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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2020

Marie Curie - ein Leben als Graphic Novel

Marie Curie
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Ich habe schon mehrere Biografien von Marie Curie gelesen und wollte daher wissen, wie die Lebensgeschichte der Marya Sklodowska als Graphic Novel umgesetzt worden ist.

Ich bin ja nicht unbedingt ein ...

Ich habe schon mehrere Biografien von Marie Curie gelesen und wollte daher wissen, wie die Lebensgeschichte der Marya Sklodowska als Graphic Novel umgesetzt worden ist.

Ich bin ja nicht unbedingt ein Fan dieses modernen Formats, da ich dicke Wälzer liebe. Nun, dieses Buch hat mich dann doch ein wenig überrascht. Die Zeichnungen sind nicht so kantig, wie ich das schon mehrfach erlebt habe. Einiges wird nur angedeutet und wirkt daher ein wenig verschwommen. Das könnte die Leser anregen, mehr über Marie Curie erfahren zu wollen. Allerdings weiß ich nicht genau, WER und welchen Alters die Zielgruppe für dieses Buch sein soll.

Mir persönlich ist grundsätzlich zu wenig Text, der den Fokus auch noch eher auf Marie Curies Kindheit und Jugend legt (5 von 8 Kapitel) als auf ihre Forschungen. Immerhin wird richtig erwähnt, dass sie jeweils den Nobelpreis für Physik und Chemie erhalten hat.

Was mir wirklich abgeht, ist ein Zeitstrahl. Der wäre auch für junge Leser hilfreich. Die Anmerkung, dass Polen von Russland aus kontrolliert wird, verwirrt vermutlich die jungen Leser, da sie aus dem Zusammenhang gerissen wirkt. Aber, eine genaue historische Einordnung würde den Rahmen dieser Bild-Biografie sprengen.

Fazit:

Diese Graphic Novel kann junge Leser anregen, mehr über Marie Curie lesen zu wollen. 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.06.2020

Ein interessantes Thema

Mega Manipulation
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„Diplomaten belügen Journalisten und glauben dann, was sie lesen (Karl Kraus).


Ulrich Mies sammelt in diesem Buch die Gedanken zu Propaganda und Manipulation von 20 Autoren. Die einzelnen Beiträge sind ...

„Diplomaten belügen Journalisten und glauben dann, was sie lesen (Karl Kraus).


Ulrich Mies sammelt in diesem Buch die Gedanken zu Propaganda und Manipulation von 20 Autoren. Die einzelnen Beiträge sind in folgende Kapitel zusammengefasst:

Ein Kompass für den Souverän
Im Sumpf der Fassadendemokratie
Feindpropaganda, Kriegslügen und parasitärer Milittärkomplex
Staatsterrorismus, Geheimdienstoperation und Attentat
Mentaler Lausbefall und neue Inquisition

Manches liest sich wie Science Fiction und scheint doch Tatsache zu sein.

So widmet sich Moritz Enders dem Attentat auf Papst Johannes Paul 1981. Man präsentiert zwar einen Attentäter, den man verurteilt, aber dennoch bleiben einige Ungereimtheiten bis heute unaufgeklärt.

„Jedes politische Verbrechen läuft in drei Phasen ab: In der ersten geht es um die Vorbereitung, dann um das eigentliche Ereingis - also ein Blutbad oder einen Anschlag auf eine einzelne Persönlickeit - und dann, in der dritten Phase, den weiteren Umgang damit. Wir neigen dazu, zu glauben, dass es sich ein Attentat mit seiner Ausübung erledigt hätte. Mitnichten. Das ist erst der Anfang. Worauf es ankommt ist, wie die Politik mit dem Attentat umgeht. Denn das wird sich in der öffentlichen Meinung festsetzen“. (S. 198)

Man muss nicht mit jedem Artikel einverstanden sein, doch zeigt dieses Buch, wie leicht es ist, die Menschen unter dem Deckmäntelchen der Demokratie und Political Correctness zu manipulieren.

Wer sich für das Thema interessiert, findet ab S. 309 zahlreiche links zu weiterführender Literatur.

Veröffentlicht am 11.06.2020

Leider nicht das beste Krimi rund um Leander LOst

Schwarzer August
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Dieser Krimi ist der vierte Fall für den den sympathischen Austauschkommissar aus Deutschland, Leander Lost.

Leanders Leben hat sich grundlegend geändert. Er darf weiter im Dienst der portugiesischen ...

Dieser Krimi ist der vierte Fall für den den sympathischen Austauschkommissar aus Deutschland, Leander Lost.

Leanders Leben hat sich grundlegend geändert. Er darf weiter im Dienst der portugiesischen Polícia Judicária in Faro ermitteln. Außerdem genießt er die traute Zweisamkeit mit seiner Herzensdame Soraia Rosado, der Schwester seiner Vorgesetzten Graciana.

Die romantische Idylle wird durch einen Bombenanschlag auf eine Bank jäh unterbrochen. Miguel Duarte, der einzige Spanier im Team vermutet entgegen aller Wahrscheinlichkeit einen islamischen Terrorakt. Leander Losts analytischer Verstand bezweifelt das allerdings. Warum dann ein paar Tage später drei Tunfisch-Trwaler in die Luft fliegen, ist allen vorerst ein Rätsel. Die Bekennerschreiben, die eintreffen geben wenig Information zu Motiv und Täter.

Meine Meinung:

Dieser vierte Band ist leider nicht ganz so spannend wie die drei Vorgänger. Leander, der als Aspi über außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt, muss sie diesmal nicht zwingend einsetzen. Das Team rund um Garciana hätte den Kriminalfall auch ohne ihn lösen können. Vielleicht hätten sie ein, zwei Tage länger benötigt.

Auch fehlt in diesem Fall die Spritzigkeit, die sich aus dem Unvermögen Leanders, die Zwischentöne in den Anmerkungen seiner Umgebung zu deuten, ergibt. Es scheint als würde sich Lost seinen Mitmenschen zu sehr anpassen.

Der Fokus liegt diesmal auch nicht ausschließlich auf Leander Lost, sondern das Gefühlsleben von Graciana und Carlos spielt eine größere Rolle. Das hat mich schon ein wenig irritiert. Dass Garciana, als Leiterin der Ermittlung, mit einem Verdächtigen ein Pantscherl eingeht, ist höchst unprofessionell und aus meiner Sicht, durchaus verzichtbar.

Ein unerwarteter Neuzugang ist Gracianas neuer Dienstwagen: Ein grüner Ford Mustang.


Fazit:

Leider nicht der beste Krimi aus der Leander-Lost-Reihe. Mit viel Nachsicht gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 05.06.2020

Die Dokumentation eines Unrechts

Die Akte Leopoldskron
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Johannes Hofinger, Historiker und Experte zum Thema „Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus“ zeichnet in seinem neuen Buch „Die Akte Leopoldskron“ den Weg des Schlosses von Ankauf durch Max Reinhardt ...

Johannes Hofinger, Historiker und Experte zum Thema „Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus“ zeichnet in seinem neuen Buch „Die Akte Leopoldskron“ den Weg des Schlosses von Ankauf durch Max Reinhardt bis zur Enteignung und schließlich zur Restitution an Reinhardts Erben, seine Witwe Helene Thimig und die beiden Söhne aus erster Ehe 1947 nach.

Max Reinhardt, Theaterintendant und Mitbegründer der Salzburger Festspiele hat das Schloss Leopoldskron 1918 in schlechtem Zustand erworben und zu einem echten Schmuckstück renovieren lassen. Die Salzburger Gesellschaft stand Reinhardt immer reserviert gegenüber und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nach der Vertreibung Reinhardts, der jüdische Wurzeln hatte, aus Österreich sofort Begehrlichkeiten geweckt wurden. So feilschen mehrere deutsche Dienststellen mit der Salzburger Landesregierung um die kostbare Bibliothek. Man lässt Skulpturen demontieren und an unterschiedliche Orte verbringen.

Ein Großteil der Inventarlisten sind in verschiedenen Archiven unauffindbar. Doch einiges kann Johannes Hofinger einsehen und für dieses Buch verwenden. So erhält der interessierte Leser Einblick in die Bürokratie des NS-Staates. Schmunzeln musste ich über die zahlreichen Tipp- und Rechtschreibfehler im Briefverkehr mit Gauleitern, Ministern und Museumsdirektoren.

Der Leser erhält auch einen Seitenblick auf eine schillernde Figur: auf die Kurzzeit-Schlossherrin von Leopldskron Stéphanie zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst.

Zahlreiche Fotos ergänzen diese Dokumentation.

Interessant finde ich, dass der Immobilienbesitz wie das Schloss Leopoldskron und die meisten Fahrnisse bereits 1947 restituiert worden sind. Andere Familien mussten Jahrzehnte um ihren arisierten Besitz kämpfen und bekamen oft nur Teile zurück.

Max Reinhardt sollte seinen Besitz in Salzburg nicht mehr wiedersehen. Er starb 1943 verarmt in den USA.

Veröffentlicht am 30.05.2020

Ein gelungener Auftakt einer Krimi-Reihe

Nur tote Schwaben schweigen
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„Amsel, Drossel, Fink und Star...“ so kennt man den Text aus der „Vogelhochzeit“. Mit Vogelnamen sind die Opfer eines als „Schwarze Henne“ agierenden Serien-Mörders bezeichnet. Allerdings nennt der Täter ...

„Amsel, Drossel, Fink und Star...“ so kennt man den Text aus der „Vogelhochzeit“. Mit Vogelnamen sind die Opfer eines als „Schwarze Henne“ agierenden Serien-Mörders bezeichnet. Allerdings nennt der Täter seine Opfer Kiebitz, Eisvogel, Marabu, Kuckuck oder Pfau und kündigt die einzelnen Verbrechen bei der Polizei auch noch an, um wenig später eine „Vollzugsmeldung“ nachzureichen.

KHK Eugen Querlinger, von seiner Frau Gemahlin wegen des Übergewichtes auf gesunde Reduktionskost gesetzt, hat alle Hände voll zu tun. Seine ständige Unterzuckerung und der Hunger auf bodenständige Kost lassen ihn grantig erscheinen. Seine Notration: Erdnüsse. Die stärken ja bekanntlich die Nerven, denn der Fall zieht dem KHK und seinem Team ständig dieselbigen.

Welche Schlüsse das Team aus den Ermittlungen zeiht und wie es gelingt, die „Schwarze Henne“ unschädlich zu machen, lest am besten selbst.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist der erste Band einer Reihe rund um den Ulmer KHK Eugen Querlinger. Man sagt ja den Schwaben angebliche Geschwätzigkeit nach, was auch der Titel zu bestätigen scheint. Nur ein toter Schwabe hält den Mund. Ich mag ja Krimis mit viel Lokalkolorit in denen auch so gesprochen wird, wie den Ortsansässigen der Schnabel (Sic!) gewachsen ist, doch hier war mir das Schwäbische ein wenig zu viel. Wobei, fast alle Dialoge im richtigen Dialekt zu schreiben, ist bestimmt anstrengend. Dieser Kunstgriff ist gut gelungen!

Querlinger ist ein Genussmensch und so dürfen wir ihn auch bei seinen Einkehrschwüngen in die diversen Gasthäuser begleiten, Diät hin oder her. Knifflige Ermittlungen brauchen genügend Brennstoff in Form von einem g’scheiten Mittagessen. Weder Tofu noch Eisbein ist so nach dem Geschmack des Herrn Kriminalhauptkommissar, aber zum Glück gibt es ja auch in Berlin, wohin es ihn zu Recherchen verschlägt ein anständiges Wirtshaus.

Lachen musste ich über die Übung „Schnarch-Yoga“, die Querlinger pflegt.

Max Abele ist es gelungen, mich trotz eines handfesten Anfangsverdachtes vom wahren Täter abzulenken und in die Irre zu führen. Letzten Endes bin ich mit meiner Vermutung doch richtig gelegen.

Das schlichte Cover weckt sofort das Interesse der potenziellen Leser. Viele denken an Alfred Hitchcocks „Vögel“.

Fazit:

Ein gelungener Regionalkrimi aus dem Haus Emons, dem ich gerne 4 Stern gebe.