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Veröffentlicht am 02.05.2020

Eine schöne Geschenkidee

#stayathome. 99 Ideen gegen Langeweile zu Hause
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Ich glaube mit der Situation, die im Titel dieses Buches beschrieben wird, ist oder war in den letzten Wochen fast jeder konfrontiert. Ich konnte zu meinem Glück weiterhin an meinem Arbeitsplatz arbeiten ...

Ich glaube mit der Situation, die im Titel dieses Buches beschrieben wird, ist oder war in den letzten Wochen fast jeder konfrontiert. Ich konnte zu meinem Glück weiterhin an meinem Arbeitsplatz arbeiten und hatte dadurch zumindest unter der Woche eine Tagesstruktur. Die Wochenenden sind allerdings ohne Sozialkontakte und Ausflüge sehr lange und einsam geworden, deshalb hat mich die Idee dieses Buches sofort angesprochen.

Die Aufmachung ist wirklich sehr schön geworden und die 99 versprochenen Ideen wurden mit ansprechenden Illustrationen, Fotos und wundervollen Farbkombinationen zusammengestellt. Das macht das Durchblättern durch die verschiedenen Anregungen sehr angenehm. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch als Print noch einmal viel schöner wirkt, als die PDF-Datei, die ich bekommen habe.

Die Ideensammlung an sich konnte mich ebenfalls positiv überraschen. Zunächst war ich etwas skeptisch, weil die ersten beiden Ideen ("Telefonieren" und "Einen Beauty-Tag einlegen") den Eindruck erweckt haben, dass nur Sachen aufgezählt werden, die so naheliegend sind, dass ich dafür kein Buch als Inspiration gebraucht hätte. Aber danach folgten doch einzelne sehr innovative Vorschläge, die ich für diese Corona-Zeit in Selbstisolation sehr hilfreich gefunden habe. Von praktischen Ideen, bis hin zu Achtsamkeitsübungen ist eine bunte Mischung dabei, sodass jeder für sich ein paar Dinge herauspicken kann, die er vielleicht schon lange mal (wieder) machen wollte, aber bisher nie die Zeit dafür gefunden hat.

Das Buch eignet sich als eine schöne Geschenkidee für Menschen, die im Moment vielleicht besonders Mühe haben, in der aktuellen Situation Beschäftigungen für Zuhause zu finden. Wer selbst kreativ ist und sich gut alleine beschäftigen kann, wird vielleicht viele Dinge als Wiederholung finden, die er oder sie sowieso schon kennt. Insgesamt aber trotzdem eine schöne Idee, die hinter diesem Buch steckt.

Fazit:
"#stayathome" gilt aktuell wohl für die meisten von uns und deshalb kommen diese 99 Ideen gegen Langeweile zu Hause gerade richtig. Das Buch bietet eine bunte Mischung an Vorschlägen, wie man sich alleine Zuhause beschäftigen kann. Einige Anregungen sind sehr naheliegend, andere fand ich wiederum sehr innovativ und hilfreich. Das Buch ist eine nette Geschenkidee mit einer sehr schönen Aufmachung, die sich vor allem für Menschen eignet, die Mühe haben, Ideen für Aktivitäten den eigenen vier Wänden zu finden. Eine nette Ideensammlung, die von mir 4 Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 28.04.2020

Ein etwas anderer Kriminalfall

A Good Girl’s Guide to Murder
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Über dieses Buch bin ich mehr oder weniger zufällig gestolpert und habe mich ohne viel Vorwissen auf die Geschichte eingelassen. Am Anfang war ich etwas skeptisch, weil ich befürchtet hatte, dass sich ...

Über dieses Buch bin ich mehr oder weniger zufällig gestolpert und habe mich ohne viel Vorwissen auf die Geschichte eingelassen. Am Anfang war ich etwas skeptisch, weil ich befürchtet hatte, dass sich die Geschichte eher an jüngere Leserinnen richtet, aber diese Befürchtung hat sich letztendlich zum Glück nicht ganz bewahrheitet.

Die Story handelt von der Protagonistin Pippa, die kurz vor ihrem Abschluss steht und für ein Schulprojekt einen nicht abschliessend geklärten Kriminalfall auflösen will, der sich vor einigen Jahren in ihrer Heimatstadt zugetragen hatte. Dabei geht sie sehr gewissenhaft vor und recherchiert nicht nur die rechtlichen Aspekte ihrer Detektivarbeit, sondern stöbert auch durch die Facebook Timeline von dem damaligen Opfer Andie Bell und nimmt Kontakt mit Personen aus ihrem Umfeld auf. Ihre Ermittlungsfortschritte hält sie dabei immer in einem Protokoll fest, das auch wir Leser
innen zu Gesicht bekommen. Das fand ich sehr hilfreich, um einen Überblick über die Verdächtigen und ihre vermeintlichen Motive zu behalten.
Natürlich gefällt es nicht jedem, dass Pippa auf eigene Faust ermittelt und viel Staub aufwirbelt bei einem Fall, der eigentlich als abgeschlossen galt. Doch Pippa wird den Verdacht nicht los, dass der wahre Täter irgendwo noch frei herumläuft. Und dieser Verdacht erhärtet sich, nachdem sie schriftliche Botschaften erhält, in denen sie bedroht wird, sollte sie mit ihren Ermittlungen nicht aufhören. Doch so leicht lässt sich Pippa nicht unterkriegen und sie begibt sich mit ihrer Detektivarbeit immer mehr in Gefahr, je näher sie der Wahrheit kommt...

Die Autorin hat hier einen sehr modernen Kriminalfall geschaffen, in dem mal nicht ein betagter Polizist die Ermittlungsarbeit leistet, der bereits alles schon einmal gesehen und gehört hat, sondern eine junge Schülerin, die eigentlich bloss ein Schulprojekt durchführen wollte. Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Recherchearbeiten der Protagonistin, die sie vor allem zu Beginn ihrer Ermittlungen durchführt. Es werden nicht nur einfach die Eindrücke von Pippa in einem Fliesstext geschildert, sondern ihre Suche nach Beweisen schrittweise festgehalten. Dies geschieht beispielsweise mit schriftlichen Protokollen von Gesprächen mit Tatverdächtigen, Skizzen, abgedruckten Einträgen eines Terminkalenders oder einen Einblick in die Facebook Pinnwand des Opfers. Diese Einschübe haben mir wirklich sehr gut gefallen und die Geschichte sehr abwechslungsreich gemacht. Ich hatte mir erhofft, dass sich diese wechselnde Stile durch das ganze Buch durchziehen würde, aber ungefähr nach dem ersten Drittel verlieren sich diese innovativen Ideen leider fast gänzlich und man liest fast nur noch einen Fliesstext, wie man es von anderen Mystery Büchern gewohnt ist. Das fand ich extrem schade, denn diese Abbildungen verschiedener Medien haben die Geschichte für mich anfänglich zu etwas besonderen gemacht und ich fand es etwas inkonsequent, dass im weiteren Verlauf plötzlich darauf verzichtet wird. Ich hätte mir gerne noch mehr Ermittlungsarbeit über Facebook und ähnliche Social Media Plattformen gewünscht.

Pippa als Protagonistin hat mir auch gut gefallen, denn hier bekommen wir mal eine Musterschülerin bzw. Streberin als Hauptcharakter vorgesetzt, die sich von den meisten 0815-Protagonistinnen aus anderen Young Adult Büchern abhebt. Der einzige kleine Kritikpunkt war nur, dass sie auf mich manchmal ein bisschen kindisch gewirkt hat. Beim Lesen hatte ich aufgrund der Beschreibungen und der Handlungen der Protagonistin bis zuletzt eher ein 14-jähriges Mädchen vor Augen, anstatt einer jungen Frau, die in Kürze aufs College gehen wird.

Der Fall an sich war gut durchdacht und Jackson schafft es immer mehr Spannung zu erzeugen, bis die Auflösung am Ende des Buches enthüllt wird, die noch die eine oder andere überraschende Wendung bereithält. Der Schreibstil ist dabei sehr einfach gehalten und führt dazu, dass man beim Lesen sprichwörtlich durch die Seiten fliegt.

Fazit:
"A Good Girl's Guide to Murder" hat zwar einen etwas sperrigen Titel, erzählt aber eine sehr erfrischende, moderne und kurzweilige Mystery Geschichte im Young Adult Bereich. Die Ermittlerin ist eine Musterschülerin, die einen ungelösten Fall aufklären will und dabei modernste Techniken wie Facebook zur Hand nimmt. Der abwechslungsreiche Erzählstil zu Beginn des Buches fand ich sehr innovativ. Leider wird dies nicht konsequent bis zum Ende durchgeführt, was ich etwas schade fand, da mir besonders der Wechsel der Stile gefallen hat. Insgesamt aber ein solider Kriminalfall, der Spannung aufbauen kann und zufriedenstellend aufgeklärt wird. Von mir gibt es deshalb vier Sterne und eine Leseempfehlung für Fans von "Pretty Little Liars" oder "One of Us is lying".

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Veröffentlicht am 26.04.2020

Ein vielversprechender Reihenauftakt

Bloodleaf
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Das war jetzt eher durch Zufall innerhalb einer Woche mein zweites Buch über Hexen und Magie, das ich gelesen habe. Und im direkten Vergleich mit dem anderen Buch, hat mir "Bloodleaf" deutlich besser gefallen.

Der ...

Das war jetzt eher durch Zufall innerhalb einer Woche mein zweites Buch über Hexen und Magie, das ich gelesen habe. Und im direkten Vergleich mit dem anderen Buch, hat mir "Bloodleaf" deutlich besser gefallen.

Der offizielle Klappentext fasst den Kern der Geschichte sehr gut zusammen. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Protagonistin Aurelia, Prinzessin der Stadt Renalt. Zur Aufrechterhaltung eines Bündnisses soll sie Prinz Valentin aus Achleva heiraten. Mit diesem Schicksal hat sie sich mehr oder weniger abgefunden. Um den Worten endlich Taten folgen zu lassen, soll Aurelia zu Beginn des Buches nach Achleva reisen und ihren Verlobten kennenlernen. Doch bevor dazu alles in die Wege geleitet werden kann, überschlagen sich die Ereignisse in Aurelias Heimatstadt, woraufhin sie gezwungen wird zu flüchten. Leider verläuft auch die Flucht nicht so wie geplant und sie wird von einem ihrer Begleiter verraten, was zur Folge hat, dass sich Aurelia unter einer falschen Identität nach Achleva schleichen muss. Dort angekommen trifft sie auf Zan, den Cousin des Prinzen. Zan berichtet ihr von gefährlichen Machenschaften, die er in Achleva beobachtet hat, die nicht nur für seine Heimatstadt, sondern auch für Renalt eine grosse Gefahr darstellen könnten. Um dies zu verhindern, bittet er Aurelia um Hilfe. Sie soll mit ihren magischen Fähigkeiten das aufkommende Unheil aufhalten.

Es hat wirklich Spass gemacht, dieses Buch zu lesen und es ist mir leicht gefallen, in die Welt der Hexen hineinzufinden, die die Autorin hier geschaffen hat. Im Fokus der Geschichte stehen die beiden Städte Renalt und Achleva, was es relativ einfach macht, einen Überblick zu behalten. Während der gesamten Handlung werden immer wieder neue, interessante (Neben-)Charaktere eingeführt, von denen ich einige sehr schnell lieb gewonnen habe. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr an alle Charaktere gewöhnen, denn die Autorin beweist sehr viel Mut, wenn es um das Schicksal ihrer Charaktere geht und es gibt einige, die das Ende des Buches nicht mehr miterleben - und leider gehören dazu nicht nur die Bösewichte. Ich fand es aber mal herrlich erfrischend, dass man beim Lesen nie sicher sein konnte, ob ein Charakter lebend aus einer Situation herauskommen wird, denn in vielen anderen Young Adult Fantasy Romanen muss man meistens nicht wirklich um das Schicksal einzelner Personen fürchten. Das war hier anders.
Generell hat die Autorin ein Händchen dafür bewiesen, mich immer wieder aufs Neue zu überraschen. Jedes Mal, wenn ich eine gewisse Vorstellung hatte, wie es weitergehen könnte, ist sie mit einem neuen Plot Twist um die Ecke gekommen, der mich fast jedes Mal eiskalt erwischt hat. Und das hat das Buch unglaublich spannend gemacht.

Aurelia als Protagonistin konnte die Handlung sehr gut tragen. Sie ist eine willensstarke, mutige Protagonistin, die nicht so schnell aufgibt und sich selbst zu helfen weiss - ohne auf die Hilfe von Männern angewiesen zu sein. Auch Zan habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen und die beiden Charaktere haben in meinen Augen sehr gut miteinander harmoniert. Natürlich gibt es auch in diesem Buch eine Romanze, die aber sehr subtil und eher im Hintergrund verläuft.

Der einzige Grund, warum ich dem Buch nicht die vollen fünf Sterne vergeben habe, war der etwas sprunghafte Handlungsverlauf. Ich hatte den Eindruck, dass man manchmal wie bei einem Theaterstück in einzelne Akte genauer eintauchen konnte, zwischen denen die Handlung jeweils eine sprunghafte Entwicklung macht. Dadurch hat sich das Erzähltempo manchmal etwas gehetzt angefühlt und ich hätte mir eher fliessende Übergänge zwischen den einzelnen Szenen gewünscht. Durch die temporeiche, actiongeladene Erzählweise sind für mich hin und wieder auch ein bisschen die emotionalen Zustände der einzelnen Charaktere zu kurz gekommen. Ich bin sicher, dass mich die Autorin emotional mehr hätte erreichen können, wenn sie sich für einzelne Szenen etwas mehr Zeit genommen hätte. Aber hier hat sich manchmal alles Schlag auf Schlag angefühlt, sodass man gar nicht genügend Zeit hatte, überraschende Ereignisse richtig zu verarbeiten.

Alles in allem aber ein empfehlenswerter, packender Reihenauftakt, der sehr flüssig und angenehm geschrieben wurde. Mein Interesse für die Fortsetzungen konnte definitiv geweckt werden.

Fazit:
In "Bloodleaf" entführt uns Crystal Smith in eine Welt voller Hexen und Magie und erzählt uns eine Geschichte einer jungen, starken und mutigen Protagonistin, die sich immer wieder mit neuen Gefahren stellen muss. Der Erzählstil ist sehr temporeich und actiongeladen, für meinen Geschmack manchmal etwas zu gehetzt und sprunghaft - alles in allem aber natürlich sehr fesselnd. Die vielen sympathischen Charaktere, die nicht alle lebend das Ende des Buches erreichen, machen die Story zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Von mir gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung für diesen Reihenauftakt.

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Veröffentlicht am 18.03.2020

Eine gute, übersichtliche Einführung in das Thema Achtsamkeit

Das Praxisbuch der Achtsamkeit
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Wie ich ja bereits vielfach an anderer Stelle erwähnt habe, arbeite ich als Psychologin und interessiere mich deshalb natürlich sehr für praxisbezogene Literatur aus dem Feld der Psychologie, durch die ...

Wie ich ja bereits vielfach an anderer Stelle erwähnt habe, arbeite ich als Psychologin und interessiere mich deshalb natürlich sehr für praxisbezogene Literatur aus dem Feld der Psychologie, durch die ich im besten Patient*innen im besten Fall einige praktische Übungen mit auf den Weg geben kann. Ein Bereich, zu dem ich jetzt schon mehrere Bücher gelesen habe, ist die Achtsamkeit. Ich finde dieses Feld nicht nur sehr spannend, sondern auch extrem hilfreich als Ergänzung zur klassischen kognitiven Verhaltenstherapie.

"Das Praxisbuch der Achtsamkeit" ist bereits vor einigen Jahren erschienen und dennoch sind dessen Inhalte auch sieben Jahre später - mehr oder weniger - noch aktuell. Der erste Blick in das Buch fiel bei mir sehr positiv aus, denn die Aufmachung ist nicht nur sehr übersichtlich, sondern auch farblich sehr ansprechend gestaltet. Man wird nicht vom Text erschlagen, wie es mir bei anderen Büchern aus dem gleichen Themenbereich schon passiert ist.
Die einzelnen Kapitel sind sehr logisch und verständlich aufgebaut. In einem ersten Teil sollen die Leser "Achtsamkeit verstehen", in dem sie nicht nur in die theoretischen Grundlagen, sondern auch in ein paar grundlegende Achtsamkeitsübungen eingeleitet werden. Im zweiten Teil wird etwas spezifischer auf ausgewählte Herausforderungen eingegangen, mit denen mal lernen soll, achtsam umzugehen. Die Autorin hat sich dabei u.a. auf die psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Ängste fokussiert, sowie auch dem Stressmanagement. Für mich drei Bereiche, in denen die Achtsamkeit sehr gut zum Tragen kommt. Gerade bei der Depression war ich positiv überrascht, wie adäquat und verständlich das Krankheitsbild geschildert wird, mit einem besonderen Fokus auf das verhaltenstherapeutische Modell des gegenseitigen Einflusses von Denken, Fühlen und Handeln. Man merkt, dass Silverton sich eingehend mit den Krankheitsbildern und ihren Hintergründen beschäftigt hat und ihre Erklärungen auf wissenschaftlichen Fakten beruhen. Das fand ich aus psychologischer Sicht grossartig.
Die restlichen Kapitel befassen sich schliesslich noch mit Achtsamkeit in Beziehungen, bei Kindern, für pflegende Angehörige und bei einer Krankheit. Hier waren mir die Themenbereiche aber etwas zu schwammig, aber das lag vielleicht auch daran, dass ich mit diesen Themen eher wenig zu tun habe.

Das Buch besteht aus einer guten Mischung aus theoretischem Wissen, Anleitungen für praktische Achtsamkeitsübungen und Erfahrungsberichten von einzelnen Menschen, die in der Achtsamkeit ihre Hilfe gefunden haben. Gerade diese Beispiele haben auf mich aber teilweise schon sehr konstruiert gewirkt und mir aufgrund des Propaganda-artigen Charakters eher Widerstand ausgelöst, weshalb ich sie irgendwann einfach übersprungen habe. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass man einen guten und verständlichen Überblick über das Thema Achtsamkeit und ihre Wirkungsweise erhält.

Dennoch muss ich am Schluss noch einen Kritikpunkt anfügen. Gerade im Kapitel zu Depressionen wird die Wichtigkeit von Achtsamkeit hervorgehoben, ohne explizit darauf hinzuweisen, dass im Falle von akuten depressiven Episoden dringend eine psychotherapeutische und ggf. auch pharmakologische Behandlung vorzuziehen ist. Erst im Anhang des Buches findet man einen solchen Hinweis, wobei eher betont wird, wie Wirksamkeitsstudien einen ähnlich guten Effekt für achtsamkeitsbasierte Interventionen nachweisen konnten, wie bei Antidepressiva. Da das Buch aus 2012 stammt, weiss ich nicht, wie akkurat diese Studienergebnisse noch sind, ich möchte aber dennoch darauf hinweisen, dass achtsamkeitsbasierte Selbsthilfe bei depressiven Episoden alleine meistens nicht ausreicht. Ich sehe die Achtsamkeit eher als eine hilfreiche Ergänzung zu den üblichen psychotherapeutischen Methoden. Für mich hätte noch viel stärker darauf hingewiesen werden müssen, dass hier Achtsamkeitsübungen im Rahmen der Rückfallprophylaxe wirksam sein können und nicht zur Behandlung akuter depressiver Phasen. Ich besitze noch ein anderes (Lehr-)Buch zum Thema Achtsamkeit, das von zwei Psychologen geschrieben wurde und dort wird genau davor in Zusammenhang mit akuten depressiven Episoden gewarnt. In diesem Buch hier ist mir das leider viel zu kurz gekommen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist eher hypothetischer Natur. Für mich war das Buch sehr verständlich, weil ich durch meine Ausbildung viel Vorwissen mitbringe. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass es für Laien schwierig sein könnte, das theoretische Wissen auf Anhieb zu verstehen und die Übungen alleine in ihrem Alltag umzusetzen. Im Buch erwähnt die Autorin immer wieder einen Kurs, den sie zum Thema Achtsamkeit leitet. Zum Einstieg in das Thema würde ich vermutlich auch einen Kurs empfehlen, damit man das notwendige Know-How mitbringt, um die Übungen anschliessend selbstständig durchführen zu können. Andernfalls könnte ich mir vorstellen, dass das Buch für komplette Neulinge im Bereich der Achtsamkeit etwas anspruchsvoll sein könnte.

Fazit:
"Das Praxisbuch der Achtsamkeit" hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, das Thema ist dennoch so aktuell wie eh und je. In einem sehr anschaulichen, übersichtlichen Design werden die Leser in die Grundlagen der Achtsamkeit eingeführt, die von Erfahrungsberichten ergänzt werden und schliesslich mit Übungen zur praktischen Umsetzung der Achtsamkeit abgerundet werden. Für mich eines der besseren Bücher aus diesem Bereich, das aber meiner Meinung nach zu wenig darauf hinweist, dass Achtsamkeit bei akuten psychischen Erkrankungen lediglich als Ergänzung zu Psychotherapie zu empfehlen ist und als alleinige Intervention in den meisten Fällen nicht ausreicht. 4 Sterne gibt es für dieses Buch.

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Veröffentlicht am 25.11.2019

Eine zauberhafte Geschichte

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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Auf die Übersetzung von "Strange the Dreamer" habe ich mich schon seit der Erscheinung des englischen Originals gefreut. Ich habe damals sogar versucht, das Buch auf Englisch zu lesen, bin dann aber aufgrund ...

Auf die Übersetzung von "Strange the Dreamer" habe ich mich schon seit der Erscheinung des englischen Originals gefreut. Ich habe damals sogar versucht, das Buch auf Englisch zu lesen, bin dann aber aufgrund des grossartigen, aber anspruchsvollen Schreibstils der Autorin letztendlich am fehlenden Sprachverständnis gescheitert. Seither habe ich sehnsüchtig auf eine deutsche Übersetzung gewartet und wurde nicht enttäuscht. Vorab muss ich allerdings erwähnen, dass die ursprüngliche Dilogie im Deutschen in vier Teile aufgeteilt wird - warum, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Aber sei's drum.

Die ganze Geschichte spielt in einem ganz neu kreierten Worldbuilding, das sich durch fantastische Elemente auszeichnet. Zu Beginn lernen wir Lazlo Stranger kennen, ein Bibliothekar, der im Königreich Zosma arbeitet. Schon von klein auf hat er Geschichten über Weep, einer Stadt in der Fremde gehört, und hegt seither eine grosse Faszination für diesen Ort. Als sich eines Tages die Gelegenheit bietet, dass er gemeinsam mit einer Gruppe von Menschen nach Weep reisen kann, zögert er nicht, um sich ihnen anzuschliessen. Dadurch wird sein lang ersehnter Traum endlich war - buchstäblich. Denn immer wieder haben sich Bilder der Stadt in seine Träume verirrt und seine Sehnsucht, dort hinzureisen, gesteigert.
Nachdem sich Lazlo dieser "Reisegruppe" anschliesst, deren Aufgabe erst zu einem späteren Zeitpunkt der Geschichte enthüllt wird, lernen wir nach einer Weile eine weitere Protagonistin kennen: Sarai. Sarai ist neben Ruby, Sparrow, Feral und Minya Teil einer Götterbrut, die in einer Zitadelle in Weep leben. Anfangs weiss man noch relativ wenig über die verschiedenen Charaktere und deren Fähigkeiten, doch nach und nach wird ihre Hintergrundgeschichte und ihr Schicksal enthüllt, die sich als sehr tragisch entpuppen und mein Mitgefühl wecken konnten.
Beide Perspektiven wechseln sich regelmässig ab, so dass man nicht nur erfährt, wie Lazlo seiner Traumstadt näher kommt, sondern lernt auch Sarai näher kennen. Ich muss sagen, dass ich die Erzählung rund um Sarai und die Götter fesselnder fand, als Lazlos Reise und habe mich jedes Mal ein bisschen mehr gefreut, wenn ich wieder etwas über Sarai erfahren durfte.

Laini Taylor hat, wie bereits anfangs erwähnt, einen bildhaften und (wortwörtlich) fantastischen Schreibstil. Mit viel Ruhe und Geduld führt sie dendie Leserin ihre selbst kreierte Welt ein, bei der sie sehr viel Ideenreichtum bewiesen hat. Ich kannte bereits die "Daughter of Smoke & Bone" Reihe der Autorin und wusste, dass ihre Bücher durch ihre jeweiligen komplexen Worldbuildings stellenweise viel Aufmerksamkeit beim Lesen erfordern, aber genau dadurch schafft sie mal wieder eine ganz innovative Welt, die ich in dieser Art noch kein zweites Mal in einem anderen Buch kennengelernt habe.
Trotzdem muss ich an dieser Stelle anfügen, dass sich bei mir durch das eher gemächliche Erzähltempo und die Ausführlichkeit der Erzählung, nicht dieses Gefühl von "Ich muss unbedingt weiterlesen!" eingestellt hat. Ich habe mich zwar jedes Mal gefreut, wieder in die Welt von Weep einzutauchen, aber konnte das Buch gut auch wieder zur Seite legen.

Gegen Ende hin werden die beiden Erzählstränge von Lazlo und Sarai dann allmählich zusammengeführt. Doch gerade als das passiert und mein Interesse gepackt wurde, ist das Buch schon zu Ende. Und das ist wiederum der Nachteil daran, dass Band 1 des englischen Originals in zwei Teile aufgeteilt wurde, was ich etwas schade fand.
Nichtsdestotrotz hat mir dieser Reihenauftakt sehr gut gefallen und ich will auf jeden Fall wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht.

Fazit:
"Der Junge, der träumte" erzählt die erste Hälfte der "Strange the Dreamer"-Reihenauftakts von Laini Taylor. Die Autorin schafft mal wieder ein fantastisches Worldbuilding mit vielfältigen und interessanten Charakteren, die sie mit viel Ruhe und Ausführlichkeit den Leser*innen näher bringt. Durch das eher gemächliche Erzähltempo, konnte mich das Buch nicht ganz so sehr packen, wie ich es mir gewünscht hätte, doch mein Interesse für die Fortsetzungen wurde geweckt. Leider hat man sich bei der deutschen Übersetzung entschieden, die Dilogie aus dem Englischen in 4 Teile aufzuteilen, was die Geschichte an einem Punkt enden lässt, an dem ich nur ungern mit dem Lesen aufgehört habe. Aufgrund dieser beiden Kritikpunkte muss ich einen Stern abziehen und vergebe 4 Sterne. Ich empfehle euch, Teil 1.2 abzuwarten, damit das Lesevergnügen nicht unterbrochen wird und man den Reihenauftakt so lesen kann, wie es von der Autorin vorgesehen wurde.