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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2020

Bauchanleitung

Ich hör' auf mein Bauchgefühl
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Wie geht es dem Bauch? Welche Organe gehören dazu? Darm, Leber, Magen, Milz und Niere sie bilden ein komplexes System. In diesem Buch wird ihnen ein Raum eingeräumt. Die Autorin beschreibt, welche Aufgaben ...

Wie geht es dem Bauch? Welche Organe gehören dazu? Darm, Leber, Magen, Milz und Niere sie bilden ein komplexes System. In diesem Buch wird ihnen ein Raum eingeräumt. Die Autorin beschreibt, welche Aufgaben die Organe wahrnehmen und sie beschränkt sich dabei nicht auf die reine Nahrungsverwertung, -aufbereitung und Verdauung, es werden auch die Filter- und Ausscheidungsfunktionen angesprochen. Ebenso geht es auch um die Verbindung mit Seele, Geist und Stimmung, wie sich die Lebenssituation auswirken kann. Hingewiesen wird auch, in welchen Momenten die Schulmedizin konsultiert werden sollte. Darüberhinaus werden aber auch die Arten der positiven Einflussnahme durch Alternativmedizin, Übungen oder auch Hausmittel beschrieben.

Wenn man sich eher selten mit der Gesundheit der Verdauungsorgane beschäftigt, ist dieses Buch eine kleine Entdeckung. Selbst wenn man bei sich keine Beschwerden erkennt, bietet dieses Buch eine Fülle von Informationen, Erklärungen und Anregungen. Mehr als ein Aha-Erlebnis wird man schon haben, denn die Erläuterungen sind meist sehr einleuchtend. Wenn es hin und wieder etwas esoterisch wird, muss jeder selbst entscheiden, inwieweit er sich darauf einlässt. Die anschaulichen Zeichnungen, Bilder und Erläuterungen tun ein Übriges, um die Lektüre flüssig, einleuchtend und gut verständlich zu gestalten.

Mir persönlich haben die Übungen am Besten gefallen, viele der Bewegungen und Figuren sind so oder leicht abgewandelt vom Sport bekannt und deshalb leicht nachzuvollziehen. Wenn es mal etwas sehr alternativ wurde, entsprach das nicht ganz so meinem Verständnis, allerdings sind die Erläuterungen vielleicht auch nicht völlig von der Hand zu weisen. Positiv wirkte, dass die Erklärungen nie zu lang oder gar langatmig waren. Gerade die praktischen Anleitungen und Tipps bieten eine gute Richtschnur. In diesem kleinen und praxisnahen Ratgeber wird wohl beinahe jeder etwas finden, was er zur Verbesserung seines Wohlbefindens in den Alltag integrieren kann.

Veröffentlicht am 11.04.2020

Durch die Nacht

Geld ist nicht genug
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Wenn man einen Geldautomaten aufbrechen möchte nimmt man am besten einen Frontlader und haut mit dem ganzen Gerät ab. So macht es jedenfalls Chrissa Stone gemeinsam mit ihren Komplizen. Sechs mal hatten ...

Wenn man einen Geldautomaten aufbrechen möchte nimmt man am besten einen Frontlader und haut mit dem ganzen Gerät ab. So macht es jedenfalls Chrissa Stone gemeinsam mit ihren Komplizen. Sechs mal hatten sie Glück und Chrissa reicht es, sie steigt aus. Das führt allerdings dazu, dass ihre Kumpane in Streit geraten und sich gegenseitig umbringen. Mehr Geld für Chrissa, gut so. Doch das Geld muss gewaschen werden und so macht Chrissa sich auf in den Norden. Bei der Geldwäsche läuft etwas schief, so dass Chrissa Stone einen neuen Job braucht und findet. Es soll Geld aus einem alten Raub versteckt sein.

Die Geschehnisse in diesem zweiten Band um Chrissa Stone sind an ein wahres Verbrechen angelehnt, das nie richtig aufgeklärt werden konnte. Chrissa, die endlich genug Geld zusammenkratzen möchte, um sich mit ihrer Tochter und ihrem zu Zeit einsitzenden Partner Wayne eine Familie aufzubauen, übernimmt die Suche nach der Kohle. Dabei handelt sie sich einen Komplizen ein, der eigentlich schon zu alt für die Sache ist. Allerdings ist er der mit den Informationen. Und irgendwie sind er und seine viel jüngere Freundin auch cool. In einem anderen Leben wären sie vielleicht Freunde.

Chrissa Stone ist echt tough und doch sensibel, besonders wenn es um ihre Tochter geht. Ihre Maßnahmen zur Geldbeschaffung sind sehr geradeheraus und nehmen doch manchmal eine unerwartete Wendung. Chrissa ist keine Mörderin, aber wenn jemand beginnt ihr nach dem Leben zu trachten, kann sie schon mal eine Waffe dabeihaben. In kurzen prägnanten Sätzen und pointierten Dialogen skizziert der Autor seine Heldin und auch die Handlung. Es ist erstaunlich, wie viel Gehalt so teilweise einfache und kurze Sätze haben können. Das muss schon eine besondere Kunst sein, das, was man sagen will, so zu fassen. Man rast nur so durch das Buch und muss am Ende genau wie Chrissa feststellen, dass Geld nicht alles ist. Ein rasanter Crime-Noir, von dieser Art darf es gerne mehr geben.

Veröffentlicht am 10.04.2020

Tim-Fisch

Marianengraben
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Die Studentin Paula trauert um ihren kleinen Bruder Tim. Er wollte immer einen Tim-Fisch entdecken, er war naseweis und neugierig und nun ist er nicht mehr am Leben. Häufig besucht Paula sein Grab, auch ...

Die Studentin Paula trauert um ihren kleinen Bruder Tim. Er wollte immer einen Tim-Fisch entdecken, er war naseweis und neugierig und nun ist er nicht mehr am Leben. Häufig besucht Paula sein Grab, auch Nachts. Und bei einem dieser Besuche trifft sie den alten Helmut, der gerade dabei ist seine verstorbene Helga mitsamt ihrer Urne vom Friedhof zu entführen. Helmut hatte Helga versprochen, mit ihr in die Berge zu fahren und sie ist ihm einfach weggestorben bevor er sein Versprechen einlösen konnte. Paula, die in ihrer Trauer gefangen ist, fragt Helmut, ob sie ihn nicht begleiten kann, erstmal nur bis Frankfurt.

Den Tod ihres Bruders hat Paula noch lange nicht überwunden, sie vermisst ihn in jeder Minute. Sie ist sich nicht einmal sicher, ob sie selbst ohne ihn weiterleben möchte. Helmut, der wesentlich älter ist, ist da schon abgeklärter. Allerdings hadert er damit, dass er sein Versprechen nicht erfüllen konnte. Und deshalb will er eben nach Helgas Tod mit ihr auf die Reise gehen. Mit Paula, seinem Hund Judy und dem Wohnmobil bildet sich ein ungewöhnliches Reisegespann. Obwohl Paula ihren Bruder so sehr geliebt hat wie der Marianengraben tief ist und zurück, muss sie nun ohne ihn auskommen.

In diesem gefühlvollen Roman ist die Trauer allgegenwärtig. Es ist eben nicht leicht, mit dem Verlust geliebter Menschen zurechtzukommen. Zwischen Paula und Helmut entsteht eine besondere Freundschaft, denn so unterschiedlich sie sind, sie teilen doch die gemeinsame Erfahrung ihres schweren Verlustes. Obwohl immer ein wenig Wehmut über das Verlorene mitschwingt, kommen zum Glück auch Witz und Humor nicht zu kurz. Dadurch wird die Lektüre nicht allzu schwer. Und jeder, der schon mal jemanden verloren hat und denkt, das Lachen irgendwie nicht richtig ist, erfährt, dass auch das und die schönen Erinnerungen zur Trauer gehören. Es macht das Leseerlebnis trotz der traurigen Momente von Abschied geprägten Momente zu einer sehr schönen Erfahrung.

Veröffentlicht am 09.04.2020

Traumchalets

Die Toten vom Lärchensee
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Die Wirkung seines letzten erfolgreich gelösten Falles ist schnell verflogen und Arno Bussis Kariere steht weiterhin auf Halt. Doch nun schickt ihn sein ärgster Feind und oberster Chef wieder in die Welt ...

Die Wirkung seines letzten erfolgreich gelösten Falles ist schnell verflogen und Arno Bussis Kariere steht weiterhin auf Halt. Doch nun schickt ihn sein ärgster Feind und oberster Chef wieder in die Welt hinaus. Am Lärchensee in seiner Heimat Tirol soll Arno einen fünf Jahre alten und bisher ungeklärten Fall neu aufrollen. In der größten Sommerhitze kommt Arno am Ort des Geschehens. Dem Ortspolizisten Bernhard und seinem Hund, dem Rettungshund a. D. Bernhard, ist Arno zunächst etwas suspekt. Doch schon bald verstehen sie sich besser als erwartet, wobei allerdings Arno das Reden übernehmen muss, denn beide Bernhards reden nicht viel.

Auch in seinem zweiten Fall schlittert zunächst mal von einem Unfall zum nächsten. Das ist zum Glück nicht nur negativ zu sehen, schließlich verschafft es ihm den Kontakt mit der besten Käse-Sahne Torte. Und wie es so ist in einem Dorf, verschiedene Interessen konkurrieren miteinander. Richtiges Interesse an der Aufklärung des alten Todesfalls scheint keiner zu haben. Wichtiger ist wohl der Bau der Chalets am See. Nicht alle sind dafür, aber wahrscheinlich lässt es sich kaum noch verhindern. Doch wer könnte etwas davon gehabt haben, vor fünf Jahren den Bruder des Tortenbäckers umzubringen?

Gerade in der heutigen Zeit bereiten solche Urlaubskirmis ein großes Vergnügen. Der Autor bringt einem seinen heimatlichen Bezirk dabei auf seine unverwechselbare Art näher. Leider kann man im Moment nicht direkt sagen, dass es zum Urlaub machen einlädt, da das mit dem Urlaub zur Zeit eher schwierig ist. Dennoch spürt man die Sommerhitze und kann sich die beeindruckende Berglandschaft vorstellen. Arno Bussis neuer Fall wirkt erstmal so als ob es keiner ist. Und doch neben allen Schwierigkeiten, die er als der Zugereiste hat, findet er heraus, dass an der Sache doch mehr dran ist. Und dabei lernt er auch noch ein Umweltaktivistin kennen, die ihm irgendwie den Kopf verdreht. Dieses Buch ist kein Thriller, der atemlos macht, aber es ist genau das Buch, dass jetzt gute Laune macht. Ja, der Arno Bussi ist echt brauchbar und mit Katz und vielleicht sogar Maus(er) kann es noch weitere ganz besonderer Begegnungen geben.

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2020

Mal etwas ganz anderes

Koch dich glücklich mit Cornelia Poletto
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Diesmal geht es um etwas ganz anderes: Ein Kochbuch - man lese und staune. Doch wenn es schon „Koch dich glücklich“ heißt, ist es einfach mal einen Blick und auch ein paar Worte wert.

Auf dem Titelbild ...

Diesmal geht es um etwas ganz anderes: Ein Kochbuch - man lese und staune. Doch wenn es schon „Koch dich glücklich“ heißt, ist es einfach mal einen Blick und auch ein paar Worte wert.

Auf dem Titelbild strahlt einem Cornelia Poletto entgegen. Ihr nimmt man sofort ab, dass Kochen sie glücklich macht. Und so macht man sich auf, durch dieses auf so sympathische Weise präsentierte Kochbuch zu blättern. Die einleitenden Worte brechen dabei eine Lanze für so manches Gemüse oder Gewürz, dass sonst eher stiefmütterlich behandelt wird. Weiter geht es mit dem Lesen und Blättern. Vielleicht fängt man nicht gleich an, zu kochen, doch in Gedanken geht man die Worte und Rezepte durch, nickt, weil alles so schön anschaulich beschrieben ist, und fängt im Geiste doch an planen, was wohl für die nächste Mahlzeit als Anregung genommen werden könnte. Im Geheimen fragt man sich auch, was man weglassen oder abwandeln kann, wenn Zutaten auftauchen, die in der eigenen Küche normalerweise keinen Zugang finden. Oder sollte man doch mal eine Herausforderung annehmen?

Ein besonderer Hingucker sind natürlich die Fotos der appetitlich angerichteten Speisen. Bei dieser Farbenfülle der perfekt dargebotenen Gerichte läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen. Es ist beinahe so als müsste man sich nicht glücklich kochen, sondern könnte sich auch glücklich schauen.

Als schöne Nebensache mag gelten, dass dieses Kochbuch auch für Vegetarier geeignet ist. Die Gerichte sind zwar nicht alle fleischlos, aber doch in größerer Zahl, so dass jeder auf seine Kosten kommen kann.

Eine Auszeit in Bildern und tollen Rezepten.