Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2020

Ein realistisches Szenario zur Himmelsscheibe von Nebra

Die Kinder von Nebra
0

Nebra vor 4000 Jahren: Die Menschen stehen unter der Willkür des Fürsten Orkon, der sich weniger für das Volk als vielmehr für sich selbst interessiert. Sein Sohn Arrak agiert noch despotischer als der ...

Nebra vor 4000 Jahren: Die Menschen stehen unter der Willkür des Fürsten Orkon, der sich weniger für das Volk als vielmehr für sich selbst interessiert. Sein Sohn Arrak agiert noch despotischer als der Vater. Dabei hat er es auf die junge Priesterin Rana abgesehen, doch sie schwört, die Menschen von dieser dunklen Herrschaft zu befreien. Die bronzene Scheibe, die ihr Vater geschmiedet hat und den Sternenhimmel zeigt, wird in Ranas Händen eine große Hilfe, steht sie doch für die Göttin des Lichts.

Als Ende der 1990er Jahre die Himmelsscheibe von Nebra gefunden wurde, wurde schnell klar, dass sie ein großes Geheimnis birgt. Der Autor Ulf Schiewe stützt sich auf die bisherigen Kenntnisse der Forschung und hat um die Scheibe eine dramatische Geschichte gewoben, die voller Spannung und auf dem Hintergrund sorgfältiger Recherchen ein mögliches Szenario der damaligen Zeit entwirft. Beeindruckend ist es, wie hier Geschichte erfahrbar gemacht wird: Nicht nur die Protagonisten werden ausführlich dargestellt, sondern auch die Zeit und die örtlichen Gegebenheiten, in der die Geschichte spielt. Eine Karte, ein Personenregister sowie ein Glossar helfen dem Leser, sich gut in die Geschehnisse hineindenken zu können. Die Bedeutung der Scheibe sowie ihre (mögliche) Entstehung sind eindrucksvoll beschrieben.

Mir fiel es schwer, dieses Buch aus der Hand zu legen, es konnte mich gleich auf den ersten Seiten fesseln und in die Geschichte hineinziehen. Deshalb empfehle ich es unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2020

Spannend-witzige Ermittlungen auf Borkum

Mordseeluft
0

Caro Falk ist in Trennung von ihrem Ehemann und geht mit Sohn Justus auf eine Mutter-Kind-Kur auf Borkum. Doch neben Gesprächsgruppe und sonstigen Anwendungen gibt es gleich eine Überraschung für sie: ...

Caro Falk ist in Trennung von ihrem Ehemann und geht mit Sohn Justus auf eine Mutter-Kind-Kur auf Borkum. Doch neben Gesprächsgruppe und sonstigen Anwendungen gibt es gleich eine Überraschung für sie: In der Strandsauna findet Caro morgens den toten Chefarzt der Klinik vor. Da die Polizei von einem Unfall ausgeht, macht sich Caro so ihre eigenen Gedanken. Und zusammen mit ihrem Schwiegervater Hinnerk und mit Türsteher Jan beginnt sie zu ermitteln. Es gibt so einiges, was sie da herausfindet…

Obwohl Caro ihre eigenen Probleme hat – frisch getrennt, enttäuscht von einem Ehemann, der sie hintergangen hat, ohne Geld und ohne Beruf -, stürzt sie sich begeistert in die Ermittlungen um den toten Chefarzt der Klinik, denn da scheint so einiges nicht zu stimmen. Dafür hat sie ein besonderes Näschen, das erkennt der Leser schnell. Mit viel Situationskomik (die Möwe, die sie gleich zu Beginn der Fahrt nach Borkum gleich zweimal trifft, ist hier nur der Anfang) und viel Humor erzählt die Autorin Christine Drews unter ihrem Pseudonym Emmi Johannsen einen eher unblutigen, dafür aber spannenden und witzigen Krimi rund um die Nordseeinsel Borkum, so dass man beim Lesen nicht nur begeistert miträtselt, sondern noch eine gute Schippe Urlaubsgefühl erhält. Der Plot ist gut ausgefeilt, und so habe ich mich mit Vergnügen auf Coras Ermittlungen einlassen können.

Mich hat das Buch gleich auf den ersten Seiten begeistern können, das hat sich durchgehalten bis zur letzten Seite. Nun bin ich schon neugierig auf weitere Ermittlungen mit Cora Falk und Jan Akkermann… Deshalb gibt es von mir selbstverständlich alle 5 möglichen Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2020

Spannender Regionalkrimi

Flüsternde Wälder
0

Als im Wald eine Tote aufgefunden wird, ruft man das Team um Irmi Mangold und Kathi Reindl zur Aufklärung. Bei der Toten stellt sich heraus, dass sie als Waldbademeisterin eine große Anhängerschaft hatte. ...

Als im Wald eine Tote aufgefunden wird, ruft man das Team um Irmi Mangold und Kathi Reindl zur Aufklärung. Bei der Toten stellt sich heraus, dass sie als Waldbademeisterin eine große Anhängerschaft hatte. Kurze Zeit später wird ein Heiler nach einem Einbruch erschlagen aufgefunden – ob die beiden Fälle wohl etwas gemeinsam haben?

Dies ist bereits der elfte Fall der beiden bayrischen Ermittlerinnen, und man spürt beim Lesen, dass da schon ganz viel vor diesem Band stattgefunden hat. Da ich mit diesem Buch in die Geschichte eingestiegen bin, hatte ich immer wieder das Gefühl, dass mir einige wichtige Vorkenntnisse fehlen über das Ermittlerteam. In gewohnt humorvoller Art breitet die Autorin Nicola Förg einen Regionalkrimi vor dem Leser aus, der mit reichlich Gesellschaftskritik verbunden ist. Diese wird während der Geschichte gut begründet und zum Schluss dann auch durch eigenes Erleben verstärkt, denn die Autorin flicht eigene Erfahrungen in dieses Buch mit ein. Die handelnden Personen sind dabei alle gut getroffen, und so ist man schnell von einem spannenden Fall gefesselt, oder sind es vielleicht sogar zwei? Lange darf der Leser raten, bis er endlich mit Irmi und Kathi auf die richtige Spur kommt. Als Regionalkrimi ist die Geschichte äußerst gelungen.

Vermutlich wäre das Buch auf Anhieb ein Anwärter auf alle 5 möglichen Sterne gewesen, deshalb runde ich meine angesetzten 4,5 auf eine glatte 5 auf und empfehle die Reihe, allerdings am besten in der richtigen Reihenfolge.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2020

Original "Schwarzwälder" Ermittlungen

Schwarzwälder Kirsch
0

Die pensionierte Kriminalkommissarin Christa Haas hat sich wegen einem verheilenden Oberschenkelhalsbruch in ihren Geburtsort einquartiert, in das schmucke Schwarzwaldörtchen Maria Brunn. Dort will sie ...

Die pensionierte Kriminalkommissarin Christa Haas hat sich wegen einem verheilenden Oberschenkelhalsbruch in ihren Geburtsort einquartiert, in das schmucke Schwarzwaldörtchen Maria Brunn. Dort will sie sich für einige Wochen im Betreuten Wohnen erholen. Als zum gleichen Zeitpunkt ein Mord im Dorf geschieht, kann sie das Ermitteln nicht lassen: Sie erinnert sich an den Toten und ja, sie kann auch das Ermitteln nicht lassen. Auch wenn das der zuständige Kriminalkommissar gar nicht gern sieht. Wer also war es, der dem größten Unternehmer am Ort Böses wollte?

Einmal Kriminalkommissarin, immer Kriminalkommissarin – da lässt sich Christa Haas von einem verheilenden Oberschenkelhalsbruch und einem Rollator nicht von Ermittlungen abhalten. Und wer könnte es auch besser als sie, die die Leute am Ort und deren Eigenheiten kennt? Das alles erzählt die Autorin Mona Franz in einem vergnüglichen, humorvollen Ton, so dass der Leser schnell ein lebhaftes Bild von den Bewohnern des Dorfes wie auch des Altenheimes erhält. Nebenbei werden einige Geheimnisse aufgedeckt, denn da haben sich so einige im Dorf im Laufe der Zeit versteckt. So gelingt ein spannender Regionalkrimi mit viel Lokalkolorit und einer original „Schwarzwälder“ Ermittlerin.

Sehr gerne vergebe ich hier alle 5 möglichen Sterne und empfehle das Buch unbedingt weiter. Auf weitere Ermittlungen mit dieser resoluten Miss Marple aus dem Schwarzwald kann man gespannt sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

Ein großes Geheimnis im Leben eines kleinen Jungen

Freischwimmen
0

Cymbeline, genannt Cym, war bisher noch nie beim Schwimmen. Seine Mutter hatte immer Ausflüchte, wenn er darum gebeten hat. Beim Schwimmunterricht in der Schule ist er äußerst nervös, umso mehr, als er ...

Cymbeline, genannt Cym, war bisher noch nie beim Schwimmen. Seine Mutter hatte immer Ausflüchte, wenn er darum gebeten hat. Beim Schwimmunterricht in der Schule ist er äußerst nervös, umso mehr, als er angegeben hat, ein sehr guter Schwimmer zu sein. Im Unterricht ertrinkt er fast. Dieser Unfall löst eine Krise bei seiner Mutter aus. Cym will wissen, was dahinter steckt. Und entdeckt dabei ein Familiengeheimnis, das sein Leben verändert.

Wer kennt das nicht, dass sich so manche Situation verselbständigt und man selbst was behauptet, was überhaupt nicht stimmen kann? Dass das bei Cym solche Auswirkungen haben kann, das hätte ja niemand ahnen können. Mit dem Jungen entdeckt der Leser, was die Krise bei der Mutter ausgelöst hat. Das Buch hat mehrere Ebenen, die dringende Fragen von Kindern aufgreifen: das Familiengeheimnis, das Cyms Leben bisher überschattet hat; die Frage nach echten Freundschaften und was sie ausmachen; die psychische Erkrankung der Mutter und der Hintergrund dazu, und noch vieles mehr. Und obwohl das Buch so viele ernste Themen anpackt, werden sie in kindgerechtem Ton erzählt, aus Cyms Sicht und mit viel Humor. So schafft es die Geschichte, Kinder ernst zu nehmen.

Dieses Kinderbuch erzählt so wunderbar warmherzig und einfühlsam von Cym, der ein schwieriges Familiengeheimnis entdeckt und dabei auf die Unterstützung seiner Freunde zählen kann, dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Dafür vergebe ich auch unbedingte 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere