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Veröffentlicht am 10.07.2020

Abgedrehter Zeitreise-Roman, der nach leichten Startproblemen doch noch zu überzeugen weiß

Die Schorsch-Trilogie / Schorsch und das Filzlaus-Komplott
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Mit diesem Buch legt der Autor Ulli Weckenmann den ersten Band seiner als Trilogie angelegten Zeitreise-Komödie um Hans-Georg "Schorsch" Amann vor, den es unter mysteriösen Umständen in das Jahr 2399 verschlägt.

Nach ...

Mit diesem Buch legt der Autor Ulli Weckenmann den ersten Band seiner als Trilogie angelegten Zeitreise-Komödie um Hans-Georg "Schorsch" Amann vor, den es unter mysteriösen Umständen in das Jahr 2399 verschlägt.

Nach einer durchzechten Nacht erwacht der mächtig verkaterte Schorsch in völlig fremder Umgebung und glaubt zunächst an einen Scherz seiner Kumpel, die ihn scheinbar zu einer obskuren Sexsekte verfrachtet haben, um dort das Wochenende seines Lebens zu verbringen. Doch so langsam kommen ihm Zweifel, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht. Und schon steckt er mitten im schlimmsten Schlamassel seines Lebens, in dem auch Filzläuse eine gewisse Rolle spielen.

Mit einem lockeren Schreibstil, viel Einfallsreichtum, reichlich Liebe zum Detail und einer ordentlichen Prise Humor, der auch mal ziemlich derbe ausfallen kann, entwirft der Autor eine bunte Welt voller Überraschungen, durch die er Schorsch als Ich-Erzähler stolpern lässt. Das wir Leser hier genauso unbedarft an die Sache herangehen wie der gute Schorsch, steigert das Vergnügen noch einmal beträchtlich. Und so erfahren auch wir erst Stück für Stück, welche Geheimnisse die neue Welt noch für Schorsch bereithält.

Die sorgfältige Einführung des Personenaufgebotes und des Settings, das die Geschichte auch noch über die beiden folgenden Bände tragen muss, sorgen in den ersten beiden Abschnitten, die am Freitag und am Samstag spielen, noch für gewisse Längen. Doch am Sonntag drückt der Autor dann ordentlich aufs Tempo und sorgt mit einem furiosen Schlußspurt für reichlich Entschädigung.

Wer Spaß an abgedrehten Geschichten findet und auch keine Probleme mit derbem Humor hat, wird hier sehr gut bedient und unterhalten. Ein wenig Steigerungspotential für die weiteren Bände der Trilogie hält sich der Autor allerdings auch noch offen.

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Veröffentlicht am 19.06.2020

Unterhaltsame Geschichten aus dem Leben eines hoffnungsvollen Jungautoren, die durch derben Humor und viel Einfallsreichtum überzeugen

Voll aufs Maul
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In diesem Buch lässt uns der Autor Florian Göttler an den turbulenten Erlebnissen des hoffnungsvollen Jungautoren Paul Schmerz teilhaben. So erleben wir ihn bei seinen ersten schriftstellerischen Gehversuchen ...

In diesem Buch lässt uns der Autor Florian Göttler an den turbulenten Erlebnissen des hoffnungsvollen Jungautoren Paul Schmerz teilhaben. So erleben wir ihn bei seinen ersten schriftstellerischen Gehversuchen und dürfen dabei die ersten Kostproben seines Schaffens genießen. Zudem begleiten wir Paul bei einer ziemlich verlustreichen Lesetour mit der Band "Hettie und die Bang Brothers" und bei einem ausgedehten Kreativurlaub in Ägypten, Thailand und dem indischen Goa. Dabei läst der Autor seinen Protagonisten immer wieder in äußerst skurrile Momente geraten, aus denen er sich zum Vergnügen von uns Lesern wieder herauswinden muss. Wie viel an eigenen Erfahrungen der Autor, dessen Biographie in einigen Punkten so ein wenig an die seines Helden erinnert, in die Geschichte einfließen lässt, bleibt dabei im Dunkeln.

Das Buch besticht durch einen ziemlich derben Tonfall und viel Humor, der oft auch ausgesprochen schwarz daherkommt. Zudem beweist der Autor eine Menge an Einfallsreichtum bei der Erschaffung herrlich absurder Momente voller Situationskomik. Dabei stellt er Paul eine ganze Riege skurriler Typen an die Seite, die durchgehend gut charakterisiert werden. Hier ist besonders der trinkfeste Barkeeper Abdul, den Paul in einer Strandbar in Agypten kennenlernt, hervorzuheben.

Wer auf schwarzen Humor und Situationkomik steht und keine Probleme mit einer derben Sprache hat, wird mit diesem Buch bestens bedient und unterhalten. Vor der Lektüre sollte man aber unbedingt den Warnhinweis auf der Innenklappe beachten.

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Veröffentlicht am 16.06.2020

Auch bei ihrem 4. Job bekommt es Karen Mulladon wieder mit einer perfiden Verschwörung und skrupellosen Gegnern zu tun

Tödliche Energie
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Mit diesem Buch legt der Autor Erich H. Franke den vierten Band seiner inzwischen bereits auf 9 Bände angewachsenen Thriller-Reihe um Karen C. Mulladon, der Agentin einer Behörde des US-amerikanischen ...

Mit diesem Buch legt der Autor Erich H. Franke den vierten Band seiner inzwischen bereits auf 9 Bände angewachsenen Thriller-Reihe um Karen C. Mulladon, der Agentin einer Behörde des US-amerikanischen Geheimdienstes, vor.

Man kann diesen Band aber grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten Bänden lesen und verstehen, da alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als in der Nähe von Erfurt ein paar Energiespeicher durch ein dreistes Manöver gestohlen werden, ist das eigentlich noch kein Job für Karen. In Verbindung mit dem Verschwinden einer größeren Menge an Flüssigsprengstoff aus einem Werk in Tschechien sieht das aber doch ganz anders aus, zumal sich schnell ein Zusammenhang zwischen den beiden Taten herstellen lässt. Und so begeben sich Karen und ihr deutscher Kollege Martin Weilmann auf die Spur ihrer skrupellosen Gegner und des perfiden Planes hintern den Diebstählen.

Obwohl dieser Thriller mit seinen knapp 200 Seiten einen für das Genre doch eher ungewöhnlich geringen Umfang hat, gelingt es dem Autoren dennoch, eine komplexe und atmosphärisch dichte Geschichte mit einer schlüssigen Auflösung zu erzählen. Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt er das Geschehen voran und lässt es diesmal am Ende sogar gleich zwei furiosen Showdowns münden, die jeweils eine ordentliche Portion Spannung bieten. In Sachen Figurenzeichnung hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas mehr Tiefe gewünscht, um die Handlungsweisen der Akteure besser nachvollziehen zu können, am Ende überwiegen dann aber doch die positiven Leseeindrücke bei weitem.

Wer auf spannende Agenten-Thriller mit Verschwörungen und überraschenden Wendungen steht, wird hier gut bedient und bestens unterhalten.

Nach inzwischen vier gelesenen Bänden der Reihe ist meine Neugierde auf die weiteren Bände auf jeden Fall noch einmal verstärkt worden.

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Abwechselungsreiche Sammlung blutiger und zuweilen auch abgedrehter Geschichten aus der gesamten Palette des phantastischen Bereichs

Blutige Welten
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In dieser abwechselungsreichen Anthologie sind insgesamt 13 blutige und zuweilen auch ziemlich abgedrehte Geschichten zusammengestellt, die die gesamte Palette des phantastischen Bereichs abdecken und ...

In dieser abwechselungsreichen Anthologie sind insgesamt 13 blutige und zuweilen auch ziemlich abgedrehte Geschichten zusammengestellt, die die gesamte Palette des phantastischen Bereichs abdecken und mich insgesamt gut unterhalten konnten.

Eingeleitet werden die Geschichten durch eine kurze Autorenvorstellung incl. eines kleinen Interviews. Und auch den Zeichner des mehr als gelungenen Coverbildes dürfen wir hier etwas näher kennenlernen.

In den Geschichten begegnet man dann natürlich den üblichen Gestalten des Genres, kann dabei aber auch noch ein paar neue Seiten an ihnen entdecken. Mit viel Einfallsreichtum und reichlich abgedrehtem Humor erschaffen die Autoren hier ihre ganz eigenen blutigen Welten und lassen ihre Protagonisten dort mit sichtbarem Vergnügen von einem Schlamassel in den nächsten geraten. Ein Happy End ist hier nicht immer garantiert. Zudem sind viele der Storys mit mehr oder weniger gut versteckten Anspielungen gespickt, die man in Gänze wohl erst beim mehrmaligen Lesen entschlüsseln wird.

Hier sollte jeder Liebhaber des phantastischen Bereichs die eine oder andere Geschichte ganz nach seinem Geschmack finden.

Den deutlichen Warnhinweis und die Empfehlung zur Dosierung, die auf dem Beipackzettel, äh Klappentext, vermerkt sind, sollte man aber unbedingt beachten, wenn man die Lektüre ohne schwerwiegende Nebenwirkungen überstehen will.

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Veröffentlicht am 20.05.2020

Spannender Kriminalroman aus dem hohen Norden

Tödliche Rezeptur
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Mit diesem Buch legt der Autor Manuel Martensen einen spannenden Kriminalroman vor, der im Umfeld einer ehemaligen Brauerei, die in der fiktiven norddeutschen Kleinstadt Nordersum angesiedelt ist, spielt ...

Mit diesem Buch legt der Autor Manuel Martensen einen spannenden Kriminalroman vor, der im Umfeld einer ehemaligen Brauerei, die in der fiktiven norddeutschen Kleinstadt Nordersum angesiedelt ist, spielt und mich sehr gut unterhalten konnte.

Als Krister auf einem Fahndungsvideo seinen Großvater zu erkennen glaubt, staunt er nicht schlecht. Ist der ehemalige Braumeister Herrmann Jöhns wirklich in das Friedrich-Börnsen-Brauerei-Museum eingebrochen, hat dabei einen Wachmann getötet und ist anschließend spurlos verschwunden ? Als sich Krister auf die Suche nach Herrmann begibt, merkt er schnell, das in der Vergangenheit seines Großvaters noch so einige Geheimnisse lauern, von denen er keine Ahnung hatte. Und als er selber ins Visier der Polizei gerät, ist Krister froh, das er sich zumindestens auf die patente Hanna an seiner Seite verlassen kann.

Als passionierter Biertrinker habe ich mich im Umfeld der ehemaligen Brauerei natürlich direkt wohlgefühlt. Doch neben dem Ambiente weiß auch die gut aufgebaute Geschichte mit ihren fein gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen zu überzeugen. Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor das Geschehen voran und lässt es schlußendlich in einen klassischen Showdown münden, der neben viel Spannung auch eine überzeugende Auflösung bietet.

Ein gelungener Kriminalroman, an dem nicht nur Biertrinker ihre helle Freude haben dürften.

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