Beeindruckende Menge an Handlung, welche in nur wenigen Seiten steckt
MärchenflüstererUm endlich den Fluch zu brechen, welcher auf ihrem Zuhause lastet, müssen Katharina und Eliot in verschiedenste Märchen reisen und diese besiegen. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich frei ...
Um endlich den Fluch zu brechen, welcher auf ihrem Zuhause lastet, müssen Katharina und Eliot in verschiedenste Märchen reisen und diese besiegen. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich frei zu sein, und doch müssen die beiden gemeinsam noch viele, viele Hindernisse überwinden, um ihrem Ziel näher zu kommen. Aber nicht jeder möchte zulassen, dass sie den Fluch beseitigen...
Was mir direkt ins Auge gestochen ist, als ich das Buch das erste Mal in der Hand gehalten habe, ist die besondere Optik und vor allem auch Haptik.
Das Cover ist ein wenig anders als gewöhnlich, deshalb jedoch nicht minder ansprechend. Besonders gut gefallen hat mir jedoch die Haptik, vor allem im Innenteil des Buches. Die einzelnen Buchstaben wirken plastisch und geben ein wunderbares Lesegefühl.
Trotz der ungewöhnlichen, ein wenig breiteren Maße, liegt das Buch gut in der Hand und erinnert fast ein wenig an ein altes, traditionsbehaftetes Märchenbuch, aus welchem man sich als Kind vor dem Zubettgehen gerne romantische und spannende Geschichten hat vorlesen lassen.
Die Geschichte, welche hinter diesem Buch steckt, ist weniger romantisch, dafür aber umso spannender, fesselnder und turbulenter.
Ich finde, dass die einzelnen Märchen - es handelt sich größtenteils um die altbekannten Klassiker - toll mit der Rahmenhandlung kombiniert wurden. Dabei wird dem Leser durch einen immer ähnlich bleibenden Aufbau eine Art Routine vermittelt.
Was ich aber besonders begeistert hat, ist die beeindruckende Menge an Handlung und Substanz, welche sich hinter den doch recht wenigen Seiten versteckt. Das habe ich zu Beginn des Buches überhaupt nicht erwartet, war aber im Nachhinein umso faszinierter davon. Dadurch musste die Geschichte jedoch an anderer Stelle ein wenig einbüßen. Manchmal geschehen Ereignisse sehr sprunghaft und man vermisst einen roten Faden, manchmal wünscht man sich als Leser ein wenig mehr Tiefe und manchmal ein besseres Kennenlernen der einzelnen Charaktere.
Das konnte der angenehme Schreibstil der Autorin zum Teil wieder gutmachen. Während die Märchen in klassischer "Märchensprache" und eher erzählend geschildert werden, punktet die Rahmenhandlung durch eine lockere und flüssige Sprache, die Emotionen und Gedanken der Protagonisten gut vermittelt. Diese zwei Faktoren sind aber nicht völlig für sich alleinstehend, sondern werden gut mit einander verbunden und bringen so den Leser keinesfalls aus dem Lesefluss. Anders erging es mir allerdings bei den häufigen, vermeidbaren Wortwiederholungen. Sie haben mich teilweise aus der Geschichte rausgeworfen und ich hätte gerne auf diese verzichtet.
Alles in einem finde ich, dass die überaus interessante und mit viel Potenzial behaftete Idee gut aufgegriffen wurde, an einigen Stellen jedoch ein wenig mehr hätte ausgearbeitet werden können. Dafür lässt die Fortsetzung reichlich Platz und ich bin gespannt, wie es mit dem Fluch weitergeht.
3,5/5 Sterne