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Veröffentlicht am 05.05.2020

Eine zauberhaft erzählte Geschichte um Liebe und Vergebung

Wie uns die Liebe fand
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Im Droemer Verlag erscheint der Debütroman "Wie uns die Liebe fand" von Clair Stihlé.

Madame Nanon ist 92 Jahre alt, wohnt mit ihren vier Töchtern in dem kleinen französischen Dorf Bois-de-Val. Dieses ...

Im Droemer Verlag erscheint der Debütroman "Wie uns die Liebe fand" von Clair Stihlé.

Madame Nanon ist 92 Jahre alt, wohnt mit ihren vier Töchtern in dem kleinen französischen Dorf Bois-de-Val. Dieses Dorf war wie so viele im Elsass dem Machtwechsel der französischen und deutschen Interessen unterworfen. Die Geschichte handelt von einem kleinen Laden, einem Monsieur Boberschram und von der Erfindung von Liebesbomben, die das Dorf mit einem Liebeszauber verändern. Sogar auf die nicht daran glaubende Madame Nanon scheint der Zauber zu wirken.

Lassen sie sich beflügeln! Verleihen sie ihrer Liebe Flügel! Zitat Seite 249

Die charmante alte Madame Nan hat vier eigenwillige Töchter, die sie "Kröten" nennt und einen kleinen Laden, das "Chez Malou". Dort kommen die Bewohner zusammen und tauschen sich über die alltäglichen Belange aus.

Es ist kein Roman, bei dem eine vordergründige Spannung den Leser mitreißt, sondern einfach eine zauberhaft dargebrachte Erzählung, die vom Zauber der Liebe erzählt und ein warmes Gefühl zaubert. Durch Nanon werden die Charaktere mit Leben gefüllt, man erlebt, welche Auswirkungen die Veränderungen im Laufe der Zeit auf die Figuren hatten und wie sich Menschen entfremdeten. Das ändert sich durch die Erfindung von Maries Liebeskugeln.

Bei diesem Buch hat man das Gefühl, einen Tag im Elsass zu verbringen und bei Madame Nan am Tisch bei einem ihrer fantastischen Gerichte zu sitzen und ihrer persönlichen Geschichte zu lauschen. Die alte Dame wirkt trotz ihres Alter geistig sehr lebendig und sorgt für tiefe Einblicke in die politische und zwischenmenschliche Beziehung der Dorfbwohner. Die Lage zwischen Deutschland und Frankreisch machte das Elsass und seine Bewohner zum politischen Spielball der Länder. Auch in dieser Geschichte geht es um die politische Vergangenheit, die den Menschen zu schaffen machte.

Dem Erzählten scheint manchmal der rote Faden zu fehlen, die Beschreibung der Figuren nimmt einen großen Raum ein und es geht häufig um das Geschmackerlebnis von Gerichten und Wein, typisch für die gute Küche der Gegend. Doch zu Madame Nanon passt dieser blumige, ausschweifende Erzählstil ganz wunderbar. Man muss schon etwas Geduld aufbringen, um ihrer Geschichte zu folgen, dann wird immer wieder vom Zauber der Geschichte eingefangen und möchte das Geheimnis dahinter lüften. Denn hinter dem Erzählten wartet die geheimnisvolle Verbindung von Monsieur Boberschram und Nanon auf ihre Enthüllung.



Dieser Roman hat eine magische Erzählweise, bei dem Lebensfreude in Form von fliegenden Schmetterlingen sichtbar gemacht wird und der Leser in diesen Zauber eintauchen darf. Eine wunderschöne, verzaubernde Geschichte, die von Liebeszauber und Vergeben handelt.

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Veröffentlicht am 02.05.2020

Wunderbar beschwingter Frauenroman mit Hochzeitsflair und ernsten Lebensfragen

Die Mitte ist ein guter Anfang
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Franka Blooms Roman "Die Mitte ist ein guter Anfang" erscheint im Rowohlt Verlag.

Eva und Arne sind seit über 20 Jahren ein Paar, sie haben eine gemeinsame Tochter und führen auch unverheiratet eine ...

Franka Blooms Roman "Die Mitte ist ein guter Anfang" erscheint im Rowohlt Verlag.

Eva und Arne sind seit über 20 Jahren ein Paar, sie haben eine gemeinsame Tochter und führen auch unverheiratet eine glückliche Beziehung. Als Arne Eva einen Heiratsantrag macht, fragt sie sich nach dem plötzlichen Sinneswandel, steckt etwa eine Affäre dahinter? Und warum sollte sie jetzt mit fast 50 noch heiraten, nur für einen schicken Ring? Sie beginnt ihr ganzes Leben zu hinterfragen. Was will sie wirklich?



Dieser Roman führt uns sehr lebendig und realistisch das Leben von Mittvierzigerinnen vor Augen, er umfasst all die Problemen von Menopause, Beziehungsstress, Trennungen. Liebesfragen und Sorgen um Kinder und Eltern. Die liebenswürdige Protagonistin Eva nimmt uns mit in ihr Leben und in einen wahren Organisationswahnsinn einer Hochzeit, ja, sie nimmt den Antrag von Arne an. Und um die Kompliziertheit der Situation zu verdeutlichen, sie sagt auch wieder ab. Wie es am Ende des Buches um den Beziehungsstand steht, verrate ich mal lieber nicht.



Auf alle Fälle bringt Franka Bloom mit ihrem flotten Erzählstil und lebensnahen Figuren frischen Wind und jede Menge Trubel und Widrigkeiten in ihre Geschichte, die sich als wunderbare Unterhaltung leicht und beschwingt wegliest. Ich habe die zahlreichen Ausflüge in die Brautsalons genossen, habe die Planung der Feier miterlebt und konnte mitfühlen, wie die Sorgen um die Eltern Eva umtreiben und habe verstanden, warum sie sich so unsicher in dieser Ehefrage ist.

Das Buch regt mich dazu an, auch mein Leben mit seinen Facetten zu überdenken. Was braucht man wirklich im Leben, welche Ziele gilt es zu hinterfragen und wie findet man zu sich selbst? Franka Bloom gibt mit ihren lebensnah geschilderten Charakteren einige Beispiele an die Hand und man erkennt dabei auch die Erwartungen, die diese Personen an Eva stellen oder aber ihre Unterstützung in manchen Lebensfragen. Dies ist eine abwechslungsreiche Story, in der Eva einiges Unvorhergesehene erlebt, ausprobiert und sich über ihre Gefühle klar wird. Wenn man auch nach langer Partnerschaft noch heiraten will, warum nicht? Es muss nur passen.


Neben einem eindeutigen Unterhaltungswert zeigt der Roman auch Frauenthemen auf, die tiefer gehen und damit spricht die Autorin vielen Frauen über 40 aus der Seele.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Spannende Motivation für Leseanfänger

Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel
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Dieser Band dient dem ersten Kennenlernen der 5 Freunde. Die Geschwister Anne und ihre Brüder Richard und Julius verbringen ihre Sommerferien bei ihrem Onkel und Tante und ihrer Cousine Georgina. Sie raufen ...

Dieser Band dient dem ersten Kennenlernen der 5 Freunde. Die Geschwister Anne und ihre Brüder Richard und Julius verbringen ihre Sommerferien bei ihrem Onkel und Tante und ihrer Cousine Georgina. Sie raufen sich nach einiger Zeit zusammen und sind beste Freunde. Dazu gehört auch Timmy, der Hund von Georg. Der Familie gehört eine geheimnisvolle Felseninsel mit einer alten Ruine. Die Kinder entdecken auf einem Schiffwrack eine Art Schatzkarte, die zu einem Goldversteck auf der Insel führt. Leider kennen auch zwei Betrüger die Hintergründe des Goldschatzes und versuchen, sich diesen Schatz zu ergaunern. Doch da haben sie die Rechnung ohne die Fünf Freunde gemacht.


In diesem Buch zeigt die Autorin wie Kinder wunderbare und abenteuerliche Sommerferien erleben. Sie lässt sie gemeinsam spielen, rudern und schwimmen und ein altes Verlies und Schiffswrack entdecken, ja sogar nach Schätzen und Geheimgängen suchen. Am Ende begegnen die Kinder auf der Suche nach dem Schatz sogar echten Betrügern und können ohne Hilfe von Erwachsenen und nur dank ihrer guten Zusammenarbeit den Fall am Ende positiv abschließen.

In diesem Abenteuer sind Kinder die wahren Helden, und die Leser haben Spaß daran, sich mit den Figuren im Buch zu identifizieren.
Auch wenn diese Bücher schon so alt sind, packen die Geheimnisse auch heute noch.


Abenteuerliche Sommerferien wünscht sich jedes Kind und hier kommt noch der Zusammenhalt der Clique und der Sieg über die Verbrecher dazu. So träumen sich Kinder gern zu Helden.

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Ein nostalgischer, einfühlsamer Roman über die erste Liebe

Siebzehnter Sommer
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"Jahr für Jahr hatten wir beobachtet, wie die ersten Blumen ihre Blütenblätter fallen ließen, ...wie das Laub in den Bäumen lichter wurde, aber nie wollten wir uns eingestehen, dass der Sommer vorüber ...

"Jahr für Jahr hatten wir beobachtet, wie die ersten Blumen ihre Blütenblätter fallen ließen, ...wie das Laub in den Bäumen lichter wurde, aber nie wollten wir uns eingestehen, dass der Sommer vorüber war, bis...die Schwalben da waren. " Zitat Seite 290

Angie freut sich nach Beendigung der Schule auf ihre Zeit auf dem College, dann kann sie endlich ihre Heimat verlassen. Doch vorher genießt sie einen langen wunderbaren Sommer in der US-Kleinstadt. Sie ist 17 und wächst sehr behütet mit drei Schwestern in den 40er Jahren auf. Ihr Vater reist als Handelsvertreter durch die Gegend, ihre Mum umsorgt die Familie als Hausfrau. Als sie der Mädchenschwarm Jack um ein Date bittet, verlieben sie sich ineinander und wissen, vielleicht ist diese Liebe nur für einen Sommer.

Dieser Roman erschien 1942, er zählt in Amerika zu den Klassikern der Literatur.


Die Verwirrungen der ersten Liebe, die neuen Gefühle und die Aufregung der schüchternen Angie kann man wunderbar miterleben. Ausgerechnet der Mädchenschwarm Jack bittet Angie um ein Date und die zurückhaltende Angie sagt begeistert, aber auch etwas verunsichert zu. Nach einer kurzen Annäherung fühlen sich Jack und Angie immer mehr zueinander angezogen. Als Erzählerin lässt Angie den Leser an ihren Gefühlen ständig teilhaben, was aber auch dazu führt, dass man andere Figuren nur aus ihrer Sichtweise kennen lernt.

Die schön beschriebenen Liebesgefühle, die ersten Schmetterlinge, erinnern an die eigene erste Liebe. Das verzaubert und ist zeitlos wie die Liebe selbst. Allerdings liefen diese Treffen in dieser Zeit und auch das amerikanische Alltagsleben ganz anders ab als heute. Der erste Kuss war für Angie schon ein Höhepunkt in Sachen Liebe. Die Sicht der Eltern war konservativ, Mädchen hatten nicht mit Jungen rumzuhängen, vor allem nicht immer mit demselben.

Was den Roman so besonders macht, ist der wunderbare poetische Ton der Sprache. Hier wird mit ausschmückenden Worten die Natur gemalt, die Hitze des Sommers wird lebendig und die Erlebnisse sind beschaulich und doch stimmungsvoll erzählt und damit spürbar.

Man kann eintauchen in eine Erzählung, die die Schauplätze und Gefühlswelt dieser ersten Liebe fühlbar macht.
Einige Längen machen sich zwar bemerkbar, doch die sind auch dem langsamen Vergehen der Ferientage geschuldet. Ohne Handys oder soziale Netzwerke war die Zeit damals einfach nicht so schnelllebig wie heute.


Ein wunderschön erzählter Sommerroman, der in Ferienstimmung und Erinnerungen an die eigene erste große Liebe schwelgen lässt.

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Veröffentlicht am 18.04.2020

Romantischer Wohlfühlroman, der mit Liebe, Urlaubs- und Inselflair aufwarten kann

Verliebt im Café Inselglück
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Susanne Oswalds Roman "Verliebt im Café Inselglück" erscheint im Harper Collins Verlag.

Seit dem Tod ihrer Eltern führt Hannah ihre kleine Pension auf Amrum und ihr wird immer mehr bewusst, dass ihr ...

Susanne Oswalds Roman "Verliebt im Café Inselglück" erscheint im Harper Collins Verlag.

Seit dem Tod ihrer Eltern führt Hannah ihre kleine Pension auf Amrum und ihr wird immer mehr bewusst, dass ihr die unzufriedenen Gäste und die Arbeit leider keine große Freude sind. Als eine Renovierung ansteht, macht sie kurzerhand ihre Pläne für ihr langerträumtes gemütliches Inselcafé wahr. Zusammen mit ihren Freunden wagt sie sich an einen Umbau, bei dem ihr ein altes Rezeptbuch ihrer Urgroßmutter in die Hände fällt. Das kann ja nur ein gutes Omen sein. Mit diesen alten Rezepten kann sie sicher viele Gäste in ihr Café locken. Ihr Verlobter Lennard scheint von der Idee allerdings nicht so überzeugt zu sein. Ist er wirklich der richtige Mann für Hannah?

In diesem stimmigen und gefühlvoll erzählten Roman entführt uns Susanne Oswald in eine romantische Geschichte voller Freundschaft und urlaubsmäßiger Nordseestimmung auf Amrum. Die Umsetzung ihres langgehegten Traums von einen eigenen Inselcafé sorgt bei Hannah für Freudensprünge, doch auch für Angst vor der eigenen Courrage. Denn die Umbauarbeiten und die Innenausbauten sind Aufgaben, die sie nicht allein bewältigen kann, glücklicherweise hat sie die geeigneten Freunde, die ihr dabei tatkräftig unter die Arme greifen.

Der einfühlsame Erzählstil der Autorin erweckt eine lockere Atmosphäre und zeigt die lebendigen und zupackenden Freundinnen Finja und Elisabeth und Tahmineh, die junge Iranerin, von ihrer besten Seite. Nur Hannahs Verlobter Lennard scheint von diesem Projekt nicht überzeugt zu sein. Ist er eifersüchtig, weil Hannah ihren Traum wahr werden lässt oder warum ist er so abweisend und unterkühlt?

Ich konnte sofort in die Handlung eintauchen und erlebte die begeisterte Stimmung mit dem Plan vom eigenen Café hautnah mit. Der Zusammenhalt der Freundinnen ist überwältigend und ein Mitfiebern bei der Bewältigung der Hürden sorgt für die nötige Aufregung. Nebenbei vermittelt die Autorin mit bunten und bildhaften Beschreibungen für die detailgenaue Ansicht der Ausstattung des hyggeligen Cafés echte, spürbare Freude. Und die Kuchen und Törtchen werden so lecker beschrieben, dass man sofort Appetit verspürt und gerne mit den Freundinnen werkeln und schmausen möchte.

Auch wenn der Umbau nicht ganz einfach zu bewältigen ist, klappt er perfekt und ein Reporter wird auf Hannahs Traum aufmerksam. Mit ihm unternimmt sie eine ganz besondere Reise zum realen Vorbild ihres Cafés, was natürlich die Eifersucht Lennards nur steigert. Hannah muss sich über ihre Gefühle klar werden.

Der Roman verbreitet eine regelrechte Wohlfühlstimmung, er erzählt von Freundschaft und Lebensfreude, vom Traum eines eigenen Cafés und von Gefühlen und Liebe. Wie die Freundinnen zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen ist fantastisch, manchmal fast schon zu perfekt. Doch die Botschaft, seine Träume wahr werden zu lassen, kann man nicht negativ verpacken. Insofern macht die Autorin alles richtig.

Mit der sympathischen Hannah fühlt man sich sofort verbunden, die Bekanntschaft mit Holke sorgt für eine Überraschung und dank der schüchternen und bescheidenen Iranerin Tahmineh kommt etwas reales Flair in die Story, denn auch in Nordfriesland gibt es Asylsuchende, die es nicht leicht haben.


"Verliebt im Café Inselglück" hat mich gut unterhalten, ich habe die Location des wunderschönen Cafés, das Flair der Insel und die liebenswürdigen Charaktere genossen. Es ist ein Roman mit dem Gefühl von perfekter Idylle und von Neuanfängen, der glücklich macht.

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