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Veröffentlicht am 21.07.2020

In Irland kocht es nach wie vor

Alter Hund, neue Tricks
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Inhalt übernommen:

Belfast, 1992. Der ehemalige Detective Inspector Sean Duffy hat sich unlängst mit seiner Familie nach Schottland abgesetzt. In Belfast ist er nur noch tageweise. Doch als ein Landschaftsmaler ...

Inhalt übernommen:

Belfast, 1992. Der ehemalige Detective Inspector Sean Duffy hat sich unlängst mit seiner Familie nach Schottland abgesetzt. In Belfast ist er nur noch tageweise. Doch als ein Landschaftsmaler ermordet wird, muss Duffy ein paar Extratage dranhängen. Alles sieht nach Autodiebstahl mit tödlichem Finale aus: Jemand hatte es auf den Jaguar des Opfers abgesehen, wurde überrascht, eine Waffe ist losgegangen. Doch ein Blick auf die Werke des Malers wirft die Frage auf, wie er damit genug Geld für einen Luxuswagen hatte verdienen können. Und wieso hat er regelmäßig eine Telefonnummer in der Republik Irland angerufen? Eine Nummer, die zu IRA-Funktionären im Exil führt. Duffy lässt sich nicht mit einfachen Lösungen abspeisen und gräbt tiefer. Bis er selbst von allen Seiten unter Beschuss gerät …

Im Belfast der Neunziger ist plötzlich alles anders: Der Milchmann hat seinen Dienst quittiert, die Musik kommt von CD, und der katholische Bulle Sean Duffy ist ein Familienmensch mit Hauptwohnsitz in Schottland. Doch als er von einem dubiosen Mordfall auf den Plan gerufen wird, will Duffy unbedingt beweisen, dass ein alter Hund sehr wohl neue Tricks lernen kann.

Meine Meinung:
Ich kenne die vorhergehenden Bücher über den katholischen Bullen und war sehr gespannt auf das neueste Werk.
Es begann sehr vielversprechend,Sean und sein Partner Crabbie sind nach wie vor ein eingespieltes Team. Ich mag den Humor der Beiden ,besonders Sean mit seiner Vorliebe für Zitate, die er immer mal wieder zur Verblüffung seiner Kollegen einstreut, gefällt mir gut.
Die beiden Polizisten, die inzwischen in Teilzeit arbeiten, hatten sich einen leicht zu lösenden Fall vorgestellt. Das erwies sich jedoch als Irrtum und so geraten sie oft unter Beschuss und müssen sich ihrer Haut wehren.
Obwohl mir das Buch zu Beginn und zum Ende sehr gut gefallen hat, zog es sich in der Mitte doch ziemlich in die Länge. Hier waren mir die privaten Dinge von Sean etwas zu viel ,weil sie den Spannungsbogen unterbrachen.
Meiner Meinung nach kann dieses Buch nicht an die Vorgänger heranreichen. Ich kann deswegen leider nur drei Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 12.07.2020

Der Untergang eines Dorfes

Ich bleibe hier
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Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter ...

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Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.

Meine Meinung:

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Trina, die als Lehrerin arbeitet, bis ihr das von den Faschisten untersagt wird.
Gemeinsam mit ihrem Mann nimmt sie den Kampf auf, der von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Den größten Teil der Geschichte erzählt sie in Briefen an ihre Tochter, die die Familie schon früh verlassen hat und niemals zurückkehrte.
Die Geschichte eines Bergdorfes,das karge Leben ihrer Bewohner und Trinas Familiengeschichte,werden fortlaufend erzählt. Die Herrschaft Mussolinis ,der Schrecken des Hitlerregimes und die vielen Verluste ,sowohl menschlicher,als auch finanzieller Art werden relativ emotionslos beschrieben,ich fand keinen wirklichen Zugang zu den Personen,was ich sehr schade finde.

Fazit:

Eine sehr interessante, mir bis dahin zum Teil unbekannte Geschichte, welche mich emotional nicht wirklich erreicht hat.

Veröffentlicht am 29.05.2020

Hat mich nicht überzeugt

Margos Töchter
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Cora Stephan erzählt die Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen und eines geteilten Landes über vier Jahrzehnte. Ein großer Roman über die Suche nach dem Glück in Zeiten gesellschaftlicher ...

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Cora Stephan erzählt die Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen und eines geteilten Landes über vier Jahrzehnte. Ein großer Roman über die Suche nach dem Glück in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und die Frage, was man opfern muss, um es zu finden. Leonore Seliger wächst in den 1960er-Jahren in der norddeutschen Provinz auf. Sie ist eine Außenseiterin, unangepasst, rebellisch. Trost findet sie bei Clara, einer Brieffreundin aus der DDR, die sie in einem Pioniercamp der DDR getroffen hat. In einem verrauchten Jugendclub in Osnabrück lernt Leonore die Musik der Beatles kennen, nach dem Abitur in England die freie Liebe. Während sie im Deutschen Herbst in Frankfurt studiert und durch eine verhängnisvolle Affäre ins Visier der Polizei gerät, bereitet sich Clara in Ostberlin auf eine große Aufgabe vor. Im Auftrag des Ministeriums für Staatssicherheit soll sie in den Westen gehen, um dort für die Genossen die Augen aufzuhalten. Kurz bevor sie die DDR verlässt, bekommt sie eine Tochter und ist gezwungen, eine nahezu unmögliche Entscheidung zu treffen. Das Schicksal führt Leonore und Clara wieder zusammen. Die beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet ein Geheimnis. Jahrzehnte später kommt eine junge Frau diesem Geheimnis auf die Spur und begibt sich auf eine aufwühlende Reise in die Vergangenheit.

Meine Meinung:

In meinen Augen ist es der Autorin leider nicht gelungen,an die Spannung des ersten Teils „ Ab heute heiße ich Margo “ anzuknüpfen.Die im Mittelpunkt stehenden Frauen um deren Vergangenheit und Gegenwart es eigentlich gehen sollte, bleiben blass und werden von den politischen Ereignissen völlig überlagert.Obwohl mich der geschichtliche Aspekt eigentlich sehr interessiert ,war es mir hier deutlich zuviel und hatte teilweise den Charakter eines Sachbuchs. Der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart,oft ziemlich übergangslos,ließ keinen Lesefluss zu und schmälerte mein Lesevergnügen.
Von mir daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlungen und drei Sterne.

Veröffentlicht am 23.05.2020

Eine starke Frau befreit sich aus ihren Fesseln

Wie die Freiheit schmeckt
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Mit 13 Jahren verlässt Tamika Campbell die Ansaaru Allah Community in New York, in die sie hineingeboren und in der sie jahrelang misshandelt wurde. Was folgt ist ein steiniger Weg ...

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Mit 13 Jahren verlässt Tamika Campbell die Ansaaru Allah Community in New York, in die sie hineingeboren und in der sie jahrelang misshandelt wurde. Was folgt ist ein steiniger Weg aus den brutalsten Tiefen Brooklyns zum gefeierten Comedy-Star in Berlin. Eine atemberaubende Lebensgeschichte, die Mut macht.


Meine Meinung:

Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, die sich mit dem Thema Sekten beschäftigt haben. Meist geraten Menschen in einer schwierigen Situation in die Fänge dieser Gurus. Das war auch im Fall vonTamikas Mutter so. Es macht mich immer fassungslos, mit welchem Geschick dort die Angriffe auf die Psyche der Mitglieder gestartet werden.Nachdem die Protagonistin in ihrer Kindheit dort furchtbare Qualen erleiden musste, gelang ihr dann schließlich die Flucht. Aber auch danach besserte sich ihr Leben nicht, sie wurde weiter misshandelt und vergewaltigt.Und wieder schaffte sie es ,sich zu befreien.
Obwohl der Leidensweg der Protagonistin sehr berührend war, schaffte das Buch es leider nicht, mich abzuholen. Das lag an dem eigenwilligen Schreibstil , der ständig hin und her wechselte und die verschiedenen Ereignisse eher lapidar schilderte. Dadurch kam für mich die Emotionalität deutlich zu kurz.

Fazit:

Ein sehr interessantes Thema, leider für meinen Geschmack nicht richtig umgesetzt.

Veröffentlicht am 01.05.2020

Zwei Brüder halten zusammen

Die wir liebten
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Die Siebziger in der westdeutschen Provinz. Ein Dorf, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Für Edgar und seinen Bruder Roman ist das Leben überschaubar und gut. Bis sich ihr Vater ...

Inhalt übernommen:

Die Siebziger in der westdeutschen Provinz. Ein Dorf, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Für Edgar und seinen Bruder Roman ist das Leben überschaubar und gut. Bis sich ihr Vater am Maifest in die Tierärztin verliebt und die Familie verlässt. Die Mutter zieht sich immer mehr in ihren Lotto-Laden zurück. Die Jungen sind bald sich selbst überlassen. Schließlich steht das Jugendamt vor der Tür, um Edgar und Roman in den Gnadenhof zu holen. Ein Heim, in dem die Methoden der Nazis fortbestehen.
In glühenden Bildern erzählt Willi Achten von einem spannungsvollen Jahrzehnt, dem unauflösbaren Band zwischen Geschwistern und vom Aufbruch einer Generation, die dem dunklen Erbe ihrer Eltern mit aller Entschiedenheit entgegentritt.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen, weil mich das Thema sehr interessiert hat. Leider konnte ich zu der Geschichte über einen weiten Zeitraum hinweg keinen Zugang finden.
Es wird in der Ich-Form vom jüngeren der beiden Brüder erzählt. Der Schreibstil war sehr langatmig und zähflüssig,was dazu führte,dass mir das Durchhalten ziemlich schwer fiel.
Erst der letzte Teil zog mich in seinen Bann, was aber letztendlich nicht ausreichend war.
Mir hat das Verhalten der beiden Brüder, sowohl während der Zeit in ihrem Elternhaus, wo sie mehr oder weniger auf sich selbst gestellt waren, sehr imponiert. Auch haben mich die Ereignisse in dem Erziehungsheim ziemlich fassungslos gemacht. Das allein reicht jedoch nicht aus, um einen ,für mich selbst ,zufriedenen Abschluss zu finden.

Fazit:

Ein sehr interessantes Thema, dessen Ausarbeitung mir jedoch nicht sehr gut gefiel. Von mir daher leider nur wohlwollende drei Sterne.