwischen 3,5 und 4 Sternen hängen lassen. Allerdings hatte das Buch einen sehr hohen Unterhaltungswert und ich kann mir sogar vorstellen, es nochmal zu lesen, weshalb ich 4 von 5 Sternen geben werde, sowie eine Leseempfehlung an alle, die Erotik mögen und endlich mal wieder eine starke, eigenständige Protagonistin haben wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Erotik
Veröffentlicht am 22.08.2019

Der Körper gefangen, der Verstand aber frei

Ihr tötet mich nicht
0

33 Tage in Gefangenschaft und keiner einziger davon blieb ungenutzt. Ein Buch, das mal so ganz anders ist. Denn hier geht es um kein komplett verängstigtes, weinendes Mädchen sondern um ein berechnendes ...

33 Tage in Gefangenschaft und keiner einziger davon blieb ungenutzt. Ein Buch, das mal so ganz anders ist. Denn hier geht es um kein komplett verängstigtes, weinendes Mädchen sondern um ein berechnendes Genie, das alles tun würde um zu entkommen und ihr ungeborenes Kind zu beschützen.

Die sechzehnjährige, schwangere Lisa wird entführt. Während ihr Entführer seinen kriminellen Geschäften nachgeht und dem augenscheinlich verängstigten Mädchen sogar einigen Luxus gewährt, hat er nicht ganz alle Möglichkeiten gedacht, denn Lisa ist mit ihrem genialen Verstand alles andere als hilflos…

Lisa ist eine Hauptperson, mit der man nicht unbedingt mitfühlt, sondern die man einfach nur bewundern kann. In den seltensten Fällen lässt sie sich zu Angst oder Wut umlenken, die meiste Zeit zeigt sie eine ruhige, passive Art, die Dinge zu betrachten, und kategorisiert alles nach seinem Nutzen ein bis sie den perfekten Fluchtplan zusammengesetzt hat. Einfach erstaunlich.
Ich war begeistert von der Art, wie sie dachte und wie sie handelte. Wie sie sogar langsam ihren Entführer konditionierte. Dabei fühlt man sich jedoch keinen Augenblick sicher. Durch die detaillierten Beschreibungen wird immer wieder deutlich, wie furchtbar so eine Entführungssituation ist. Besonders für ein junges, schwangeres Mädchen.
Parallel zu der erstaunlichen Gedankenwelt Lisas erfährt man auch über den Mann, der sie suchen soll: Special Agent Roger Lui. Den Kontrast zwischen den beiden zu sehen ist extrem interessant und in diesem Buch sehr anders, da man hier nicht unbedingt auf die Polizei wartet um das Mädchen zu retten sondern eher darauf, dass das Mädchen sich selber rettet.
Ich fand sehr schön, wie anders dieses Buch war, und habe es mit viel Interesse und Schrecken verfolgt. Ich konnte mich dabei leider gar nicht in die Charaktere hineinversetzen, da sie so verschieden von mir waren und dachten, aber das hat auch den Charme des Buches ausgemacht.
Von mir gibt es 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die mal einen Psychothriller ganz anderer Art haben wollen. Mir hat es auf jeden Fall gefallen!

Veröffentlicht am 12.08.2019

Von Helden, Legenden und Jungeulen, die fliegen lernen

Die Legende der Wächter, Band 1: Die Entführung
1

Ich gehöre vielleicht nicht mehr so ganz zu der erwarteten Zielgruppe, aber ich habe das Buch sehr genossen.
Das Cover wirkte mysteriös und ein wenig unheimlich und nachdem ich den Film geschaut hatte, ...

Ich gehöre vielleicht nicht mehr so ganz zu der erwarteten Zielgruppe, aber ich habe das Buch sehr genossen.
Das Cover wirkte mysteriös und ein wenig unheimlich und nachdem ich den Film geschaut hatte, wollte ich einfach gerne das Buch dazu noch lesen. Es hat sich gelohnt.
In wunderbaren Beschreibungen aus der magischen Sichtweise eines (Eulen-)Kindes konnte man die Welt erleben. Ganz schwarz-weiß sah man dabei die bösen, gruseligen Eulen des „Sankt-Ägolius-Internat“ und die Helden des „Ga`Hoole-Baumes“.

Der junge Soren ist schon immer begeistert von den sagenumwobenen Helden des Ga`Hoole-Baumes, die sein Vater ihnen immer erzählt.
Doch bald werden sie seine letzte Hoffnung als er aus dem Nest fällt und von unfreundlichen Eulen entführt wird. In dem Sankt-Ägolius-Internat, in das er von diesen geschafft wird, gehen seltsame Dinge vor sich. Zusammen mit einer Freundin, die er in der erdrückenden Umgebung für sich gewinnen kann, plant Soren seine Flucht. Sollte diese gelingen, gibt es nur einen Ort, zu dem er gehen kann um auch die anderen Eulenkinder, die dort gefangen sind, zu befreien: dem Ga`Hoole-Baum aus den Geschichten seines Vaters.

Als erstes Buch in einer langen Reihe, scheut „Die Legende der Wächter – Die Entführung“ überhaupt nicht vor Spannung, Kämpfen und emotionalen Höhen. Immer wieder riss der Zug der Geschichte den Leser in eine andere Richtung mit, überraschte ihn und begeisterte beim Lesen mehr und mehr.
Es ist wirklich ein wunderbares Buch für Kinder mit einfachen Wörtern, verständlichen Beschreibungen und aus der Sichtweise einer jungen Eule, was alles nochmal interessanter und lustiger gestaltet.
Nach dem Lesen habe ich das Buch dann auch direkt meiner kleinen Schwester in die Hand gedrückt und sie gab es mir nach einer Woche wieder. Schwupps und weg, so sehr hat sie das Buch begeistert.

Von mir deshalb 4 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 25.06.2019

Anne, ihr Sohn und die Gesellschaft, die sich zwischen sie stellt

Lady Annes Geheimnis
3

Anders als der Klappentext suggeriert, ist „Lady Annes Geheimnis“ kein Romeo-und-Julia-ähnlicher Liebesroman, in dem es nur darum geht, zwei Menschen unterschiedlicher Seiten zusammen zu bringen. Stattdessen ...

Anders als der Klappentext suggeriert, ist „Lady Annes Geheimnis“ kein Romeo-und-Julia-ähnlicher Liebesroman, in dem es nur darum geht, zwei Menschen unterschiedlicher Seiten zusammen zu bringen. Stattdessen geht es um Anne, eine Frau, der die Welt unzählige Steine in den Weg legt, welche sie durch ihre Entschlossenheit, Sturheit und ihre Fähigkeit, außerhalb der gewohnten Muster zu denken, zu bewältigen versucht.

Die Geschichte handelt von Anne Baynes, welche von ihren Eltern nach Deutschland verbannt wurde, da sie ein uneheliches Kind mit einem Jakobiten hatte.
Nun versucht sie, wieder zurück nach England zu kommen, da ihr ihr kleiner Sohn weggenommen wurde. Das gelingt ihr auch, da Georg Ludwig, an dessen Hof in Hannover sie arbeitet, zum König Großbritanniens gekrönt wird und sie ihn überzeugen kann, sie mitzunehmen.
In London angekommen wird sie allerdings mit viel mehr Intrigen konfrontiert als erwartet und ihr Sohn ist nicht so sicher, wie sie es gedacht hatte. Auch ihr früherer Geliebter Ian, den sie für tot gehalten hat, kehrt zurück in ihr Leben,
Glücklicherweise findet sie auch Verbündete wie May Darling und Gräfin Johanna von Schaumburg-Lippe.
Ein Glossar sowie ein Personenregister mit einer Unterscheidung von realen und fiktiven Charakteren und auch Martha Sophie Marcus‘ Nachwort halfen bei dem beziehungsweise nach dem Lesen sehr.

Mit einer sorgsamen Liebe zum Detail hat Martha Sophie Marcus eine Welt gezeichnet, die durchaus der Realität des 18. Jahrhunderts entsprechen könnte. Dabei gelang es ihr wunderbar, den Leser durch eine Zeit zu führen, in der Politik radikal, die Gesellschaft patriarchaisch und die Welt ungerecht war. Sie verstand es, mich immer wieder aufs Neue zu schockieren und zu überraschen, gerade auch, wenn es um Annes kleinen Sohn Johnny und seine Behandlung ging.
Dabei ging sie allerdings nicht nur auf Klischees ein sondern brachte auch gerade genug Stilbrüche ein, um die Charaktere authentisch und realistisch wirken zu lassen.
Gerade auch Anne war ein nachvollziehbarer Charakter. Mit dem Ziel der Wiedervereinigung mit ihrem Kind wurde Anne ein sehr sympathischer, realer Charakter, der durch seine Weltanschauung die Erzählung unterhaltsamer und lustiger gestaltete. Dabei war ihr Charakter allerdings ebenfalls durchwachsen und menschlich, was zu einigen unerwarteten Wendungen und Spannung in der Geschichte führte.
Stellenweise wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen während ich mit den Charakteren litt.

Nach Beenden des Buches fühlte ich mich sehr erfüllt, bedauerte jedoch die Kurzweiligkeit der letzten Kapitel. Gerne hätte ich noch ein bis zwei Kapitel mehr gelesen um die Gefühle der unterschiedlichen Charaktere besser nachvollziehen zu können.
Dennoch war dieses Buch für mich ein absoluter Gewinn und ich kann mir gut vorstellen, ihn auch in Zukunft wieder mit Freuden aus dem Regal zu nehmen und nochmal zu lesen. Auch hat mich dieses Buch von der Autorin überzeugt und ich freue mich darauf, in Zukunft mehr von ihr zu genießen.

Ein sehr schönes, liebevoll verfasstes Buch mit einem Auge für historische Korrektheit, die das 18. Jahrhundert für den Leser erfahrbar macht. Von mir gibt es dafür 4 von 5 Sternen und einen großen Dank für das wunderbare Leseerlebnis!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Figuren
Veröffentlicht am 04.05.2025

Hiermit nominiere ich Jeanne Froidelac für "Worst Character"

Vampyria - Der Hof der Finsternis
0

Schade.

Der Plot, das Setting und die ganze Welt in diesem Buch waren absolut spitze. Hier wurden Vampire neu gedacht und die Welt konnte mit so vielen spannenden Facetten aufwarten, dass es eine Freude ...

Schade.

Der Plot, das Setting und die ganze Welt in diesem Buch waren absolut spitze. Hier wurden Vampire neu gedacht und die Welt konnte mit so vielen spannenden Facetten aufwarten, dass es eine Freude war, sich damit zu beschäftigen.

Es ist die Art von Buch, wo das Grundgerüst so toll war, dass ich mir gewünscht hätte, dass es nochmal neu geschrieben werden würde. Gleiche Welt, andere Charaktere und andere Plotpoints.

Mein Hauptproblem mit diesem Buch war die Hauptcharakterin. Sie ist überheblich, naiv, dumm, undankbar, voller Vorurteile und jemand, der das eigene Handeln immer durch ominöse Gründe rechtfertigt statt daraus zu lernen. Nie kam mal die Gelegenheit auf, mit ihr warm zu werden. Einen so schlechten Charakter im Buch zu haben, hat sich leider auch negativ auf den Plot ausgewirkt, da Jeannes Charakterschwächen teilweise zu Plotpoints führten.

Doch bis auf die Hauptcharakterin gibt es auch andere Probleme mit dem Buch. Die kurze Zeit, in der all das ablaufen soll, war zum Beispiel seltsam. Würde man wirklich ein Geheimnis, das man seit Jahren hütet und dessen Aufdecken den eigenen Tod bedeuten könnte, einer Person erzählen, die man seit ein paar Wochen kennt? I doubt it.

Auch das Vermitteln von Emotionen (der Romanze im Buch inbegriffen) gelang dem Autor nicht. Weder Gefühle von Liebe noch von Trauer konnten glaubhaft vermittelt werden. Dass Jeanne häufig ängstlich oder angeekelt war, war dem Leser nur dank der ständigen Wiederholung bewusst. Es war letztendlich so schwer, das Buch emotional zu begreifen, dass ich bei Jeanne (und auch dem Autor) eher eine psychopathisch anhauchende Apathie vermute als alles andere.

Der Schreibstil und die Buchgestaltung waren okay. Von mir gibt es aufgrund des herausragenden Konzepts des Buches 3,5 Sterne, aber definitiv keine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere