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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eher oberflächlich mit enttäuschendem Ende

Der Sarg
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Von diesem Buch habe ich schon viel Gutes gehört, absolut überzeugt bin ich jedoch nicht.

In Köln treibt ein Killer sein Unwesen: Mehrere Frauen werden entführt und lebendig begraben. Eine dieser Frauen ...

Von diesem Buch habe ich schon viel Gutes gehört, absolut überzeugt bin ich jedoch nicht.

In Köln treibt ein Killer sein Unwesen: Mehrere Frauen werden entführt und lebendig begraben. Eine dieser Frauen war Evas Halbschwester, wodurch Eva nun ins Zentrum der Ermittlungen gerät. Diese wird nämlich von Alpträumen geplagt, in denen sie in einem Sarg eingesperrt ist. Doch kann das nur ein Traum sein, wenn sie mit Verletzungen aufwacht? Können ihre Freundin und der Psychologe helfen? Und was ist, wenn sie doch nicht träumt?

Arno Strobel hat diesen Thriller so geschrieben, dass der Leser mitfiebern kann. Nach dem etwas zähen Anfang beginne ich zu rätseln und habe ein paar Mal gedacht, ich wüsste nun, wer der Killer ist. Nach der Hälfte wird das Hin und Her der Hauptverdächtigen jedoch nervig, ständig „vergessen“ sie, der Polizei etwas Wichtiges mitzuteilen. Auch die Auflösung ging mir einfach viel zu schnell und erschien mir zwar logisch, aber doch ein wenig aus der Luft gegriffen. Da hätte ich doch etwas anderes erwartet. Auch die Protagonisten erschienen mir eher oberflächlich und wenig durchdacht, daher wirkte alles etwas gekünstelt.

Insgesamt war der Thriller lesenswert, meist spannend, aber eigentlich eher schwach, nachdem Strobels Bücher in den höchsten Tönen gelobt werden. Ich hoffe, von seinen anderen Thrillern kann ich mehr erwarten…

Veröffentlicht am 15.09.2016

Berührend, aber wenig mitreißend

Dein totes Mädchen
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Nachdem Carolines 27-jährige Tochter bei einem Autounfall stirbt, ist in Carolines Leben nichts mehr wie es war. Sie flüchtet in die Einsamkeit ihres Elternhauses nach Schweden, wo sie zunächst Geborgenheit ...

Nachdem Carolines 27-jährige Tochter bei einem Autounfall stirbt, ist in Carolines Leben nichts mehr wie es war. Sie flüchtet in die Einsamkeit ihres Elternhauses nach Schweden, wo sie zunächst Geborgenheit und Sicherheit findet. Bis Kriminalkommissar Ulf Svensson durch einen Zufall wieder in ihr Leben tritt – ihre einstige Jugendliebe, die allerdings ein jähes Ende fand, als Caroline damals plötzlich verschwand. Als die beiden durch einen Schneesturm in Carolines Haus festsitzen, kommen sie sich näher und offenbaren mehr oder weniger gewollt ihre wohlgehüteten Geheimnisse…
Der Roman beginnt recht spannend, hat aber einen langatmigen Hauptteil, der aber während des Schneesturms durch kleinere Höhepunkte wieder an Fahrt gewinnt. Das Ende kam sehr überraschend, war aber nicht enttäuschend.
Der Schreibstil ist vor allem am Anfang eher deskriptiv, was zunächst gewöhnungsbedürftig ist, den Leser aber mit in die Einsamkeit nimmt. Insgesamt fühlte ich mich aber während des gesamten Romans vom Geschehen ausgeschlossen.
Das Cover ist dem Roman entsprechend gestaltet, gerade das Ende verleiht ihm eine noch tiefere Bedeutung.
Insgesamt war „Dein totes Mädchen“ lesenswert und die Geschichte berührend, nach der Leseprobe, dem Titel und dem auf dem Klappentext angekündigten „entsetzlichen Verdacht“ hatte ich allerdings mehr Thriller-Feeling erwartet.

Veröffentlicht am 15.01.2026

Konstruiert

Blutwild
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Zunächst gefesselt von dem Prolog erwartet man einen blutigen Thriller, der einen nicht mehr los lässt. Die zu Beginn sympathische Protagonistin Anka ist bereits einmal einem Entführer entkommen, was allerdings ...

Zunächst gefesselt von dem Prolog erwartet man einen blutigen Thriller, der einen nicht mehr los lässt. Die zu Beginn sympathische Protagonistin Anka ist bereits einmal einem Entführer entkommen, was allerdings eins ihrer Beine forderte. Nun scheint der perfide Killer zurück und Anka gerät wieder ins Schussfeld. Anka, eigentlich erfahrene Ermittlerin, handelt in vielen Situationen auch nicht nachvollziehbar. So weit, so spannend. Leider war es das dann auch.
Die anderen Figuren haben kaum Tiefgang, man lernt niemanden wirklich kennen oder erfährt mehr über deren Hintergründe. Ich habe zwischendurch das Gefühl, ich lese den zweiten Teil und kenne den ersten nicht. Ja, die Taten sind blutig und natürlich möchte ich wissen, wie alles aus geht. Aber der ganze Täter wirkt absolut konstruiert, es gibt so viele Zufälle und es erscheint mir einfach nicht logisch.
Für ein Debut eine tolle Idee, aber leider in der Umsetzung nicht überzeugend.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2025

Too much

Garden Girls
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Hinter dem scheinbar romantischen Titel Garden Girls mit dem ebenso verspielten Cover verbirgt sich nicht wie anfangs gedacht ein rasanter, spannender Thriller, sondern ein zunächst mitreißender Prolog, ...

Hinter dem scheinbar romantischen Titel Garden Girls mit dem ebenso verspielten Cover verbirgt sich nicht wie anfangs gedacht ein rasanter, spannender Thriller, sondern ein zunächst mitreißender Prolog, nach welchem die Spannung deutlich nachlässt.
Der Prolog ist aus Sicht des Opfers geschrieben und man vermutet einen wirklich perfiden Killer. Anschließend wird das ErmittlerInnen-Team eingeführt. Hätte man den Vorgänger-Band gelesen, wäre dieser Einstieg vielleicht leichter gewesen. So sind es einfach viele Namen, komplexe Beziehungen und verwirrende Lebensgeschichten, denen man nur schwer folgen kann.
Auch lässt die Spannung deutlich nach, dafür gewinnt unterschwellig Romance die Oberhand. Mir wirkt das alles zu gekünstelt. Der Killer ist einfach too much (mit dem abgelegenen Ort und seiner Art), die Hintergrundgeschichte ist zu viel, in der eine Sekte auftaucht, in der natürlich einer der Ermittler groß geworden ist, die Dämonen, mit denen die ProtagonistInnen kämpfen - und dann naht auch noch ein Hurrikan.
Eigentlich solide Idee für einen rasanten Thriller, aber für mich in der Umsetzung leider nicht gelungen.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Langatmig

Kummersee
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Kummersee bestach zu Beginn durch wirklich fesselnde Tragik, als Lenas Bruder Tom im verbotenen Kummersee ertrinkt. An einen Unfall glaubt Lena damals nicht und trägt diesen Schrecken lange mit sich. Als ...

Kummersee bestach zu Beginn durch wirklich fesselnde Tragik, als Lenas Bruder Tom im verbotenen Kummersee ertrinkt. An einen Unfall glaubt Lena damals nicht und trägt diesen Schrecken lange mit sich. Als Personenschützerin kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück. Der Kummersee soll als Endlagerstätte für Atommüll geprüft werden. Dann verspricht der Klappentext, dass das Böse noch immer unter der Wasseroberfläche lauert.
Allein dies war Grund für mich, weiterzulesen. Das Buch ist mit über 500 Seiten recht dick und die Spannung beginnt erst ab circa der Hälfte. Die erzählte Zeit ist unglaublich langsam und detailreich. Man erfährt über Lenas Familiengeschichte, die Erfahrungen des Dorfes als Grenzdorf und viele Nichtigkeiten.
Nach der Dramatik im Mittelteil wird es wieder eher zäh, gegen Ende wird Fahrt aufgenommen.
Ich hätte weniger Drumherum, mehr Spannung von diesem Thrillerdebüt erwartet. Für die ganzen realen Details gebe ich noch einen zweiten Stern. Wer Umweltthriller und DDR-Geschichten mag, findet vielleicht mehr Gefallen an diesem Buch.