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Veröffentlicht am 12.06.2020

interessanter Roman mit Schwachstellen

Die Dame vom Versandhandel
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Annie und Kurt betreiben gemeinsam den Versandhandel Eulendorf. Ihre Ideen sind es oft, die das Geschäft florieren lassen. Doch nicht immer läuft alles rund, Annie hat Probleme sich nach der Geburt ihres ...

Annie und Kurt betreiben gemeinsam den Versandhandel Eulendorf. Ihre Ideen sind es oft, die das Geschäft florieren lassen. Doch nicht immer läuft alles rund, Annie hat Probleme sich nach der Geburt ihres Kindes wieder zu sortieren und dann auch Job und Familie unter einen Hut zu bringen. So modern wie Kurt in seiner Geschäftsführung ist, so konservativ ist er in seinem Privatleben.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen, allerdings habe ich doch ein, zwei Punkte, die mich ein wenig stören. So tat ich mir schwer mit den Rückblenden ins Jahr 1919, in der Kurts Vorgeschichte teilweise erzählt wird. Irgendwie hat es mich hier aus dem Lesefluß geworfen. Später wird die Vergangenheit dann in die laufende Handlung eingebunden, was mir besser gefallen hat. Allerdings blieben so manche Details, die durchaus von Interesse gewesen wären, seltsam blass. Kurts Anfangsjahre im Versandhandel werden z. B. nur angekratzt. Ich hatte viel Vergnügen beim Lesen, besonders, wenn Annie und Kurt gemeinsam neue Ideen ausgetüftelt haben. Da merkte man den Geist der Zeit, in dem nichts unmöglich schien und man bekam einen Einblick in die Innereien eines Versandhandels.

Die Familiengeschichte der beiden mag etwas wirr sein, klärt sich aber im Laufe des Buches gut auf, auch wenn mir schon viel früher klar war, warum Kurt sich plötzlich seltsam verhalten hat. Was ich etwas unglaubwürdig fand war, dass er sich zeitweilig komplett aus dem Geschäft zurückgezogen hat und seiner Frau die alleinige Führung überlässt.

Alles in allem hatte ich viel Spaß mit dem Buch, es ließ sich flüssig lesen und gegen Ende hin schien sich auch alles zu richten. Was mich aber wirklich irritiert hat, war der Epilog. Den hätte es meines Erachtens nicht gebraucht, mich hat er nur verwirrt und ich habe den Sinn dahinter nicht verstanden.
Trotzdem von mir eine Leseempfehlung. Den Epilog kann man ja auch weglassen 😉

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Veröffentlicht am 09.06.2020

gelungener zweiter Band

Die englische Gärtnerin - Rote Dahlien (Die Gärtnerin von Kew Gardens 2)
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Nun geht es also weiter mit der Geschichte rund um Charlotte und ihre Familie. Mittlerweile haben sich alle in Summerlight House eingewöhnt und eigentlich könnte alles gut sein. Allerdings belastet Charlottes ...

Nun geht es also weiter mit der Geschichte rund um Charlotte und ihre Familie. Mittlerweile haben sich alle in Summerlight House eingewöhnt und eigentlich könnte alles gut sein. Allerdings belastet Charlottes Tätigkeit in Kew Gardens die Ehe mit Victor doch immer wieder. Als ihr dann nahegelegt wird, die Arbeit zu kündigen entschließt sich Charlotte schweren Herzens dies zu tun und ihren Fokus auf den eigenen Garten zu legen. Unterstützt wird sie dabei von Vita Sackville-West und ihrem Gärtner Quinn, der sich als perfekter Partner für den Garten entpuppt. Und nicht nur für den Garten.

Im zweiten Teil kann Charlotte nun ihre Leidenschaft für die Botanik voll ausleben. Das gibt dem Buch einen schönen Rahmen. Auch die Familie und deren Einzelschicksale werden weitererzählt. Aurora entdeckt, dass ihr das Leben mehr bietet als nur ein Anhängsel zu sein. Debbie schlägt sich mit den Wirren der ersten Liebe herum und Robert findet mehr und mehr ins Leben zurück. Gerade Debbies und Auroras Entwicklung hat mir richtig gut gefallen. Charlotte war mir manchmal aber mit ihrer Liebe zur Botanik und zur Gärtnerei zu selbstsüchtig. An dieser Ecke schließt sie keinerlei Kompromisse und erwartet von allem aus ihrem Umfeld Verständnis dafür. Das war mir teilweise einfach zu viel.

Das Buch ließ sich toll lesen, man hatte immer das Geschehen vor Augen und die Beschreibungen der Landschaft und der Gärten war einfach toll. Auch die zusätzlichen Handlungsstränge rund um Aurora und Debbie haben mir ausgesprochen gut gefallen. So blieb das Buch äußerst abwechslungsreich.
Von mir daher eine Leseempfehlung für diesen gelungenen zweiten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 06.06.2020

Hamburg am Ende des 19. Jahrhunderts

Die Krankenschwester von St. Pauli – Tage des Schicksals
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Svantje wächst Ende des 19. Jahrhunderts im Gängeviertel in Hamburg auf. Zusammen mit Raik, der von ihrer Familie immer mit unterstützt wird. Ihr größter Traum ist es Krankenschwester zu werden, um den ...

Svantje wächst Ende des 19. Jahrhunderts im Gängeviertel in Hamburg auf. Zusammen mit Raik, der von ihrer Familie immer mit unterstützt wird. Ihr größter Traum ist es Krankenschwester zu werden, um den Menschen helfen zu können. 1890 verliebt sie sich in Friedrich Falkenberg, ein Tuchhändler aus der gehobenen Gesellschaft Hamburgs. Die Liebe ist schwierig, nicht nur der Standesunterschied steht zwischen ihnen, auch muss Friedrich immer wieder für lange Reisen ins Ausland. Als 1892 die Cholera in Hamburg ausbricht, versucht Svantje alles um den Menschen ihrer Stadt zu helfen.

Das Buch wird aus den Perspektive von Svantje, Friedrich, Raik, Richard, einem Freund Friedrichs und seiner Schwester Hilde erzählt. Während Svantje und Raik aus den Armenvierteln stammen, sind Richard, Friedrich und Hilde in Reichtum groß geworden. Richards Vater ist Besitzer einer Reederei und Richard soll die Firma später erben. Allerdings ist Richard auch an Arbeitsverbesserungen für die Arbeiter interessiert, was seinen Vater eher zur Weißglut treibt. Durch die unterschiedlichen Perspektive bekommt man viel über das Hamburg dieser Zeit vermittelt.

Allerdings trügt hier der Klappentext. Wer Krankenschwester Geschichten wie in Call the midwife oder Die Charité erwartet, wird eher enttäuscht. Dafür gibt es ganz viel Gesellschaftsgeschichte. Was mich sehr fasziniert hat, war die Ähnlichkeit der damaligen Epidemie in Hamburg zu unserer jetzigen Situation mit Corona. Auch damals wurde erst einmal runtergespielt und als sich die ersten schon in Todeskrämpfen in den Krankenhäusern wanden tobte draußen noch das Leben, als gäbe es nichts. Auch die Unbelehrbarkeit der Menschen beim Infektionsschutz wird hier sehr deutlich.

Ich habe das Buch gerne gelesen und ab dem Ausbruch der Krankheit wird es auch so spannend, das aus „Ich lese noch das Kapitel fertig“ ein „Huch, das Buch ist schon zu Ende“ wurde.

Ich werde die Reihe weiter verfolgen, warten auf uns doch noch zwei Bände, in denen Svantjes Geschichte weiter erzählt wird.

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Veröffentlicht am 26.05.2020

Die Kinder von Orisha

Children of Virtue and Vengeance
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Im Vorhinein möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Rezension Spoiler enthält! Wer Band eins noch nicht gelesen hat, sollte sie nicht lesen!

Nachdem Zélie die Magie zurück geholt hat, ist nichts mehr ...

Im Vorhinein möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Rezension Spoiler enthält! Wer Band eins noch nicht gelesen hat, sollte sie nicht lesen!

Nachdem Zélie die Magie zurück geholt hat, ist nichts mehr wie zuvor. Nicht nur die Maji können ihre Magie wieder nutzen, auch ein Teil der Adeligen besitzen nun Magie und stellen diese der nicht geschlagenen Monarchie zur Verfügung.

Lange mussten wir auf den zweiten Band der Kinder von Orïsha warten. Nun hätte eigentlich alles gut werden können, aber dann wäre das Ganze ja keine Trilogie. Amira und Inans Mutter hat in Lagos die Macht an sich gerissen. Inan hat seine schwere Verletzung überlebt und wird nun als König eingesetzt.

Zélie und Amira schließen sich den aufständischen Iyika an. Amira möchte Frieden mit ihrem Bruder schließen, Zélie möchte ihn einfach nur umbringen, für das, was er ihr angetan hat.

Ich muss sagen, ich hatte einige Punkte, da hätte ich der Truppe gerne einmal eine laute Standpauke gehalten. Gerade Zélie ist so zwischen dem Wunsch alles hinzuschmeißen und dem Wunsch zu kämpfen hin und her gerissen, dass sie Amira komplett ignoriert. Aber eigentlich ist sie doch ihre beste Freundin. Statt mit ihr zu sprechen lässt sie sie immer wieder vor den anderen Iyika im Stich. Amari versucht aller Welt zu beweisen, dass sie nicht wie ihr Vater ist und es als Königin besser machen wird. Ihre Alleingänge machen dann aber vieles schlimmer statt besser. Und Inan handelt in seiner Rolle als König nicht. Er lässt sich von seiner Mutter als Schachfigur missbrauchen und kann so viele Grausamkeiten, hinter denen er nicht steht, nicht verhindern.

In den Momenten, wo Zélie und Amira zusammen arbeiten gewinnt das Buch an Fahrt und es macht wieder Spaß sie zu begleiten. Immer wenn die beiden gegeneinander arbeiten war ich oft am Verzweifeln.

Mir hat das Buch als Ganzes gut gefallen, gerade das Ende reißt noch einmal vieles raus. Allerdings fand ich es schwächer als den Vorgänger. Mir hätte hier mehr miteinander statt gegeneinander besser gefallen.

Trotzdem freue ich mich auf Band drei, auch wenn wir vermutlich wieder lange auf ihn warten müssen.

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Veröffentlicht am 17.05.2020

deutsch-deutsche Familiengeschichte

Die Bilder unseres Lebens
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In „Die Bilder unseres Lebens“ begleiten wir die Familie Lindemann durch die Nachkriegszeit bis zur Wende im Jahre 1989. Lindemanns haben schon vor dem Krieg ein Kino in Leipzig betrieben. Als nun der ...

In „Die Bilder unseres Lebens“ begleiten wir die Familie Lindemann durch die Nachkriegszeit bis zur Wende im Jahre 1989. Lindemanns haben schon vor dem Krieg ein Kino in Leipzig betrieben. Als nun der Krieg endet und die sowjetische Besatzung beginnt wird schnell klar, dass es in Zukunft nicht wie vor dem Krieg weitergehen wird. Bald werden die Lindemanns enteignet und dürfen nur noch als Angestellte in ihrem Kino arbeiten. Die Kinder Sigrid und Stefan gehen ihrer Weg und Stefan sieht nach einem Vorfall, der ihn den Job kostet nur noch die Möglichkeit in den Westen zu gehen.

Im Prinzip wird in diesem Buch das Leben des ganz normalen DDR-Bürgers geschildert. Ursula wurschtelt sich mit ihrem Job als Filmvorführer so durch, Gerhard tritt erst der Partei und der Gewerkschaft bei, muss aber bald feststellen, dass Theorie und Praxis im Sozialismus leider oft unterschiedliche Wege gehen.

Ich fand das Buch gut zu lesen und interessant, allerdings sind mir die Charaktere gerade am Anfang eher fremd geblieben. Das wurde im Laufe des Buches zwar besser, aber so wirklich rangekommen bin ich nicht an sie. Manchmal waren mir die Szenen auch zu bruchstückhaft, oft gibt es einen Zeitsprung von mehreren Jahren. Das bekommt man auch immer mit, von daher war das schon ok, aber ich hätte mir an manchen Ecken doch einfach mehr gewünscht. So hatte man teilweise das Gefühl, dass in manchen Jahren so gar nichts passiert ist. Die Figuren haben sich aber trotzdem weiterentwickelt und so entstand bei mir teilweise das Gefühl Bekannte nach langen Jahren wiederzusehen, aber nicht zu wissen was ihnen denn in der ganzen Zeit passiert ist.

Trotz aller Kritik fand ich das Buch interessant und auch gut zu lesen. Ich hätte es wohl sonst auch nicht an einem Tag gelesen. Interessant fand ich die Gespräche in den siebziger und achtziger Jahren, als den DDR-Familienmitgliedern klar wird, dass ihr Leben doch so schlecht nicht ist und dass man im Westen anderen Zwängen unterliegt. Und dass ein gutes Leben wohl irgendwo dazwischen liegt.

Von mir daher durchaus eine Leseempfehlung.

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